AMD Llano im Test: Der Prozessor im Detail

Volker Rißka (+1)
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AMD Llano im Test: Der Prozessor im Detail

Einleitung

Heute ist es endlich soweit: AMD stellt die „Llano“-APUs auch für den Desktop vor. Damit erhält das von AMD beworbene „Fusion“-Programm endlich Einzug in den Mainstream-PC-Markt, nachdem vor gut vierzehn Tagen bereits die Modelle für das Notebook-Geschäft (ComputerBase-Test) vorgestellt wurden.

Zum Launch der „Lynx“-Plattform, bei dem „Llano“ als Prozessor mit integrierte Grafikeinheit natürlich das wichtigste Element ist, splitten wir unsere Analysen auf. Während wir in diesem Artikel die reine Prozessorleistung des Flaggschiffes der „Llano“, dem A8-3850, im Zusammenspiel mit einer High-End-Grafikkarte untersuchen, dabei insbesondere auch auf Verbesserungen in Bezug zu dem Vorgänger schauen, widmet sich unser Grafikkarten-Experte in einem separaten Artikel der Grafikleistung mit all ihren Facetten, sei es die Performance, das Zusammenspiel mit zusätzlichen Grafiklösungen im CrossFire-Verbund und mehr.

Großer Dank geht nach dem ersten „Llano“-Test bei den Notebooks auch heute wieder an die Firma Asus, die uns drei Tage vor dem Fall des NDAs mit einer neuen Hautplatine versorgt haben, die parallel zum Testkit von AMD, bestehend aus einem Mainboard und Prozessor, als Vergleichsbasis dienen konnte.

Was ist „Llano“, „Lynx“ und „Fusion“?

Drei wichtige Codenamen begleiten uns zum Start der neuen AMD-Prozessoren. Der erste ist „Llano“, der bereits als Begriff bei den Notebooks gefallen ist. Hinter diesem verbirgt sich die Bezeichnung für den Prozessor mit der integrierten Grafikeinheit, von AMD APU abgekürzt. Diese APU findet von AMD sowohl im Notebook als auch im Desktop seinen Platz, da sie letztlich nur den 1,45 Milliarden Transistoren schweren und 228 mm² großen Die beschreibt. Das Package, auf dem dieser Die dann seinen Platz findet, kann angepasst werden. Und genau dies macht AMD, indem man „Llano“ für Desktop und Notebooks aufsplittet.

Daraus entsteht einerseits für den Desktop die „Lynx“-Plattform, während für Notebooks die „Sabine“-Plattform gebildet wird. Doch zu einer Plattform gehört immer noch mehr. In erster Linie sind dies Chipsätze, die für beide Plattformen ebenfalls quasi identisch ausfallen. Doch damit nicht genug, eine Plattform soll auch immer noch etwas mehr bieten als nur diese beiden Punkte. So steht bei den „Llano“ auch die Zusammenarbeit mit einer Grafikkarte auf der Agenda – kein unwichtiger Punkt, kann die integrierte Grafikeinheit doch mit bestimmten Modellen in einem CrossFire-Verbund zusammengeschlossen und so die Leistung teilweise drastisch erhöht werden. Doch wem die integrierte Geschichte gar nicht zusagt, kann den Prozessorteil auch separat nutzen und die Grafik komplett deaktivieren, und jede noch so langsame oder schnelle Grafik nutzen. Genau dieses werden wir hier in dem reinen Prozessortest nutzen, während sich der separate Test zur Grafik den anderen genannten Optionen widmen wird.

Prozessor vor „Llano“-Wafer
Prozessor vor „Llano“-Wafer

Zusammengefasst wird das letztlich alles unter dem Oberbegriff „Fusion“, der primär für das Marketing ausgelegt ist. Dort enthalten sind alle Plattformen, sei es die neue „Lynx“-Produktpalette für Desktops oder „Sabine“ für Notebooks; ja, auch „Brazos“ aus dem Netbook- und Kleinst-PC-Segment (ComputerBase-Test) werden unter dem Oberbegriff zusammengefasst. Doch „Fusion“ ist nicht nur Hardware, auch auf den Bereich der Software wird bei AMD in letzter Zeit größeren Wert gelegt. Eigene Tools von AMD und Hilfen für Entwickler stecken deshalb ebenfalls hinter diesem Begriff.

Der Begriff „Fusion“ wurde dabei ursprünglich erst später eingeführt, nachdem das Programm für die ersten APUs bereits angelaufen war. Nach dem Kauf von ATi Mitte 2006 hatte AMD bereits im Jahr 2007 konkrete Pläne dargelegt, wie die APU als Verschmelzung von Prozessor und Grafikkarte im Jahre 2009 aussehen soll. Damals lief die Geschichte allerdings noch unter dem Codenamen „Swift“ und sollte im Jahr 2009 auf den Markt kommen. Nachdem die Verzögerung für den Start aber deutlicher wurde, legte man bereits im September 2008 den alten Namen zu den Akten und orientierte sich unter der Kampagne „Fusion“ neu.

Geburtsstunde der APU im Jahr 2007
Geburtsstunde der APU im Jahr 2007

Wie wenig sich davon aber bis zum Jahre 2011 verändert hat, ist erstaunlich. Denn letztlich ist es nur die Fertigung, die wirklich radikal angepasst wurde, der Rest stimmt annähernd so, wie sie der Fahrplan im Jahre 2007 vorsah. Natürlich wurden im Zuge der Optimierung bei der Fertigung auch alle anderen Segmente angepasst, jedoch sind die erwähnten „Stars“-Prozessorkerne genau wie ein Speichercontroller und eine Grafikeinheit auf dem Niveau einer diskreten Lösung – wenn auch nicht High-End – mit von der Partie.

Jetzt, in der Mitte des Jahres 2011, ist die finale Lösung im Markt angekommen. Was dabei für den Kunden herauskommt, zeigen unsere beiden Testberichte, von denen sich dieser hier dem reinen Prozessorteil widmet, während der parallele Test die Grafik (natürlich inklusive Prozessor) genauer untersucht.