AMD Ryzen 9 7950X3D im Test: Leistung in Anwendungen, Einrichtung und Fazit

 3/3
Update 2 Wolfgang Andermahr (+1)
2.472 Kommentare

Leistung und Effizienz in Anwendungen

AMD behauptet, der Ryzen 9 7950X3D sei auch in Anwendungen effizienter als das bisherige Flaggschiff und natürlich alle Konkurrenten von Intel in dem Bereich. Um das zu unterstreichen, wird die Leistungsaufnahme in einem Test im Verhältnis zur gebotenen Leistung angegeben.

AMD verspricht einen effizienten Prozessor
AMD verspricht einen effizienten Prozessor (Bild: AMD)

Effizienz ist auch eine Frage der Einstellung

Dabei gilt es allerdings zu bedenken: Sowohl Intels große Core-CPUs als auch AMDs große Ryzen 7000 der X-Klasse kommen ab Werk mit einer absurd hohen Verlustleistung (TDP respektive PPT), die zwar noch höhere Taktraten möglich macht, aber letztendlich jedweden Effizienzanspruch über Bord wirft. Im Ergebnis hat sich der Ryzen 9 7950X im Test der Redaktion unter Volllast sogar als ineffizienter als der Vorgänger erwiesen. Dabei können sowohl Ryzen 7000 als auch Intels 13. Generation deutlich effizienter agieren als die Vorgänger, wenn sie im Verbrauch eingebremst werden. Das haben der Test zu Ryzen 7000 und der Test zur 13. Generation Intel Core eindrucksvoll gezeigt.

Die beiden neuen Ryzen 9 setzen jetzt bereits ab Werk auf eine niedrigere TDP von 120 Watt (PPT: 162 Watt), während der Ryzen 9 7950X mit 170 Watt TDP (230 Watt PPT) und Intels Core i9-13900K mit 253 Watt TDP zum Kunden kommen. Ryzen 9 7950X3D und Ryzen 9 7900X3D agieren schon ohne Eingriff des Nutzers also in einem ganz anderen Effizienzsegment.

Darüber hinaus hat der konkret im Test genutzte AMD Ryzen 9 7950X3D den Vorteil, dass er ein halbes Jahr jünger ist – gefertigt in der letzten Kalenderwoche des Jahres 2022 statt Ende Juni 2022. Ein halbes Jahr sorgt in einer Produktion einer neuen CPU im Durchschnitt in der Regel noch immer für etwas bessere Chips. Alles hat sich etwas weiter eingespielt, letzte kleinste Optimierungen in der laufenden Produktion greifen – die Chips werden also etwas besser. Dies kann unter anderem bedeuten, dass beim abschließenden Binning mehr Chips für die besten Lösungen geeignet sind und sogar diese noch etwas besser sind als zuvor.

Für X3D nutzt AMD die besten Chips, die mit einer möglichst geringen Spannung den anvisierten hohen Takt bereitstellen können. Denn das alles muss von nun an schließlich auch bei 120 Watt möglich werden. AMD erklärte bereits im August in den USA, dass X3D genau deshalb später als die reguläre CPU kommt. Dennoch lässt sich nicht pauschal sagen, dieser eine X3D sei besser als ein reguläres Modell. Hier gibt es genauso Montagsmodelle, wie von den regulären CPUs echte Sahnestücke vorhanden sind.

Dies lässt sich unter anderem in Tests untermauern, in denen die TDP der regulären Modelle eingeschränkt wird – genau auf den Rahmen, in dem der neue X3D arbeitet. Pauschal von einer Verbesserung in Sachen Effizienz kann kaum mehr die Rede sein.

