Life is Strange: Reunion im Test: Benchmarks und Analysen einer strangen PC-Version

Wolfgang Andermahr
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Life is Strange: Reunion im Test: Benchmarks und Analysen einer strangen PC-Version

ComputerBase hat sich die PC-Version von Life is Strange: Reunion angesehen und zahlreiche Grafikkarten-Benchmarks sowie weitere Analysen erstellt. Dabei zeigt sich im Test eine zuweilen gute Grafik. Sind jedoch die falschen Optionen im Grafikmenü gesetzt, stürzt die Performance schnell in den Keller.

Life is Strange: Reunion: Die Technik der PC-Version

Life is Strange: Reunion setzt wie der Vorgänger Life is Strange: Double Exposure (Test) auf die Unreal Engine 5, aktualisiert diese jedoch auf die Version UE 5.5.4.0. Das bringt einige Vorteile mit sich wie ein verbessertes TSR-Upsampling sowie eine stabilere Lumen-Beleuchtung.

Generell baut die Grafik jedoch auf den Vorgänger – der eher wie Teil 1 eines zweiteiligen Spiels wirkt – auf. Die Grafik ist zu einem Großteil identisch und wird vielmehr im Detail sowie einigen neuen Umgebungen ausgebaut. Auch der Einsatz von „Performance Capture“ (Motion und Facial Capturing) ist gleich, wobei man nach wie vor beim Sparprogramm bleibt. Andere Spiele machen das deutlich besser, die Produktionskosten sind aber auch deutlich höher. Life is Strange ist eine vergleichsweise kleine Entwicklung, was Kompromisse bei der Grafik bedeutet.

Dennoch kann das Spiel richtig schick aussehen. Innenräume wirken zum Beispiel generell ansprechend. Die Entwickler von Deck Nine setzen massiv auf die Lumen-Beleuchtung, was eine sehr dynamische Optik in dem Spiel ermöglicht. Das sieht gut aus, zumal das Rauschen der Software-Raytracing-Effekte deutlich weniger ausgeprägt, wenn auch nicht beseitigt gegenüber dem Vorgänger ist. Details gibt es zahlreiche und auch die Charaktere sehen ordentlich aus – auch wenn man hier bei den Gesichtern Abstriche machen muss, die eher simpel ausfallen.

Life is Strange: Reunion versucht sich deutlich mehr als Double Exposure in Außenlevels. Solange es dunkel ist, geht dies auch gut, doch bei Tageslicht fällt die teils völlig kaputte Beleuchtung auf. Während Lumen in Innenlevels sehr gut funktioniert, scheint es in Außenlevels ein großes Problem zu geben. Die Vegetation, seien es Bäume, Büsche oder Gras, leuchten unrealistisch hell. Das sieht schon sehr comichaft aus, ist sehr ablenkend und passt auch nicht zur restlichen Grafik. In Außenlevels fällt die Grafikqualität daher deutlich ab.

Upsampling? Ja und doch ein dickes nein. DLSS & FSR gibt es nicht.

In Sachen Upsampling verhält sich Life is Strange: Reunion leider genauso wie LiS: Double Exposure. Zwar kommt mit TSR durchweg ein Upsampling-Algorithmus zum Einsatz. Aber eben nur der. DLSS, FSR und Co. fehlen völlig. Und das ist ein Problem. Denn DLSS 4(.5) und FSR Upscaling 4(.1) liefern nicht nur bessere Ergebnisse als TSR. Zugleich ist die Konfiguration des Upsampling mehr als merkwürdig.

Denn die klassischen Modi wie Quality und Performance gibt es nicht. Stattdessen teilt das Spiel die Konfiguration in gleich zwei verschiedene Funktionen auf: Resolution Scale und Secondary Scale. Was diese Funktionen genau machen, ist jedoch unklar. Die Beschreibung im Spiel ist auf jeden Fall falsch. Denn Resolution Scale scheint nur für einige Objekte die Auflösung zu beeinflussen, für andere dagegen nicht. Während Secondary Scale viel mehr macht als nur die Auflösung von Motion Blur, Bloom sowie das Tone Mapping zu verändern.

Ebenso merkwürdig ist die Entscheidung, dass Secondary Scale in Zehn-Prozent-Schritten zwischen 50 und 100 Prozent eingestellt werden kann, es bei Resolution Scale dagegen einen Regler mit Stufen gibt. Jedoch ist dieser nicht nur unbeschriftet, die Einstellung ist zudem nicht immer konsistent. Zwischen 50 und 100 Prozent kann dieser eingestellt werden. Doch zum Beispiel fünf Klicks von 50 Prozent aus enden nicht bei jedem Mal an der gleichen Position. Warum die Entwickler diesen absolut grausamen Weg gehen, ist unklar.

Ein Schalter ist sinnvoll, vom anderen sollten die Finger gelassen werden

Die Empfehlung der Redaktion lautet, Secondary Scale immer auf den vollen 100 Prozent zu belassen. Denn bereits mit 90 Prozent wird das Spiel unschärfer und der Effekt intensiviert sich mit jeder Stufe mehr. Resolution Scale ist der Regler der Wahl, der erstaunlich wenig Einfluss auf die Grafikqualität hat, aber ordentlich Performance bringt. Vegetation in Form von Gras flimmert zwar mehr, doch ist diese bereits bei maximaler Qualität flimmeranfällig. Dasselbe lässt sich für das ein oder andere Objekt sagen. In den meisten Szenen sind die optischen Unterschiede aber gering.

