Anker Solix Solarbank 4 Pro im Test: XXL-Solarkraftwerk liefert bis zu 2.500 Watt Einspeiseleistung
Mit bis zu 5.000 Watt Solarleistung, integriertem 5-kWh-Speicher, bidirektionalem 2.500 Watt Anschluss und einer 2.500-Watt-Off-Grid-Steckdose setzt Anker Solix mit der Solarbank 4 Pro den Benchmark für die Balkonkraftwerk-Konkurrenz in diesem Jahr.
Ist das noch ein Balkonkraftwerk oder schon ein Dach-PV-System? Die Anker Solix Solarbank 4 Pro setzt auf einen erweiterbaren 5-kWh-Akku, 5.000 Watt Solareingang für PV-Module und kann bis zu 2.500 Watt ins Haus einspeisen. Mit diesen Daten kann sie weit mehr leisten als klassische Balkonkraftwerke mit Mikro-Wechselrichter und 800 Watt Einspeiseleistung – muss es aber eben nicht, so dass sie gänzlich unterschiedliche Anwendungsszenarien eröffnet. Und auch wenn sie den Test tadellos durchläuft und man an der Anker Solix Solarbank 4 Pro nur wenig Kritik üben kann, muss man für den vollen Nutzen entsprechende Voraussetzungen schaffen, möchte man sie nicht schwarz betreiben. Für viele, die die enorme Leistung ohnehin nicht nutzen würde, ist deshalb auch der Vorgänger weiterhin einen Blick wert.
Die unverbindliche Preisempfehlung der Anker Solix Solarbank 4 Pro beträgt 1.999 Euro, sie ist derzeit jedoch für 1.599 Euro inklusive Smart Meter Gen 2 verfügbar*. Der Anker Solix BP5000 Erweiterungsakku kostet aktuell 1.099 Euro, die UVP liegt bei 1.399 Euro. Anker Solix bietet für das System auch zahlreiche Sets mit Solarmodulen und dem Smart Meter Gen2 an, das im Schaltschrank verbaut wird und den Energiebedarf des Haushalts in Echtzeit misst und mit dem auf der Solarbank 4 Pro basierenden Solarsystem synchronisiert, um den Bedarf möglichst optimal zu decken. Anker Solix gewährt auf die Solarbank 4 Pro und die BP5000 jeweils eine Garantie von 10 Jahren.
Neben der Solarbank 4 Pro gehören Wandhalterungen, ein Werkzeug zum Lösen der PV-Steckverbindungen und ein 3 Meter langes AC-Kabel (Schuko) zum Lieferumfang. PV-Kabel bzw. Verlängerungen, wie sie Anker Solix noch bei der ersten Solarbank mitgeliefert hat, gehören nicht mehr zum Lieferumfang.
Was macht die Solarbank 4 Pro anders als die Solarbank 3 Pro?
Mit der Solarbank 4 Pro erhöht Anker Solix sowohl die Leistung als auch die Kapazität des Balkonkraftwerks mit Akku im Vergleich zur Solarbank 3 Pro. Das System bietet nun 5 kWh statt der 2,7 kWh der Solarbank 3 Pro (Test).
Über 4 MPPT können bis zu 5.000 Watt Solarenergie anstelle der 3.600 Watt des Vorgängers aufgenommen werden. Es können also mehr Solarmodule mit einer höheren Gesamtleistung angeschlossen werden.
Die Solarbank 4 Pro kann wahlweise über einen Schuko-Stecker oder aber über einen Wieland-Stecker mit dem Hausnetz verbunden werden. Wählt man letzteres und lässt die Wieland-Steckdose von einem Elektriker einzeln absichern, können über sie bis zu 2.500 Watt ins Hausnetz eingespeist werden, während über den Schuko-Stecker maximal 800 Watt zulässig sind – möglich sind auch über ihn 2.500 Watt, wenn man die Warnungen in der App ignoriert.
Über die weiterhin verfügbare AC-Steckdose am Speicher stehen beim neuen Modell 2.500 Watt statt 1.200 Off-Grid für die direkte Versorgung angeschlossener Geräte bereit. Die Steckdose kann manuell oder automatisiert geschaltet werden und sicherstellen, dass wichtige Verbraucher auch bei einem Stromausfall weiterhin betrieben werden und genutzt werden können.
