MacBook Pro mit OLED und Touch im Test: Kühlsystem, Laufzeiten und Fazit
3/3Die teils etwas bessere Leistung lässt sich auch über das Kühlsystem erklären. Damit die leistungsstarken Chips trotz des geringeren Gewichts dauerhaft ihre Leistung abrufen können, hat Apple die thermische Architektur überarbeitet. Die Wärme soll gezielter abgeführt werden, sagt der Hersteller, wobei warme Luft vom Display weggeleitet wird.
Das lauteste Notebook bislang
Jedoch scheint „gezielt“ beim neuen MacBook Pro schlichtweg auch mit schneller drehenden Lüftern zu bedeuten, zumindest suggeriert das die gemessene Lautstärke. Unter Volllast beim Software-Encoding in HandBrake sind 55,2 dB(A) noch mal 26 Prozent mehr als beim Vorgänger und damit das lauteste Notebook unter den bisherigen Testgeräten. Glücklicherweise handelt es sich „nur“ um ein vertretbares Rauschen, zusätzliche Störgeräusche wie nerviges Fiepen sind uns nicht aufgefallen.
Batterie mit maximal möglichen 100 Wh
Unverändert bleibt mit der Neuauflage die Batteriegröße, wobei Apple mit 100 Wh bereits das Maximum dessen zur Verfügung stellt, was ohne spezielle Anforderungen im Flugzeug mitgenommen werden darf.
Laufzeiten mit Vor- und Nachteilen
Beim Streaming eines YouTube-Videos in 4K-Auflösung mit 200 cd/m² waren dennoch etwas längere Laufzeiten als noch mit dem LCD-Modell möglich. Hier dürfte sich das OLED-Panel speziell auf die Szenen im Testvideo positiv auswirken und zu einem leichten Vorteil führen.
Bei der Office-Laufzeit vermuten wir, dass sich die vielen hellen Seiten in Word, Excel und PowerPoint negativ auf den Verbrauch des OLED-Panels und davon abgeleitet auf die Laufzeit auswirken. Rund fünf Stunden kürzer lief der Procyon-Office-Benchmark bei gleicher Helligkeit im Vergleich zur LCD-Variante. Wir lassen macOS und damit auch Microsoft Office derzeit noch im Dark Mode denselben Benchmark durchlaufen, um ermitteln zu können, ob sich ein geringerer Weißanteil positiv auf die Office-Leistung auswirkt oder ob das Problem vielleicht an einer anderen Stelle zu finden ist.
Für das Laden empfiehlt Apple ein Netzteil mit einer empfohlenen Mindestleistung von 94 Watt. Schnelles Aufladen wird mit Netzteilen bzw. USB-PD-Stromquellen ab 140 Watt ermöglicht. Wir hatten für den Test Apples 119 Euro teures 140-Watt-Netzteil mit einem USB-C-Port vorliegen und haben das MacBook Pro via MagSafe 3 geladen.
Fazit
OLED im iPhone, OLED im iPad und jetzt auch OLED im MacBook, angefangen mit dem neuen Pro. Der neue Bildschirm sieht schlichtweg fantastisch aus und stellt gemeinsam mit dem reduzierten Gewicht die größte Veränderung dar, die sich positiv auf die Nutzung im Alltag auswirkt.
Touch dagegen kann „nice to have“ sein, muss sich aber dahinter einreihen. Das ganze Gerede um Steve Jobs und dass es so etwas unter seiner Regie niemals gegeben hätte, halten wir für sinnfrei und nicht zielführend, da gewisse Punkte wie die App-Entwicklung für iOS durchaus für Touch unter macOS sprechen. Zudem sagt Apple auch, dass Tastatur und Trackpad die primären Eingabegeräte bleiben werden – und in beiden Punkten liefert der Hersteller wieder Klassenprimus ab.
Was das neue MacBook Pro hingegen nicht ist, ist ein Leistungs-Upgrade. M5 Pro und M5 Max sind bekannte Prozessoren, die nicht mehr Performance liefern als im MacBook Pro des Frühjahrs. Das bedeutet aber auch, dass sie abseits der Single-Core- und Neural-Engine-Leistung das Schnellste im Apple-Portfolio bleiben und nur aufgrund des M6 ja nicht ihre Vorzüge bei Leistung bzw. Leistung in Relation zu Verbrauch verloren haben.
Der M5 Max sprintet durch jede noch so anspruchsvolle Anwendung, sei es CPU-, GPU- oder KI-bezogen. Dabei helfen auch die bis zu 128 GB RAM, mit denen unser Testgerät konfiguriert war. Vor allem KI-Entwickler dürften in diesem Punkt große Augen machen. Und für besonders große Datenmengen lassen sich wahlweise bis zu 16 TB SSD-Speicher wählen. Wo bekommt man so etwas schon?
Das alles will natürlich bezahlt werden: Das Testgerät kostet 8.399 Euro, erst bei 16.383 Euro ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das Motto lautet: Alles kann, aber nichts muss. Für die meisten Käufer dürften die Konfigurationen mit M5 Pro und dem RAM respektive der SSD des jeweiligen Basismodells deutlich interessanter sein. Dann geht die Rechnung nämlich viel eher auf: Für 400 Euro (14") bzw. 500 Euro (16") Aufpreis zum LCD-Modell gibt es dann OLED, Touch und die besseren Lautsprecher. Das alles verpackt Apple zu einem spürbar leichteren Gesamtpaket.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Apple erst vor Kurzem alle Preise deutlich angezogen hat. Auch deshalb sollte man sich die Frage stellen, ob das Flaggschiff im MacBook-Portfolio überhaupt benötigt wird. Die günstigeren direkten Vorgänger bleiben zumindest aktuell im Portfolio und wenn der nicht gerade langsame M6 ausreicht, fällt der Preis auf einen Schlag 1.000 Euro niedriger aus. Lässt sich die Frage aber mit „Ja“ beantworten, bekommt man hier ein wirklich sehr feines Stück Hardware.
- Ausgezeichnetes OLED-Display
- Extrem hohe Helligkeiten
- Touch kann stellenweise sinnvoll sein
- Sehr hohe produktive Leistung
- Hohe GPU-Compute- und Gaming-Leistung für KI und Spiele
- Riesige RAM- und SSD-Optionen
- Spürbar leichter als der Vorgänger
- Große Anschlussvielfalt
- Sehr gute Eingabegeräte
- Gute Webcam und Mikrofone
- Tolle Notebook-Lautsprecher
- MagSafe 3
- Hervorragende Verarbeitung
- Noch lauteres Kühlsystem
- Touch sorgt für schmieriges Display
- Laufzeiten bei hohem Weißanteil
- Lautsprecher sind Staubmagneten
Uns wurde das MacBook Pro 16" PROLED XDR leihweise von Apple unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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