Oppo Find X3 Pro im Test: Das Smartphone mit integriertem Mikroskop

Nicolas La Rocco
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Oppo Find X3 Pro im Test: Das Smartphone mit integriertem Mikroskop

Oppo stellt mit dem Find X3 Pro ein elegantes High-End-Smartphone ohne größeren Kamerabuckel auf die Beine und setzt dabei auf identische Sensoren und ein Mikroskop. Das Tele wurde dafür reduziert, außerdem bedarf es noch etwas Optimierung. Die Ausstattung wird dem erneut sehr hohen Preis etwas gerechter als im Vorjahr.

Innerhalb von BBK Electronics beansprucht die Marke Oppo das Premiumsegment für sich, wie zum Beispiel letztes Jahr der offizielle Markteintritt in Deutschland mit dem Find X2 Pro (Test) zur unverbindlichen Preisempfehlung von 1.199 Euro verdeutlichte. Für einen Smartphone-Hersteller, der vollständig neu auf einem Markt präsent ist, war das eine äußerst selbstbewusste Preisvorstellung. Jetzt folgt das neue Find X3 Pro.

Preis und Verfügbarkeit

Für das Find X3 Pro ruft Oppo mit 1.149 Euro einen ähnlichen Preis auf, verabschiedet sich aber von den unterschiedlichen Varianten aus Keramik oder Leder und bietet – zumindest bisher – auch die Lamborghini Edition für exorbitante 2.000 Euro nicht mehr an. Im Preisvergleich wird das Find X3 Pro derzeit zur unverbindlichen Preisempfehlung gelistet, während der Vorgänger auf rund 800 Euro gefallen ist. Der Verkauf des Find X3 Pro sollte am 1. April starten, erste Händler wie Amazon haben das Smartphone aber bereits auf Lager* und können sofort liefern.

Technische Daten im Überblick

Oppo Find X3 Pro
Oppo Find X2 Pro
Software:
(bei Erscheinen)
Android 11.0 Android 10.0
Display: 6,70 Zoll, 1.440 × 3.216
526 ppi, 120 Hz
AMOLED, HDR, Gorilla Glass 5
6,70 Zoll, 1.440 × 3.168
519 ppi, 120 Hz
OLED, HDR
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: Qualcomm Snapdragon 888
1 × Kryo 680 Gold, 2,84 GHz
3 × Kryo 680 Gold, 2,42 GHz
4 × Kryo 680 Silver, 1,80 GHz
5 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 865
1 × Kryo 585 Gold, 2,84 GHz
3 × Kryo 585 Gold, 2,42 GHz
4 × Kryo 585 Silver, 1,80 GHz
7 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 660
840 MHz
Adreno 650
587 MHz
RAM: 12.288 MB
LPDDR5
Speicher: 256 GB 512 GB
1. Kamera: 50,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF, OIS
48,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
2. Kamera: 50,0 MP, f/2,2, AF 13,0 MP, f/3,0, AF, OIS
3. Kamera: 13,0 MP, f/2,4, AF 48,0 MP, f/2,2, AF
4. Kamera: 3,0 MP, f/3,0 Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 32,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,4
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
↓1.200 ↑150 Mbit/s
Advanced Pro
5G: NSA/SA
↓4,00 ↑0,54 Gbit/s
NSA/SA
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 5.2 5.1
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM Nano-SIM
Akku: 4.500 mAh, 65,0 W
fest verbaut, kabelloses Laden
4.260 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 74,0 × 163,6 × 8,26 mm
74,4 × 165,2 × 8,80 mm
Variante
74,4 × 165,2 × 10,00 mm
Variante
74,4 × 165,2 × 9,50 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 193 g 207 / 199 / 200 g
Preis: ab 791 € ab 582 € / 1.999 € / ab 1.388 €

Elegantes Design wie Flüssigmetall

Wo Oppo beim Find X2 Pro noch Rückseiten aus Keramik und Kunststoff veganem Leder zur Auswahl stellte, schlägt das Find X3 Pro einen deutlich zurückhaltenderen Weg ein und unterscheidet nur zwischen mattem Blau und glänzendem Schwarz (Testgerät), wobei letztere Farbe auch als Spiegel fungieren kann und teils wie gräuliches Flüssigmetall à la T-1000 wirkt. Frisch geputzt sieht die Rückseite fantastisch aus, bis das Smartphone das erste Mal in die Hand genommen wurde und ab diesem Moment unfreiwillig von Fingerabdrücken en masse bedeckt ist. Eine durchaus brauchbare Hülle in mattem Grau liegt dem Find X3 Pro bei und sorgt für Abhilfe bei den Fingerabdrücken, verbessert aber auch die Griffigkeit.

