Pixel 10 und Pixel 10 Pro (XL) im Test: Tensor G5, Pixel 10 im Benchmark und das Speicher-Wirrwarr
2/5Tensor G5 wird in 3 nm bei TSMC gefertigt
Viel war im Vorfeld über den neuen Tensor G5 und die potenzielle Abkehr von Samsung als Fertiger spekuliert worden. Seit der Ankündigung herrscht Klarheit: Google lässt den Tensor G5 in 3 nm bei TSMC fertigen. Die Redaktion vermutet dahinter den aktuellen N3E-Prozess. Samsung stellt aber weiterhin das Exynos-5400-Mobilfunkmodem.
Google gibt an, dass der Tensor G5 bezogen auf die CPU im Durchschnitt 34 Prozent schneller als der Tensor G4 sei. Ein Blick auf den Aufbau zeigt, dass Google zwei Drittel mehr (5 statt 3) und neuere Big-Cores von Arm verbaut, die 17 Prozent höher takten. Den Cortex-X4 als Prime-Core hat Google behalten, dieser taktet nun aber 22 Prozent höher. Die Anzahl der E-Cores hat Google halbiert und deren Takt um 15 Prozent angehoben.
Technische Daten des Tensor G5
| Tensor G5 | Tensor G4 | Tensor G3 | Tensor G2 | Tensor G1 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Modell | ? | GS401 | GS301 | GS201 | GS101 |
| Codename | Laguna | Zuma Pro | Zuma | Cloudripper | Whitechapel |
| Fertigung | TSMC N3E* | Samsung 4LPP+* | Samsung 4LPP | Samsung 5LPP* | Samsung 5LPE |
| CPU | 1 × Cortex-X4 (3,78 GHz) 5 × Arm Cortex-A725 (3,05 GHz) 2 × Arm Cortex-A520 (2,25 GHz) |
1 × Cortex-X4 (3,1 GHz) 3 × Arm Cortex-A720 (2,6 GHz) 4 × Arm Cortex-A520 (1,92 GHz) |
1 × Cortex-X3 (2,91 GHz) 4 × Arm Cortex-A715 (2,37 GHz) 4 × Arm Cortex-A510 (1,7 GHz) |
2 × Cortex-X1 (2,85 GHz) 2 × Arm Cortex-A78 (2,35 GHz) 4 × Arm Cortex-A55 (1,8 GHz) |
2 × Cortex-X1 (2,8 GHz) 2 × Arm Cortex-A76 (2,25 GHz) 3 × Arm Cortex-A55 (1,8 GHz) |
| GPU | IMG DXT-48-1536 | Arm Mali-G715 MP7 | Arm Mali-G710 MP7 | Arm Mali-G78 MP20 | |
| 1.100 MHz* | 940 MHz | 890 MHz | 848 MHz | ||
| Keine Raytracing-Unterstützung | |||||
| RAM | LPDDR5X | LPDDR5 | |||
| ? | 4.266 MHz | 3.200 MHz | |||
| ? | 68,2 GB/s | 51,2 GB/s | |||
| NPU | ? | Rio | Janeiro | Abrolhos | |
| ? | 3rd Gen Edge TPU | 2nd Gen Edge TPU | 1st Gen Edge TPU | ||
| ? | 1.119 MHz | 1.066 MHz | |||
| Storage | (Z)UFS 4.0 | UFS 3.1 | |||
| Modem | Exynos 5400 | Exynos 5300 | Exynos 5123 | ||
| Wi-Fi | Wi-Fi 7 | Wi-Fi 6E | |||
| Bluetooth | Bluetooth 6.0 | Bluetooth 5.3 | Bluetooth 5.2 | ||
| *Unbestätigt | |||||
Dass Google auf den Arm Cortex-X925 zugunsten des Cortex-X4 verzichtet, stellt zunächst einmal keine Einschränkung im Alltag dar. Die Pixel-10-Serie ließ sich im Test „butterweich“ bedienen, bei der Leistung in alltäglichen Apps wie WhatsApp, Google Maps, YouTube und anderen herrschte zu keiner Zeit ein Engpass.
Das Pixel 10 mit Tensor G5 im Benchmark
Ein „Benchmarkbalkeneroberer“ ist der Tensor G5 allerdings auch dieses Jahr nicht. Doch muss er das überhaupt sein? Schaut man auf die von Google insbesondere für die Pro-Modelle aufgerufenen Preise, dürfen sich Käufer durchaus fragen, warum man – bezogen auf die Rohleistung – keinen Chip in der Liga eines Snapdragon 8 Elite oder Apple A18 Pro bei Google erhält. Auf der anderen Seite gelingt es Google in der Praxis immer wieder, ein sich dennoch schnell anfühlendes Smartphone abzuliefern.
