Honor Magic 8 Pro im Test: Akkulaufzeiten, Kamera und Fazit
2/2Magic 8 Pro kommt mit 6.270-mAh-Batterie
Energie bezieht der Chip aus einer (in Europa) 6.270 mAh großen Silizium-Kohlenstoff-Batterie, die vergleichsweise lange, wenn auch nicht so lange Laufzeiten wie zuletzt beim Oppo Find X9 Pro (Test) mit 7.500 mAh verspricht. Auf das YouTube-Streaming in 720p bei 200 cd/m² trifft diese Aussage mit über 30 Stunden Laufzeit noch zu. Nur wenige Smartphones wie das Pixel 9a (Test) und Modelle von Oppo haben in dieser Disziplin bislang längere Laufzeiten erreicht. In China kommt das Magic 8 Pro mit 7.200 mAh, im benachbarten Hongkong sind es noch 7.100 mAh.
Im produktiven PCMark verbraucht das Magic 8 Pro mehr und landet im oberen Mittelfeld. 15:27 Stunden sind ein guter Wert, sie passen aber nicht ganz zur Oberklasse, wie es Ausstattung und Preis vermuten lassen. Wer das Smartphone stärker fordert als nur mit Streaming wird mit einem sich schneller leerenden Akku konfrontiert.
Schnelles Laden mit bis zu 100 Watt
Das Smartphone lässt sich (mit dem passenden Netzteil) allerdings auch wieder schnell laden. Honor unterstützt bis zu 100 Watt, dafür braucht man aber das entsprechende Netzteil des Herstellers, das nicht zum Lieferumfang gehört, sondern 60 Euro zusätzlich kostet. Nach einer halben Stunden ist die Batterie damit wieder bei 80 Prozent angekommen, ein vollständiger Ladevorgang dauert knapp 45 Minuten. Auch das in der Theorie bis zu 80 Watt starke drahtlose Laden setzt eine proprietäre Ladestation von Honor voraus, die direkt beim Hersteller 100 Euro kostet.
Honor überarbeitet die Triple-Kamera
Im Bereich der Kamera betreibt Honor leichte Modellpflege im Vergleich zum Magic 7 Pro. Die Hauptkamera bietet erneut 50 MP auf einem 1/1,3 Zoll großen Sensor, auf die variable Blende verzichtet Honor dieses Mal und setzt auf f/1.6. Eine marginale Anpassung gibt es bei der Brennweite nach Kleinbildäquivalent von 24 auf 23 mm. Für Ultraweitwinkelfotos ist der zuvor genutzte 50-MP-Sensor mit 1/2,88 Zoll zuständig, der hinter einem 12-mm-Objektiv mit f/2.0 sitzt. Für das Teleobjektiv hat Honor die Brennweite von 72 auf 85 mm angehoben. Der dahinterliegende Sensor arbeitet erneut mit 200 MP und ermöglicht des Weiteren einen Crop auf 170 mm mit 7,4- dann statt 3,7-facher „optischer“ Vergrößerung.
Zusätzliche Kamerataste
Die Kamera-Hardware ist beim Magic 8 Pro jedoch nicht nur auf der Rückseite zu finden, im Rahmen links sitzt eine Zusatztaste, über die sich die Kamera starten und bedienen lässt. Dabei wird ein zweistufiger Auslöser geboten, der mit der ersten Vertiefung zunächst den Fokus in der Bildmitte durchführt. Das gilt dann allerdings auch, wenn zuvor auf dem Display manuell auf andere Bildbereiche fokussiert wurde. Die Taste ermöglicht auch das Zoomen und Videoaufnahmen, wenn sie lange gehalten wird.