In diese vier Bereiche lassen sich die wichtigsten Veränderungen zusammenfassen, auf die im Folgenden noch einmal genauer eingegangen wird.
Bis zu 5.000 Watt über 4 MPPT
An vier unabhängigen MPPT ändert sich mit dem neuen Modell nichts. In der Praxis bedeutet dies, dass man entweder vier Module beliebig aufstellen kann, da alle einzeln optimiert werden, oder man an einen MPPT, also ein MC4-Paar, möglichst mehrere Module anschließen sollte, die ähnlich verschattet werden, da sie gemeinsam geregelt werden. Mit vier MPPT lassen sich auch Ost-West-Ausrichtung umsetzen oder Teilverschattungen gut abfangen, ohne dass die Leistung aller Solarmodule leidet. Bis zu 12 Solarmodule lassen sich in Parallelschaltung an die Solarbank 4 Pro anschließen, also über zwei- oder dreifach Y-Kabel.
Wie bereits erwähnt kann die Solarbank 4 Pro je MPPT bis zu 1.250 Watt handhaben, insgesamt also bis zu 5.000 Watt. Damit hat man noch einmal mehr Spielraum als bei der Solarbank 3 Pro, mit der auch schon bis zu 3.600 Watt über vier MPPT möglich sind.
Die VDE-Norm für Balkonkraftwerke spart Systeme mit Akku bislang aus, so dass die Solarbank 4 Pro formal nicht in die Norm passt. Die Norm sieht für klassische Balkonkraftwerke nur eine Modulleistung von 960 Watt beim Anschluss über einen Schuko-Stecker bzw. maximal 2.000 Watt bei Anschluss über einen Wielandstecker mit jeweils maximal 800 Watt Einspeiseleistung vor. Die Solarbank 4 Pro geht mit bis zu 5.000 Watt Modulleistung über ein klassisches Balkonkraftwerk demnach weit hinaus.
| Solarbank 4 Pro | Solarbank 3 Pro | |
|---|---|---|
| Max. PV-Eingangsspannung | 60 Volt | |
| Max. PV-Eingangsstrom | 4× 36 Ampere | 4× 32 Ampere |
| Max. Isc PV | 4× 45 Ampere | 4× 40 Ampere |
| Max. MPPT-Eingangsleistung (gesamt) | 5.000 Watt | 3.600 Watt |
| Betriebsspannungsbereich | 16-50 Volt | 16-60 Volt |
| Anzahl der MPPT | 4 | |
5 kWh Akku schon in der Basiseinheit
Der LFP-Akku der Solarbank 4 Pro fällt mit 5.024 Wh deutlich größer aus als bei der Solarbank 3 Pro, bei der die Basiseinheit 2.688 Wh bietet. Dies macht den Zukauf einer Zusatzbatterie für viele Nutzer, selbst wenn sie tagsüber außer Haus sind, erst bei vielen Solarmodulen nötig. Die meisten Nutzer, die vier Module an der Solarbank betreiben und tagsüber den Grundbedarf des Haushalts abfangen, kommen mit den 5 kWh aus. Eine Erweiterung um weitere 5 kWh kann insbesondere dann in Betracht gezogen werden, wenn mehr als vier Solarmodule angeschlossen werden und Verbraucher wie eine Klimaanlage oder Wärmepumpe unterstützt werden sollen, aber keine Dach-PV-Anlage möglich ist.
Anker Solix gibt für den integrierten Akku eine Lebensdauer von 10.000 Ladezyklen an. Die Liste der Schutzklassen der Solarbank 4 Pro ist erneut lang, unterscheidet sich per se jedoch nicht von der des Vorgängers: Überspannungsschutz, Unterspannungsschutz, Überstromschutz, Kurzschlussschutz, Überhitzungsschutz, Überladeschutz, Überentladungsschutz, Inselerkennung und Isolationsimpedanz-Erkennung. Die Solarbank 4 Pro verfügt zudem über eine C5-Zertifizierung für Korrosionsbeständigkeit, wodurch sie auch in Küstennähe aufgestellt werden kann.
