1&1 geht am neuen Wohnort nicht, trotzdem Bereitstellungsgebühr?

jules99

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Hallo,

ich bin umgezogen und an meinem neuen Wohnort gibt es einen Exklusivanbieter mit eigener Glasfaserleitung und die Kupferkabel (Post-Verteilerkasten im Keller) zur Wohnung wurden bei der Sanierung gekappt.

Obwohl ich 1&1 per Mail + Schreiben vom neuen Anbieter darüber informiert habe, dass sie mir ihren Service dort nicht anbieten können, musste erst ein Techniker kommen, um es final zu bestätigen.
Eigentlich lächerlich, da ich nicht der erste Mieter bin bei dem es nicht funktioniert und der Techniker war nach 5 Minuten wieder weg...

Nach dem Technikertermin und fünf Weiterleitungen bei der 1&1 Hotline hatte ich endlich einen Entscheidungsträger mit Kompetenz am Telefon, welcher die Sachlage nach kurzer Analyse erkannt und meine vor drei Monaten getätigte Sonderkündigung bestätigt hat.

Jetzt habe ich die Abschlussrechnung von 1&1 bekommen und soll eine Bereitstellungsgebühr von 59,95 EUR bezahlen.
Wofür? Die Leistung wurde nicht erbracht…

Bevor ich jetzt bei 1&1 Krawall mache, wollte ich erstmal nach eurer Meinung/Erfahrung fragen.
Muss ich das wirklich zahlen???

Gruss
Jules
 
Hallo Jules99,

entweder "LEIDER" die 59,95.- Euros Berappen,.....oder zum Anwalt, aber der kostet auch Kohle etc.

(Rechtschutz ?)

Leider sieht so die realität aus, leider.
 
Du musst nicht zum Anwalt oder bezahlen. Die wollen was von dir, nicht umgekehrt.
Das heißt du legst gegen die Rechnung Widerspruch ein.

Dann heißt es abwarten. Entweder die sehen den Fehler ein, oder es geht zu einem Inkasso.
Dem Inkasso widerspricht man ebenfalls.
Eventuell kommt noch ein Mahnbescheid. Da natürlich sofort Widerspruch einlegen.

Erst dann wird wenn überhaupt geklagt (was eher unwahrscheinlich ist). Und nur im Falle einer Klage macht ein Anwalt Sinn. Vorher ist das rausgeworfenes Geld.
 
Das brauchst du nicht zu zahlen wofür denn auch, ich würde das auf jeden Fall nicht.
Wenn per Einzugermächtigung die Abbuchung erfolgt, Lastschriftrückgabe in Anspruch nehmen.
Fakt ist aber, wenn die sich Quer stellen und dann trotzdem den Betrag haben wollen, dann wirst du bei diesem konsequenten Vorgehen nie wieder 1&1 Kunde sein können.
Das hatte ich damals bei Alice (heute O2) in ähnlicher Weise gehabt.
Bin seit einigen Jahren auch bei 1&1, völlig zufrieden und waren bis jetzt auch immer sehr kulant, verstehe nicht das die sich so verhalten.
 
Na wenn er dir schon die Sonderkündigung bestätigt hat, dann brauchst du auch keine Rechnungen der Firma mehr bezahlen - würde darauf in dem Widerspruch nochmals hinweisen - am besten natürlich mit Namen und Datum des Auskunftsfreudigen Mitarbeiters der Hotline wenn schon nichts schriftliches vorliegt.
 
Nicht zahlen oder das Geld bei der Bank zurückbuchen. Das kannst Du binnen 6 Wochen nach abgang.

Dann natürlich einen Widerspruch einlegen.
Soweit wurde alles gesagt. Du kannst aber auch Pokern.
Wenn 1u1 sich nochmal meldet, schreibe zurück und sag, dass Du eine Deckungszusage von deiner Rechtschutzversicherung hast und sofort einen Anwalt einschaltest, wenn die Theater wollen.
Soll es doch vor Gericht gehen.
Eine nicht erbrachte Leistung muss auch nicht bezahlt werden. Sollen die es ruhig versuchen.
Und immer schön sachlich und konsequent bleiben.

Das geht oft gut, muss aber nicht.
Sonst sind die Ratschläge der anderen Nutzer gut und in jedem Fall zu beachten. :)
 
Hast du den Vertrag neu abgeschlossen oder wolltest du den Vertrag deiner alten Wohnung dorthin "umziehen"?