Bilder mit dem Honor Magic 8 Pro
Die Fotoqualität der Hauptkamera liegt auf allgemein hohem Niveau. Details, Schärfe, Farben oder Weißabgleich, das alles meistert das Magic 8 Pro ohne Probleme. Bei der Belichtung tendiert das Smartphone zu einer helleren Abbildung mit deutlicher Aufhellung von Schatten, um dort versteckte Details hervorzuheben. Der Direktvergleich zum Oppo Find X9 Pro offenbart die unterschiedliche Auslegung beider Hersteller. Dieses Verhalten führt in den meisten Fällen dennoch zu ansehnlichen Aufnahmen, teils wirken die Ergebnisse aber zu hell und zu weit entfernt vom „Original“, wie man es selbst wahrgenommen hat.
Das 200-MP-Teleobjektiv knüpft nahtlos an die Hauptkamera an und liefert ebenfalls fast durch die Bank gute Ergebnisse, wenngleich mit etwas weniger poppigen Farben. Mit nativer Brennweite und der ersten Stufe des Sensor Crops gefällt die Qualität, bei noch stärkerer Vergrößerung gehen Details aber sichtbar im AI-retuschierten Matsch verloren. Im Test sorgte das Teleobjektiv auch in der Nacht noch für gute Fotos.
Dieser Eindruck lässt sich sogar auf die Ultraweitwinkelkamera übertragen, die von allen drei Linsen aber die schlechtesten Ergebnisse liefert. Zum Randbereich hin liegt eine sichtbare Unschärfe vor, dafür fällt das Sichtfeld mit 12 mm Brennweite sehr breit aus. Dynamikumfang, Farben oder Weißabgleich knüpfen auch hier im positiven Sinne an die zwei anderen Objektive an, obwohl ein merklich kleinerer Sensor zum Einsatz kommt.
Fazit
Das Honor Magic 8 Pro führt mehrere interessante Ausstattungsmerkmale zu einem guten Smartphone zusammen. Dabei bedient sich der Hersteller auch Komponenten, denen andere Unternehmen den Rücken gekehrt haben. Hervorzuheben ist zum Beispiel die Kombination aus Ultraschall-Fingerabdrucksensor und echtem 3D Face Unlock. Letzteres lässt sich damit auch ohne Einschränkungen bei Dunkelheit nutzen. Auch Merkmale wie die außergewöhnlich hohe IP69K-Schutzklasse sind alles andere als gang und gäbe.
Auch in den traditionellen Disziplinen liefert das Magic 8 Pro gute Ergebnisse. Das Display strahlt extrem hell, der Prozessor bietet ein sehr hohes Leistungsniveau und die Kamera liefert eine hohe Bildqualität. Die Akkulaufzeiten liegen auf gutem Niveau, neue Bestmarken werden damit aber nicht erreicht. Positiv hervorzuheben sind auch die sieben Jahre Android-Updates, die seit dem letztjährigen Magic 7 Pro von Honor geboten werden.
Abschließend bewertet ist das Magic 8 Pro somit ein in vielen Bereichen überzeugendes Smartphone, das seine High-End-Komponenten in einem etwas kleineren Chassis unterbringt, als es bei den anderen Herstellern üblich ist. Wer diese Eigenschaften in Kombination mit einer Reihe außergewöhnlicher Ausstattungsmerkmale und langem Software-Support sucht, findet mit dem Magic 8 Pro das richtige Smartphone.
- Extrem heller OLED-Bildschirm
- Sehr hohes Leistungsniveau
- Großer Storage ab Werk
- 3D Face Unlock
- Ultraschall-Fingerabdrucksensor
- Überzeugende Triple-Kamera
- IP69K-Schutz gegen Staub und Wasser
- Fühlt sich kleiner an als es ist
- Hochwertige Verarbeitung
- Gute Akkulaufzeiten
- Schnelles (drahtloses) Aufladen
- 7 Jahre Android-Updates
- Kamera manchmal mit etwas zu viel AI
- In Europa kleinerer Akku als in China
- Starkes Throttling unter Dauerlast
ComputerBase wurde das Magic 8 Pro leihweise von Honor zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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