Leistungsrating
Multi-Core – Leistungsrating
    • Ryzen 9 7950X (230 W)
      DDR5-5200CL32
      98
    • Ryzen 9 7950X (230 W new)
      DDR5-5200CL32, new BIOS on GBT
      96
    • Ryzen 9 7950X (142 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      93
    • Ryzen 9 7950X (142 W, Eco new)
      DDR5-5200CL32, new BIOS on GBT
      92
    • Ryzen 9 7950X3D (142 W)
      DDR5-5200CL32
      91
    • Ryzen 9 7950X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      91
    • Ryzen 9 7950X3D (88 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      82
    • Ryzen 9 7950X (88 W)
      DDR5-5200CL32
      80
    • Ryzen 9 7950X (88 W, Eco new)
      DDR5-5200CL32, new BIOS on GBT
      79
    • Ryzen 9 7900X (230 W)
      DDR5-5200CL32
      77
    • Ryzen 9 7900X (142 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      75
    • Ryzen 9 7950X3D (65 W)
      DDR5-5200CL32
      69
    • Ryzen 9 7900X (88 W)
      DDR5-5200CL32
      68
    • Ryzen 9 7950X (65 W)
      DDR5-5200CL32
      67
    • Ryzen 9 7950X3D (45 W)
      DDR5-5200CL32
      45
    • Ryzen 9 7950X (45 W)
      DDR5-5200CL32
      44
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Auf dem gleichen Mainboard gewinnt der Neuling bei gleicher TDP in Anwendungen nur noch bei zusätzlich gesenkter TDP – und das denkbar knapp. Interessant ist dabei der Umstand, dass selbst die 162 Watt PPT für den X3D eigentlich sogar schon einen Tick zu viel sind: Bei 142 Watt ist die CPU genauso schnell, weil sie die zusätzlichen 20 Watt nicht mehr in noch höhere Taktraten umsetzen kann.

Diagramme
Multi-Core – Leistungsrating
    • Ryzen 9 7950X (230 W)
      DDR5-5200CL32
      71
    • Core i9-13900K (offen)
      DDR5-5600CL38
      70
    • Core i9-13900KS (offen)
      DDR5-5600CL38
      70
    • Core i9-13900K (253 W)
      DDR5-5600CL38
      69
    • Core i9-13900KS (253 W)
      DDR5-5600CL38
      69
    • Ryzen 9 7950X (142 W, Eco)
      DDR5-5200CL32
      68
    • Ryzen 9 7950X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      66
    • Ryzen 9 7900X (230 W)
      DDR5-5200CL32
      56
    • Core i7-13700K (253 W)
      DDR5-5600CL38
      54
    • Ryzen 9 5950X
      DDR4-3200CL14
      52
    • Ryzen 9 7900 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      49
    • Core i9-12900KS (241 W)
      DDR5-4400CL26
      49
    • Core i9-12900K (241 W)
      DDR5-4400CL26
      47
    • Core i5-13600K (181 W)
      DDR5-5600CL36
      44
    • Ryzen 9 5900X
      DDR4-3200CL14
      43
    • Ryzen 7 7700X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      40
    • Core i7-12700K
      DDR5-4800CL32
      40
    • Ryzen 7 7700 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      38
    • Core i5-13500
      DDR5-4800CL38
      37
    • Core i5-13500 (65 W)
      DDR5-4800CL38
      33
    • Core i9-10850K
      DDR4-2933CL14
      32
    • Core i5-12600K
      DDR4-3200CL14
      31
    • Ryzen 7 5800X
      DDR4-3200CL14
      31
    • Ryzen 5 7600X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      31
    • Ryzen 7 5800X3D
      DDR4-3200CL14
      30
    • Core i5-13400F
      DDR5-4800CL38
      29
    • Ryzen 5 7600 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      29
    • Core i5-13400F (65 W)
      DDR5-4800CL38
      26
    • Core i9-9900K
      DDR4-2666CL14
      25
    • Ryzen 5 5600X
      DDR4-3200CL14
      24
    • Core i5-12500
      DDR4-3200CL14
      23
    • Core i5-12400
      DDR4-3200CL14
      22
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Leistungsaufnahme in Anwendungen

Die maximale Package Power von 162 Watt bleibt im Ergebnis in quasi allen Lebenslagen unerreicht, auch die Temperatur spielt mit knapp über 80 Grad unterhalb des erlaubten Maximums von 89 Grad. Ein Ärgernis der ganzen Generation bleibt die Leistungsaufnahme im Leerlauf.

