Sabre v2 Pro Ultralight Wireless im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego
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Kabellose Sensorik mit 8.000 Hz

Im Jahr 2026 bieten die großen und namhaften Hersteller von Gaming-Mäusen mit ihren Topmodellen auch kabellos USB-Abfrageraten von bis zu 8.000 Hz. Corsair tut also gut daran, auch an dieser Stelle endlich mitzuhalten. Und mit dem PixArt PAW-3950, den Corsair leicht modifiziert adaptiert, ist das sensorische Grundgerüst gegeben. Es handelt sich im Grunde genommen um den gleichen Sensor, mit dem auch Razer im Herbst 2022 zunächst 4.000 Hz und 2023 schließlich 8.000 Hz erschloss.

PixArt PMW-3331 PixArt PMW-3360 PixArt PAW-3370 PixArt PMW-3399 PixArt PAW-3950 Logitech Hero 2
Sensorik Optisch
Auflösung 100–8.500 CPI 200–12.000 CPI 100–19.000 CPI 100–20.000 CPI 100–33.000 CPI 100–44.000 CPI
Geschwindigkeit 7,6 m/s 6,3 m/s 10,2 m/s 16,5 m/s 19,5 m/s 22,6 m/s
Beschleunigung 343 m/s² 490 m/s² 863m/s²
Lift-off-Distance ~ 2,8 mm ~ 1,2 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Der Blick auf das Datenblatt verrät – wenig überraschend, wie bei High-End-Mäusen längst üblich – rein zu Zwecken des Marketings jenseits jeglicher Notwendigkeit aufgeblasene Kennzahlen. Kein Spieler braucht mittlere fünfstellige CPI-Werte, noch wird er seine Maus mit der 70-fachen Erdbeschleunigung über den Schreibtisch jagen. Diese Werte können also getrost ignoriert werden.

In der Praxis arbeitet die Sensorik der Sabre v2 Pro Ultralight Wireless gut, es gibt keine Auffälligkeiten. Das mag angesichts des Sensors nicht überraschen, zeigt aber immerhin, dass Corsair an dieser Stelle Sorgfalt hat walten lassen: Im Standardbetrieb mit 1.000 Hz arbeitet der Sensor vorbildlich und im Rahmen menschlicher Wahrnehmung fehlerfrei.

Ersichtlich wird auch, dass Corsair auf die MotionSync-Fähigkeit des PAW-3950 zurückgreift. Dabei handelt es sich um eine Synchronisierung der Sensor-Framerate, der internen Datenverarbeitung der Maus und der USB-Abfragerate. Im Endeffekt arbeitet die Technik ähnlich wie beispielsweise G-Sync oder FreeSync bei Grafikkarten und Bildschirmen: Die einzelnen, aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte werden so aufeinander abgepasst, dass möglichst kein Leerlauf und keine Wartezeiten entstehen. Vom Sensor erfasste Daten werden von der kabellosen Sabre schnellstmöglich zu Datenpaketen geschnürt und im exakten 1-ms-Takt an den PC gesendet. Nicht nur vergeht damit stets gleich viel Zeit zwischen zwei Updates, auch der zeitliche Abstand zwischen zwei Messpunkten bleibt identisch.

Wird die USB-Abfragerate anschließend auf 2.000 Hz hochgedreht, ändert sich an alldem erst einmal nichts. Die 2.000 Hz liegen stabil an und der Abstand zweier Datenpunkte fällt erwartungsgemäß auf 0,5 ms. MotionSync ist dabei weiterhin aktiv. Corsair hat die ehemalige, unsaubere Umsetzung mit zwei separaten Datenströmen damit endgültig hinter sich gelassen und die höhere Abfragerate diesmal ordentlich und technisch ohne Beanstandung umgesetzt. Schön!

Der Schritt auf 4.000 Hz liefert häufig kleinere Probleme zutage, zuletzt etwa bei der Mouse-A: Die Abfragerate wird teilweise instabil, die Messwerte schwanken und zeichnen keine saubere Linie mehr. In der Praxis ist nicht wahrnehmbar, aber im objektiven Test tun sich an dieser Stelle viele Mäuse schwer. Die Sabre hingegen zeigt sich unbeeindruckt: Die Detailbetrachtung der gemeldeten Mausbewegung bleibt weiterhin ziemlich stabil; die Kurven sind kaum weniger glatt als zuvor mit 2.000 Hz. Perfekt ist die Sensorik aber nicht mehr.

Beim Blick auf die Abfragerate zeigt sich ein Grund: Die vollen 4.000 Hz liegen gar nicht immer und fast nie stabil an. Im Durchschnitt lag die USB-Abfragerate bei eingestellten 4.000 Hz eher bei 3.500 Hz, salopp formuliert. Vor dem Hintergrund der ansonsten sauberen Sensorik muss das allerdings kein Nachteil sein, sondern geht so in Ordnung. Das Verhalten, die Abfragerate erst bei einer akuten Notwendigkeit zu steigern, weisen zahlreiche Mäuse auf.

