Radeon Pro W6000X: Der Mac Pro erhält AMD RDNA 2 mit bis zu vier GPUs

Nicolas La Rocco
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Radeon Pro W6000X: Der Mac Pro erhält AMD RDNA 2 mit bis zu vier GPUs
Bild: Apple

Apple wertet den Mac Pro mit neuen Workstation-Grafikkarten von AMD im High-End-Segment auf. Die bisherige Radeon Pro Vega II und Radeon Pro Vega II Duo auf Basis von GCN 5 wird durch die Radeon Pro W6800X, Radeon Pro W6900X und Radeon Pro W6800X Duo mit RDNA 2 abgelöst. Maximal vier GPUs liefern 60,4 TFLOPS (FP32).

Der seit Ende 2019 angebotene Mac Pro im neuen Tower-Format kann ab sofort mit neuen Grafikkarten von AMD aus der Generation RDNA 2 aus 7-nm-Fertigung bestellt werden. Apple zieht damit einen Schlussstrich unter die nicht mehr taufrischen GCN-5-Grafikkarten Radeon Pro Vega II und Radeon Pro Vega II Duo. Mit der Radeon Pro 580X als Basismodell bleibt noch eine ältere GCN-4-Grafikkarte mit Polaris-GPU im Sortiment. Außerdem bleiben Radeon Pro W5500X und Radeon Pro W5700X mit RDNA erhältlich.

Radeon Pro W6800X mit 60 CUs für 3.220 Euro

Den Einstieg in die GPU-Oberklasse des Mac Pro bildet fortan die neue Radeon Pro W6800X als sogenanntes MPX Module (Mac Pro Expansion Module) für 3.220 Euro. Die Grafikkarte bietet 60 Compute Units, 3.840 Stream Processors, 32 GB GDDR6 an einem 256-Bit-Interface, 128 MB Infinity Cache und 16 TFLOPS FP32-Leistung bei einer TGP von 300 Watt.

Radeon Pro W6800X Duo mit zwei RDNA-2-GPUs

Darüber rangiert die Radeon Pro W6800X Duo mit zwei GPUs auf einem Board, die mittels Infinity Fabric Link mit 84 GB/s pro Richtung und damit fünfmal schneller als über PCI Express miteinander verbunden sind. Auf dem MPX Module für 5.750 Euro vereint AMD insgesamt 120 Compute Units, 7.680 Stream Processors, 64 GB GDDR6 (je 32 GB an 256 Bit) und 256 MB Infinity Cache und sorgt damit für 30,2 TFLOPS FP32-Leistung bei einer TGP von 400 Watt.

Radeon Pro W6900X kommt auf 80 CUs

Topmodell ist die Radeon Pro W6900X für 6.900 Euro. Das stärkste Single-GPU-Modell bietet 80 Compute Units, 5.120 Stream Processors, 32 GB GDDR6 (256 Bit), 128 MB Infinity Cache und eine FP32-Leistung von 22,2 TFLOPS bei einer TGP von 300 Watt.

Maximale Leistung mit vier GPUs

Bis zu zwei MPX Modules können im Mac Pro verbaut werden, sodass für die maximale Leistung ein Zusammenschluss von zwei Radeon Pro W6800X Duo für 11.500 Euro benötigt werden. Dieser Zusammenschluss aus vier GPUs liefert 60,4 TFLOPS FP32-Leistung. Zum Vergleich: Eine Radeon Pro Vega II kam zuvor auf 14,2 TFLOPS, eine Radeon Pro Vega II Duo auf 28,4 TFLOPS und zwei Radeon Pro Vega II Duo entsprechend auf 56,8 TFLOPS – nicht viel weniger als jetzt mit RDNA 2.

Thunderbolt 3 und HDMI 2.0 als Ausgänge

Apple hat parallel zur Ankündigung der neuen Grafikkarten ein aktualisiertes Mac Pro Technology Overview für August 2021 (PDF) veröffentlicht, in dem unter anderem die neuen MPX Modules noch einmal im Detail erläutert und in mehreren Grafiken auch die Belegungen der PCIe Lanes sowie Thunderbolt-3- und HDMI-Ausgänge erklärt werden.

Thunderbolt wird getrennt über PCIe x4 abgewickelt

Für die Radeon Pro W6800X und Radeon Pro W6900X gilt, dass deren GPUs über PCIe 3.0 x16 angebunden sind, zwei DisplayPorts zum Main Logic Board (MLB) führen, einen Infinity Fabric Link für ein zweites MPX Module bieten, je zwei über getrennt via PCIe 3.0 x4 angebundene Titan-Ridge-Controller für viermal Thunderbolt 3 und einen HDMI-Controller für HDMI 2.0 besitzen. Die Radeon Pro W6800X Duo verbindet die beiden GPUs des Boards via Infinity Fabric Link und stellt diesen außerdem für ein zweites MPX Module bereit. Über einen PCIe Switch mit zweimal PCIe 3.0 x16 sind beide GPUs an den PCIe-3.0-x16-Slot des MLB angebunden. Die Radeon Pro W6800X Duo führt ebenso zwei DisplayPorts zum MLB und bietet ebenfalls zwei separat über PCIe 3.0 x4 angebundene Titan-Ridge-Controller für viermal Thunderbolt 3 zusätzlich zu HDMI 2.0.

Für den Neukauf und als Kit

Apple verkauft die neuen MPX Modules sowohl für neue Konfigurationen des Mac Pro als auch für bestehende Systeme als Standalone-Kit, um diese nachträglich mit mehr Grafikleistung auszustatten. Die zuvor genannten Preise beziehen sich auf die Standalone-Kits, beim Neukauf des Systems fallen die Preise mit 2.760 Euro (Radeon Pro W6800X), 5.290 Euro (Radeon Pro W6800X Duo) und 6.440 Euro (Radeon Pro W6900X) etwas niedriger aus. Die MPX Modules der Radeon Pro Vega II und Radeon Pro Vega II Duo hat Apple für neue Konfigurationen aus dem Sortiment genommen, bietet sie aber noch als Standalone-Kit zum Aufrüsten oder als Ersatzteil an.

Neue Intel-CPUs sollen folgen

Heute noch nicht erfolgt ist ein Upgrade im Bereich CPU. Dem Mac Pro wird ein anstehender Wechsel von Intel Cascade Lake zu Ice Lake-W nachgesagt. Die Anzahl physischer Kerne respektive verfügbarer Threads würde damit von 28/56 auf 38/72 steigen. Außerdem würde die Plattform an sich eine höhere IPC mitbringen und das DDR4-RAM-Limit von 1,5 TB auf 4 TB anheben. Laut Apple-Insider Mark Gurman soll das CPU-Upgrade später im Jahr erfolgen. Den Umstieg auf Apple Silicon wird das Unternehmen vermutlich als letzten Schritt beim Mac Pro vollziehen. Apple hatte schon zur Ankündigung der eigenen Prozessoren gesagt, dass bis zum Abschluss der Umstellung bis Ende 2022 auch weiterhin neue Intel-Macs kommen werden.

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