Aktuelle politische Lage und Einschätzung

Welche Partei bekommt deine (Zweit-)Stimme zur BTW 2017?

  • CDU/CSU

    Stimmen: 4 2,7%
  • SPD

    Stimmen: 14 9,6%
  • Bündnis 90/Die Grünen

    Stimmen: 5 3,4%
  • Die Linke

    Stimmen: 30 20,5%
  • FDP

    Stimmen: 16 11,0%
  • AfD

    Stimmen: 63 43,2%
  • Sonstige

    Stimmen: 14 9,6%

  • Umfrageteilnehmer
    146
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Das änder aber nichts an noxiels validen punkten. Weder ist die unterscheidung zwischen asyl und einwanderung aus welchen gründen auch immer neu noch ist es falsch, das eine ordentliche gesetzeslage seit jahrzehnten nicht angegangen wurden unter anderem eben auch von jenen afd politikern, die heute in der afd sitzen und sich genau darauf berufen. Warum haben sie sich nicht schon damals dafür stark gemacht, ein differneziertes und realistisches einwanderungsgesetz umzusetzen? Es heute zu fordern und die schuld bei den anderen parteien zu suchen ist lächerlich, weil man diesen angehörte und dort hätte aktiv werden können. Die flüchtlingskrise ist bisher einmalig, die armutsflüchtlinge hingegen gibt es seit jahrzehnten. Haben bisher nur keinen interessiert, weder in der Politik noch im volk. Die afrikanische bevölkerung flüchtet aber nicht erst seit 2015 aus ihren ländern vor armut, hunger und bürgerkriegen. Die massaker im kongo liegen inzwischen jahre zurück und schon damals gab es eine größere flüchtlingswelle. Gemacht wurde trotzdem nie etwas.
 
Der sogenannte "Asylkompromiss" kam schon damals der Löschung des Asylrechts aus dem GG gleich.

"Drittstaatenregelung" ... da Deutschland seit ende des Osblock komplett von sicheren Drittstaaten umgeben ist (und die beiden angrenzenden "Meere" ebenfalls), gibt es keinen Weg nach Deutschland, der bei konsequenter Durchführung des Kompromisses NICHT zur Ablehnung des Antrages führen MUSS.
Der Kompromiss ist heute nichts anderes, als es damals war ... eine Mauer.

"Blitzverfahren" an Flughäfen: Auf die weise wurde das einzige Schlupfloch der Drittstaatenregelung verstopft ... dabei ging es um nichts weiter, als eine Antragsstellung auf deutschem Boden zu verhindern (in dem Fall hätte nämlich das alte Asylgesetz gegriffen).

Ich habe damals gegen diese Verschärfende Abschottungsmaßnahme protestiert, und ich werde auch jederzeit wieder dagegen protestieren.

Ob man 16a nun drin lässt, oder einfach streicht, das mach dank Kompromiss und Dublin eigentlich kaum einen Unterschied.

Ich hatte eben übrigens ein Erlebnis, was mir doch arg zu denken gab ... ein älterer Herr sprach mich in etwas gebrochenem Deutsch an ... es ging zunächst um Tabak und Gesundheit ... und plötzlich schwenkte er um, und ich habe bis zu meinem Ausstieg praktisch nur gewartet, dass er vom "Weltjudentum" zu schwadronieren beginnt.
Bingo ... wahrscheinlich war der gute etwas geschult worden, also sagte er nicht wortwörtlich "Weltjudentum", aber die begriffe "Welt" und "Juden" kamen immer wieder sehr zeitnah aus seinem Mund.
Ich habe ihm dann abschließend gesagt, dass Religion oder Glaube mMn mit keinem der besprochenen Probleme auch nur entfernt etwas zu tun hätten ... Arschlöcher gebe es schließlich in allen Religionen zu hauf.
"Aber bei den Juden ist das ein großer Plan ... das ist Politik bei denen" ... das waren seine Worte ... und ich war froh, die Bahn rechtzeitig verlassen zu dürfen.

Warum erzählt der gerade mir diesen Antisemiten-Müll? Wahrscheinlich weil ich ihn nicht einfach ignoriert habe.
Seit diesem Gespräch bin ich mir sehr sicher, dass unter den Migranten (damit meine ich alle) auch eine ganze Menge Abschaum zu uns kommt ... und leider wird ein Teil dieses Abschaums wohl auch AfD wählen.

Ich spreche nebenbei oft von "Migration" weil das ein Sammelbegriff ist, der in der Debatte komplett falsch genutzt wird (von beiden Seiten).
Mirgation ist zunächst eine Wanderung (im Laufe des geologischen Kreislaufs des Gesteine wird auch von "Migration" gesprochen). Ein Migrant ist zunächst nur ein in Wanderung befindliches Element eines Systems. Die nächste sinnvolle Unterscheidung wäre hier durch einen Präfix zu treffen. Im-migration für die Zuwanderung und Emigration für die Abwanderung (je nach System zwischen Susystemen, oder zum bzw. vom System). Ein Emigrant ist zwingend auch ein Immigrant (entscheidend ist hier der Ort).
Die gesamte Migrationsdebatte dreht sich um einen eher kleinen Teil derer, die nach Deutschland immigrieren.
Diese Gruppe der Migranten mit dem Sammelbegriff zu belegen ist einfach unsinn, denn es handelt sich dabei nur um einen ziemlich geringen Anteil dessen, was wissenschaftlich als Migration zu betrachten wäre.

Solange der Antrag noch bearbeitet wird, gelten sie als Flüchtling, wird der Flüchrtlingsstatus nicht anerkannt, dann folgt der Asylantrag ... nach dessen Ablehnung dann noch ein zweiter ... und das bei einer statistischen Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Antrag von nichtmal 10% (90% der Anträge WERDEN abgelehnt ... seit es das Asylrecht überhaupt gitb hat sich daran nicht wirklich viel geändert.

Wie es genau geregelt ist, das war Rechten aber schon immer total egal ... die wollen es nicht in geregete Bahnen lenken die wollen das einfach garncht.