Diagramme
Leistungsaufnahme – Leerlauf (PC)
  • Windows-Desktop:
    • Core i5-12500
      DDR4-3200CL14
      42
    • Core i9-9900K
      DDR4-2666CL14
      43
    • Core i5-12400
      DDR4-3200CL14
      43
    • Ryzen 7 5800X3D
      DDR4-3200CL14
      46
    • Ryzen 7 5800X
      DDR4-3200CL14
      47
    • Core i9-10850K
      DDR4-2933CL14
      47
    • Ryzen 5 5600X
      DDR4-3200CL14
      52
    • Core i9-12900K (241 W)
      DDR5-4400CL26
      54
    • Core i7-12700K
      DDR5-4800CL32
      54
    • Core i5-12600K
      DDR4-3200CL14
      54
    • Ryzen 9 5900X
      DDR4-3200CL14
      55
    • Ryzen 9 5950X
      DDR4-3200CL14
      56
    • Core i9-13900K (offen)
      DDR5-5600CL38
      56
    • Core i9-13900K (253 W)
      DDR5-5600CL38
      56
    • Core i9-12900KS (241 W)
      DDR5-4400CL26
      56
    • Core i7-13700K (253 W)
      DDR5-5600CL38
      56
    • Core i5-13600K (181 W)
      DDR5-5600CL36
      56
    • Core i5-13500
      DDR5-4800CL38
      56
    • Core i5-13500 (65 W)
      DDR5-4800CL38
      56
    • Core i9-13900KS (offen)
      DDR5-5600CL38
      60
    • Ryzen 9 7950X3D (162 W)
      DDR5-5200CL32
      64
    • Ryzen 7 7700X (142 W)
      DDR5-5200CL32
      64
    • Ryzen 9 7950X (230 W)
      DDR5-5200CL32
      66
    • Ryzen 7 7700 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      70
    • Ryzen 5 7600 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      70
    • Ryzen 9 7900 (88 W)
      DDR5-5200CL32
      75
Einheit: Watt (W)

Effizienter betrieben statt per se effizienter

Der AMD Ryzen 9 7950X3D ist in Anwendungen effizient unterwegs, was im konkreten Vergleich der beiden Muster aber weniger an einer per se höheren Effizienz des X3D-Modells als an seinem wesentlich effizienteren Betriebspunkt liegt. Der normale AMD Ryzen 9 7950X ist in seiner Standardkonfiguration schlichtweg völlig übertrieben unterwegs, soll er für das letzte Prozent an Leistung doch 30 Prozent mehr Energie aufnehmen. Wird er auf das Niveau des X3D-Modells gedrosselt, nehmen sich beide CPUs wenig bis nichts.

Auch in Anwendungen hat das Scheduling funktioniert

Wie im Spiele-Testparcours hat auch in dem für Anwendungen die Zuweisung der Arbeitslast zum jeweils optimalen CCD problemlos funktioniert, wobei die Herausforderung in diesem Fall eh nur bei Lasten jenseits der Thread-Vollauslastung bestand, weil alle Kerne auf beiden CCDs ansonsten gleich hoch bei etwas unter 5,0 GHz takten. Die im Parcours vorhandenen Single-Core-Benchmarks liefen wiederum auf dem dafür besser geeigneten Chiplet ohne 3D V-Cache.

Installation und Alltagseinsatz

Im Test erlaubte sich die Zuweisung von Threads zum jeweils optimalen CCD keinen gravierenden Fauxpas, allerdings stellte AMD über ausführliche Anweisungen und Installationsanleitungen auch sicher, dass bei den Redaktionen mit Mustern alles perfekt funktioniert. Es galt den Taskmanager nach aktiven Prozessen zu scannen und in Eingabeaufforderungen Scripte auszuführen. Auch hatte Beispielsweise AMD im Treiber explizit einen Testfall integriert, damit die Cinebench-R32-EXE umbenannt werden konnte um sich daraufhin als Spiel erkennen zu geben und auf dem 3D-V-Cache-CCD zu laufen. Schnell stand die Frage im Raum: Müssen Endkunden auch so vorgehen?

