Aktuelle politische Lage und Einschätzung

Welche Partei bekommt deine (Zweit-)Stimme zur BTW 2017?

  • CDU/CSU

    Stimmen: 4 2,7%
  • SPD

    Stimmen: 14 9,6%
  • Bündnis 90/Die Grünen

    Stimmen: 5 3,4%
  • Die Linke

    Stimmen: 30 20,5%
  • FDP

    Stimmen: 16 11,0%
  • AfD

    Stimmen: 63 43,2%
  • Sonstige

    Stimmen: 14 9,6%

  • Umfrageteilnehmer
    146
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
@Ibn.ABDUL,

Da du mich nicht kennst, verzeihe ich dir nochmals ;). Das kannst du mir sicherlich nicht vorwerfen, prangere ich die ganzen Jahre schon das asoziale Hartz 4 und die von ihren Grundsätzen entfernte SPD an. Was Nahles hier abzieht ist einfach erbärmlich, genauso dass die SPD sich nicht von Hartz 4 distanziert und nachbessert bzw das Ding abschafft.
 
Lunke schrieb:
@the_plague: Wenn du tatsächlich mit dem geleakten Programm argumentierst, dann schau dir diese Analyse an: https://correctiv.org/blog/2016/03/14/das-afd-programm-entschluesselt/

Einige Punkte haben es in sich:

Tut mir leid, aber die Analyse einer Organisation, die klar im AFD-gegner lager zu verorten ist (Rudolf Augstein Stiftung), will ich mir einfach nicht antun.
Ich hab mir im letzten jahr genug hetzschriften aus dieser richtung durchgelesen.


Lunke schrieb:
the_plague, du verteidigst hier die falschen. Auch wenn Petry & Co. sich hin und wieder zu sozialen Versprechen hinreißen lassen, im Grunde sind das Menschen, die eine (neo)liberal-erzkonservative Politik bevorzugen. Schau dir die Historie der AfD-Führungspersonen an. Wann sind diese je glaubhaft für den "kleinen Mann" aufgestanden?

Das kann gut sein. Aber es für mich eh noch etwas hin bis zu wahl. Also warte ich bis ich was handfestes zum lesen habe und schaue wie sich die leute so positionieren.
Aber wie ich auch schon schrieb, in einer repräsentativen Demokratie ist die Wahl immer ein kompromiss und auch wenn mir bei der afd nicht alles passt, bietet sie mir unterm Strich am meißten.

Lunke schrieb:
Dass in der aktuellen Politik vieles schief läuft, bestreite ich gar nicht. Ich kann deinen Frust über die etablierten Parteien verstehen und es gibt nichts, was ich mir mehr wünschen würde, als eine wählbare Alternative zum neoliberalen Einheitsbrei. Aber bitte, überlege dir, ob die AfD wirklich Teil der Lösung oder nicht viel mehr Teil des Problems ist. Noch mehr Privatisieren? Noch mehr Steuern senken? Noch weniger für die sozial schwächsten tun? Entspricht das wirklich deinen Vorstellungen?

Nein. Aber ich wähle lieber Politiker, die das dann auch klar so sagen und nicht scheinheilig drumrumreden.


Lunke schrieb:
Man darf die Hoffnung auf eine bessere Politik nicht aufgeben. Politik für die Menschen, nicht für die Wirtschaft und das reichste 1%, ist möglich, wenn wir zusammenstehen und nicht gegeneinander hetzen. Deutsche gegen Ausländer. Niedriglöhner gegen Arbeitslose ... Das alles sind Scheingefechte, die von den wahren Übeln ablenken sollen.
Oder um es mit den Worten von Bernie Sanders zu sagen:
When people stand together, and are prepared to fight back, there's nothing we can't accomplish.

Das ist ja die sache, diese soziale frage ist extremst schwer zu lösen. Durch Automatisierung und Digitalisierung gehen massenhaft Arbeitsplätze flöten, gleichzeitig wächst die Bevölkerung auf der Welt exponentiell.
Viele sehen im BGE ein Heilmittel, aber das wird nicht funktionieren, da es das Land, wie der Kommunismus, wettbewerbsschwächer machten würde.