| Solarbank 4 Pro | Solarbank 3 Pro | |
|---|---|---|
| Akkutyp | Aufladbarer LFP-Akku | |
| Nennspannung | 16 Volt | 25,6 Volt |
| Max. Ladestrom | 180 Ampere | 70 Ampere |
| Max. Entladestrom | 180 Ampere | 75 Ampere |
| Nennleistung (Einzelgerät) | 2.500 Watt | 1.800 Watt |
| Nennkapazität | 5.024 Wh / 314 Ah | 2.688 Wh / 105 Ah |
Mit dem Erweiterungsakku BP5000 lässt sich auf Basis der Solarbank 4 Pro ein System mit insgesamt bis zu 30 kWh aufbauen, indem fünf Erweiterungsakkus gestapelt werden. Die BP5000 besitzt in Bezug auf die Speicherkapazität dieselben technischen Daten wie die Basiseinheit, also ebenfalls eine Kapazität von 5.024 Wh, verzichtet aber auf MC4-Anschlüsse und jegliche Ein- oder Ausgänge. So lässt sich wie eingangs erwähnt ein „Balkonkraftwerk“ aufbauen, das auch in Sachen Speicherbatterie viele ältere Dach-PC-Anlagen locker in den Schatten stellt.
AC-Laden mit 2.500 Watt
Der On-Grid-Anschluss der Solarbank 4 Pro, also der Schuko- oder Wieland-Stecker, mit dem das Solarsystem mit dem Hausnetz verbunden wird, ist auch bei der Solarbank 4 Pro bidirektional ausgelegt. Das bedeutet, über ihn kann nicht nur Strom ins Hausnetz eingespeist werden, sondern das System kann auch Strom über ihn aus dem Hausnetz beziehen und so auch den integrierten Akku laden – parallel zum Laden über Solar.
Warum man das tun sollte? In der Praxis vor allem dann, wenn man einen dynamischen Stromtarif und einen großen Akku hat, der über Solar nicht ausgelastet wird. Mit bis zu 2.500 Watt kann man dann zu günstigen Zeiten Energie aus dem Stromnetz im Akku speichern und später über dieses wieder abgeben. Damit sich dies rechnet, muss man aber einkalkulieren, dass sowohl beim Speichern als auch Einspeisen Wandlungsverluste von insgesamt rund 20 Prozent entstehen, man also weniger Energie wieder entnehmen kann, als man vorher geladen hat. Zudem ist Strom in dynamischen Tarifen dann am günstigsten, wenn auch das Solarsystem am meisten Energie erzeugt, der Speicher also unter Umständen bereits voll geladen ist.
Neben dem On-Grid-Anschluss verfügt die Solarbank 4 Pro wie erwähnt auch über einen Off-Grid-Anschluss. Dieser kann direkt angeschlossene Geräte nicht nur im Falle eines Stromausfalls mit Energie versorgen, sondern jederzeit. Im Falle des Bypass-Betriebs, wenn also kein Stromausfall vorliegt und die Solarbank 4 Pro mit dem Stromnetz verbunden ist, können über die seitlich am Gerät platzierte AC-Steckdose bis zu 3.600 Watt abgerufen werden, indem diese Leistung direkt durch das System geschleift wird, ohne den Akku zu belasten.
Ist dies bei einem Stromausfall nicht möglich und muss die Solarbank 4 Pro die Steckdose direkt versorgen, stehen für verbundene Geräte maximal 2.500 Watt zur Verfügung. Das Umschalten bei einem Stromausfall soll in weniger als 10 ms erfolgen, so dass quasi alle Geräte ohne Unterbrechung weiterhin mit Strom versorgt werden und es keinen Ausfall gibt.
Im Test war auch das Laden eines Elektroautos über die Off-Grid-Steckdose der Solarbank 4 Pro problemlos möglich, ohne dass hierfür Energie aus dem Hausnetz bezogen oder durchgeschleift werden musste.