AMD hat das verneint. Laut dem Hersteller reicht es nach Markteinführung, BIOS- und Chipsatztreiber zu aktualisieren, Windows Update bezüglich der Windows Game Bar seinen Job machen zu lassen und dann ein paar Boot- und Idle-Zyklen abzuwarten, um die optimale Geschwindigkeit zu erhalten – was absolut normal ist. Zu hoffen bleibt, dass dem dann auch so ist.

Ein eingebauter Testfall für X3D – exe-Renaming verlagert die Anwendung auf CCD0
Ein eingebauter Testfall für X3D – exe-Renaming verlagert die Anwendung auf CCD0 (Bild: AMD)

ComputerBase fehlte bis zum Fall des Embargos die Zeit um zu prüfen, wie die Spiele-Leistung ausfällt, wenn Endkunden kein aktuelles BIOS nutzen (auch ältere erkennen die CPU per se) oder den Chipsatztreiber nicht installiert haben. Die Redaktion wird das aber noch nachholen. Aktuell zeichnet sich ab, dass das BIOS-Update und der Chipsatztreiber die wichtigen Komponenten sind, während das Game-Bar-Update und die Boot- sowie Idle-Zyklen eher Richtung optimale Performance gehen.

Über ein Problem ist ComputerBase im Test bereits gestolpert: Wird der Chipsatztreiber zu früh installiert, wird beim Wechsel von einer normalen CPU, die für ein BIOS-Update notwendig war, auf den X3D ein Teil nicht erkannt und auch nicht automatisch nachträglich hinzugefügt. Die Installation des Treibers ist also definitiv nach dem CPU-Wechsel vorzunehmen. Dieser Treiber ist ein Must-have für den Ryzen 9 X3D, der kleinere Ryzen 7 später braucht ihn nicht – mit nur einem CCD muss nichts priorisiert werden. Dort ändert der Treiber genauso wenig, wie er einen Einfluss auf reguläre Ryzen 7000 hat.

Fazit

Intel hat mit Raptor Lake an der Spitze (Core i9, i7 und i5-13600K) in Spielen einen großen Sprung hingelegt und AMDs konkurrierende Ryzen-7000-Prozessoren hatten bis jetzt das Nachsehen. Doch AMDs Wundermittel 3D V-Cache zündet auch in dieser Generation. Der neue Ryzen 9 7950X3D bietet mit dem 64 MB messenden Zusatz-L3-Cache erneut eine bessere Gaming-Performance als der Intel Core i9-13900K und auch der Core i9-13900KS wird knapp geschlagen. Zugleich erreicht die Energieeffizienz ein Niveau, das selbst vom 8-Kern-Vorgänger Ryzen 7 5800X3D nicht übertroffen werden kann, Intels vergleichbar schnelle Core-CPUs liegen um den Faktor 2 zurück.

AMD Ryzen 9 7950X3D im Test
AMD Ryzen 9 7950X3D im Test

Im Testparcours der Redaktion ganz vorne

Durchschnittlich 19 Prozent mehr FPS liefert der Ryzen 9 7950X3D gegenüber dem Ryzen 9 7950X, wobei der Abstand in den einzelnen Spielen wie auch schon beim Ryzen 7 5800X3D massiv schwankt. Vom Gleichstand bis hin zu einem riesigen Plus von 42 Prozent hat die Redaktion gemessen und der Schnitt liegt dann eben genau in der Mitte von den Extremen. Der Core i9-13900K wird um 4 Prozent zurückgelassen, der Core i9-13900KS um 3 Prozent. Der Vorsprung zum Ryzen 7 5800X3D als 3D-V-Cache-Vorgänger liegt bei 25 Prozent.

Ab 28. Februar verfügbar

Das waren die Ergebnisse, die auf einer GeForce RTX 4090 ermittelt worden sind. ComputerBase hat die Prozessoren auch auf einer Radeon RX 7900 XTX vermessen und hier schaut es für AMDs neue Flaggschiff-CPU noch einmal besser aus. Dort ist der Ryzen 9 7950X3D zwar „nur“ 17 Prozent schneller als der Ryzen 9 7950X, dafür werden aber der Core i9-13900K und der Core i9-13900KS gleich um 7 Prozent besiegt. Generell sind die Unterschiede zwischen einer AMD- und einer Nvidia-Grafikkarte gering, es gibt sie jedoch eben in geringem Umfang durchaus – je nachdem mit Vorteilen für AMD oder Intel.