Selten unauffällige Kamera

Das Highlight beim Design ist eindeutig, wie das Kameramodul integriert wurde, das die stetig klobiger werdenden Kamerasysteme der Konkurrenz in den Schatten stellt. Wo Samsung beim Galaxy S21 Ultra (Test) die Kamera in den Rahmen fließen lässt, um dem Ganzen etwas Wucht zu nehmen, lässt Oppo die Rückseite in einem Guss hoch zu den Linsen verlaufen, sodass das gesamte Modul nahtlos in die restliche Rückseite übergeht. Dass Oppo diese Umsetzung mit Glas gelungen ist, ist bemerkenswert und sieht selten elegant aus. Dass das Kamerasystem nicht so dick wie bei der Konkurrenz aufträgt, liegt aber auch am diesjährigen Verzicht auf einen Periskop-Zoom, den das Find X2 Pro noch hatte. Dazu aber später mehr im Abschnitt zur Kamera.

Nach wie vor schützt die teure Hardware eine IP68-Zertifizierung gegen Staub und Wasser. Außerdem ist diesmal kabelloses Laden an Bord, dessen Fehlen letztes Jahr gemessen am Preis ein berechtigter Kritikpunkt war. Dennoch fällt das Gewicht mit unter 200 g ein kleines Stück geringer als im Vorjahr aus. Die Abmessungen liegen bei 74 × 163,6 × 8,26 mm (B × H × T). Verarbeitung und Materialwahl des Find X3 Pro fallen durch die Bank sehr gut aus, selbst kleine Details wie die Tasten wurden perfekt umgesetzt und weisen einen markanten Druckpunkt mit hör- und fühlbarem Klick auf. So stellt man sich das in der Klasse über 1.000 Euro vor und so muss es umgesetzt sein.

6,7 Zoll großes OLED-Display

Beim Blick auf das Display fallen die leicht veränderten Abmessungen gegenüber dem Vorjahr auf, obwohl erneut 6,7 Zoll als Diagonale im Datenblatt stehen. Die Auflösung hat sich mit 3.216 × 1.440 Pixeln aber leicht geändert, sodass das Seitenverhältnis jetzt bei 20,1:9 statt 19,8:9 liegt. Einfluss auf die Bedienung des Betriebssystems hat diese Änderung jedoch nicht, weil sie dafür einfach zu geringfügig ist. Die Zugehörigkeit zum BBK-Konzern und damit potenzielle Überlappungen zu anderen Marken zeigen sich anhand der leichten Krümmung des Displays und des sehr tief integrierten Fingerabdrucksensors – beides Merkmale des OnePlus 9 Pro (Test), dessen Hersteller ebenfalls eine BBK-Marke ist. Die gekrümmten Ränder führten im Test nicht zu Fehleingaben, der sehr tiefe Fingerabdrucksensor erzwang aber immer wieder eine gewisse Daumengymnastik.

120 Hz auch bei voller Auflösung

Das AMOLED-Panel stammt von Samsung und lässt sich bei voller Auflösung mit bis zu 120 Hz betreiben. Das ist auch die Werkseinstellung, wobei in puncto Auflösung standardmäßig eine automatische Skalierung entsprechend dem dargestellten Inhalt erfolgt. Den Android-Homescreen zeigt das Smartphone zum Beispiel in voller Auflösung mit scharfem Schriftbild, ein Full-HD-Video wird aber nur mit entsprechender Pixelanzahl dargestellt. Anwender können die Auflösung jedoch auch auf FHD+ oder WQHD+ setzen. Neben den dynamischen bis zu 120 Hz stehen statische 60 Hz zur Auswahl.

In puncto Helligkeit hält der Bildschirm interessanterweise nicht ganz mit dem Pendant von OnePlus mit, obwohl es sich um das gleiche Panel handeln dürfte. Oppo erzielt mit 745 cd/m² einen soliden Wert für eine vollständig weiße Anzeige, die OLED-Panels am stärksten herausfordert. Die beworbenen Spitzenhelligkeiten sind erst mit reduziertem APL („Average Picture Level“) möglich, wie das Find X3 Pro mit einmal 850 cd/m² bei 20 Prozent APL und einmal 880 cd/m² bei 10 Prozent APL verdeutlicht. Das OnePlus 9 Pro schafft im Automatikmodus aber knapp 1.200 cd/m², ähnliche Werte liefert Samsung bei den aktuellen Flaggschiffen. Alle Messwerte sind eine klare Verbesserung gegenüber dem Find X2 Pro.