Aber immerhin könnte man, wenn es die AfD durchsetzt, mit einer direkten Demokratie darüber abstimmen, ob man ein solches Modell vielleicht mal ausprobiert.
 
Ibn.ABDUL schrieb:
Abend! Komisch ist nur, das jetzt alle darauf rumhacken ""wie unsozial"" die AFD jetzt ist.
Und was macht die AfD? Knibbelt das Etikett "Hartz4" ab und pappt "Bürgergeld" drauf. Verbessert wird für den Langzeitarbeitslosen gar nichts, im Gegenteil kann man das Parteiprogramm auch dahingehend interpretieren, dass diese Zwangsdienste (wir reden hier von 30 Stunden Woche) für 1000 Brutto das ausschließliche Einkommen darstellen und dies auf die Grundsicherung auch noch angerechnet wird.

Ganz groß. Darüber hinaus beabsichtigt die AfD ebenfalls den Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung abzuschaffen und komplett dem Arbeitnehmer aufzubürden.

Die Liste könnte man beliebig fortführen, auch die VDS gibts gratis dazu.
 
Ibn.ABDUL hat diese Scheinheiligkeit übrigens grad nochmal wieder deutlich gemacht. Auf der AfD rumhacken wie unsozial, das Programm ist, und dann sowas abziehen. Auf so einen scheiß hab ich keinen bock mehr.
 
the_plague schrieb:
Nein. Aber ich wähle lieber Politiker, die das dann auch klar so sagen und nicht scheinheilig drumrumreden.

:confused_alt: Also du bist damit nicht einverstanden, unterstützt die aber trotzdem, weil die wenigstens klar sagen, dass sie eine arbeitnehmerfeindliche Politik vertreten? Wie wäre es, wenn du dir eine Partei aussuchst, die das sagt und auch tut, was deinen Vorstellungen entspricht? Wäre für mich irgendwie logischer...

the_plague schrieb:
Das ist ja die sache, diese soziale frage ist extremst schwer zu lösen. Durch Automatisierung und Digitalisierung gehen massenhaft Arbeitsplätze flöten, gleichzeitig wächst die Bevölkerung auf der Welt exponentiell.
Viele sehen im BGE ein Heilmittel, aber das wird nicht funktionieren, da es das Land, wie der Kommunismus, wettbewerbsschwächer machten würde.

Indem man in Zeiten der Automatisierung noch mehr Druck auf die arbeitende Bevölkerung ausübt, staatliche Transferleistungen noch mehr zurückdrängt, das ist also die richtige Antwort? Die richtige Antwort wäre hier für mich Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Wenn es insgesamt weniger zu arbeiten gibt, dann wäre es am sinnvollsten, wenn jeder ein wenig weniger zu arbeiten hat, damit nach wie vor möglichst viele Menschen eine Arbeitsstelle haben. Dann braucht man auch kein BGE, wovon ich nämlich auch nicht gerade der größte Fan bin. Aber von der AfD habe ich bisher nichts in diese Richtung gehört.

P.S. Glaubst du wirklich, dass die AfD mit dem neuen Parteiprogramm vom Saulus zum Paulis wird? Die gleichen Leute, die bisher eher mit Aussagen "Wir sind die bessere FDP" (vgl. Petry), Hetze gegen Transferleistungen (Wahlprogramm Rheinland-Pflaz) aufgefallen sind, sollen dann plötzlich ein arbeitnehmerfreundliches Parteiprogramm aufstellen? Und selbst wenn das so wäre. Nur mal angenommen. Wie glaubwürdig ist das dann? Ist das dann nicht genauso scheinheilig wie bei den anderen Parteien?
 