Wenn bei Umzug am neuen Wohnort keine Leitung geschaltet werden kann, dann muss man normalerweise drei Monate zahlen, als "Vertragsauflösegebühr".

Nach Telekommunikationsgesetz §46 Abs. 5 ist die Technikergebühr dann übrigens auch völlig legal, weiß gar nicht, was ihr hier alle redet...

Echt mal wieder nur Profis am Werk :D
 
Nicht zahlen oder das Geld bei der Bank zurückbuchen. Das kannst Du binnen 6 Wochen nach abgang.

Klasse Tipp, denn wer sowas macht kann mit Mahngebühren und weiteren Kosten oder gar Strafen rechnen. Ist nicht zu empfehlen und sollte man nur in Kenntniss des anderen einsetzen!
 
PongLenis schrieb:
Echt mal wieder nur Profis am Werk :D

Wie der TS bereits beschrieben, Er hatte zuvor gekündigt, das 3 Monate vorher. Es existiert keine "Vertragsauflösegebühr", es gilt das Sonderkündigungsrecht, womit die Kündigung entsprechend bei Neubezug in Kraft tritt. Die Technikergebühr ist nicht legal, da kein Vertragsverhältnis Zustande gekommen ist und der TS mehrmals auf besagten Umstand in seinem Haus hingewiesen hat. Man kann keine Leistung berechnen, die der Kunde nicht möchte, dann trotzdem in Vorleistung geht. Die besagte Vorleistung hat 1&1 selbst zu tragen. Meinetwegen sollen sie die Gebühr dem zuständigen Mitarbeiter in Rechnung stellen, der den Unsinn veranlasst hat.

@TS

Vieles wurde bereits gesagt. Am besten den Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein oder über ePost per Brief, da kannst du ebenfalls den Versand digital nachweisen und sparst dir das Einschreiben mit Rückschein. Lege im Widerspruch am besten noch mal höflich aber bestimmt ausführlich dar, weswegen 1&1 aus deiner Sicht im Unrecht ist. Wenn du noch etwaige Paragrafen findest, umso besser.

Sollte 1&1 hartnäckig bleiben zwecks Inkasso, ab zur Verbraucherzentrale oder einen Anwalt. Die Verbraucherzentrale wäre hier günstiger. Aber ich hoffe mal, das 1&1 ein einsehen hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Natürlich ist ein Vertrag zustande gekommen. Der, den er schon in seiner alten Wohnung hatte.
Die Sonderkündigung beim Umzug kann nur der Anbieter aussprechen, wenn er am neuen Wohnort keine gleiche Leitung schalten kann. Nicht aber der Kunde!
 
@PongLenis

Falsch, der Vertrag ist mit der neuen Wohnung erloschen. Rate mal, wozu das Sonderkündigungsrecht da ist. Besagtes Sonderkündigungsrecht kann natürlich vom Kunden ausgesprochen werden, muss es sogar. Bitte verwechsle das nicht mit einer Zustimmung. Die Zustimmung muss 1&1 aber geben, das ist gesetzlich so festgelegt und damit ein Automatismus. Sonst ergäbe das besagte Sonderkündigungsrecht keinen Sinn.
Und bitte lesen, 1&1 hat besagte Kündigung bereits bestätigt.

Ein Sonderkündigungsrecht, auch außerordentliches Kündigungsrecht, ist das einseitige Gestaltungsrecht, ein bestehendes Rechtsverhältnis zu kündigen, wenn im Übrigen die Möglichkeit zur Kündigung nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt besteht. Das Sonderkündigungsrecht kann so ausgestaltet sein, dass der Berechtigte das Rechtsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist, mit einer verkürzten oder ungekürzten Kündigungsfrist kündigen darf. Ein Sonderkündigungsrecht kann sich aus einem Gesetz ergeben oder vertraglich vereinbart worden sein.
Wiki
 
Nein, mit einer Wohnung erlischt nicht automatisch der Vertrag, wäre ja noch schöner.

Auch ergibt sich durch den Umzug KEIN Sonderkündigungsrecht. Und was irgendwer am Telefon bestätigt hat, ist auch relativ egal.
 