Integration ist übrigens nicht nur bei der Migration zwischen Nationalstaaten ein Problem ... das kann schon unschöne Blüten tragen, wenn man nur ins Nachbardorf umzieht. Und die Wurzel dieser Probleme ist genau die selbe ... starres festhalten am einzig falschen Grundsatz der Welt: "Meins ist das besteste, rischtigstste, einzigste, wahrste wo überhaupt jemals geben KANN".

Ich kenne Menschen, deren Familie schon vor 1871 nach Lippe kam ... auch fast 150 Jahre später (immerhin 5-6 Generationen) werden denen noch "Besonderheiten" zugeschrieben, die ein "echter Lipper" nicht hat ... wahrscheinlich weint ein "echter Lipper" noch Irminsuhl und Saxnot hinterher und fühlt sich seit Karl dem großen "irgendwie Fremdbeherrscht" ;)
Wichtigstes Vehikel für derartige "fremdenfeindlichkeit" gegenüber Nachbarn ist die Sprache ... "hörscht, der sogt goanet trottoar, de isch wo net von doa".

Egal wo jemand wegen seiner Herkunft schief angegafft wird ... es ist Fremdenfeindlichkeit und dahinter steckt oft genug nichts weiter, als ein großer Haufen Xenophobie ... und Neugier ...

Hat der "Neger" echt nen "BBC"? <- auch das ist Rassismus (und ich meine dabei nicht das Wort mit N).
Der sichernde Griff zur Brieftasche, wenn mal ein vermeindlicher Pole, Zigeuner oder Tunesier (stellvertretend für alle nordafrikanischen Staaten) nahe an einem vorbeigegangen ist <- auch das ist ein überaus von vorurteilsbezogener Fremdenfeindlichkeit getragenes Reflexmuster.
Auch das Lachen bei " ... wo ist eigentlich mein kleines blaues Eimerchen" ist im Grunde pure Fremdenfeindlichkeit (der ganze Witz trieft vor Rassismus).
Aber warum so viele Worte machen, Rassisten werden das ohnehin nie kapieren ... und dem Rest sollte man das eigentlich nicht erklären müssen.
Und genauso werden BILD und Co nicht aufhören, diese Ressentiments zu bedienen ... denn DAS gibt Quote.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hört sich alles recht realitätsfern an, was du da schreibst. Ich kenne keinen Menschen in meinem Umfeld, der dir groß zustimmen würde.
Auch deine Ansicht zum Rassismus kann ich nicht teilen. Wenn bestimmt Straftaten überwiegend von einer Tätergruppe begangen werden, ist es schon richtig denen gegenüber vorsichtig zu sein.
Deine Anspielungen auf Witze verstehe ich nicht, da ich diese nicht kenne aber man kann sehr wohl Witze über Minderheiten machen - alles andere wäre diskriminierend.
Schau dir das mal an, ab 3:30min. Ist doch witzig, oder? :https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4&t=330s
 
mospider schrieb:
Hört sich alles recht realitätsfern an, was du da schreibst. Ich kenne keinen Menschen in meinem Umfeld, der dir groß zustimmen würde.
Und deswegen muss seine Ansicht dann wohl falsch sein? Weil es deinem Gefühl und deiner Lebenswirklichkeit widerspricht. Wenn es nur so einfach wäre.....

mospider schrieb:
Auch deine Ansicht zum Rassismus kann ich nicht teilen. Wenn bestimmt Straftaten überwiegend von einer Tätergruppe begangen werden, ist es schon richtig denen gegenüber vorsichtig zu sein.
Dann sollten wir "den Sachsen" gegenüber vorsichtig sein? Ist das deine Aussage?
 
@DerOlf,

Der sogenannte "Asylkompromiss" kam schon damals der Löschung des Asylrechts aus dem GG gleich.

"Drittstaatenregelung" ... da Deutschland seit ende des Osblock komplett von sicheren Drittstaaten umgeben ist (und die beiden angrenzenden "Meere" ebenfalls), gibt es keinen Weg nach Deutschland, der bei konsequenter Durchführung des Kompromisses NICHT zur Ablehnung des Antrages führen MUSS.
Der Kompromiss ist heute nichts anderes, als es damals war ... eine Mauer.

"Blitzverfahren" an Flughäfen: Auf die weise wurde das einzige Schlupfloch der Drittstaatenregelung verstopft ... dabei ging es um nichts weiter, als eine Antragsstellung auf deutschem Boden zu verhindern (in dem Fall hätte nämlich das alte Asylgesetz gegriffen).

Ich habe damals gegen diese Verschärfende Abschottungsmaßnahme protestiert, und ich werde auch jederzeit wieder dagegen protestieren.

Ob man 16a nun drin lässt, oder einfach streicht, das mach dank Kompromiss und Dublin eigentlich kaum einen Unterschied.

Genau meine Rede, diesen Umstand hatte ich vor einigen Seiten hier schon erwähnt, nur nimmt sowas anscheinend keiner zur Kenntnis. Und weiter wird dann dummes Zeug abgesondert.
Es gibt keinen legalen Zugang zu Deutschland. Und die Antwort darauf eingiger lautet dann wohl, warum auch, wenn die umliegenden Staaten sicher sind.
Hier hat man sich sehr gut isoliert, ein intelligentes Gesetz gemacht, aus Angst es könnten zu viele zu uns wollen.


Deine anderen Ausführungen halte ich nicht für realitätsfremd. Gerade der Antisemitismus ist aktueller denn je. Es gibt schon einige Kapitalismsukritiker, die letztendlich den bösen Banken...Juden haben Banken....die Schuld an allem Bösen in die Schuhe schieben wollen. Es gibt ja sowas wie eine Weltverschwörung der Reichen, die Reichen sind Juden. Und diese lenken die Welt nach ihren Vorstellungen.
 
Noxiel schrieb:
Und deswegen muss seine Ansicht dann wohl falsch sein? Weil es deinem Gefühl und deiner Lebenswirklichkeit widerspricht. Wenn es nur so einfach wäre.....


Dann sollten wir "den Sachsen" gegenüber vorsichtig sein? Ist das deine Aussage?

Jeder darf seine eigene Ansicht haben. Ich würde auch gerne verstehen warum diese so ist, wenn sie weit von der anderen abweicht.