Zuletzt bearbeitet:
Meinst du das die massive Einwanderung kein druck auf den arbeitsmarkt ausübt? Für die deutschen niedriglöhner nicht gerade sozial. klingt natürlich nach "die nehmen uns die arbeit weg". aber ist es so, oder nicht?
 
the_plague schrieb:
Tut mir leid, aber die Analyse einer Organisation, die klar im AFD-gegner lager zu verorten ist (Rudolf Augstein Stiftung), will ich mir einfach nicht antun.
Ich hab mir im letzten jahr genug hetzschriften aus dieser richtung durchgelesen.
ich stimme der Analyse auch nicht vollständig zu, aber insbesondere in folgenden Punkten:

1. Auf wiedersehen Sozialstaat, war schön mit dir.
Die AfD will ALGI privatisieren, die gesetzliche Unfallversicherung abschaffen.

2. Mehr anormale Menschen.
Das mit den alleinerziehenden finde ich in dem verlinktem sehr schön beschrieben:
Wer wird „unverschuldet alleinerziehend”? Das können nur Frauen und Männer sein, deren Partner gestorben ist. Alle anderen wählen das Lebensmodell „Alleinerziehend“ mehr oder weniger freiwillig. Frauen kriegen Kinder, ohne zu heiraten. Frauen entscheiden sich gegen eine Abtreibung und für das Kind, auch wenn sie den Vater nicht mögen. Frauen und Männer trennen sich von ihrem Partner – oder werden von ihm verlassen.

3. We(h)r macht den sowas, dieser Punkt klingt ja schon reißerisch ;)
Wehrpflicht. Huhu, sinnlos Lebenszeit verschwenden, jeder junge Mensch in Deutschland träumt davon. Wer freiwillig hin will, soll freiwillig hin oder haben wir irgendwelchen guten Gründe für eine Zwangsrekrutierung?
Auch wenn ich bis dahin (hoffentlich) viel zualt für denb und bin: Zur Musterung nicht mit einer normalen Brille, sondern mit einem "Keinen Finger Krum für AfD-Deutschland" Balken vor den Augen :D

4. Nach uns die Sintflut
CO2 als "Gutes" Gas hinzustellen und denk Klimawandel leugnen... was als nächstes? Chemtrails abschaffen wollen? Neuschwabenland öffentlich zugänglich machen? Jedem Bundesbürger einen Aluhut und eine Alhutversicherung schenken?
Wenn nein: Beweise für die Thesen.
 
the_plague schrieb:
Für die deutschen niedriglöhner nicht gerade sozial. klingt natürlich nach "die nehmen uns die arbeit weg". aber ist es so, oder nicht?

Klar, daher muss man auch am Mindestlohn festhalten, egal ob Flüchtling oder nicht. Das Gegenteil davon wurde in den vergangenen Monaten aber immer wieder Vorgeschlagen, meist von Arbeitgebern und häufig von rechts.

Aber wo werden heute eigentlich keine Jobs gefährdet? Die IT sorgt in den kommenden Jahren für enorme Jobverluste in Branchen, die bislang davon verschont geblieben sind. Selbstfahrende PKW/LKW, Arbeitsplatzverluste in den Dienstleistungsbranchen (von Banken bis zu Einzelhändlern), die Liste ist endlos. Von der Besteuerung von Maschinen/IT sind wir aber noch weit entfernt, immerhin diskutieren nicht wenige das BGE.
Jeder Import von Waren aus Asien, die nicht früher als "Kolonialwaren" im Handel waren, steht heute für Arbeitsplatzverluste im Inland.

Über all das wird wenig gesprochen, lieber beisst man sich an Flüchtlingen fest, die nach einer politischen Lösung in Syrien schneller verschwunden sein können, wie es manchem lieb sein mag.
 
the_plague schrieb:
Meinst du das die massive Einwanderung kein druck auf den arbeitsmarkt ausübt? Für die deutschen niedriglöhner nicht gerade sozial. klingt natürlich nach "die nehmen uns die arbeit weg". aber ist es so, oder nicht?

