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MediaTek Dimensity 9200: Arm Immortalis und Adreno 740 sollen Apple-GPU schlagen

Nicolas La Rocco
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MediaTek Dimensity 9200: Arm Immortalis und Adreno 740 sollen Apple-GPU schlagen
Bild: Arm

Kommenden Monat sollen sowohl MediaTek als auch Qualcomm die nächste Generation Flaggschiff-SoC für den Einsatz in Smartphones vorstellen. Der Dimensity 9200 wird mit der neuen Arm-GPU Immortalis-G715 samt Raytracing erwartet, die schneller als Apples GPU im A16 Bionic sei. Der Snapdragon 8 Gen 2 soll ebenso schneller arbeiten.

Hinweise auf die spekulierte GPU-Leistung des MediaTek Dimensity 9200 liefert der Leaker Ice Universe auf Twitter, der zwei Screenshots aus dem GFXBench präsentiert, die einen Ersteindruck zur Leistung der Immortalis-G715 liefern sollen.

Immortalis-G715 kommt mit Ray Tracing Unit

Die Immortalis-G715 hatte Arm zum Tech Day im Juni vorgestellt und damit erstmals eine für Hardware-Raytracing ausgelegte Mobile-GPU ins Portfolio aufgenommen, nachdem die CXT-GPU von Imagination Technologies und die Xclipse-920-GPU auf Basis von AMD RDNA 2 dieses Feature ebenfalls in Hardware unterstützen. Immortalis-G715 sowie die kleineren und parallel vorgestellten Ausbaustufen Mali-G715 und Mali-G615 nutzen allesamt die vierte Generation der Valhall-Architektur, nur in der Immortalis steckt allerdings in jedem Inner-Core eines Shader-Cores eine dedizierte Ray Tracing Unit (RTU). Alle Details sind dem zugehörigen Artikel von Ende Juni zu entnehmen.

Immortalis-G715
Immortalis-G715 (Bild: Arm)

Benchmark nutzt Raytracing nicht

Für den MediaTek Dimensity ist offenbar eine Ausbaustufe namens „MC11“ der Immortalis-G715 vorgesehen, sofern den Screenshots aus dem Benchmark vertraut werden kann. Damit würde sich MediaTek im unteren Bereich der 10 bis 16 unterstützen Shader-Cores bewegen. Die Bilder zeigen jeweils einen Durchlauf im GFXBench Manhattan 3.0 und 3.1 in der Offscreen-Auflösung 1080p. Von der RTU der neuen GPU macht allerdings keiner der beiden Benchmarks Gebrauch, da Raytracing ausschließlich unter Verwendung von Vulkan von Arm unterstützt wird und die beiden mittlerweile ziemlich alten Benchmarks noch auf die APIs OpenGL ES 3.0 und 3.1 setzen.

18 Prozent Vorsprung auf Apple

ComputerBase hat die angeblichen Resultate in die hauseigenen Diagramme für einen Vergleich mit zahlreichen bekannten SoCs aufgenommen. Sollten sich die Angaben als zutreffend herausstellen, würde die Immortalis-G715 MC11 im Dimensity 9200 zumindest in diesen beiden Benchmarks rund 18 Prozent schneller als die GPU des Apple A16 Bionic arbeiten. Noch keine Aussage zur Leistung lässt sich zur Nutzung moderner APIs wie Vulkan gegen Metal sowie für Messungen in höheren Auflösungen als 1080p treffen, wie sie etwa für den GFXBench Aztec Ruins oder im 3DMark zum Einsatz kommen.

GFXBench Offscreen
GFXBench Offscreen – Manhattan 1080p (Metal/OpenGL ES 3.1)
    • Dimensity 9200 (Immortalis-G715 MC11)
      228,0
    • A16 Bionic (iPhone 14 Pro Max)
      193,5
    • Snapdragon 8+ Gen 1 (Galaxy Z Fold 4)
      184,0
    • A15 Bionic (iPhone 13 Pro Max)
      183,2
    • Snapdragon 8+ Gen 1 (ROG Phone 6)
      183,0
    • Snapdragon 8+ Gen 1 (Zenfone 9)
      183,0
    • A15 Bionic (iPhone 14)
      179,7
    • Snapdragon 8 Gen 1 (OnePlus 10 Pro)
      171,0
    • Dimensity 9000+ (ROG Phone 6D)
      167,0
    • A14 Bionic (iPhone 12 Pro Max)
      143,0
    • Tensor G2 (Pixel 7 Pro)
      125,0
    • Tensor G1 (Pixel 6 Pro)
      124,0
    • A13 Bionic (iPhone 11 Pro Max)
      121,8
    • Exynos 2200 (Galaxy S22 Ultra)
      120,0
    • Tensor G1 (Pixel 6)
      116,0
    • Tensor G1 (Pixel 6a)
      114,0
    • Dimensity 8100 (Realme GT Neo 3)
      112,0
    • Exynos 990 (Galaxy Note 20 Ultra)
      86,0
    • Snapdragon 778G+ (Nothing Phone 1)
      63,0
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Adreno 740 soll Immortalis ebenbürtig sein

Qualcomm wird zum Snapdragon Tech Summit vom 15. bis 17. November aller Voraussicht nach den Snapdragon 8 Gen 2 mit Adreno-740-GPU als Nachfolger der aktuellen Adreno 730 im Snapdragon 8+ Gen 1 vorstellen. Der SoC-Entwickler vertraut mit kleinen Anpassungen zwar bei der CPU auf die IP von Arm, entwickelt jedoch seit vielen Jahren eigene Grafikeinheiten. Adreno ist hierbei ein Anagramm von Radeon und hat ihren Ursprung in den Imageon-Chipsätzen für das Mobilsegment, das 2009 von ATI (später AMD) an Qualcomm veräußert wurde.

Für die Adreno 740 kann Ice Universe zwar noch keine Leistungsdaten vorlegen, angeblich soll die Leistung aber gleichwertig zum Dimensity 9200 ausfallen. Demnach würden im kommenden Jahr, wenn erste Geräte mit den neuen Chips verfügbar sind, beide SoC-Entwickler den A16 Bionic zumindest temporär in diesen spezifischen Disziplinen schlagen – bis Apple im Herbst wieder nachlegt.

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