ThinkStation P360 Ultra: Lenovo quetscht Workstation-Hardware in 4-Liter-Gehäuse

Nicolas La Rocco
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ThinkStation P360 Ultra: Lenovo quetscht Workstation-Hardware in 4-Liter-Gehäuse
Bild: Lenovo

Lenovo hat mit der ThinkStation P360 Ultra eine besonders kompakte Workstation vorgestellt, deren 4-Liter-Gehäuse die Hälfte des Volumens von Lenovos Small Form Factor (SFF) aufweist. Das System startet bei 1.299 Euro und lässt sich mit bis zu Intel Core i9, 128 GB RAM, 9 TB SSD- und HDD-Speicher sowie RTX A5000 bestücken.

Die ThinkStation P360 Ultra soll Ende August dieses Jahres auf den Markt kommen und stellt die Premiere für einen neuen Formfaktor im Workstation-Segment von Lenovo dar. Der Tower, der etwas tiefer als hoch ist, misst 87 × 223 × 202 mm (B × T × H) und startet bei 1,8 kg. Daraus ergibt sich ein Volumen von 3,92 Litern. Zum Vergleich: Die neueste „Apple-Workstation“, der Mac Studio, kommt bei 19,7 × 19,7 × 9,5 cm auf 3,69 Liter.

ECC dank W680-Chipsatz

Mit der neuen Workstation will Lenovo dennoch die vorherige Generation aus dem SFF-Segment um mehr als 50 Prozent in puncto Leistung schlagen. Verantwortlich ist dafür eine Kombination aus Core i3, i5, i7 oder i9 der 12. Generation von Intel, die über den W680-Chipsatz auch mit ECC-RAM kombiniert werden kann. Vier SO-DIMM-Slots nehmen DDR5-4000-Riegel mit jeweils 8 GB, 16 GB oder 32 GB in der Non-ECC- oder mit jeweils 16 GB oder 32 GB in der ECC-Konfiguration auf, sodass das Maximum bei 128 GB liegt. ECC wird nicht nur von den Xeon-, sondern auch Core-Prozessoren unterstützt, sofern diese mit dem Workstation-Chipsatz kombiniert werden. Die ECC-Konfigurationen sollen laut Lenovo aber erst im Herbst verfügbar sein.

9 TB SSD- und HDD-Speicher

Im Bereich Storage vertraut Lenovo auf eine Kombination von SSD- und HDD-Speicher, um das ab Werk konfigurierbare Maximum von 9 TB zu erreichen. Dafür kommen zwei M.2-SSDs mit jeweils 4 TB und eine 2,5"-HDD mit 1 TB zum Einsatz. Wahlweise lassen sich die SSDs mit einem RAID0 oder RAID1 konfigurieren. Externe Speichermedien lassen sich über zahlreiche USB-Ports oder schnelles Ethernet realisieren.

Kleines Gehäuse mit vielen Anschlüssen

Das kompakte Gehäuse stellt auf der Vorderseite einmal USB-A 3.2 Gen 2, zweimal Thunderbolt 4 (USB-C) und Audio sowie auf der Rückseite viermal USB-A 3.2 Gen 2, dreimal DisplayPort, einmal 2,5-Gbit/s-Ethernet und einmal 1-Gbit/s-Ethernet zur Verfügung. Vier Mini DisplayPorts kommen über die Nvidia RTX A2000 mit 12 GB Speicher hinzu, außerdem lässt sich die ThinkStation P360 Ultra mit bis zu einer Nvidia RTX A5000 Mobile mit 16 GB Speicher bestücken. Das Mainboard bietet Slots für jeweils einmal PCIe 4.0 x16 und PCIe 3.0 x4, die je nach gewählter Ausstattung bereits ab Werk belegt sind oder frei bleiben für alternative Steckkarten. Je nach verbauter Hardware kommen externe Netzteile mit 170, 230 oder 300 Watt und 89 Prozent Effizienz zum Einsatz.

Lenovo ThinkStation P360 Ultra

Bei den Modulen der kabellosen Konnektivität wird zwischen vPro- und Non-vPro-Prozessoren unterschieden. Letztere sind mit dem Intel AX201 für Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.0, erstere mit dem Intel AX211 für Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 bestückt.

ThinkStation P360 Tiny ist noch kleiner

Die ThinkStation P360 Ultra fällt zwar deutlich kleiner als SFF aus, die kleinste Workstation von Lenovo bleibt aber die ThinkStation P360 Tiny, die lediglich 17,9 × 3,7 × 18,2 cm (1,2 l) bei ab 1,4 kg misst. Hinsichtlich der Hardware lässt sich die größere ThinkStation P360 Ultra allerdings mit leistungsfähigeren Komponenten konfigurieren.

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