| Solarbank 4 Pro | Solarbank 3 Pro | |
|---|---|---|
| AC-Eingang (On-Grid-Anschluss) | ||
| Max. Eingangsleistung | 3.600 Watt | 2.000 Watt |
| Max. Eingangsstrom | 16 Ampere | 10 Ampere |
| Max. Ladeleistung | 2.500 Watt | 1.200 Watt |
| Max. Ladestrom | 10,9 Ampere | 5,3 Ampere |
| Nenn-Eingangsspannung | 220 / 230 Volt, 50 Hz | |
| AC-Ausgang (On-Grid-Anschluss) | ||
| Max. Ausgangsleistung | 800 Watt (2.500 Watt mit PluginPower 2.0) | 800 Watt |
| Max. Ausgangsstrom | 3,5 Ampere (10,9 Ampere) | 3,5 Ampere |
| Nenn-Ausgangsspannung | 220 / 230 Volt, 50 Hz | |
| Leistungsfaktorspanne | 0,8 induktiv bis 0,8 kapazitiv | |
| AC-Ausgang (Off-Grid-Anschluss) | ||
| Max. Ausgangsleistung | 2.500 Watt | 1.200 Watt |
| Max. Ausgangsstrom | 10,9 Ampere | 5,3 Ampere |
| Max. Bypass-Ausgangsleistung | 3.600 Watt | 2.000 Watt |
| Max. Bypass-Ausgangsstrom | 16 Ampere | 10 Ampere |
| AC-Nenn-Ausgangsspannung | 220 / 230 Volt, 50 Hz | |
800 Watt oder doch 2.500 Watt einspeisen?
Wie bereits eingangs erwähnt, kann die Solarbank 4 Pro nicht nur die gesetzlich zulässigen 800 Watt über eine herkömmliche Steckdose einspeisen, sondern mit PluginPower 2.0 auch bis zu 2.500 Watt ins Hausnetz abgeben. Offiziell muss hierfür ein dedizierter Stromkreis, der Anschluss über einen qualifizierten Elektriker mittels Wieland-Stecker und eine Registrierung der Anlage erfolgen. Sind diese Vorgaben erfüllt, bietet das Gerät im netzgekoppelten Modus eine Leistung von bis zu 2.500 Watt, um die erzeugte Solarenergie voll auszuschöpfen.
Dass man die Auflagen tatsächlich erfüllt, dafür ist der Nutzer selbst verantwortlich. In der App lassen sich die 800 Watt maximale Ausgangsleistung im Eintrag „Netzleistungsbegrenzung“ einfach auf 2.500 Watt oder einen beliebigen Wert in 50-Watt-Schritten dazwischen festlegen. Einen Hinweis, wann diese höhere Leistung erlaubt ist, kann man einfach bestätigen und schon gibt die Solarbank 4 Pro bis zu 2.500 Watt an das Hausnetz ab. Auch die Wieland-Steckdose an einem dedizierten Stromkreis bedarf es dafür nicht, denn auch über den Schuko-Stecker gibt das System diese Leistung ab. Anker dürfte bewusst sein, dass einige Nutzer diesen einfachen Weg gehen werden und hat deshalb auch das Schuko-Kabel der Solarbank 4 Pro entsprechend dick ausgelegt, obwohl dies für 800 Watt nicht erforderlich wäre.
Auch in diesem Betriebsmodus mit mehr als 800 Watt lässt sich die Solarbank 4 Pro dann mit dem Smart Meter Gen2 koppeln und im Modus „Eigenverbrauch“ an die tatsächlich benötigte Leistung im Haushalt angleichen, so dass nicht nur ein Verbrauch von bis zu 800 Watt, sondern von bis zu 2.500 Watt im gesamten Haushalt abgefangen werden kann. Also auch Zeiten mit Lastspitzen, wie die Nutzung des Herdes, werden besser und unter Umständen sogar vollständig vom Solarsystem ausgeglichen.
Maße, Gewicht und IP-Zertifizierung
Die größere Akkukapazität und die höhere Leistung haben aber auch eine Kehrseite, die sich vor allem beim Aufbau des Systems bemerkbar macht. Denn die Solarbank 4 Pro und der Erweiterungsakku sind schwer. Die Anker Solix Solarbank 4 Pro bringt es auf rund 50 kg Eigengewicht, der Zusatzakku fällt mit fast 45 kg etwas leichter aus, ist aber auch nichts, was man mal eben alleine herumträgt. Eine Solarbank 3 Pro mit 2.688-Wh-Akku wiegt rund 29 kg.
Darüber hinaus haben auch die Abmessungen zugelegt. Die Solarbank 4 Pro misst 460 × 305 × 355 mm – die Solarbank 3 Pro ist zum Vergleich 460 × 254 × 279 mm groß.
Die Solarbank 4 Pro ist nach IP66 gegen Staub und Wasser geschützt und kann auch im Außenbereich eingesetzt werden. Der Betriebstemperaturbereich liegt dank integrierter Heizung, die den Akku im Winter mit der ersten Solarenergie auf über 0 °C hievt, bei -20 bis 55 Grad Celsius. Im Test wurde sie ungeschützt im Außenbereich Wind und Wetter sowie Sonne ausgesetzt, ohne dass es Probleme gab.