Bei der Effizienz sind alle anderen CPUs chancenlos

Doch der Ryzen 9 7950X3D ist nicht nur sehr schnell, sondern zugleich wieder sehr energieeffizient. Wofür der Ryzen 9 7950X noch durchschnittlich 105 Watt im Test benötigt hat, sind es beim Ryzen 9 7950X3D nur 72 Watt – bei zugleich besserer Performance. Der Core i9-13900K kommt gar auf 141 Watt, das KS-Modell auf 147 Watt. Hier liefert der neue AMD-Prozessor mal eben doppelt so viele FPS pro Watt – das ist beeindruckend. Intel erkauft sich die hohe Spiele-Leistung entsprechend zu einem nicht kleinen Faktor durch eine hohe Leistungsaufnahme.

Soweit, so erwartet? Definitiv eine positive Überraschung war, wie gut das Scheduling zwischen den zwei CCDs im Test funktioniert hat. Weder bei den Spielen noch bei den Anwendungen gab es einen relevanten Ausreißer. Das einzige Spiel, das auf dem höher taktenden CCD schneller gelaufen wäre als auf dem 3D-V-Cache-CCD, war Diablo 2 – der Unterschied lag bei zwei Prozent.

So positiv das Fazit am Ende dieses Tests ausfällt, bleibt allerdings abzuwarten, ob das Bild so rosig bleibt, wenn die beiden Ryzen 9 der X3D-Serie breit beim Kunden im Einsatz sind. Spiele und Anwendungen gibt es schließlich wie Sand am Meer und auch Anwendungsszenarien können ganz unterschiedlich ausfallen.

Am Markt mit Aufpreis

789 Euro will AMD für den Ryzen 9 7950X3D haben, 679 Euro sind es für den Ryzen 9 7900X3D. Das sind 60 Euro weniger respektive 10 Euro mehr als bei den normalen X-Varianten, wenn man in die Preisliste blickt. Allerdings liegen die Marktpreise von Ryzen 9 7950X und Ryzen 9 7900X mittlerweile deutlich unter dem UVP, so dass die X3D-Varianten zum Start effektiv 190 respektive 235 Euro mehr kosten werden – zum Schnäppchenpreis gibt es keinen der beiden Ryzen 9.

AMD Ryzen 9 7950X3D im Test
AMD Ryzen 9 7950X3D im Test

Dass der Ryzen 7 7800X3D später kommt, dürfte da kein Zufall sein: Die CPU wird günstiger werden, ohne in Spielen weit zurückzufallen, während sich acht statt sechzehn Kerne in Anwendung bemerkbar machen werden. Einen Vorteil aus der Tatsache, dass die CPU keine zwei unterschiedlichen CCDs bietet, dürfte die CPU nach diesem Test hingegen nicht mit sich bringen, ganz im Gegenteil: Mit maximal 5,0 GHz sind ein paar Prozentpunkte weniger Leistung in Spielen, aber immer noch Spitzenklasse-Niveau anzunehmen.

CPU Kerne mit 3D V-Cache Kerne ohne 3D V-Cache
Ryzen 9 7950X3D 8 8
Ryzen 9 7900X3D 6 6
Ryzen 7 7800X3D 8 0

Hinter der Leistung des von AMD zumindest in Deutschland nicht bemusterten Ryzen 9 7900X3D, der schon am 28. Februar startet, steht da fast noch das größere Fragezeichen: Denn wie von Ryzen bekannt, nutzt die CPU mit teildeaktivierten CCDs eine 6+6-Kern-Konfiguration. Das könnte in einigen Titeln von Nachteil sein. ComputerBase wird versuchen, eigene Messwerte in Kürze nachzureichen.

