RX 6700 XT: Custom-Designs im Test: Fazit

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Wolfgang Andermahr
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Gleich drei der insgesamt sechs getesteten Custom-Modelle machen am Ende den Testsieg unter sich aus und es geht dabei denkbar eng zur Sache. Das liegt unter anderem daran, dass AMD die Radeon RX 6700 XT von Haus aus hoch takten lässt und dafür das Power-Limit großzügig ausgelegt hat. Für Leistungsgewinne bleibt Partnern da noch weniger Platz, als zuletzt eh schon übrig blieb. Mehr als 2 Prozent FPS-Zugewinn gibt es selbst mit den schnellsten Ablegern nicht. Damit fällt die Geschwindigkeit bei der Suche nach dem besten Custom-Design gänzlich aus der Gleichung, es entscheidet überwiegend das Kühlsystem über den Gewinner.

Die nachfolgende Einordnung der Redaktion zieht auch den zu erwartenden Marktpreis unter normalen Umständen mit ein. Da die Radeon RX 6700 XT jedoch wie alle anderen Grafikkarten derzeit ohnehin nicht lieferbar ist – und wenn doch, dann nur zu extrem hohen Preisen –, sollte man bei klarer Kaufabsicht nicht auf den Testsieger warten, sondern schlicht das kaufen, was verfügbar ist. Von Platz 1 bis 3 macht man in keinem Fall etwas falsch, Platz 4 und 5 sind ebenfalls (mit optionalem zweiten BIOS) eine gute Option. Generell abzuraten ist nur vom Letztplatzierten.

Platz 1: PowerColor Radeon RX 6700 XT Hellhound

Die PowerColor Radeon RX 6700 XT Hellhound ist das perfekte Budgetmodell und zwar als einziges messbar bis zu 1 Prozent „langsamer“ als das Referenzdesign, doch der Kühler arbeitet dafür bereits ab Werk fast unhörbar und trotzdem handelt es sich um einen der kühlsten Ableger im Vergleich. Grund: PowerColor hat im Vergleich zum Standardmodell die Leistungsaufnahme nicht erhöht, um extrem ineffizient 2 Prozent mehr Leistung aus der Grafikkarte zu quetschen. Am Ende liefert PowerColor damit die aus Sicht der Redaktion ab Werk beste Kombination aus Leistung und Kühlleistung ab.

Die PowerColor Radeon RX 6700 XT Hellhound im Test
Die PowerColor Radeon RX 6700 XT Hellhound im Test

Als „günstigere“ Variante unterhalb der Red Devil muss Käufern allerdings klar sein, dass Optik und Haptik nicht mit den höherwertigen Modellen mithalten können. Auch RGB gibt es nicht, dafür eine optisch problematische, blaue LED-Beleuchtung, die sich glücklicherweise aber per Schalter abschalten lässt. Ein zweites BIOS fehlt ebenso. Wer das möchte, muss zur Red Devil oder anderen Topmodellen greifen, die unter normalen Marktbedingungen teurer wären. Alle anderen liegen bei der PowerColor Radeon RX 6700 XT Hellhound genau richtig.

Platz 2: Sapphire Radeon RX 6700 XT Nitro+

Auf dem zweiten Platz geht die Sapphire Radeon RX 6700 XT Nitro+ aus dem Test. Mit dem alternativen Silent-BIOS ist die Nitro+ gar das leiseste Custom-Design im Test, noch leiser geht es kaum noch. Hinzu kommt eine hübsche RGB-Beleuchtung und die Grafikkarte ist auch deutlich besser als die Hellhound dazu geeignet, wenn dann doch übertaktet werden soll. Und warum wurde die Sapphire Radeon RX 6700 XT Nitro+ dann nicht Testsieger? Zum einen, weil die Grafikkarte unter normalen Umständen teurer wäre als die Hellhound. Und zum anderen, weil sie mit dem Werks-BIOS zwar noch recht leise ist, aber davon ab keine Pluspunkte oder Vorteile mehr zu bieten hat. Wer die Grafikkarte einfach nur einbaut, erhält mit der Sapphire-Entwicklung daher nicht das perfekte Produkt.

