Ryzen Embedded V2000: Mini-STX- und NUC-Platine mit AMD Grey Hawk von Sapphire

Frank Meyer
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Ryzen Embedded V2000: Mini-STX- und NUC-Platine mit AMD Grey Hawk von Sapphire
Bild: Sapphire

Mit insgesamt 6 Mainboards in zwei Formfaktoren startet Sapphires Industrie-Ableger „Embedded Solutions“ die Produktpalette rund um AMD Ryzen Embedded V2000, Codename Grey Hawk. Neben verlöteten APUs mit sechs Kernen und 15 Watt TDP, ist das größere Modell auch mit bis zu 8 Kernen samt Vega-GPU und 45 Watt erhältlich.

Spezial-Platinen mit 6 und 8 Zen-2-Kernen und Vega-GPU

Saphire packt auf das größere der beiden Mainboards, dem FS-FP6 im Formfaktor Mini-STX bei Abmessungen von 139,7 × 149,1 × 36,6 mm (L × B × H) unter anderem den Ryzen Embedded V2516 oder den Ryzen Embedded V2718 aus der 15-Watt-Klasse, während den ebenfalls zur Wahl stehenden Embedded-APUs mit Zen-2-Kernen, dem Ryzen Embedded V2546 und dem Ryzen Embedded V2748, eine höhere TDP-Stufe von 45 Watt zugrunde liegt. Das kleinere Schwestermodell BP-FP6 mit NUC-Kantenlängen von 109,6 × 107,3 mm (L × B) hat Sapphire hingegen allein mit den beiden effizienteren 7-nm-APUs aufgelegt.

Sapphire FS-FP6

Aufgrund der kompakten Bauweise setzten beide Mainboard-Serien mit fest verlötetem AMD Ryzen Embedded V2000 auf RAM-Slots aus dem Notebook-Segment. In zwei SO-DIMM-Bänken sind Arbeitsspeicher mit maximal DDR4-3200 im Dual-Channel möglich. Bis zu 64 GB werden insgesamt unterstützt. Auch beim Massenspeicher sind beide Embedded-Mainboards von Sapphire gleichgestellt. Gewöhnliche M.2-SSDs finden bis zu einer Länge von 80 mm Platz, je ein elektrisch mittels vier Lanes angebundener Einbauplatz ist vorhanden. Für ein WLAN-Modul ist eine weitere Aufnahme vorgesehen. Ein klassischer SATA-Stecker kann mit weiteren HDDs respektive SSDs im 2,5-Zoll-Format bestückt werden.

Bis zu 4 Bildschirme sind parallel nutzbar

Bei der weiteren Ausstattung sind die wesentlichen Unterschiede klarer erkennbar. Während das kleinere Sapphire BP-FP6 (4 × 4 Zoll) maximal zwei Displays in Form von HDMI-2.1-Ausgängen ansteuern kann, sind mit dem FS-FP6 (5 × 5 Zoll) über zwei weitere DisplayPort-1.4-Buchsen die doppelte Anzahl an Bildschirmen nutzbar. Dabei sind die Angaben im Datenblatt widersprüchlich zu den veröffentlichten Bildern, denn die Produktfotos zweigen zwei HDMI-Ausgänge und zwei DisplayPorts, während auf der Produktseite die Rede von vier DisplayPorts ist. Darüber hinaus sind am Mini-STX-FP6 anstatt lediglich einem, zwei Netzwerkanschlüsse für Gigabit-LAN via Realtek-NICs geboten. Auch bei den USB-Anschlüssen gewinnt groß mit in Summe sechs gegen klein, das vier derer vorweisen kann.

Sapphire BP-FP6

Das Sapphire FS-FP6 verfügt neben einmal USB 3.1 Gen2 (5 Gbit/s) und viermal USB 2.0 via Typ-A-Stecker zusätzlich über einmal USB Typ-C. Im Gegensatz dazu hat Sapphire beim BP-FP6 viermal USB 3.0/3.1 (5 Gbit/s) über Typ-A-Buchsen umgesetzt. Über interne Header lassen sich weitere USB-Ports umsetzen. Gleiches gilt für weitere im Industrieeinsatz gebräuchlichen Schnittstellen, wie GPIO, SPI oder auch COM. Ein TPM-Modul gehört ebenso zur Ausstattung beider Mainboards.

Da solche Speziallösungen vorrangig an OEMs adressiert sind und eher selten den Weg in den klassischen Einzelhandel finden, ist auch der Zugang für Privatanwender nur über Umwege möglich. Auch Preise werden üblicherweise nicht kommuniziert und orientieren sich oftmals an der angeforderten Abnahmemenge.

Die Redaktion dankt Community-Mitglied "Alper" für den Hinweis zu dieser Meldung.

Update 09.12.2020 15:43 Uhr

Auf Nachfrage von ComputerBase hat Sapphire bestätigt, dass es sich bei den beiden AMD-Embedded-Mainboards nicht um „klassische Channel- bzw. Endkundenprodukte“ handelt und diese auch aufgrund der verschiedenen CPU-Optionen vorrangig als Spezial-Lösungen für Projektgeschäfte vermarktet werden. Konkret werden die Vertriebswege im Detail aktuell noch ausgelotet, wenngleich in der Stellungnahme der Großhandel als erste Ansprechstation bei direktem Kaufinteresse genannt wird.

Wenn es konkretes Interesse an einem Produkt gibt wäre es also besser eine Anfrage über unseren Support oder über einen Großhändler zu stellen.

Sapphire

Darüber hinaus hat der Hersteller noch weitere Einzelheiten bezüglich des Produktionszeitraumes und der anvisierten Verfügbarkeit verraten. So sollen erste Samples voraussichtlich noch im Dezember 2020 erste Abnehmer und Tester erreichen und darauf folgend im 1. Quartal 2021 die Massenproduktion anlaufen. Zum erwarteten Endkundenpreis, dessen Höhe maßgeblich durch den jeweils verlöteten AMD-Chip aber auch durch die Abnahmemenge bestimmt wird, kann Sapphire lediglich ungefähre Angaben machen. Als grobe Richtwerte werden für das BP-FP6 ab 399 Euro und für das FS-FP6 ab 419 Euro, jeweils inklusive Steuern genannt. Im Moment legt der Hersteller jedoch nicht den Fokus darauf, die exotischen Mainboards auch im Endkundengeschäft anzubieten.