Deine Anspielung mit "den Sachsen" kann ich nicht nachvollziehen aber ich denke Du weißt schon wie es gemeint war.
 
Ist schon klar das du es nicht in deiner welt verstehst, widerspricht es doch deinem lebensgefühl und deiner filterblase. Dabei ist noxiels satirischer seitenhieb absolut passend. Sehe ich nicht wie ein „biodeutscher“ aus, muss ich mich deiner logik in manchen gebieten sachsens und dem sonstigen deutschlands sofort in selbstverteidigungsmodus gehen sobald jemand mit kurzgeschorenen an dir vorbeigeht. Es gibt hier keinerlei unterschied in der „faktenlage“ oder der logik, der du folgst. Du kannst nicht hergehen und eine solche Argumentation für die eine gruppe als gerechtfertigt sehen und für eine andere nicht, nur weil es dir ins weltbild passt.
 
Jamaika Koalition und Einschätzung - die Grünen

Eine Jamaika Koalition ist insbesondere für die Grünen nicht gerade ideal. Jedoch bei der politischen Gestaltung / Regierungsbildung (schwarz, gelb, grün) der nächsten 4 Jahre könnten sich die Grünen als kleine Partei einer besonderen Rolle annehmen, um auch ihr eigenes Profil für spätere Jahre erkennbar neu zu schärfen.

Viele brennende Fragen lassen sich insbesondere an die Grünen richten, „in denen das Soziale - jedenfalls auf den ersten Blick - nicht das Zuhause hat, das es haben müsste“ und könnten ausgleichend wirken.

Ein Artikel dazu aus der SZ: http://www.sueddeutsche.de/politik/...e-gruenen-geht-es-um-die-existenz-1.3694153-2
„Dass das schwer wird, gerade auch gegen persönliche Träume und Hoffnungen mancher Spitzenkandidaten, steht außer Zweifel. Die wichtigere Frage fürs Überleben der Grünen ist aber, wie man nach vier Jahren gut, vielleicht sogar sehr gut aus einem Jamaika-Bündnis herauskommen möchte. Hat man für die Menschen etwas besser gemacht? Und hat man dabei so viele wie möglich mitgenommen? Hat man also nicht nur eigene Interessen, sondern das große Ganze im Blick behalten? Diese drei Fragen müssten die Grünen zu ihren zentralen Fragen erklären. Dann haben sie eine gute Chance, bei denen zu punkten, die sie trotz ihrer Rituale gewählt haben“.
 
@mospider:
Zunächst zu dem TV-Total-Ausschnitt. Ja der Typ ist witzig, er hat aber auch ein ganz bestimmtes Thema - Humor. Und Humor, das sollten wir doch alle wissen, Humor ist auch, wenn man trotzdem lacht.


Find ich aber mal komisch, dass du den Witz garnicht kennst ... ich schreibe ihn hier lieber nicht rein ... denn das wäre wohl ein Fall fürs Aquarium.

Niemandem ist klarer, dass auch lesbische, alte Rollstuhlfahrerinnen aus Afrika einfach mal total üble Unmenschen sein können ... aber ich tüte nicht gleich alle Lesben, Alte, Afrikaner UND Rollstuhlfahrer deswegen so ein, weil mir EINE (oder zwei, drei) irgendwie fies aufgefallen ist.
Die nächste kann ja total anders zu sein.
Ich würde auch nicht wollen, dass "Deutsch" an Fernsehbildern vom Oktoberfest definiert wird ... das gleiche in Grün.

Ich begegne erstmal einem Menschen, und versuche möglichst wenig in meiner Begegnung mit diesen Menschen dadurch lenken zu lassen, was ich für komische "gerüchte" über "solche menschen" gehört habe.

Natürlich ist es auch rassistisch, Deutsche als pünktlich zu bezechnen, denn eine ganze Menge deutsche haben das einfach nicht verdient (denn die sind definitiv NICHT pünktlich).
Genauso sagt auch der Umstand, dass über 20% der Sachsen AfD gewählt haben nicht sicher aus, dass "man" in Sachsen eben rechts denkt ... genau DESWEGEN kann man Sachsen ja auch satirisch gegen Rechte einsetzen ... auf viele Sachsen trifft das nicht zu, denn die sind nicht rechts ... mir ist klar, dass ich da ein Vorurteil bediene, wenn ich Sachsen zur NoGo-Area für Linke erkläre ... ich fühle mich in Sachsen allerdings nicht sicher - und ich bin links.
Es ist trotzdem immer wieder interessant, wie auf dieses "Dunkeldeutschland" gerede reagiert wird, gerade von denen, die ansonsten mit Vorurteilen um sich werfen, als wäre es geschnitten Brot, das jeder braucht und haben will.

Ich komme aus einer Gegend, in der den Leuten ein grundsätzlicher Geiz vorgeworfen wird (den Kupferdraht sollen wir durch Pfennigdreherei erfunden haben, und die Schotten sind angeblich wegen "Verschwendungssucht" ausgewiesene Exil-Lipper) ... mehr als müdes Lachen erntet man mit sowas hier nicht mehr, denn der Hut ist echt alt.
Ich kann darüber lachen, solange es SO thematisiert wird, dass klar werden kann (wie bei dem Comedian übrigens auch), DASS es sich dabei um Satire handelt, und keinesfalls um Dinge, die man über mich ganz sicher weiß.
Wenn ich einen Lipper angreifen will, dann zitiere ich Otto v. Bismarck, der einmal gesagt haben soll, er wolle die Revolution gerne in dieser Region erleben, denn da würde ALLES ca. 100 Jahre später ankommen (was bedeutet, dass auch für mich der erste Weltkrieg bald vorbei ist ... Yippie).