Abwärtskompatibilität und aufwärtskompatibel
Positiv ist, dass Anker Solix es dennoch geschafft hat, dass das neue System auch zu bisherigen Erweiterungsakkus wie BP1600 und BP2700 der Solarbank 2 und Solarbank 3 uneingeschränkt kompatibel ist. Auch sie können mit der Solarbank 4 Pro genutzt werden oder in einen Turm mit neuer Zusatzbatterie integriert werden, ohne dass es zu irgendwelchen Problemen kommt. Je nach Bauhöhe kommt der Wandverankerung eines Turms aus mehreren Zusatzbatterien und Solarbank 4 Pro aber eine noch wichtigere Bedeutung zu als bisher, denn die oberste Einheit ist nun noch schwerer.
Doch nicht nur alte Erweiterungsbatterien lassen sich mit dem neuen System nutzen, sondern auch der neue BP5000-Akku mit 5 kWh Kapazität ist mit den vorherigen Modellen Solarbank 2 Pro, 2 AC, 2 Plus und 3 Pro kompatibel. Die Solarbank 4 Pro wird künftig darüber hinaus auch mit dem Power Dock kompatibel sein.
Bluetooth und WLAN zur Steuerung
Wie bei den Vorgängern nimmt das System wahlweise über Bluetooth oder WLAN (2,4 GHz) Verbindung mit dem Smartphone und der App bzw. dem heimischen Netzwerk auf, um auch aus der Ferne gesteuert werden zu können. Das klappt im Test zu jeder Zeit reibungslos, so dass sich nicht nur der Betriebsmodus jederzeit spontan anpassen lässt, sondern sich auch von überall aus ein Blick auf die Statistik werfen lässt – wie voll ist der Speicher, wie viel Leistung wird gerade erzeugt und wie hoch ist der Verbrauch des Haushalts? Hat man erstmal ein Balkonkraftwerk installiert, sind genau das die Fragen, die man anfänglich schnell beantwortet haben möchte, bevor man das System jeden Tag sich selbst überlässt.
Darüber hinaus kann die Solarbank 4 Pro auch mit dem KI-Sprachassistenten Anka in der App gesteuert werden.
Offizielle Integration in Home Assistant
Für Freunde des Eigenbau-Smart-Homes hatte Anker zur Vorstellung der Solarbank 4 Pro die positive Nachricht im Gepäck, dass über die Unterstützung offener Programmierschnittstellen (APIs) die Integration in Home Assistant möglich ist.
Hierfür gibt es eine offizielle Integration von Anker Solix für Home Assistant, die eine lokale Netzwerksteuerung ohne Cloud-Abhängigkeit und ohne Internet erlaubt.
ComputerBase hat die Integration zunächst kurz nach dem Einrichten der Solarbank 4 Pro ausprobiert, was jedoch zur Folge hatte, dass sich das System nicht mehr richtig über die App steuern ließ und schlussendlich sowohl die Home-Assistant-Integration gelöscht als auch das Solar-System in der App vollständig neu konfiguriert werden musste. Inzwischen hat Anker Solix die Integration verbessert. Das Smart Meter Gen 2 fehlt derzeit allerdings noch und lässt sich nicht in Home Assistant integrieren.
Um Home Assistant zu nutzen, muss man in der Anker-App zunächst Modbus TCP in den Einstellungen der Solarbank 4 Pro aktivieren. Die dort genannte IP-Adresse für die Solarbank sollte man sich merken, da man sie beim Hinzufügen in Home Assistant benötigt. In Home Assistant fügt man die Integration „Anker Solix Official“ am besten über HACS hinzu, indem man dort nach ihr sucht und sie installiert. Anschließend kann die Solarbank 4 Pro über die IP hinzugefügt werden, wenn die Integration in den Einstellungen von Home Assistant hinzugefügt wurde.
In Home Assistant kann man nicht nur Echtzeitdaten der Solarbank 4 Pro auslesen, die automatisch alle 5 Sekunden aktualisiert werden, sondern auch die unterschiedlichen Betriebsmodi umschalten und Leistungsgrenzen setzen. Abgesehen davon lassen sich darüber hinaus Automationen umsetzen und Verknüpfungen mit dem restlichen Smart Home erstellen, sofern gewünscht und sinnvoll. Allerdings sind dabei noch nicht alle Fragen abschließend geklärt, beispielsweise ob jede Änderung der Target Power über eine Automatisierung in den Flash-Speicher geschrieben wird und das Wear-Level reduziert, so dass er vergleichsweise schnell Schaden nehmen kann, oder rein im RAM verbleibt.