Das ist genau das, wovon ich gesprochen habe. Das Scheingefecht "Ausländer gegen Deutsche" soll von den wahren Problemen ablenken. Denn sei mal ehrlich, ging es den Niedriglöhnern besser, als noch keine Flüchtlinge da waren? Waren es nicht eher die Hartz-Reformen, die zu einer massiven Ausweitung des Niedriglohnsektors geführt haben?
Außerdem frage ich mich, warum genau sollen Einwanderer Druck auf den Arbeitsmarkt ausüben? Heißt das, je mehr Menschen in einem Land leben, desto mehr Druck entsteht auf dem Arbeitsmarkt? Eigentlich hat das doch gar nichts damit zu tun, oder? Denn mehr Menschen (die etwas Essen wollen, Kleidung brauchen usw.) heißt mehr Nachfrage nach Gütern, also entsteht ein Mehrbedarf an Arbeitskraft. Das gleicht sich wieder aus. Am Schluss ist arbeitsmarkttechnisch alles so wie vorher, nur dass in dem Land nun mehr Menschen leben.

Was jedoch tatsächlich Druck ausüben würde wäre, wenn es für die Einwanderer Sonderregeln gäbe, dass diese weniger Lohn bekommen. Das sollte mit allen Mitteln verhindert werden. Wenn es jedoch tatsächlich dazu käme, dass z.B. der Mindestlohn für Flüchtlinge außer Kraft gesetzt würde (was ja derzeit diskutiert wird), wäre das eine Riesensauerei. Aber das wäre dann nicht die Schuld der Einwanderer! Sondern die der Politiker, die erreichen wollen, das Lohnniveau weiter abzusenken. Und du kannst mir glauben, die gleiche Art Politiker (inkl. AfD) finden auch Möglichkeiten, ohne Einwanderer das Lohnniveau zu senken. (siehe Hartz-Reformen) Die Lösung besteht also nicht darin, die Einwanderer fortzujagen, sondern die Politiker.
 
Zuletzt bearbeitet:
ja, scheingefecht, meinetwegen, weil die wahren verursacher wo anders sitzen. das mag schon sein. aber man muss halt nicht nur die ursachen angehen sondern auch die symptome und das ist im moment nun mal der millionenfache, illegale grenzübertritt.

aber warten wir es ab, wie sich das alles bis 2017 entwickelt, dann schaut man halt, welche partei das geringste übel darstellt ;)
 
Lunke schrieb:
Die Lösung besteht also nicht darin, die Einwanderer fortzujagen, sondern die Politiker.
Immer und immer und immer wieder?

Ich meine ... Unkraut wächst doch nach ... ;)
Und überhaupt: Wer soll den dann bitte dieses schmutzige Geschäft übernehmen? Anständige Bürger sollten davon die Finger lassen ... das wusste schon meine Oma ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo
Godde schrieb:
prangere ich die ganzen Jahre schon das asoziale Hartz 4 und die von ihren Grundsätzen entfernte SPD an. Was Nahles hier abzieht ist einfach erbärmlich, genauso dass die SPD sich nicht von Hartz 4 distanziert und nachbessert bzw das Ding abschafft.
Was soll an Hartz4 asozial sein ? Hartz4 ist eines der besten Sozialsysteme der Welt, es gibt nicht viele Länder in denen Menschen die nicht arbeiten mehr bekommen.
Menschen die nicht arbeiten bekommen ca. 800-900€ monatlich, das ist mehr als genug, ich finde das mindestens die Hälfte des Taschengeldes in Gutscheinen ausbezahlt werden müsste, für die es keinen Alkohol/Tabak gibt.
Ich bin der Meinung wer nicht arbeiten will und wer es nicht gebacken bekommt einmal im Monat zu einem Termin zu erscheinen deutlich stärker bestraft/sanktioniert werden müsste, wer nicht kooperativ ist hat kein Geld verdient.
Es darf nicht sein das die arbeitende Bevölkerung die Hängemattenbürger die nicht arbeiten wollen so gut versorgt das viele gar keine Lust mehr haben arbeiten zu gehen, weil sie mit Hartz4 und etwas Schwarzarbeit gut leben können.
Wovon träumst du denn ? 2000€ bedingungslos für jeden der nicht arbeiten will ? Wer soll das bezahlen ?