Und nun zu meinem Rassismus-Begriff ... ich habe ihn vom "Rasse"-Begriff losgelöst, denn der moderne Rassismus bedient sich nicht mehr dieser plumpen Schiene ... allerdings sehe ich, was "vorurteils-" oder "gruppenbezogene Fremdenfeindlichkeit" im Alltag bewirkt ... z.B. das dringende Gefühl, scheinbar "fremden" gegenüber so zu sprechen, dass auch Grundschüler in der 2. Klasse das verstehen können ... das wirkt zunächst (und wird von den akteuren oft auch so verstanden) als "freundliches Entgegenkommen" und als solches ist es auch nicht weiter bedenklich ... allerdings symbolisiert es gleichzeitig eine fundierte Abschätzung des gegenüber, denn es wird dabei vorrausgesetzt (ungefragt), dass der jenige sprachliche Probleme haben könnte. Man hat keine Ahnung, wie ausgeprägt die Sprachkompetenz bei dem jenigen ist ... und trotzdem adressiert man ihn wie einen IDIOTEN. Und genau das tut man nur, weil man daran glaubt, dass alle, die "Merkmal xy" tragen, sprachliche Probleme haben.
Man spricht deutlich, langsam, mit korrekten Artikeln und fast hörbaren Satzzeichen.

Es mag sein, dass die einen Post wie den hier, nicht verstehen könnten (einen Versuch ist es definitiv wert) ... aber "die dritte links, und dann bei der Ampel wieder rechts" wird wohl etwas weniger komplex sein ... da ist es einfach nur unnötig ... und nebenbei ist eine Sonderform für Lerner so ziemlich das kontraproduktivste, was ich mir als Pädagoge so vorstellen kann.
Wenn wir so auf Sprachprobleme reagieren, dann ist auch kein Wunder, dass Menschen seit 30 Jahren in DE leben, und immer noch diese Sprachprobleme haben.

Das gleiche Problem habe ich beim Umgang mit Alten ... die gleiche soße - Laut, deutlich, langsam ... ganz ohne Aufforderung. Bei einzelnen ist das aber garnicht notwendig, denn deren Gehör funktioniert vielleicht noch einwandfrei ... oder sie haben ein Hörgerät, welches auf "normale Sprecher" eingestellt ist ... da fiepen von der Rückkopplung hört man sogar als Aussenstehender noch recht deutlich.

Mein Standpunkt dazu, wer spricht, dem kann geholfen werden ... aber wer's maul nicht aufkriegt, der ist letztlich selbst schuld, wenn er sich durch alles selbst durchswursteln muss.

Mir geht es dabei um Vorurteile ... ich spreche zunächst ganz normal ... bis ich entweder darauf aufmerksam gemacht werde (am liebsten vom Adressaten selbst), dass die Kommunikation so nicht gelingen wird (ein "Hä?" mit entsprechender "Konzentrations-Mimik" reicht da oft aus). Manchmal bemerke ich auch an den Antworten, dass da wohl was akkustisch nicht so ganz angekommen ist. Oder ich merke es daran, wie sich der entsprechende (Adressat) über das Gespräch äußert (auf der Metaebene).
In diesen Fällen (die nur Beispiele darstellen), passe ich meine Kommunikation dann auf diese spezielle Person an. Ich verfalle aber ganz sicher nicht bei jedem über 70jährigen in den gleichen Modus, in dem ich bei Gesprächen mit meinem Vater bin (er ist auf der einen Seite fast Taub).

Auch mit Zuwanderern (egal wo her) rede ich zunächst, wie mit allen anderen auch ... wer damit Probleme hat, der kann mich jederzeit darauf hinweisen, und ich werde mich anpassen ... aber von vornherein, gleich mit "Schwörersprache" oder "du mir geben ..." anzufangen, weil jemand nicht aussieht, wie ein deutscher Ureinwohner, das ist mMn Rassismus, weil es den Menschen nicht als Individuum sieht, sondern ausschließlich als Teil einer Gruppe (der man selbst NICHT angehört und angehören will), und ihm dadurch Eigenschaften zuschreibt, die man für die Gruppe als "Merkmal" betrachtet.

Und um genau diese unhinterfragte Zuschreibung geht es mir, denn die wird übertragen ... aus dem Korb Äpfel pickt man die faulen Äpfel raus ... aber man schmeißt nicht den ganzen Apfelkorb weg.
Und das ist das eigentlich dumme an Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, sie fragen nicht nach Individuen und Charaktereigenschaften, sondern nur nach Zuschreibungen, die die eigenen Erzählungen bestärken ... dabei geht es am ende allerdings nur um eines und das ist die Selbsterhöhung via Fremderniedrigung.
"Ich bin selbst scheiße ... aber DIE (da drüben, oben, unten, links, rechts) sind noch schlimmer" ... Nebenbei DAS Erfolgsrezept gescripteter Reality-TV-Shows.

Rassismus ist da eigentlich der falsche Begriff, denn was ich da an der Gesellschaft kritisier, ist weitaus größer und richtet sich lang nicht nur gegen Fremde.
Die gleiche Argumentation kann ich mit Sexismus, Homophobie, Heteronormativität, durchführen.
Oder mit JEDER anderen "Differenzlinie" die für unsere Gesellschaft bedeutung hat (Geschlecht, Alter, Sexualität, Sport, BIO .. es ist ganz egal was man da nimmt, es hängen immer unhinterfragte Zuschreibungen daran, die nur sagen, "Die (Anderen) sind anders als Wir, und da Wir die besten sind, müssen die schlechter sein).

So funktioniert auch Fremdenhass ... und wo die Vorurteile wiederlegbar sind (weil z.B. genügend Exemnplare beobachtet werden können, auf die zugeschriebene Eigenschaften NICHT passen ... wie unpünktliche Deutsche), da widerlegt sich auch der Fremdenhass meist von selbst.

Daher der mittlerweile tausendfach gut belegte negative Zusammenhang zwischen Migrationsanteil und AfD-Wahlergebnis (bei jeder Partei am rechten Rand gab es Studien dazu, warum diese Partei in einzelnen Wahlkreisen so erfolgreich war ... das Ergebnis war immer, dass es dort wenig Ausländer gab ... ansonsten gab es nur geringe Unterschiede).

Das wirklich schlimme an Vorurteilen ist meiner Meinung nach, dass sie ganze Gruppen mit Eigenschaften belegen, die tatsächlich nur wenige der Gruppe tragen ... und damit beinalten Vorurteile zu über 90% Lügen (ohne "ein Körnchen Wahrheit" kommen nichtmal Märchen aus).

