News 20 Prozent wollen nicht: Wieso Internetnutzer nicht zu Glasfaser wechseln

Conqi schrieb:
Neue Infrastruktur wächst nicht an Bäumen. Ich weiß nicht, wie Glasfaser beim aktuellen Stand günstiger sein soll als DSL.
Verstehe ich auch nicht, aber schau dir die Tarife der Telekom doch mal an. Glasfaser mit 300/150 MBit/s kostet 53 €, VDLS 2 250/40 MBit/s kostet 57 €. Glasfaser ist nicht nur im Verhältnis zur Leistung günstiger, sondern so schon.

Conqi schrieb:
Bewohner einer Großstadt (Münster) hier. Haben 1 Gbit/s Vodafone und die kommen dauerhaft an. Haben trotzdem einen Glasfaser-Vertrag abgeschlossen, damit es Alternativen gibt, wenn dem mal nicht mehr so sein sollte.

Das finde ich ganz ohne Sarkasmus extrem beneidenswert. Ein Freund von mir wohnt hier in einem Appartment im Villenviertel der Stadt, der ist auch zufrieden mit Kabel. Ich wohne in erster Linie in den Innenstadtgebieten hier in Mannheim und habe Unitymedia / Vodafone schon 2 mal ausprobiert + meinen bestehenden Vertrag mitgenommen, als ich her gezogen bin und konnte alle drei mal vorzeitig aus dem Vertrag, weil die Leistung nicht erbracht wurde.
 
Telekom MagentaZuhause
Ist bei uns mittlerweile verfügbar, aber viel zu teuer. 1000er Leitung mit Kabel kostet 50€, Glasfaser, gleich schnell, 90€. Klar mehr Upload, aber den brauche ich nicht
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Aeroway
raychan schrieb:
Ich will nicht aus 2 Gründen.
[...]
2. Kein native IPv4 Adresse mehr (Damit wäre HomeOffice bei mir nicht mehr möglich)
Dem ist nicht so bei jedem Anbieter, bei der "Deutschen Glasfaser" aber auf jeden Fall (CGNAT statt IPv4).
 
Ich bin ein gutes Beispiel dafür, warum Glasfaser trotz vorhandener Infrastruktur nicht unbedingt attraktiv ist.

In meiner Gemeinde Brigachtal wurde ein kommunales Glasfasernetz aufgebaut. Ich gehöre zu den sogenannten „Homes Passed“ – die Glasfaser liegt also praktisch vor meiner Haustür. Trotzdem nutze ich sie nicht.

Der Grund ist ziemlich einfach: die Kosten.

Die Gemeinde berechnet für einen Hausanschluss laut ihrer Richtwerttabelle:

  • 3 m Asphalt à 170 € = 510 €
  • 3 m unbefestigter Boden à 60 € = 180 €
  • 1,5 m Pflaster à 140 € = 210 €
  • Hauseinführung inklusive Abdichtung = 700 €
  • Netzanschlussdose = 350 €
Macht zusammen 1.950 € für gerade einmal 7,5 Meter Anschlussweg. Und das sind lediglich Richtwerte, die tatsächlichen Kosten können auch höher ausfallen.

Zum Dank dafür, dass ich knapp 2.000 € investiere, um das kommunale Glasfasernetz überhaupt nutzen zu können, lande ich anschließend in einem faktischen Anbietermonopol bei Stiegeler – mit entsprechend wenig attraktiven Tarifen. Dass das Netz theoretisch auch anderen Anbietern offensteht, hilft mir als Kunden herzlich wenig, solange diese Wahlmöglichkeit in der Praxis nicht existiert.

Hinzu kommt, dass ich mit meinem aktuellen DSL-250-Anschluss mehr als zufrieden bin. Die Bandbreite reicht für meine Anforderungen vollkommen aus, und ich sehe aktuell schlicht keinen praktischen Mehrwert, der eine Investition von 2.000 € rechtfertigen würde.

Sollte ich irgendwann tatsächlich deutlich mehr Bandbreite benötigen, halte ich es inzwischen sogar für wahrscheinlicher, dass ich auf Starlink oder eine vergleichbare Alternative umsteige, als dass ich mir für einen vierstelligen Betrag Glasfaser ins Haus legen lasse. Das muss man sich eigentlich einmal vor Augen führen: Da liegt ein Glasfasernetz direkt vor der Haustür, und trotzdem erscheint mir perspektivisch ein Internetanschluss über Satellit wirtschaftlich attraktiver.