Ab 28. Februar verfügbar

Ryzen 9 7950X3D: sehr gut, aber teuer

Zum absoluten Topmodell Ryzen 9 7950X3D lässt sich ansonsten abschließend sagen: Der Prozessor macht, was er soll, die Spiele-Leistung ist beeindruckend und das Verteilen der Rechenaufgaben auf Cache- und Frequenz-Chiplet hat im Test sehr gut funktioniert. Ja, der Ryzen 9 7950X bietet 5 Prozent mehr Geschwindigkeit in Multi-Threading-Anwendungen, nimmt dafür ab Werk aber auch bis zu 70 Watt mehr elektrische Leistung auf. Auch der Core i9-13900K(S) kann schneller rendern, verbraucht ab Werk aber ebenfalls noch mehr. Ryzen 7000X3D bietet diesbezüglich nicht die absolute Peak-Performance, ist dafür aber das rundere Produkt. Für Nutzer mit Fokus auf Gaming ist der „Nachteil“ in der Anwendungsleistung zu gering, um die Wahl auf Intel oder den normalen Ryzen kippen zu lassen.

AMD Ryzen 9 7950X3D im Test
AMD Ryzen 9 7950X3D im Test

Bis im April der 3. X3D-Prozessor nachzieht, bleibt der Sprung auf die aktuelle 3D-V-Cache-Generation allerdings eine sehr teure Angelegenheit: Mindestens 680 Euro für eine CPU, das passende AMD-Mainboard und in der Regel neuer DDR5-Speicher heben die Einstiegskosten schnell auf deutlich über 1.000 Euro an. Dafür erhalten Käufer eine neue Plattform, die laut AMD abermals „über mehrere Jahre“ Unterstützung finden wird, während Intels Sockel LGA 1700 höchstens noch einen Raptor Lake Refresh sehen wird.

Hinweis vom 8. März 2023: ComputerBase hatte inzwischen auch den Ryzen 9 7900X3D im Test.

Kerne/Threads Takt Basis/Turbo TDP UVP (Start) Marktpreis Kaufen
AMD
Ryzen 9 7950X3D 16 (8+8)/32 4,2/5,7 GHz 120 W 789 Euro ab 890 Euro Bestpreis*
Ryzen 9 7950X 16/32 4,5/5,7 GHz 170 W 849 Euro ab 823 Euro Bestpreis*
Ryzen 9 7900X3D 12 (6+6)/24 4,4/5,6 GHz 120 W 679 Euro ab 589 Euro Bestpreis*
Ryzen 9 7900X 12/24 4,7/5,6 GHz 170 W 669 Euro ab 280 Euro Bestpreis*
Ryzen 7 7800X3D 8 (8+0)/16 4,2/5,0 GHz 120 W 449 US-Dollar Ab 6. April 2023
Ryzen 7 7700X 8/16 4,5/5,4 GHz 105 W 479 Euro ab 205 Euro Bestpreis*
Ryzen 7 5800X3D 8/16 3,4/4,5 GHz 105 W 489 Euro Preisvergleich Bestpreis*
Intel
Intel Core i9-13900KS 24 (8P + 16E) / 32 3,2/6,0 GHz 150 Watt 699 US-Dollar ab 572 Euro Bestpreis*
Intel Core i9-13900K 24 (8P + 16E) / 32 3,0/5,8 GHz 125 Watt 589 US-Dollar ab 471 Euro Bestpreis*
Intel Core i7-13700K 16 (8P + 8E) / 24 3,4/5,4 GHz 125 Watt 409 US-Dollar ab 384 Euro Bestpreis*
Intel Core i5-13600K 14 (6P + 8E) / 20 3,5/5,1 GHz 125 Watt 319 US-Dollar ab 338 Euro Bestpreis*

ComputerBase hat den Ryzen 9 7950X3D von AMD zum Testen erhalten. Die Hardware wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.

Summer Game Fest 2026 (1.–8. Juni 2026): Alle 16 News auf der Themenseite!
Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Dir gefällt ComputerBase? Lasse dir unsere neuesten Artikel in der Google-Suche ganz oben anzeigen!