Sorry für den endlosen Beitrag, ich hatte das Gefühl, mich erklären zu müssen.
Falls es jemanden genauer interessiert: Ein sehr guter Suchbegriff für Google wäre hier "Ethno-Kulturelle-Zugehörigkeitsordnung".
Weiterhin gibt es von der Uni-Bielefeld eine Langzeit-Studie zum Thema "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" (GMF-Survey leider nur für den Zeitraum 2002 - 2012).
Die Begriffe haben sich leicht gewandelt, seit ich in dem Projekt selbst aktiv war, daher bitte ich um Verständnis, wenn nicht alles zu 100% passt ... in den letzten 15 Jahren hat sich sprachlich einiges in dem Bereich getan.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als ich heute von der Arbeit heim gefahren bin, habe ich mal wieder BR5 im Radio gehört. Und daheim gleich mal nach nem Link gesucht.
Hier liegt ein großer Teil unserer Probleme begraben.
Und wenn man das einmal richtig anginge (Staatenübergreifend) wäre mehr als genug Kohle da um dem Thema "Flüchtlingspolitik" auf eine adäquate Art und Weise zu begegnen. Es wäre genug Kohle da um Flüchtlingsströmen in den Entstehungsräumen vor Ort schon ein Stück weit zu begegnen und denen, die dann immer noch hierher kommen adäqua zu versorgen und zu behandeln.

Aber durch die unsäglichen Verflechtungen von Politik und Wirtschaft in Kombination mit der zunehmenden Globalisierung geschieht an dieser Front weiterhin nichts.
Und Amazon/ Aple sind nur zwei global operierende Unternehmen, die hier stellvertretend für viele andere (auch deutsche) Unternehmen stehen.

Sie sind es die den Staat ausbluten und nicht die paar Flüchtlinge.

Nur auf letztere "einzuhacken" ist für Karl und Lieschen Müller natürlich einfacher, zumal dies ja dann auch noch von politischer Seite her mehr oder weniger propagiert wird.
Und solange wir uns hier unten die Schädel gegenseiteig einschlagen, können die da oben immer schön so weitermachen, wie bisher.
(Letzten Satz bitte als stark überzogen ansehen...)
 
Hagen_67 schrieb:
Und solange wir uns hier unten die Schädel gegenseiteig einschlagen, können die da oben immer schön so weitermachen, wie bisher.
(Letzten Satz bitte als stark überzogen ansehen...)
Warum sollte ich das als Überzogen betrachten?
Es ist doch lediglich eine Spielart eines systemübergreifenden Herrschaftsprinzip, welches schon Machiavelli thematisierte: "(zer)teile und herrsche" (oder in englisch "divide and conquer" ... erst spalten, dann erobern ... ist im grunde das Gleiche).
Um zu sehen, dass sich "teile" hier nicht auf "gib den anderen was ab" beziehn kann, sollte man mal im entsprechenden Buch nachschauen.
Il Principe - Der Fürst
Und bevor das Machiavelli Bashing wieder losgeht (hallo Linke), sei mal dieses etwas andere Werk des Herren ebenfalls ans Herz gelegt:
Discorsi
Danach sollte man mal darüber nachdenken, dass "der Fürst" eine Auftragsarbeit gewesen ist ... der Wortlaut/Sinngehalt der Discorsi hätte Machiavelli wohl den Kopf kosten können.
Man sagt seinem Vorgesetzten ja auch nicht, "Führungskräfte verrichten keine Arbeit" ... obwohl Physiker da von der Aussage her durchaus zustimmen könnten ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig. Das fängt bei solchen Konzernen an und endet bei Leuten die im Überfluss leben und z.B. 6000€ für ne Autowäsche ausgeben.

Ein Problem ist, dass das häufig mit Neid wegdiskutiert wird. Neidisch auf Apple's Erfolg, neidisch auf jemand der 12 Autos hat usw.

Da diese Problemverursacher häufig in bester Gesellschaft sind und eben auch die Politik ihren Teil vom Kuchen abbekommen (sei es nun durch Parteispenden oder "Koffer" die n Runde machen) ist die Chance argumentativ durchzukommen gleich 0.

Vllt. sind es aber auch gerade die Armutsflüchtlinge, die den nötigen Systemwechsel voranbringen können. Denn spätestens wenn die vor den Luxusvillen stehen und sich nehmen was sie wollen, dann wird was geändert. Das mag jetzt noch übertrieben klingen, aber wer in Geschichte gut aufgepasst hat -und das nicht nur bei der Deutschen- weiß es besser. Der Kapitalismus ist nicht per se schlecht, aber er benötigt dringend Reformen.

Da gibt es sicher schon einige gute Zukunftsmodelle in den Schubladen mancher Forscher/Wissenschaftler, aber zum Thema "Aktuelle politische Lage und Einschätzung" passt das dann wohl nicht.

Das wirklich traurige ist, dass wir langfristig vermtl. aufgrund unseres Systems und dem Widerstand es fairer zu gestalten nicht um eine gewaltfreie Lösung drumrum kommen.
 