Bei den vollen 8.000 Hz zeigt sich schließlich ein ähnliches Bild: Ausreißer nehmen zu, führen im Schnitt aber dennoch zu einer sauberen Abbildung der Mausbewegung. Bei der Abfragerate bleiben die Beobachtungen des 4.000-Hz-Modus gültig; eine stabile Latenz von lediglich 0,125 ms gibt es nicht. Solange das Ergebnis passt, und das ist hier der Fall, darf das aber vernachlässigt werden. In jedem Fall liegt die jeweilige USB-Abfragerate stets nativ an; getrickst wird nicht.

Was aufgrund der vergleichsweise guten Stabilität der Kurven wiederum spätestens bei 8.000 Hz deutlich wird: 1.600 CPI reichen nicht aus, um die hohe zeitliche Auflösung adäquat zu sättigen; höhere Sensorauflösungen lassen an dieser Stelle mehr Abstufungen zu und liefern ein noch glatteres Ergebnis. Tests mit 6.400 CPI bestätigen das.

xyCounts(ms); Corsair Sabre v2 Pro Ultralight Wireless (PAW-3950), 6.400 cpi, 8.000 Hertz, Stoffmauspad
xyCounts(ms); Corsair Sabre v2 Pro Ultralight Wireless (PAW-3950), 6.400 cpi, 8.000 Hertz, Stoffmauspad

Die Empfehlung lautet also auch weiterhin, bei hohen USB-Abfrageraten jenseits der 1.000 Hz die CPI tendenziell höher zu setzen, um anschließend im Betriebssystem oder im Spiel die Maus-Sensitivität nach Belieben herunterzusetzen.

Die niedrige Masse schlägt auf den Akku

Corsair attestiert der Sabre v2 Pro Ultralight Wireless eine Akkulaufzeit von 70 Stunden Betrieb mit 1.000 Hz. Bei der maximalen USB-Abfragerate von 8.000 Hz sollen davon noch 16 Stunden übrig bleiben. Im Test geht das nicht ganz auf: Gut 60 Stunden bei 1.000 Hz erscheinen realistisch, wohingegen bei 8.000 Hz eher mit knapp zwölf Stunden gerechnet werden sollte. Es wird deutlich, dass der Hersteller auch beim Lithium-Akku eine Diät ansetzen musste, um das Wunschgewicht von lediglich 36 Gramm zu erreichen. Die Konkurrenz bietet zumeist längere Laufzeiten im Bereich von 70 bis 100 Stunden bei 1.000 Hz.

Letztlich stellt sich für Kaufinteressenten damit die Frage, ob sie Komfort im Sinne der Laufzeit oder aber Leistung im Sinne des niedrigen Gewichts höher bewerten. Der bereits erwähnte Nachteil, dass mit dem starren Ladekabel das zentrale Merkmal der Maus, die Leichtigkeit in der Bedienung, zunichte gemacht wird, wenn denn eben geladen werden muss, wiegt entsprechend schwer – denn geladen werden muss die Sabre häufiger als ihre Alternativen.

Zur kabellosen Verbindung braucht es indes keine langen Worte: Sie läuft stabil und hat beim Testen keine Probleme bereitet. Corsair legt der Maus einen größeren Funkadapter bei, der über das beigelegte Mauskabel an den PC angeschlossen und dann bestenfalls direkt vor der Maus oder dem Mauspad platziert wird. Bei höheren USB-Abfrageraten kann es sonst zu Problemen kommen, etwa wenn der Adapter direkt im PC stecken würde, der wiederum in einer Ecke unterm Schreibtisch steht. Anzumerken ist gemeinhin, dass Mäuse mit hohen USB-Abfrageraten nicht über USB-3.0-Steckplätze angeschlossen werden sollten, weil es zu ungewünschten Interferenzen und damit Problemen bei der Verbindung kommen kann. USB-2.0-Steckplätze sind hier der Port der Wahl.

Software im Browser

Der Hersteller ist Corsair, also ist die zugehörige Software iCUE? Nein, nicht unbedingt, unterstreicht die Sabre v2 Pro Ultralight Wireless: Einstellen lässt sich die Maus im Webbrowser. Allerdings sollte es ein Browser auf Basis der Chromium-Engine sein, denn mit dem Firefox funktioniert der Corsair Web Hub nicht.

Im Grundsatz ist dieses Konzept angenehm: Eine überladene, schwere Software-Lösung im Download ist nicht nötig, um Sensorik und Tastenbelegung der kabellosen Sabre anzupassen. Der Web Hub bietet hier die üblichen Einstellungen, die für die allermeisten Spieler völlig ausreichend sein werden. Corsair ist dabei nicht der einzige Hersteller mit einem solchen Ansatz, bei der Mouse-A etwa läuft es analog ab und auch Razer verfolgt das Ziel einer Gerätekonfiguration per Webbrowser.