Installation und Inbetriebnahme
Aufstellen und Zusatzakkus
Die Installation der Anker Solix Solarbank 4 Pro ist denkbar einfach. Hat man einen nach Möglichkeit etwas vor Sonne und Witterung geschützten Platz gefunden, stellt man die Solarbank 4 Pro auf einem festen, ebenen Untergrund auf und stapelt gegebenenfalls Erweiterungsbatterien unter ihr. Dabei ist auf den verschraubten Gummiverschluss an der Unterseite der Solarbank 4 Pro und jeder Erweiterungsbatterie zu achten, der mit Ausnahme von der untersten Batterie entfernt werden muss.
Stapelt man verschiedene Akkus unterschiedlicher Generationen übereinander, empfiehlt Anker für eine optimale Kapazität von alt nach neu zu stapeln, also die BP5000 nach ganz oben und die BP1600 nach ganz unten. Eine andere Reihenfolge ist aber per se auch möglich, wenn man beispielsweise die schwere BP5000 lieber unten platzieren möchte. Die Solarbank 4 Pro muss immer den oberen Abschluss bilden, da sie nur an der Unterseite über einen passenden Steckverbinder verfügt, während jede Zusatzbatterie einen Anschluss an Ober- und Unterseite bietet. Als Nutzer muss man die Anzahl und Art der Zusatzbatterien später in der App nicht einstellen, das System erkennt automatisch, welche und wie viele Batterien verbaut sind. Auch bei einer späteren Aufrüstung des Systems kann man die Zusatzbatterie einfach mit der Basis verbinden und das PV-System erkennt den zusätzlichen Speicher automatisch und gleicht fortan den Ladestand über die Zellen hinweg an.
Neues Schuko- oder Wieland-Kabel
Die Solarbank 4 Pro wird über das Schuko-Kabel oder ein Wieland-Kabel mit einer passenden Steckdose an das Hausnetz angeschlossen. Auf die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und den jeweils gedachten und erlaubten Einsatzzweck wurde bereits eingegangen. Neu bei der Solarbank 4 Pro ist, dass das Kabel an der Solarbank mit einer kleinen Schraube fixiert wird, so dass es sich nicht lösen und nicht ungewollt herausgezogen werden kann. Klick das Kabel beim Einstecken, wird dafür die Schraube herausgedreht, so dass sich die Verriegelung nicht mehr lösen lässt.
Solarmodule verbinden – parallel, nie in Reihe
Im nächsten Schritt werden die Solarmodule mit der Anker Solix Solarbank 4 Pro verbunden. Bis zu 12 Module über die vier MPPT können verbunden werden. Beim Anschließen ist darauf zu achten, dass das jeweilige Kabelpaar auch an einen Anschluss angeschlossen wird, man bei mehreren Kabeln also nicht aus Versehen das Plus-Kabel zusammen mit einem Minus-Kabel eines anderen Solarmoduls anschließt.
Werden zwei oder sogar drei Solarmodule an einem MPPT der Solarbank 4 angeschlossen, müssen diese Solarmodule zwingend über Y-Kabel parallel geschaltet werden, sie dürfen nie in Reihe geschaltet werden. Bei einer Parallelschaltung addiert sich die Stromstärke der Module bei unveränderter Spannung, bei einer Reihenschaltung addieren sich hingegen die Spannungen bei unveränderter Stromstärke. Eine Reihenschaltung könnte zu viel Spannung erzeugen und die Solarbank 4 Pro überlasten, was zur Abschaltung führen würde.
Im Test wurde die Solarbank 4 Pro sowohl mit vier einzeln angeschlossenen Modulen als auch mit sechs Modulen in Parallelschaltung betrieben, wobei je zwei Module in Parallelschaltung verbunden und zwei Solarmodule einzeln angeschlossen wurden, so dass insgesamt weiterhin alle vier Eingänge für eine optimale Steuerung genutzt wurden.