Zuletzt bearbeitet: (nicht 4 sondern 6000)
MichiLH2 schrieb:
Ein Problem ist, dass das häufig mit Neid wegdiskutiert wird. Neidisch auf Apple's Erfolg, neidisch auf jemand der 12 Autos hat usw.
Ich gönne den jungs von apple ihren Erfolg ... sogar dem Linder gönne ich seine öffentliche Anerkennung, die er so fachmännisch herbeimoderiert. Ich habe echt Respekt für sowas, kann auch ein Stückweit nachempfinden, wie sich das anfühlt (leider ohne Geld als Bonbon).
Ich neide den Leuten ihren Erfolg nicht, ich finds nur kacke, was is der Welt passiert, WEIL ein erfolgreiches Unternehmen eben die Sachverständigen hat, um Schlupflöcher zu entdecken oder gar zu erfinden (so wie jeder neue neue BTMG-Eintrag zum Auftauchen einer "neuen" Designerdroge führt), das Unternehmen hat auch begründetes Interesse daran, diese Schlupflöcher auszunutzen ... aus unternehmerischer Sicht wäre es sogar regelrecht DUMM, vorhandene Schlupflöcher NICHT zu nutzen ... und wenn das nunmal funktioniert, dann wäre es auch dumm, den Einfluss bei Politikern nicht dahingehend zu nutzen, dass die vom Unternehmen entdeckten (und daher genutzten) Schlupflöcher von der Politik nach Möglichkeit geschützt werden.
Diese legalen Möglichkeiten NICHT zu nutzen, wäre ein freiwilliger Verzicht auf leicht zu erlangene Vorteile ... das wäre doch zutiefst UNKAPITALISTISCH.
Die Marktwirtschaft ist schon OK, aber man muss sie eben daraufhin optimieren, dass Ungleichgewichte nicht derart zielgerichtet verstärkt werden können ... und da versagt die "deutsche Politik" seit 1871.
das Kaiserreich war eine Wirtschaftsmarionette, weil die Kraft (Militär) der Nation von der Schwerindustrie abhängig war.
Auch die weihmarer Republik muss als zweiklassengesellschaft gesehen werden.
Übers 3. Reich braucht man in dem Bezug garnicht erst reden.
Die BRD machte einen recht guten Start, der tatsächlich vielen Wohlstand brachte ... allerdings bestand auch in den Wirtschaftswunderjahren eine durchaus beträchtliche Kluft zwischen Arm und Reich. Es hatten nur eben einfach alle genug und in anbetracht der Kriegsnöte war das auch Grund zur Zufriedenheit.
Und dann ... dann kam der "change" ... das ende des Vietnamkriegs hat auch in DE sehr viel verändert ... auch hier gab es Demonstrationen ... auch in Deutschlöand gabs eine Hippiebewegung.
Und plötzlich wurde thematisiert, was in Deutschland schon seit dem alten Fritz "falsch" gelaufen ist ...
Die Probleme sind nicht neu, sie gehören eigentlich mit wenigen kurzen "Rülpsern" der Geschichte zu Deutschland dazu.
Und die Probleme sind in Deutschland noch nur in abgeschwächter Form zu bemerken. Dafür sind sie anderswo umso heftiger haben dabei aber weniger mit Namen aus der deutschen Geschichte zu tun.

Das wirklich traurige ist, dass wir langfristig vermtl. aufgrund unseres Systems und dem Widerstand es fairer zu gestalten nicht um eine gewaltfreie Lösung drumrum kommen.
das habe ich ja jetzt erst gesehen - du meintest sicher gewaltsam oder? Eine gewaltfreie wäre mir sicher auch lieber.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf ... aber die stirbt ja auch bekanntlich als letztes.
 
Zuletzt bearbeitet:
MichiLH2 schrieb:
Das wirklich traurige ist, dass wir langfristig vermtl. aufgrund unseres Systems und dem Widerstand es fairer zu gestalten nicht um eine gewaltfreie Lösung drumrum kommen.

Seh ich anders, wenn die Altparteien richtig haushalten und sich an erster Stelle ums eigene Volk kümmern würden, wäre eigentlich für jeden (auch im Alter) genug da um zu eine schöne Rente zu haben.

Da aber die halbe Welt in die Sozialsysteme eingeladen wird, andere Länder und Banken gerettet werden usw. fehlt es halt an Bildung, eigenen Kindern und Milliarden fürs Alter.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der erste Absatz ist richtig, der zweite nicht...
Ich versteh nicht warum sich diese blöde Schlussfolgerung so lange halten kann und immer wieder hoch kommt.
 
Weil sie nicht widerlegt werden kann.
 
Ich verstehe nicht, warum das mit der "Einladung" sooo falsch ist.
Schließlich wird Asyl gemeinhin als Tür zur permanenten Duldung oder sogar zum Bleiberecht umfunktioniert. Ob das so vorgesehen ist (da scheinbar selbstverständlich die Integration ans Asyl hinten angehangen wird, obwohl Asyl ja wie ein Gastrecht ist).

Asyl mündet letztendlich in HartzIV :


https://www.waz.de/politik/zahl-der...-iv-beziehen-nimmt-rapide-zu-id210790825.html

Anspruch auf die Grundsicherung für Arbeitsuchende hat, wer das Asylverfahren durchlaufen und eine Bleibeberechtigung erhalten hat.

777.000 Menschen aus „nicht europäischen Asylherkunftsländern“ erhalten jetzt die Grundsicherung für Arbeitsuchende, ein Anstieg um 431.000 oder 124 Prozent innerhalb eines Jahres. Allein eine halbe Million Hartz-IV-Empfänger kommt aus Syrien, 110.000 aus dem Irak, 65.000 aus Afghanistan.

Vor allem diese Entwicklung führt nun auch zu einer massiven Veränderung im Hartz-IV-System: Inzwischen ist fast jeder dritte Hartz-IV-Empfänger (31,1 Prozent) ausländischer Nationalität – 2011 lag der Ausländeranteil erst bei 19 Prozent, 2016 war die Quote schon auf 27 Prozent gestiegen. Insgesamt haben dem Behördenbericht zufolge 1,89 Millionen Ausländer Anspruch auf Hartz IV, ein Plus von 409.000 innerhalb eines Jahres.


Ein Programm, mit dem Nahles Flüchtlinge in Ein-Euro-Jobs bringen wollte, erweist sich als Flop. Weniger als ein Viertel der 100.000 Plätze sind bislang belegt.

Die Bundesagentur für Arbeit bilanziert nun nüchtern, die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen werde mehrere Jahre brauchen. „Ihre Arbeitslosmeldung ist ein erster Schritt in einem Integrationsprozess, der aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse und formalen Qualifikationen längere Zeit in Anspruch nehmen wird“, heißt es in dem Bericht. Nahles drückt es prägnanter aus: „Das ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf.“



Die Altparteien haben diese Entwicklung schlicht ignoriert. Wer aber davon betroffen ist, der kann ganz ohne Polemik oder Braunfärbung auch sagen: Für mich war kein Euro zu viel da, und kein Job, aber Asylbewerber bekommen auf einen Schlag die gleiche Leistung, und konkurrieren nach Deutschkurs und Schule und noch mehr Goodies auch noch um die gleichen Arbeitsplätze. Und das dann auch noch mit dem Vorteil, statt 8.84€ nur 1€ zu kosten.