Qualcomm zieht davon
Gemessen am Geekbench 6.3 liefert der Tensor G5 eine knapp 20 Prozent höhere Single- und eine 34 bis 36 Prozent höhere Multi-Core-Leistung im Vergleich zum Tensor G4. Damit vollzieht der Chip eine Punktlandung auf Googles eigener Angabe. Gleichzeitig muss man festhalten, dass ein Galaxy S25 Ultra mit Snapdragon 8 Elite darüber hinaus satte 38 Prozent mehr Single- und 57 Prozent mehr Multi-Core-Leistung bietet.
Deutlicher Zugewinn im Browser
Die Kombination aus neuem Chip und zwischenzeitlich auf die Version 140.0.7339.4 aktualisiertem Chrome-Browser schlägt sich aber sehr gut im Snapdragon-Vergleich. Im JetStream 2.1 sortiert sich die Pixel-10-Serie auf Galaxy-S25- und iPhone-14-Niveau ein.
Die GPU stammt von Imagination Technologies
Zur neuen Grafikeinheit des Tensor G5 machte Google im Vorfeld keinerlei Angaben, praktisch alles dazu musste man nach Erhalt der Testgeräte in Eigenregie in Erfahrung bringen. Dabei wäre die interessante Wahl durchaus eine Erwähnung wert gewesen. Denn mit Imagination Technologies kommt die britische Schmiede hinter den PowerVR-GPUs zum Zug, die früher vor allem bei Apple anzutreffen waren. Bis zum A10 Fusion im iPhone 7 setzte Apple auf „ImgTec“, in letzter Iteration war es die PowerVR GT7600 Plus, bevor ab dem A11 Bionic eigene GPUs verbaut wurden. Dann wurde es in Smartphones ruhiger um Imagination Technologies, wenngleich auch MediaTek und Samsung immer mal wieder auf die Briten setzten, bei MediaTek zuletzt Ende 2024 mit dem Helio G50.
Vorreiter bei Raytracing-GPUs
Imagination Technologies war vor vier Jahren mit der CXT-GPU der erste Anbieter einer Raytracing-GPU für Smartphones. Später folgten Samsung, Arm, Qualcomm und Apple. Google setzt im Tensor G5 auf die Anfang 2023 vorgestellte DXT-GPU mit PowerVR-Photon-Architektur, konkret kommt eine IMG DXT-48-1536 mit entsprechend vielen Shadern und Textur-Einheiten zum Einsatz.
Google verzichtet auf Raytracing
Wie dem Whitepaper zur DXT-GPU (PDF) entnommen werden kann, hat die DXT- im Vergleich zur CXT-GPU eine bessere Skalierbarkeit und Granularität zum Ziel. Bei ImgTec kommt die Raytracing-Fähigkeit über „Ray Acceleration Cluster (RAC)“ hinzu. Diese sind aber rein optional, sodass die Siliziumfläche auch vollständig der Rasterisierung gewidmet werden kann. Exakt das macht Google, nachdem in der Gerüchteküche erwartet worden war, dass die Pixel-10-Serie erstmals Raytracing unterstützen wird. Google hat den Verzicht auf Raytracing auch gegenüber ComputerBase bestätigt. Darüber hinaus melden sich Raytracing-Benchmarks wie der 3DMark Solar Bay oder Basemark In Vitro 2.0 als inkompatibel.
- 3DMark Unlimited – Steel Nomad Light (Metal/Vulkan)
- 3DMark Unlimited – Wild Life Extreme (Metal/Vulkan)
- 3DMark Unlimited – Wild Life (Metal/Vulkan)
- 3DMark Unlimited – Sling Shot Extreme (Metal/OpenGL ES 3.1)
- 3DMark Unlimited – Sling Shot (OpenGL ES 3.0)
- 3DMark Steel Nomad Light Unlimited Stress Test (Metal/Vulkan)
- 3DMark Wild Life Unlimited Stress Test (Metal/Vulkan)
Grafikeinheit macht ersichtliches Plus
Im Vergleich zur Arm Mali-G715 MP7 des Tensor G4, die mit geringerem Takt auch im Tensor G3 zum Einsatz kam, sorgt die IMG DXT-48-1536 für durchaus größere Sprünge im mittleren zweistelligen Bereich. Im 3DMark Wild Life Extreme liegt das Plus zum Beispiel bei 33 Prozent, im regulären Wild Life sogar bei 45 Prozent. In anderen Tests wie dem 3DMark Steel Nomad Light oder Sling Shot Extreme stagniert die Leistung hingegen. In den verschiedenen Tests des GFXBench liegt der Zuwachs häufig ebenfalls bei 30 Prozent, teils aber auch nur bei 10 Prozent.