Werden weniger als vier Module an die Solarbank 4 Pro angeschlossen, müssen die ungenutzten MC4-Anschlüsse mit den Gummikappen verdeckt bleiben, damit das Gerät gegen Feuchtigkeitsschäden geschützt bleibt.
Smart Meter zur Echtzeitsteuerung
Im Test kommt darüber hinaus das Smart Meter Gen 2 zum Einsatz. Es wird direkt im Schaltschrank installiert und erfasst die Leistung auf allen drei Phasen des Hausnetzes. Es ist schneller, genauer und kleiner als die erste Generation von Anker Solix.
Da es hierfür auch mit allen drei Phasen verbunden werden muss, also ein direkter Anschluss im Verteilerkasten notwendig ist, sollte die Installation erfahrenen Elektrikern überlassen werden. Das Anker Solix Smart Meter Gen 2 wird anschließend auch in der App als Gerät zum System hinzugefügt und sendet daraufhin die erfassten Verbrauchsdaten des Haushalts an die Solarbank 4 Pro, die ihrer Ausgangsleistung daraufhin so schnell wie möglich an den tatsächlichen, aktuellen Verbrauch des Haushalts anpasst.
Auf diese Weise lässt sich die Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz stark reduzieren. Im Test betrug der Verbrauch nachts so im besten Fall nur noch 0,002 kWh und selbst morgens, wenn nicht sämtlicher Verbrauch abgefangen werden konnte, lag die Aufnahme aus dem Stromnetz nur bei 0,019 kWh, da fast alle Lastspitzen abgefangen und schwankende Leistungen schnell angepasst werden konnten. Ein Beispiel: In den ersten 16 Stunden eines Tages lag der Bezug aus dem Stromnetz im Test bei vollständig geladener Solarbank 4 Pro mit Kopplung über ein Smart Meter und Freigabe von bis zu 2.500 Watt Einspeiseleistung so nur bei 0,1 kWh.
App-Einstellungen, Überwachung und Updates
Ist die Solarbank 4 Pro so einzeln oder mit Zusatzbatterien aufgebaut und mit Solarmodulen verbunden, werden alle weiteren Einstellungen in der Anker-App vorgenommen. Hierzu gehört zunächst das Einloggen oder Erstellen eines Benutzerkontos und das Verbinden des Systems mit dem lokalen WLAN, um jederzeit von überall Zugriff auf das System zu haben.
Zentraler Aspekt ist anschließend die Wahl der Betriebsart, d.h. wie die Energie des Solarsystems verwaltet werden soll.
Zur Auswahl hat man dabei folgende Modi:
- Smart-Modus
- Eigenverbrauch
- Benutzerdefinierter Modus
- Zeit-Nutzung
- Dynamischer Tarif
Beim Smart-Modus handelt es sich um einen AI-Modus, der die Solarproduktion vorhersagt, den typischen Verbrauch des Haushalts lernt und automatisch den besten Stromplan für das Zuhause auswählen soll. Wird der Smart-Modus aktiviert, benötigt das System zunächst einige Tage Zeit, um den Verbrauch und die Leistung des Balkonkraftwerks zu erlernen, bevor die AI-Steuerung startet. Im Anschluss wird die Steuerung im Laufe der Zeit immer genauer, da immer mehr Daten zur Analyse bereitstehen. Hierfür werden auch die Standortdaten sowie Informationen zum Stromtarif des Haushalts benötigt und verarbeitet. Denn auch in diesem Modus ist neben einem festen Tarif ein dynamischer Stromtarif möglich, dessen Kosten dann in den Plan einfließen, so dass der Akku bei günstigen Preisen auch über das Stromnetz geladen werden kann, beispielsweise wenn am nächsten Tag keine hohe Solarproduktion vorhergesagt ist. Wird mit einem Energieüberschuss gerechnet, entweder durch die Solarleistung oder bei negativen Strompreisen, können auch die AC-Steckdose der Solarbank 4 Pro und im Haushalt installierte smarte Steckdosen von Anker automatisch in die Planung einbezogen werden, um Geräte bei einem Überschuss automatisch zu betreiben.
Der Modus „Eigenverbrauch“ maximiert hingegen die Solarenergienutzung, indem die Einspeiseleistung des Systems mit dem Energiebedarf des Haushalts gekoppelt wird. Im besten Fall geschieht dies über ein Smart Meter im Schaltschrank, alternativ sind aber auch smarte Steckdosen von Anker möglich, die in das System integriert werden und die größten Verbraucher im Haushalt versorgen, damit diese erfasst werden.