Die Sapphire Radeon RX 6700 XT Nitro+ im Test
Die Sapphire Radeon RX 6700 XT Nitro+ im Test

Platz 3: PowerColor Radeon RX 6700 XT Red Devil

Knapp hinter Hellhound und Nitro+ folgt auf dem dritten Platz die PowerColor Radeon RX 6700 XT Red Devil. Sie ist mit dem Standard-BIOS besser als das Sapphire-Pendant konfiguriert, kommt dafür aber mit dem Silent-BIOS nicht an das Konkurrenzmodell heran. Da die Hellhound jedoch selbst messbar quasi nicht lauter als der Rote Teufel mit dem Silent-BIOS und die Mehrleistung nur kosmetischer Natur ist, kann die PowerColor Radeon RX 6700 XT Red Devil mit einer guten Optik und Haptik punkten, die den zwei anderen Karten klar überlegen sind. Dafür ist die RGB-Beleuchtung nicht so gut wie bei der Nitro+ gelungen.

Die PowerColor Radeon RX 6700 XT Red Devil im Test
Die PowerColor Radeon RX 6700 XT Red Devil im Test

Platz 4 bis 6: Asus Strix, XFX Merc 319 und MSI Gaming X

Etwas abgeschlagen auf dem vierten Platz liegt die XFX Radeon RX 6700 XT Merc 319, die zwar besser als das ebenfalls nicht schlechte Referenzdesign ist, aber eben nicht viel und damit den drei darüber platzierten Probanden unterlegen bleibt. Man macht mit der Grafikkarte nichts verkehrt, aber es gibt bessere. Darauf folgt die Asus Radeon RX 6700 XT, die mit dem alternativen Silent-BIOS zwar brauchbar funktioniert, mit dem Werks-BIOS jedoch viel zu laut ist. Mit einer anderen Konfiguration hätte der 3D-Beschleuniger deutlich besser sein können, der große Kühler hat locker das Potenzial dazu. Optik, Haptik und RGB-Beleuchtung sind dagegen absolut stimmig bei der Strix, diesbezüglich macht keiner im Vergleich der Grafikkarte etwas vor.

Die Asus Radeon RX 6700 XT Strix OC im Test
Die Asus Radeon RX 6700 XT Strix OC im Test
Die MSI Radeon RX 6700 XT Gaming X im Test
Die MSI Radeon RX 6700 XT Gaming X im Test
Die XFX Radeon RX 6700 XT Merc 319 im Test
Die XFX Radeon RX 6700 XT Merc 319 im Test

Abgeschlagen auf dem letzten Platz und als einzige Grafikkarte überhaupt nicht empfehlenswert ist die MSI Radeon RX 6700 XT Gaming X. Der erstmals eingesetzte kleinere Gaming-X-Lüfter ist offenbar etwas überfordert, denn das Modell ist laut und wird dennoch warm beim Spielen – selbst das Referenzdesign wird nicht viel wärmer, bleibt dafür aber deutlich leiser. Da es kein zweites BIOS gibt, führt zudem ohne manuellen Eingriff kein Weg aus der Misere und ohnehin scheint das Potenzial dazu nicht allzu groß zu sein. Da die Grafikkarte zudem weder optisch noch haptisch oder bei der Beleuchtung Pluspunkte machen kann, spricht in dieser Klasse am Ende absolut nichts für die Radeon RX 6700 XT Gaming X.

Welcher ist dein Favorit im Vergleich?

ComputerBase hat die Custom-Designs der Radeon RX 6700 XT von den jeweiligen Herstellern Asus, MSI, PowerColor, Sapphire, XFX bzw. AMD leihweise zum Testen erhalten. Die Grafikkarten wurden unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt mit Start der Radeon RX 6700 XT. Eine Einflussnahme der Hersteller auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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