Diagramme
Display-Helligkeit max.
  • Automatikmodus 100% APL:
    • Samsung Galaxy S21 Ultra
      973
      Weißpunkt: ca. 6.700
    • Samsung Galaxy Note 20 Ultra
      969
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Oppo Find X3 Pro (Auto, 10% APL)
      882
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Apple iPhone 12 Pro Max
      854
      Weißpunkt: ca. 6.300
    • Oppo Find X3 Pro (Auto, 20% APL)
      848
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Apple iPhone 12 Pro
      842
      Weißpunkt: ca. 6.300
    • Apple iPhone 11 Pro Max
      797
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • OnePlus 9 Pro
      787
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Xiaomi Mi 11
      783
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • OnePlus 9
      776
      Weißpunkt: ca. 6.700
    • OnePlus 8 Pro
      773
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Samsung Galaxy S20
      763
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Samsung Galaxy S20 Ultra
      762
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • OnePlus 8T
      753
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Samsung Galaxy S20+
      752
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Oppo Find X3 Pro (Auto, 100% APL)
      745
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Unihertz Titan
      718
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Google Pixel 4a
      701
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • LG Wing
      688
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Google Pixel 5
      687
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • Apple iPhone Xr
      686
      Weißpunkt: ca. 7.000
    • Cat S61
      672
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • OnePlus 7T
      672
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Samsung Galaxy Z Fold 2
      672
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Gigaset GX290
      671
      Weißpunkt: ca. 9.800
    • Apple iPhone 11
      661
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Google Pixel 4a 5G
      655
      Weißpunkt: ca. 6.600
    • Apple iPhone 12
      653
      Weißpunkt: ca. 6300
    • Apple iPhone Xs Max
      644
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Apple iPhone 12 mini
      643
      Weißpunkt: ca. 6.300
    • Samsung Galaxy Note 9
      637
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Motorola Moto G8 Plus
      634
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • OnePlus Nord
      629
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Samsung Galaxy S9+
      624
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Samsung Galaxy S9
      622
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Huawei Mate 20 Pro
      616
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • Samsung Galaxy Note 10+
      616
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • OnePlus 6
      607
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Motorola Moto G6
      589
      Weißpunkt: ca. 8.800
    • OnePlus 7 Pro
      585
      Weißpunkt: ca. 7.300
    • LG Velvet
      575
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Sony Xperia XZ3
      569
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Samsung Galaxy S10e
      562
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Cat S52
      553
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • LG G7 ThinQ
      546
      Weißpunkt: ca. 9.300
    • Cat S62 Pro
      543
      Weißpunkt: ca. 8.650
    • Sony Xperia 1 II
      539
      Weißpunkt: ca. 8.400
    • Sony Xperia 5 II
      536
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • Huawei P30 Pro
      531
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Huawei P20 Pro
      527
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Asus ZenFone 6
      525
      Weißpunkt: ca. 7.400
    • Samsung Galaxy S10+
      524
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Oppo Reno2
      521
      Weißpunkt: ca. 8.000
    • Samsung Galaxy S10
      519
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Motorola Moto G7 Plus
      518
      Weißpunkt: ca. 8.200
    • Huawei P40 Pro
      516
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • Samsung Galaxy A50
      515
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Motorola One Vision
      510
      Weißpunkt: ca. 8.000
    • Cat S42
      510
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Oppo A91
      508
      Weißpunkt: ca. 7.600
    • Sony Xperia XZ2 Compact
      506
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Motorola Moto G7 Power
      506
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Oppo Find X2 Pro
      482
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Nokia 7 Plus
      473
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Motorola Moto G7
      473
      Weißpunkt: ca. 7.900
    • Xiaomi Mi Mix 2S
      472
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Motorola One
      470
      Weißpunkt: ca. 7.700
    • Samsung Galaxy A6
      463
      Weißpunkt: ca. 8.100
    • LG G8s
      455
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Nokia 6.1
      452
      Weißpunkt: ca. 9.500
    • Motorola Moto Z3 Play
      444
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • OnePlus 6T
      431
      Weißpunkt: ca. 8.100
    • Google Pixel 4 XL
      428
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • BlackBerry Key2
      420
      Weißpunkt: ca. 7.800
    • Google Pixel 3a
      406
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Google Pixel 3 XL
      400
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • HTC U12+
      399
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • Sony Xperia 1
      381
      Weißpunkt: ca. 7.600

Bildschirm an das Farbsehvermögen anpassen

Oppo bietet zahlreiche Optionen, um die ab Werk gute Darstellung nach eigenen Wünschen anzupassen. Zum Beispiel lässt sich nach Zeitplan der Weißpunkt absenken, außerdem kann mit dem „Naturfarbendisplay“ eine stetige Anpassung der Farbtemperatur an das Umgebungslicht erfolgen. Der von Haus aus eingestellte DCI-P3-Farbraum kann zu sRGB oder mit „Brillant“ zu einer stärker gesättigten Variante gewechselt werden. Interessant ist die „Farbsehverbesserung“, mit deren Hilfe sich der Bildschirm an das eigene Farbsehvermögen anpassen lässt. Auf Wunsch stehen zudem Features wie eine Upscaling- und eine Auto-HDR-Engine für SDR-Material zur Verfügung, beides ist ab Werk aber deaktiviert. Auch das Always-on-Display lässt Oppo zur Auslieferung ausgeschaltet, wahrscheinlich wegen des Energieverbrauchs.

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