Damit wird selbst der 450€-Job zum Prrivileg, was man abschaffen kann.



Steinmeiers Rede ist für mich ein Aufruf der Politik ein Eiwanderungsgesetz zu erstellen.
 
Was ich an der Einladungspolemik falsch finde ist schnell erklärt.
Der erste (und daher der scheinbar wichtigste Grund) für die Probleme bei der sozialen Abscherung werden in der größeren Menge an Ausländern im Sozialsystem gesehen.
Die Probleme waren allerdings schon lange vorher sichtbar, haben also mit der Flüchtlingswelle 2015 nicht wirklch viel zu tun.
Dass dese Welle ein ohnehin vöällig marodes Sozialsystem zusätzich belastet, ist kar.
Die Griechenlandretung (oder Hilfen für andere Länder) ist dann meist das zweite ... als wäre das die wirklich riesige Belastung.
Und ganz zum Schluss kommt (manchmal sogar recht halbherzig) dann die Bankenrettung ... die doppelt so teuer war, wie 10 Jahre lang 2 Mio Flüchtlinge durchzufüttern.

Was dabei immer beflissentlich ignoriert wird, ist das schon lange vor 2015 das Sozialsystem von Staatswegen geschächtet wurde.
Privatisierung der Rente (und aller möglichen anderen Dinge), der Gesundheitsvorsorge (weniger Zuzahlungen bei höheren Beiträgen ... vollen Versicherungsschutz gibts nur noch mit Zusatzversicherungen), der Einrichtungen des öffentlichen Lebens, des kulturellen Engagements. Sparzwang in den Komunen (die Schulen zu finanzieren haben ... Flüchtlingsunterkünfte nebenbei auch).
Und daneben eine Wirtschaft, die sich über jeden Pups, den sie mehr beitragen soll beschwert, und ALLES lieber von anderen bezahlen lassen will ... aber Gewinne möglichst komplett selbst beansprucht.

Die Flüchtlineg sind nur eine Ablenkung ... und Volkes Zorn lässt sich gerne drauf ein.
Dabei ist das eigentlich ganz genau die Falsche Adresse. Wenn wir uns um Flüchtlinge kümmern müssten, dann um die die OBEN aus dem Sozialsystem flüchten.

Ich bin für ee Kapitalertragssteuer, denn ich finde es zwar auch falsch, jeden Euro doppelt zu besteuern ... bei der KapitalERTRAGSsteuer geht es jedoch nicht um die angelegten Euro, sondern um damit erwirtschaftete Renditen ... eben der "Ertrag" aus der Kapitalanlage. Da wird NICHT der "verdiente" oder angelegte Euro nochmals besteuert, sondern nur der Gewinn, den du damit weterhin erwirtschaftest.
Und wenn du 1 Euro anlegst, und nach einem Jahr dann €1,20 draus geworden sind, dann sind die 0,20 ein ZUSÄTZLICHES Einkommen, welches selbstverständlich versteuert werden müsste. Und bei der Kapitalertragssteuer geht es beileibe nicht um Cent-Beträge.
Solange darauf keine Steuer erhoben wird, fließen Milliarden, die in deutschland als Einkommen erwirtschaftet werden, am Fiskus vorbei ... leider noch immer legal.
Durch die Mhrwertsteuer wird ohnehin schon doppelt und dreifach besteuert ... die Erträge aus Kapitalanlagen bilden hier die Ausnahme, da sie momentan nicht direkt besteuert werden, sondern nur indirekt (über MwSt, wenn mans wieder ausgibt, bei Reinvestition guckt der Staat dann kompett in die Röhre).

Ich halte das für falsch ... denn so wie die Zuwanderungszahlen in den letzten Jahren gestiegen sind, so ist auch die Bedeutung des Kapitalertrages als Einnahmequelle gestiegen.

Warum sollte nun gerade auf die wachsenden Flüchtlingszahlen mit Nachdruck reagiert werden?

Wenn das Geld nicht reicht, gibt es immer ZWEI wege. Man kann sehen, wie man Geld spart (das ginge über die Zuwanderungsregulierung und -rediktion - alles andere wird die Besorgten ohnehin nicht zufriedenstellen) ... oder man erhöht die Einnahmen ... letzteres ist über eine Kaitalertragssteuer problemlos möglich, und mMn tut die auch niemandem weh, solange man sie in einer vernünftigen Höhe ansetzt (z.B,.bei ca. 25%).
Zudem sollten all die Kleinanleger, die davor nun Angst haben (man hat immer Angst davor, für ehemalige Geschenke plötzlich was zahlen zu sollen), sich aber gleichzeitig über "freche Bänker" aufregen, sollten sich darüber im klaren sein, dass die Hauptlast der kapitalertragssteuer eben von Banken, Fonds u.s.w. zu tragen wäre ...
Da ist EUER (oder UNSER) Geld hingeflossen ... und genau da wehrt man sich (ganz traditionell) auch besonders heftig dagegen, auch nur einen Cent davon in irgendeiner art wieder zurückzugeben ... geschwiege denn soziale Verantwortung zu übernehmen.

Eine Kapitalertragssteuer ist eine gute Möglichkeit, die Gewinne der Wirtschaft zu einem keinen Teil zu resozialisieren ... Wer ncht das VOLLE Risiko trägt, der sollte auch nicht die Erträge komplett behalten dürfen - Meine Meinung. Und da die Risikoübernahme durch die Staaten nun ja für die nächsten Jahrzehnte nur schwer wieder loszuwerden ist (ahhhh ... oh mein gott, die Reichen werden abwandern, es wird 150% Arbeitslose in DE geben), betrachte ich es als staatspflicht, hier die Verursacher egal welcher Krise, wenigstens ein Stück weit in die Pflicht zu nehmen.