Die Konkurrenz bleibt viel schneller
Von einer Generation auf die nächste macht der Tensor G5 demnach auch bei der GPU einen großen Satz nach vorne – und bleibt dennoch weit hinter Qualcomm oder Apple zurück. Raytracing ausgelassen bekommt man vor allem bei Qualcomm mit der Adreno 830 des Snapdragon 8 Elite eine mehr als doppelt so starke GPU wie bei Google.
Auch in diesem Punkt lässt sich wieder argumentieren, dass die gebotene Leistung im Alltag völlig ausreicht. Doch unterstützte Features und Leistungsreserven für ein mindestens 1.200 Euro (Pixel 10 Pro) teures Smartphones, das damit so viel wie ein Galaxy S25 Ultra oder iPhone 16 Pro kostet, entsprechen eben nicht dem, was die Konkurrenz fürs gleiche Geld hinbekommt. Bedenken muss man auch, dass sich die Nutzungsdauer von Smartphones verlängert hat und Google mit sieben Jahren Software-Support, was vorbildlich ist, ebenso dazu beiträgt. Die Hardware-Ausgangsbasis sollte dementsprechend höher liegen.
Pixel 10 kommt mit drei UFS-Varianten
Konfusion herrschte zur Ankündigung zum Storage, denn während der Tensor G5 zwar grundsätzlich bis zu (Zoned) UFS 4.0 unterstützt, rüstet Google die meisten der neuen Smartphones in der Basis weiterhin mit UFS 3.1 und erst die größeren Konfigurationen mit UFS 4.0 und ZUFS 4.0 aus. Darüber hinaus gibt es Unterschiede zwischen den Geräten zu beachten, die Google in Deutschland und zum Beispiel in den USA vertreibt.
ZUFS 4.0 in Deutschland erst ab 1 TB
Der schnellere UFS 4.0 kommt grundsätzlich bei allen Modellen mit 256 GB zum Einsatz. Älteren und langsameren UFS 3.1 findet man nur noch im Pixel 10 und Pixel 10 Pro mit 128 GB. Zoned UFS 4.0 gibt es in den USA bereits ab 512 GB, in Deutschland aber erst ab 1 TB. Einzig im Pixel 10 Pro Fold steckt auch in Deutschland bereits ab 512 GB der ZUFS 4.0. Wer in Deutschland demnach ZUFS 4.0 haben möchte, muss ein Pixel 10 Pro oder Pixel 10 Pro XL mit 1 TB oder ein Pixel 10 Pro Fold ab 512 GB erwerben.
| Pixel 10 | Pixel 10 Pro | Pixel 10 Pro XL | Pixel 10 Pro Fold | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 128 GB | UFS 3.1 | – | |||||
| 256 GB | UFS 4.0 | ||||||
| 512 GB | – | USA | DE | USA | DE | USA | DE |
| ZUFS 4.0 | UFS 4.0 | ZUFS 4.0 | UFS 4.0 | ZUFS 4.0 | |||
| 1 TB | ZUFS 4.0 | ||||||
Das macht Zoned UFS aus
Zoned UFS hat zum Ziel, den Verwaltungsaufwand des Controllers und die Zahl der Schreibzyklen zu minimieren, indem kleine zufällige Dateien von großen sequenziellen Dateien getrennt und in einer jeweils dafür bestimmten Zone abgelegt werden. Während diese bisher wild durcheinander in den Flash-Speicher geschrieben werden, was immer wieder ein „Aufräumen“ erfordert, werden diese Wartungsmaßnahmen durch die neue Ordnung bei ZUFS reduziert. Das bedeutet, dass weniger Daten beim Verschieben erneut geschrieben werden müssen, womit die Haltbarkeit der Speicherzellen weniger beansprucht wird. Zudem kann das Leistungsniveau dadurch länger aufrechterhalten werden.
Schnellerer Storage selbst ohne (Z)UFS 4.0
Die Redaktion hatte für den Test das Pixel 10 und Pixel 10 Pro mit 128 GB und das Pixel 10 Pro XL mit 256 GB vorliegen – demnach jeweils das Basismodell. Dass Pixel 10 und Pixel 10 Pro mit 128 GB noch auf älteren UFS 3.1 und das Pixel 10 Pro XL mit 256 GB auf UFS 4.0 setzen, macht sich entsprechend in Storage-Benchmarks bemerkbar. Im Vergleich zur Pixel-9-Serie erhalten Käufer aber in jedem Fall schnelleren Speicher.
Das Pixel 10 kam im Test auf rund 1,6 GB/s beim sequenziellen Lesen und 1,0 GB/s beim sequenziellen Schreiben, das Pixel 10 Pro im gleichen Test auf 1,7 GB/s und 1,3 GB/s. Das Pixel 10 Pro XL mit UFS 4.0 kam auf 2,4 GB/s beim Lesen und 1,5 GB/s beim Schreiben.