Lunke schrieb:
Waren es nicht eher die Hartz-Reformen, die zu einer massiven Ausweitung des Niedriglohnsektors geführt haben?
Eigentlich nicht, Hartz4 hat mit der Ausweitung des Niedriglohnsektors am wenigsten zu tun, es gibt doch kein Gesetz das den Firmen vorschreibt wenig zu zahlen, dafür sind eher folgende Punkte verantwortlich:
Die Automation in der Industrie die menschliche Arbeitskraft wegrationalisiert und unrentabel gemacht hat.
Der internationale Konkurrenzkampf inkl. Preiskrieg, vor allem mit Asien und Osteuropa.
Das Überangebot an billigen Arbeitskräften, unter anderem wegen der Freizügigkeit im EU Arbeitsmarkt.
Der einfache Wechsel des Firmen-/Produktionsstandortes ins billigere Ausland.
Die Gier der Unternehmer und Aktionäre.
Die Geiz ist Geil Mentalität der Deutschen, niemand ist mehr bereit angemessen für etwas zu bezahlen, das kann nicht klappen, niemand will angemessen bezahlen aber jeder will angemessen verdienen.

Wer heutzutage als Hilfsarbeiter durchs Leben rennt, und sich mit Ausländern die erst 5 Jahre hier sind in den beruflichen Konkurrenzkampf um einen 8,50€ Deppenjob begibt, hat den Knall nicht gehört und ist selber schuld.

Grüße Tomi
 
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DerOlf schrieb:
Immer und immer und immer wieder?

Ich meine ... Unkraut wächst doch nach ... ;)
Und überhaupt: Wer soll den dann bitte dieses schmutzige Geschäft übernehmen? Anständige Bürger sollten davon die Finger lassen ... das wusste schon meine Oma ;)

Ja, leider. Gute Politiker muss man schon mit der Lupe suchen, aber die gibt es! In England z.B. Jeremy Corbyn, in den USA derzeit Bernie Sanders.

Tomislav2007 schrieb:
Was soll an Hartz4 asozial sein ? Hartz4 ist eines der besten Sozialsysteme der Welt, es gibt nicht viele Länder in denen Menschen die nicht arbeiten mehr bekommen.
Menschen die nicht arbeiten bekommen ca. 800-900€ monatlich, das ist mehr als genug, ich finde das mindestens die Hälfte des Taschengeldes in Gutscheinen ausbezahlt werden müsste, für die es keinen Alkohol/Tabak gibt.
Ich bin der Meinung wer nicht arbeiten will und wer es nicht gebacken bekommt einmal im Monat zu einem Termin zu erscheinen deutlich stärker bestraft/sanktioniert werden müsste, wer nicht kooperativ ist hat kein Geld verdient.
Es darf nicht sein das die arbeitende Bevölkerung die Hängemattenbürger die nicht arbeiten wollen so gut versorgt das viele gar keine Lust mehr haben arbeiten zu gehen, weil sie mit Hartz4 und etwas Schwarzarbeit gut leben können.
Wovon träumst du denn ? 2000€ bedingungslos für jeden der nicht arbeiten will ? Wer soll das bezahlen ?