Der „Benutzerdefinierte Modus“ erlaubt das Erstellen von Zeitplänen zum Laden und Entladen des Systems. Dieser Modus ist dann die richtige Wahl, wenn man seinen Verbrauch nur ungefähr schätzen kann, aber beispielsweise tagsüber höhere Entladeleistungen wählen möchte als nachts.
Der Modus „Zeit-Nutzung“ ist für TOU-Strompreise gedacht. Das System lädt dann automatisch in Nebenzeiten und entlädt in Spitzenzeiten. Der Modus „Dynamischer Tarif“ bildet dieses Verhalten auf Basis von dynamischen Stromtarifen automatisch nach.
ComputerBase ist auf die einzelnen Betriebsmodi bereits im Test der Solarbank 3 Pro noch detaillierter eingegangen, weshalb für weitere Details auf diesen verwiesen wird.
Zusätzlich lassen sich die beiden Sicherungsmodi „Unwetterschutz“ und „Schnellladung“ auswählen. Erster bietet eine Überwachung von Unwetterwarnungen und lädt das System zunächst vollständig auf, um auf erwartete Ausnahmesituationen vorbereitet zu sein. Letzterer lädt, wie der Name sagt, das System mit maximaler Leistung möglichst schnell auf.
Fazit
Die Anker Solix Solarbank 4 Pro meistert den Test mit Bravur. Technisch ausgereift steht das Solarsystem von Anker in vierter Generation auch softwareseitig inzwischen auf einer stabilen und umfangreichen Basis, mit der sich nahezu jedes Einsatzszenario realisieren lässt.
Die Leistungswerte der Solarbank 4 Pro sind ebenso beeindruckend wie für ein klassisches Balkonkraftwerk überdimensioniert, setzen aber – bis die Konkurrenz etwa in Form des EcoFlow Stream 2 nachgezogen hat – zunächst für den Massenmarkt neue Maßstäbe in diesem Bereich. Die Kritikpunkte beziehen sich im Grunde nur darauf, dass das System mit seinem Gewicht und seinen Maßen kein kleines, klassisches Balkonkraftwerk mehr ist und man angesichts des Akkus und der Leistung dafür auch tiefer in die Tasche greifen muss als bei einem Balkonkraftwerk, das es inzwischen für wenige hundert Euro mit zwei Solarmodulen und Wechselrichter selbst beim Discounter gibt. Wer nur ein Balkonkraftwerk installieren möchte, das sich möglichst schnell amortisiert, damit man möglichst schnell in der Kostenbilanz ein Plus stehen hat, für den ist die Solarbank 4 Pro kaum die richtige Wahl.
Mit 4 MPPT, 5.000 Watt Solarleistung, bis zu 2.500 Watt Ausgangs- und Eingangsleistung, 5-kWh-Akku und der Kompatibilität zu bisherigen Zusatzbatterie-Generationen und der Option, das System auf bis zu 30 kWh aufzurüsten, liefert Anker Solix viele Argumente für all jene, die einen Hybrid aus Balkonkraftwerk und Dach-PV suchen und vielleicht sogar eine kleine Dach- oder Garten-PV-Anlage flexibel mit maximal 12 Solarmodulen aufbauen möchten – und für mehr Leistung auch bereit sind mehr auszugeben und das System einzeln abzusichern.
Die offizielle Anbindung an Home Assistant und Unterstützung von Geräten von Shelly und EverHome abseits der eigenen Geräte ist ebenso löblich. Hier hat Anker Solix verstanden, dass viele Enthusiasten Wert auf diese Möglichkeiten legen.
Die Kopplung der Ausgangsleistung der Solarbank 4 Pro an das Anker Solix Smart Meter Gen 2 verlief im Test problemlos und weit zuverlässiger als noch zu den Anfängen dieser Option bei Anker. Auf Laständerungen wird im Rahmen der technischen Möglichkeiten einer solchen Synchronisierung schnell reagiert, so dass sich der Bezug aus dem Stromnetz bei ausreichend Solarenergie signifikant reduzieren lässt.
ComputerBase hat die Solarbank 4 Pro, einen Zusatzakku BP5000 und ein Smart Meter Gen 2 leihweise von Anker Solix zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.
Die Reader's Choice Awards 2026