Ich bin weder technikskeptisch noch habe ich irgendwelche grundsätzlichen Vorbehalte gegen Glasfaser. Im Gegenteil, ich halte die Technologie für sinnvoll und zukunftsfähig. Aber warum sollte ich einen vierstelligen Betrag investieren, um anschließend auch noch mehr für meinen Internetanschluss zu bezahlen, ohne überhaupt eine vernünftige Anbieterwahl zu haben?

Solange Glasfaseranschlüsse mit solchen Einstiegshürden und mangelndem Wettbewerb verbunden sind, braucht sich niemand über die geringe Wechselbereitschaft zu wundern.

Nicht die Kunden müssen vom Mehrwert der Glasfaser überzeugt werden, sondern die Anbieter müssen endlich ein wirtschaftlich überzeugendes Angebot machen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: idle curiosity, G00fY, Aeroway und 15 andere
das hickhack war groß - zuhause (ortsrand kleinstadt) hab ich 9 monate gewartet, die technische umsetzung war problemlos und zügig.

in meinem geschäft (zentrum direkt an der hauptstraße) hab ich 28 monate gewartet - mit ständigem hin- und her, unzähligen streitereien weil niemand sich zuständig fühlte wegen asphaltarbeiten nach dem graben (wir können nur erde und pflaster 😅)

aber wenn's mal da ist und läuft, ist es das beste was einem passieren kann. anständige latenz und guter upload, zu einem der leistung entsprechenden fairen preis. ich kann nicht meckern.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: areiland
Den Spareffekt von DSL auf Glasfaser hab ich bisher auch vergebens gesucht. 😄
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: idle curiosity, Aeroway und turbowiesel
Bin neuerding bei pyur Glasfaser mit 1000/500 für 35€ im Monat und glücklich. Davor 6 Jahre DSL mit 100/40 für 37€ bei der Telekom :freak:
Außer einer festen IPv4 Adresse vermisse ich nichts.
 
mRcL schrieb:
Denn bei Glasfaser ist es so, dass - jedenfalls nach Anfragen bei Telekom, Vodafone, etc. - diese sich nicht auf fremde Netze, à la OpenRAN aufschalten (wollen).

Das ist allgemein nicht richtig. OpenRAN hat damit nichts zu tun, aber grundsätzlich nutzen die Anbieter auch die Netze der Konkurrenz. 1&1 selbst schließt über Versatel keinen einzigen Privatkunden an. Die nutzen grundsätzlich immer andere Netze, nicht nur für ihre Glasfaser,- auch für ihre DSL-Produkte. Für o2 gilt dasselbe.

Richtig ist aber, dass sich die Anbieter nicht mit jedem regionalen Netzbetreiber über einen Zugang einigen können/wollen. Das ist natürlich schlecht für die Preise, aber zum Glück auch eher selten der Fall.
 
textract schrieb:
Verstehe ich auch nicht, aber schau dir die Tarife der Telekom doch mal an. Glasfaser mit 300/150 MBit/s kostet 53 €, VDLS 2 250/40 MBit/s kostet 57 €. Glasfaser ist nicht nur im Verhältnis zur Leistung günstiger, sondern so schon.
Wobei der Vergleich nicht ganz fair ist. Wer sich DSL holt, indem er einfach auf die Telekom-Webseite geht, zahlt unnötig viel. Es gibt fast immer irgendwelche Angebote und eben auch generell günstigere Anbieter. Bei Glasfaser ist man da limitierter aktuell.

textract schrieb:
Das finde ich ganz ohne Sarkasmus extrem beneidenswert.
Ich bin auch sehr froh drum. Hängt hier aber auch stark davon ab, wo genau man wohnt. Früher im Studentenwohnheim kamen abends selbst die 50 Mbit/s manchmal nicht ganz an. Das ist zwar worst case mit hundert jungen Leuten, die streamen und sonst was machen, aber scheiße wars trotzdem. Weiß nicht, ob da in den letzten 10 Jahren durch Upgrades die Situation besser wurde.
 
piccolo85 schrieb:
die Anbieter müssen endlich ein wirtschaftlich überzeugendes Angebot machen.
Das ist bei euch die Ausnahme. Bei euch ist eigenwirtschaftlich kein Ausbau möglich, daher musst du deine Tasche bemühen. Dafür wohnst du schöner und idyllischer als der Durchschnitt.
 