Grüße Tomi

In der Theorie klingt das alles super. Nur leider ist das in der Praxis so, die Jobcenter-Mitarbeiter entscheiden nach nach Gutdünken über Sanktionen. Die Sozialgerichte sind überlaufen mit Klagen und 40% der Klagen wird stattgegeben. Dann gibt es Fälle, da werden alleinerzeihende Eltern per Androhung einer Sanktion zu einem Job gezwungen, der bezüglich Arbeitszeiten unmöglich mit der Erziehung der Kinder vereinbar sind. Sanktionen gibt es auch, wenn du einen Job ablehnst, bei dem der Lohn lächerlich niedrig ist. Selbst diejenigen, die die einen Job haben, bekommen das zu spüren, denn der Chef könnte ja einen neuen einstellen und den Lohn dann nach belieben festlegen. Denn abgelehnt werden darf der Job ja nicht. Es ist Konsens, dass gerade Hartz-IV zu einer unheimlichen Lohnabsenkung geführt hat. Selbst Schröder, der damalige Bundeskanzler, hat das bestätigt. (vgl. hier)
Eine Alternative wäre, dass man z.B. sagt, Arbeitslose bekommen standardmäßig das absolut notwendige Minimum (worauf sich niemand gerne ausruhen wollte, was aber notfalls zum Überleben reicht, falls man einen Job aus gutem Grund nicht annehmen will) Aber diejenigen, die wirklich keinen Job finden, sich nachweislich bemühen und regelmäßig im Jobcenter erscheinen, bekommen einen kleinen Bonus. Es ist auch eine moralische Frage: Darf das Überleben eines Menschen von dessen Wohlverhalten abhängen?
Ergänzung ()

Tomislav2007 schrieb:
dafür sind eher folgende Punkte verantwortlich:
Die Automation in der Industrie die menschliche Arbeitskraft wegrationalisiert und unrentabel gemacht hat.
Der internationale Konkurrenzkampf inkl. Preiskrieg, vor allem mit Asien und Osteuropa.
Das Überangebot an billigen Arbeitskräften, unter anderem wegen der Freizügigkeit im EU Arbeitsmarkt.
Der einfache Wechsel des Firmen-/Produktionsstandortes ins billigere Ausland.
Die Gier der Unternehmer und Aktionäre.
Die Geiz ist Geil Mentalität der Deutschen, niemand ist mehr bereit angemessen für etwas zu bezahlen, das kann nicht klappen, niemand will angemessen bezahlen aber jeder will angemessen verdienen.

Seltsam, dass dieselben Effekte im Rest Europas nicht zu einer Lohnsenkung geführt haben? Hartz IV trat 2004 in Kraft, ab da gab es einen Erdrutsch, bevor es sich wieder normalisiert hat:

LOHN-IV.gif
 
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Nette Grafik @Lunke. Mir war garnicht bewusst, dass Deutschland schon vor H4 vom Lohnniveau her das europäische Schlusslicht war ... Aber damit ist für mich eindeutig eines geklärt ... die Flüchtlinge kommen nicht wegen des hohen deutschen Lohnniveaus zu uns (da wäre JEDES Land auf dieser Grafik eine bessere Adresse als DE).