Natürlich ergibt sich für den TE durch den Umzug hier ein Sonderkündigungsrecht da 1&1 nicht mehr liefern kann. Man hat sogar nen Sonderkündigungsrecht wenn man z.B. statt VDSL nur noch ADSL bekommt oder Kabel.
 
Ach Leute:
http://dejure.org/gesetze/TKG/46.html

(8) Der Anbieter von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten, der mit einem Verbraucher einen Vertrag über öffentlich zugängliche Telekommunikationsdienste geschlossen hat, ist verpflichtet, wenn der Verbraucher seinen Wohnsitz wechselt, die vertraglich geschuldete Leistung an dem neuen Wohnsitz des Verbrauchers ohne Änderung der vereinbarten Vertragslaufzeit und der sonstigen Vertragsinhalte zu erbringen, soweit diese dort angeboten wird. Der Anbieter kann ein angemessenes Entgelt für den durch den Umzug entstandenen Aufwand verlangen, das jedoch nicht höher sein darf als das für die Schaltung eines Neuanschlusses vorgesehene Entgelt. Wird die Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten, ist der Verbraucher zur Kündigung des Vertrages unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats berechtigt.

Ja stimmt, im Endeffekt muss der Kunde kündigen, da habt ihr recht. Aber erst, wenn der Anbieter geprüft hat, ob der Anschluss möglich ist.
Und wie gesagt: "der durch den Umzug entstandene Aufwand". Und den hatte 1&1 ja nun mal, auch wenn er Anschluss nicht möglich ist.
Theoretisch liegt es sogar im Verantwortungsbereich des Kunden, wenn irgendjemand in der Wohnung die Leitungen kappt!
 
Fakt ist ganz einfach: Hier geht es nicht um strafrechtliche Relevanz, sondern um zivilrechtliche und wenn sich da beide Parteien stur stellen gewinnt der mit dem besseren ( teureren ) Anwalt! Justizia ist nämlich tatsächlich blind! Und dann spielt auch noch die technische Verziertheit des Richters eine Rolle!

Am besten du zahlst diese Gebühr, beißt in den sauren Apfel und hast Ruhe! Bezahlst du nicht kann es so und so ausgehen, inkl. schlechtem Schufa Eintrag usw. wegen 60 Flocken rennt man da nicht zum Anwalt wenn die Lage so gegen einem spricht!

Dreh den Spieß dann lieber um und besteh auf Erfüllung der Leistung und mach ihnen da die Hölle heiß, das bedeutet für die Mehrkosten das die dir lieber bedingungslos kündigen!
 
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@PongLenis

Guter Hinweis. Den hätteste mal gleich bringen sollen. :D Wenn ich es jetzt richtig heraus gelesen habe, ist besagte Gebühr rechtens und die Sonderkündigung könnte trotz der 3 Monate vorab erst ab Beginn des neuen Mietvertrags gelten.

@Luxuspur

Das negiert ja nicht diverse Unregelmäßigkeiten im BGB oder Verwaltungsrecht. Prüfen und abwägen lohnt trotzdem stets. Zumal auch die Gegenseite oft genug nicht gewillt ist, Rechtsmittel einzulegen. Ein gutes Beispiel ist da unsere GEZ. Mit einem gewieftem Brief konnte ich mich vor etlichen Monaten Beiträgen Zurückliegend aus der Affäre ziehen. :)
 
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ich sagte ja wenn sich beide Parteien stur stellen ;p Und alleine wegen dem Schufa Eintrag wäre es mir das schon nicht wert!

Wie gesagt dreh den Spieß um und fordere die Erbringung der vereinbarten Leistung inkl. Schadensersatz für die Dauer der Zeit wo sie das nicht tun ... die kündigen dir dann schneller bedingungslos als du schauen kannst.

@PongLenis: eben darum krallt man sie sich auch eher auf diesem Weg, denn beim klagen gegen diese Kosten kassieren die was ihnen nach Gesetz geschuldet ist, klagts du auf Leistungserbringung wird das aber teuer für sie ... den du hast da den Vertrag dann auf deiner Seite, die sind dann die die ihre Vertragspflichten nicht einhalten!
 
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Meiner Erfahrung nach stellt sich 1&1 ziemlich stur und weicht keinen Euro von dem oben zitierten Gesetz ab. Hab ich alles schon durch gemacht, deswegen kenne ich die Situation ja so genau.
 
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