Telekom MagentaZuhause
Es geht nicht immer ums Geld beim Wechsel zu Glasfaser .. bei uns hat das ganze Dorf gewechselt von max DSL 50 eben zu Glasfaser, das sind nun doch Unterschiede egal was das kostet.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: rezzler
Wenn man eine Leitung erwischt hat, die seit Jahren störungsfrei funktioniert, dann wirds schwierig mit Wechseln. A) Brauch ich mehr? Eigentlich nicht. Und B) will ich das Risiko eingehen, dass dann vielleicht nicht mehr alles reibungslos funktioniert? Eigentlich auch nicht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: idle curiosity, Aeroway, SirSinclair und 2 andere
Conqi schrieb:
Es gibt fast immer irgendwelche Angebote und eben auch generell günstigere Anbieter. Bei Glasfaser ist man da limitierter aktuell.

Das stimmt, trifft auf meine derzeitige Situation nur leider nicht zu. Ich wohne hier in einem Hochhaus, wo bis auf Telekom und Vodafone auch niemand drauf sitzt, außer einem einzigen, anderen VDSL 2-Anbieter und der war, als ich das letzte mal geschaut habe, 3 € günstiger. Kein Angebot, für das ich zu einem gänzlich unbekannten Zweitanbieter wechseln werde.
 
Noch nicht verfügbar, aber ich wohn auch nur mitten in der Stadt (Nürnberg), von daher nicht verwunderlich .... :freak:
 
Naja viele sind abgeschreckt von den was man so hört .....jahrelang keinen Anschluss obwohl Kabel im Keller oder auf dem Hof ....

Stark gefolgt von der Preisgestaltung bei zb deutscher Glasfaser .....89 ab Jahr zwei für gbit ..... Im Vergleich gbit bei Kabel 45 +- ich würde wechseln wenn die Möglichkeit bestünde wegen den Upload und auch 20 Euro extra wäre nicht tragisch aber so ....

Wenn ich bei deutscher Glasfaser mit dem Anschluss soweit runtergehe um 45 Euro zu bezahlen sind das 100mbit .... Kompletter Witz
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Joker2488
Es ist in meinem Fall recht simpel: Für den reinen Privatgebrauch (beinahe ausschließlich Streamen und Surfen) in einem Drei-Personen-Haushalt sind 100 Mbit vollkommen ausreichend. Ganz selten lade ich mal ein Spiel herunter, das ein paar GB mehr hat und da muss ich vielleicht dann etwas warten. Der Bedarf für eine höhere Geschwindigkeit ist für mich also nicht gegeben.

Der günstigste hier verfügbare Glasfasertarif bei meinem aktuellen Anbieter hätte 150 Mbit und kostet etwa genauso viel. Das könnte man also machen. Ich müsste aber den Router woanders aufstellen (mein Vermieter hat den Anschluss in der Wohnung nur mäßig praktisch angebracht) und wäre dann für meinen Rechner im Endeffekt auf WLAN angewiesen, weil ich hier nicht so einfach Kabel durch die Wohnung ziehen kann. Das erhöht meine Motivation auch nicht gerade.

Irgendwann werde ich wechseln. Unter den gegebenen Umständen fehlt mir aber noch der entscheidende Anreiz.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: dB150, Catera und Rexaris
Ich habe einen Glasfaser Anschluss im Keller aber nutze weiter Kabel. 1 GBit bei Vodafone ist einfach deutlich günstiger.

Ich habe auch den Vorteil das ich praktisch nie gedrosselt bin, vermutlich ist mein Knoten einfach wenig ausgelastet, ausfälle habe ich seit über einem Jahr auch keinen einzigen mehr gehabt und seit ich eine FritzBox habe läuft auch WLAN super stabil. Auf Anfrage bei Vodafone wegen VPN Problemen im HO habe ich sogar als Privatnutzer gratis immer eine IPV4 Adresse zugeteilt bekommen :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Aeroway und will-lee
Eigentlich hätt ich mir gern Glasfaser ins Haus legen lassen. Einfach um es zu haben. Nach den zwei Jahren Mindestvertragslaufzeit wär ich einfach zu DSL zurückgekehrt. Aber mein EFH liegt ca. 40 Meter im Grundstück. Ich habe zu große Sorge, dass die Bodenrakete die Gasleitung (bzw. Wasser, Strom, DSL) trifft. Ich denke, die Bauarbeiter werden im Akkord arbeiten und nicht gerade vorsichtig sein (können).
 
Ich zahle für 50 MBit DSL ~22€/Monat mit Wechsel alle 2 Jahre. Das ist der Benchmark für Glasfaser. Warum sollte ich mich damit sonst befassen.
50 MBit für dauerhaft 20€ ohne Wechsel? - super, bin dabei!
250 MBit für 25€/Monat - perfekt!
Gbit für 30€/Monat - wahrscheinlich ja.
(wohlgemerkt inklusive Router bzw Modem vor meine bestehende FritzBox)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Aeroway und SirSinclair
Zurück
Oben