Aprpos Jobcenter:
Ich habe gestern mal wieder einen Vermittlungsvorschlag bekommen - diesmal als Sachbearbeiter beim BAMF.
Wer meine Posts hier gelesen hat, der sollte wohl wissen, dass ich sehr viele Dinge lieber tun würde, als Asylanträge auf Abschiebemöglichkeiten abzuklopfen (in der Stellenausschreibung wurde es "Analyse auf verwertbare Abschiebeverbote" genannt).
Noch dazu suchen die gezielt nach einer Bürofachkraft - die ich definitiv nicht bin (meine Qualifikationen weisen bis auf die mMn selbstverständlichen und vor allem bei Akademikern zu erwartenden Office-Kenntnisse nichts in dieser Richtung auf).
Wenigstens ist es diesmal keine Stelle, für die ein Führerschein Klasse B erforderlich ist ... den habe ich nämlich nicht, und dennoch steht das meist im Anforderungsprofil der Vermittlungsvorschläge.
Aber einen Führerschein bezahlen? Nöööööö ... nicht ohne Bestätigung eines Arbeitgebers.
Mittlerweile wurden fast €20.000 in Coachings (gut das erste hat tatsächlich was gebracht) und Weiterbildungen investiert ... wenn ein Arbeitgeber mal all meine Qualifikationen sehen will, dann bekommt er von mir ein 10-Seiten Dokument aus Zeugnissen und Bescheinigungen ... beim letzten Online-Bewerbungsvorgang sollte ich meine Quzalifikationen und Referenzen zusammen mit dem Anschreiben in einer .pdf-datei hochladen. Und? ... die Datei war zu groß für das Portal ...
Danke Jobcenter für die vielen unsinnigen Zusatzqualifikationen, die leider die "fehlende Kulturtechnik Führerschein" nicht kompensieren können ... mir war das von Anfang an klar ...
Wäre es nicht günstiger und dem Ziel des Jobcenters (mich in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bekommen) viel zuträglicher, wenn man einfach ca. €3.000 in einen Führerschein investiert hätte, statt fast €20.000 auf diese Weise zu verbrennen?
Haben die nicht mitbekommen, dass der Führerschein heute schon bei Verkaufskräften und Bürohengsten als zwingende Vorraussetzung angesehen wird?
Aber die Sachbearbeiter beim Jobcenter zucken bei dieser Geschichte immer nur mit den Achseln, geben mir recht, dass das nicht so der Bringer ist, können aber dennoch nichts tun, weil die Bürokratie das eben nicht hergibt. Führerschein bezahlen die nur bei Arbeitgeberzusage (schriftlich) oder bei unzumutbaren Pendelzeiten (ca. 3-4h/tag).
Und das ist tasächlich Krank, denn in meinem Fall ist die wirksamste Maßnahme von der Bürokratie ausgeschlossen - auch wenn sich alle übrigen Beteiligten einig sind, dass der Führerschein mein Attraktivität viel stärker steigern würde, als eine Weiterbildung zum Personalentwickler oder Projektmanager.

Und den Lappen privat finanzieren? Mit Hartz 4? Das kann dauern. Ich habs mal nachgerechnet, und 1 - 2 Stunden im Monat könnte ich mir bei den günstigsten Fahrschulen in Bielefeld wohl leisten ... da dauert der Lappen dann ja auch "nur" knapp 1 Jahr.
 
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DerOlf schrieb:
Natürlich gibst du nur die Zahlen aus Deutschland an ... schau dir die Situation weltweit an, dann siehst du wie derbe untertrieben 20.000 p.a. noch sind.

Und das betrifft mich jetzt noch mal genau, weil?

DerOlf schrieb:
Abgesehen davon komme ich auf eine Summe von fast 3500 Verkehrstoten im Jahr 2015 (durchschnittlich knapp 300 Tote/monat) ... und das sind immerhin über 15% der 20.000 die ich weltweit spekuliert hatte ... und das in einem Land wie DE mit der "Überregulation" und der Angst ums heilige Blech.

Wie gesagt, das ist der Preis für die Mobilität. Etwas wofür man sich bewusst entscheidet.

DerOlf schrieb:
Aber die Welt ist dir ja egal - "solange sie nicht nach Europa kommt" - gell? Später ist dann wahrscheinlich auch Europa zweitrangig ... hauptsache das kommt nicht bis nach Deutschland.

Wenn unsere Nachbarländer irgendwann im Chaos versinken, wäre das nicht „zweitrangig“. Deshalb müssen diese Menschenmassen effektiv daran gehindert werden, Europa zu erreichen.

DerOlf schrieb:
Du wärst sogar bereit, gegen altbewährte Verträge (Seerecht) zu verstoßen, nur damit "DIE" draußen bleiben ...

Was soll die Alternative sein? Wollen wir weiterhin von Millionen von Menschen erpressbar bleiben?

Was sendet das denn für ein Signal? Kommt ruhig alle her, uns sind eh die Hände gebunden. Tolles Signal.

Wir müssen uns an Australien orientieren und das Signal „Europa wird NICHT euer Zuhause“ senden.

DerOlf schrieb:
Warum nicht Frontex mit A-Bomben ausrüsten, dann machen die gleich Asche aus den Wirtschaftsschmarotzern ... alternativ tuts wohl auch ein Senfgas-Teppich auf dem Mittelmeer?