Ich finde übrigens extrem geil, wie sich Apple, Amazon, Google und Co momentan mit Steuernachfoerderungen herumschlagen müssen ... die Dänin macht das mMn sehr gut.
Endlich mal jemand, der kapiert hat, dass man in diesem Belangen NICHT auf einen freien Markt bauen darf. Denn die Unternehmen müssen das ausnutzen, und das treibt die Staaten in einen steuerlichen Konkurenzkampf ... der letztlich dort enden würde, wo der Staat die Niederlassung bekommt, der den Unternehmen die größten jährlichen Auszahlungen aus den Steuertöpfen gewährt.

Dem ist ein Regel vorzuschieben ... hoffentlich spielen die Gerichte mit.
 
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KTelwood schrieb:
Ich verstehe nicht, warum das mit der "Einladung" sooo falsch ist.

..es war nie die "halbe Welt" und Länder wurden auch nie "gerettet" sondern Gelder von Banken und Investoren.
Dass die Kohle für Bildungsystem fehlt, hat damit zu tun, dass die Länder daran gerne sparen, die "Schuldenbremse" hat zusätzlich jedoch die Situation noch verschärft.
Das Rentensystem haben völlig andere verbockt. Maschmeyer, Rürup, Riester und auch solche Propagandahelden wie Raffelhüschen, lachen sich bestimmt heute noch jeden Morgen darüber ins Fäustchen, wie einfach man hier die Mehrheit der Bürger über den Tisch ziehen konnte.

Vorgestern ist übrigens der demographische Wandel, mit dessen Horrorszenarien wir bald 20 Jahre genervt wurden, vom Institut der Deutschen Wirtschaft vorerst für die kommenden 30 Jahre abgesagt worden: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-10/bevoelkerungsentwicklung-deutschland-2035-waechst-institut-deutsche-wirtschaft
 
Ach nein ... ist es jetzt schon so offensichtlch, dass sogar die Wirtschaft nicht mehr an die unhaltbaren Prognosen glauben kann?
Es steht schlimm um Wirtschaftsdeutschland ;)

Mal ganz ehrlich, was hat man denn von Prognosen erwartet, die aus der Entwicklung der letzten Jahrzehnte auf das komplette nächste Jahrhundert zu schließen versuchten ... JEDER Mathematiker hätte denen schon vor 20 Jahren sagen können, dass das Mumpitz war.

Wenn wir es jetzt noch schaffen, die Versicherungsunternehmen davon abzubringen bei ihren beitrags- und Auszahlungsberechnungen mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ÜBER 100 jahren zu operieren (teilweise über 120), dann könnte unser gesetzliches versicherungssystem auch garnicht mehr so gefährdet aussehen. Eigentlich wäre das der nächste logische Schritt, denn diese Berechnungen rechtfertigen sich auch über den demografischen Wandel und die diesbezüglichen Prognosen ... die sich ja nun als nicht ganz so richtig erweisen.
Bitte nachregulieren.

Als nächstes dann bitte den passiven Kündigungsschutz der PKV lockern ... es geht nicht an, dass der Umstieg von GKV auf PKV jederzet problemlos möglich ist, aber auch ein Hartz4 Empfänger nicht einfach in die GKV zurück kann. Derlei "Versichertenknebelung" steht im krassen Widerspruch zu jedem Wettbewerbsgedanken, der doch angeblich der große Vorteil der Privatisierung ist.
Die PKV's untereinander stehen im Wettbewerb ... um PKV und GKV-Versicherte.
Die GKV spielt dabei allerdings nicht so richtig mit, denn einmal an die PKV verlorene Versicherte, bekommt man nur extrem schwer wieder zurück in die GKV ... eigentlich ein Fall für's Kartellamt ... oder für die dänische Wettbewerbswächterin.
Hartz4 Empfänger in der PKV zu halten, widerspricht aussrdem dem Anspruch, die Kosten der Sozialsysteme möglichst niedrig zu halten ... denn PKV IST nunmal einfach teurer als GKV ... auch im Basistarif.

Ich fordere hier echte Wahlfreiheit ... natürlich muss es möglich sein, aus der PKV auszusteigen, wenn die sich ausser durch höhere Beiträge und Vorrauszahlung kaum von der GKV unterscheidet.
Im Vergleich mit dem PKW: Du hast einen Diesel von VW gekauft, und das verpflchtet dich, auch weiterhin Diesel von VW zu kaufen UND zu fahren ... egal welche guten Gründe da auch immer dafür sprechen könnten, KEINEN VW zu kaufen (oder zu fahren).

Wenn schon freier Markt, dann doch bitte auch für alle.

Was passiert eigentlich, wenn man die Beiträge an die PKV nicht mehr zahlt? schmeißen die einen dann raus? (das wäre immerhin eine Möglichkeit, da wieder raus zu kommen).

Bevor die Frage kommt, ich selbst bin in der GKV.
Es geht dabei um einen Mitbewohner (Student), der momentan aufgrund horrender PKV-Beiträge massive Probleme hat, seine Miete zu zahlen. "Reingerutscht" ist er da über eine Familienversicherung (Vater als Handwerksmeister natürlich in der PKV), er wurde scheinbar nicht gefragt, ob er in die GKV wechseln möchte.
Zu Studienbeginn muss gefragt werden, genau wie bei der Aufnahme sozialversichreungspflichtiger Arbeit nach dem Studium UND beim erreichen des 30. Lebensjahres.
Leider sind das bisher die einzigen Möglichkeiten, aus der PKV zu entkommen, die ich gefunden habe.
Mir geht es jetzt darum, wie der Typ sein Studium abschließen kann (er braucht nicht mehr viel) ohne nur wegen dem Ausstieg aus der PKV sein Studium abbrechen zu müssen.
Ich sehe noch zwei weitere Möglichkeiten ... wenn er wirklich nicht an den neuralgischen Punkten gefragt wurde, könnte er sich eventuell aus der PKV herausklagen ... kostet aber auch ertmal Geld.
Ansonsten gäbe es noc die Möglichkeit, möglichst fix den Master of Education abzulegen, und dann ins Referendariat zu wechseln ... sozialversicherungspflichtige Arbeit also.

Hat hier jemand noch ne andere Idee?
(Es passt eigentlich nicht hier hin, also wohl lieber per PN)
 
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