Gegenüber DLSS 4 und FSR Upscaling 4 fallen auch bei maximaler TSR-Qualität Schwächen auf, die modernes Upsampling von Nvidia und AMD selbst im Performance-Modus so nicht zeigen. So gibt es zum Beispiel Disocclusion-Artefakte beim Steuern der Hauptfigur. Und die Bildstabilität ist ebenso nicht sonderlich gut. Darüber hinaus kann das TSR-Upsampling der Unreal-Engine in manchen Sequenzen zu einem massiven Flimmern gewisser Objekte beim Einsatz von Tiefenschärfe-Effekten führen. Das Problem lässt sich aktuell nicht beheben, nur reduzieren. Wird der Resolution-Scale-Slider auf das Minimum gesetzt, ist das Flimmern deutlich reduziert. In dem Fall ist mehr Auflösung kontraproduktiv. Aber immerhin, zumindest bei der Bildschärfe und der Detailrekonstruktion gibt es nichts zu meckern, solange nur die Resolution Scale verstellt wird.

Die Post-Processing-Effekte sind kaputt

Life is Strange: Reunion setzt auf zahlreiche Zwischensequenzen, um die Story zu erzählen, Post-Processing-Effekte wie Tiefenschärfe spielen daher eine wichtige Rolle und werden intensiv eingesetzt. Genau hier gibt es aber ein Problem.

Denn steht die Post-Processing-Quality auf der höchsten Stufe „Hella High“, werden die Gesichter teils erstaunlich unscharf dargestellt. Das ist sehr auffällig und auch sehr störend. Wird Post-Processing-Quality dagegen auf High reduziert, ist die Schärfe bei Gesichtern plötzlich deutlich besser.

Doch bei „High“ gibt es ein anderes Problem. Die Übergänge zwischen Objekten im Vorder- und im Hintergrund sind sehr unsauber und verwischen teils regelrecht. Das kann zu einem Flimmern führen. Entsprechend ist auch High keine gute Einstellung. Die Empfehlung der Redaktion lautet daher, die Post-Processing-Effekte auf „Medium“ zu schalten. Hier ist die Schärfe gut und auch die Übergänge werden ordentlich, wenn auch nicht perfekt, dargestellt.

Die technischen Merkmale
Life is Strange: Reunion Eigenschaften
Entwickler Deck Nine Games
Publisher Square Enix
Engine Unreal Engine 5.4.4.0
API DirectX 12
Nvidia Reflex Nein
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
Intel XeLL Nein
HDR
Widescreen (21:9) Nein
Kantenglättung Nein
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS Super Resolution Nein
Nvidia DLSS Frame Generation Nein
Nvidia DLSS Multi Frame Generation Nein
Nvidia DLSS Ray Reconstruction Nein
AMD FSR Upscaling Nein
AMD FSR Frame Generation Nein
AMD FSR Ray Regeneration Nein
Intel XeSS Super Resolution Nein
Intel XeSS Frame Generation Nein
Epic UE TSR
Native Auflösung + Upsampling ✓ (TSR 100 %)
Manuelles Nachschärfen Nein
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing
Software-Lumen (UE5) ✓ (Beleuchtung, Reflexionen)
Hardware-Lumen (UE5) Nein
Pathtracing Nein
60 FPS im Benchmark ab (mit TSR)
WQHD RTX 5060 Ti / RTX 4070 / RX 9060 XT / RX 7700 XT
UHD RTX 5070 Ti / RTX 4070 Ti Super / RX 9070 / RX 7900 XT
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 26. März 2026
Preis zum Release 40 Euro
50 Euro (Deluxe Edition)

Die offiziellen Systemanforderungen

Minimal Empfohlen
Betriebssystem Windows 10/11 (64 Bit)
Auflösung, FPS, Details 65% Resolution Scale, 80% Secondary Scale 70% Resolution Scale, 90% Secondary Scale
Prozessor AMD Ryzen 5 1400
Intel Core i5-4670K
AMD Ryzen 5 3600
Intel Core i5-10600
Arbeitsspeicher 12 GB RAM 16 GB RAM
Grafikkarte AMD Radeon RX 480
Nvidia GeForce GTX 1660
Intel Arc A750
AMD Radeon RX 6650 XT
Nvidia GeForce RTX 3060
Speicherplatz 30 GB SSD

Das Grafikmenü im Detail

Eigenschaften
Grafik-Presets ✓ (Hella High, Hoch, Mittel, Niedrig)
Einzelne Grafikoptionen
FPS-Limiter Nein
Dynamische Auflösung Nein
Spieleigenes Up-/Downscaling Nein / Nein
Spatiales Upscaling von AMD/Nvidia Nein / Nein
FPS-Counter Nein
Sonstige Overlays Nein
VRAM-Auslastungsanzeige Nein
Live-Vorschau Nein
Vergleichs-Screenshots Nein
Detaillierte Beschreibungen Nein
Integrierter Benchmark Nein
Das Grafikmenü der PC-Version

Die Ladezeiten

Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet, misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und dann ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache vorliegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.

Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 7 9800X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.

So schnell lädt das Spiel
In das Hauptmenü Vom Menü zur Testsequenz Shader-Kompilierung
6 Sekunden 10 Sekunden ✓ (wenige Sekunden)

Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität

Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.

Aktuell hat Valve aber noch keine Einordnung zur Steam-Deck-Kompatibilität für Life is Strange: Reunion bekanntgegeben.