Es gibt genug nichttödliche Mittel das Mittelmeer und Europa sauber zu halten.

DerOlf schrieb:
Aber bitte nicht zu nahe an unseren Urlaubszielen in Spanien, Italien, Griechenland oder der Türkei ... nicht das der unbescholtene EU-Bürger am Ende das Elend doch noch sehen muss ...

Genau deshalb soll das Elend ja auch draußen bleiben und nicht nach Europa kommen.

Wer die Dritte Welt importiert, wird selbst zur Dritten Welt.

DerOlf schrieb:
Ist schon recht, am liebsten einfach ersaufen lassen ...

Wer sich selbst verschuldet in Gefahr begibt, kommt darin um.

Das ist wie mit dem toten Jungen am Strand. Die Eltern waren bereits in der Türkei und in Sicherheit.
Aber das hat ihnen nicht gereicht und sie haben sie auf den gefährlichen Weg nach Europa gemacht und leichtfertig das Leben ihrer Kinder riskiert.

DerOlf schrieb:
Wer die moralische Verpflichtung zur Hilfe gegenüber Notleidenden nicht sieht bzw. ihr aus egoistischen Gründen nicht nachkommen will, hat mMn jedes Recht auf Hilfe in Notlagen verwirkt.

Diese Leute leiden aber keine Not. Sie sind in Sicherheit, wenn sie Syrien verlassen haben.

Noxiel schrieb:
Gut, halten wir uns also an die Statistik sind in Deutschland 2015 gut 3.475 Menschen in Verkehrsunfällen umgekommen.
Im Zeitraum von 2004 - 2016 sind 400 Menschen Opfer von islamischen Terror in Europa geworden. Quelle

Und jetzt kommst du, und versuchst uns deine diffusen Ängste als akut zu verkaufen? Ernsthaft?

Weil Verkehrsunfälle der Preis für die Mobilität ist. Etwas wofür man sich bewusst entscheidet.

Wie man das mit Massenmord vergleichen kann/will, erschließt sich mir nicht.

Noxiel schrieb:
Begründete Furcht ist gutmütig. Denn sie lässt sich durch Willenskraft und Erfahrung überwinden. Unbegründete Angst jedoch hat keinen Grund. Denn sie basiert ausschließlich auf Emotionen und Instinkten und die sind für eine objektive und sachgerechte Einschätzung hinderlich. Es gibt massig Bücher die sich mit Themen wie Halo-Effekten, Vorurteilen und sonstigen kognitiven Verzerrungen beschäftigen. Es ist nicht verwerflich Angst zu haben, aber man sollte zumindest die Quelle dafür kennen und auch in der Lage sein zu erkennen wenn Furcht unbegründet und überhöht ist.

Angesicht unserer Geschichte ist die Furcht vor einer totalitären Gewaltideologie sehr begründet.

Wir haben eine Verantwortung vor unserer Geschichte. Wehret den Anfängen.

Noxiel schrieb:
Und wegen diesem - wie du es nennst - Totalversagen der Behörden sollen die unbescholtenen Flüchtlinge leiden? Klingt in meinen Ohren nicht besonders fair. Vielleicht solltest du deine Kritik nicht gegen Unschuldige richten, sondern dahin wo sie gehört. Im Übrigen ebenfalls eine Folge von zu wenig Zusammenarbeit in Europa. Vorhandene Datenbanken werden nicht in vollem Umfang von allen teilnehmenden Staaten genutzt bzw. mit Daten gefüttert.

Es sind aber keine „unbescholtenen Flüchtlinge“.

Diese Leute sind im Libanon und in der Türkei in Sicherheit. Also sollen sie auch da bleiben.

Noxiel schrieb:
Dann frage doch mal wie die deutsche Wirtschaft zu innereuropäischen Schlagbäumen steht und mit welchem Umsatzeinbußen bei Grenzschließungen gerechnet wird.

Wenn man die Außengrenzen wirksam schützt, brauch man auch keinen innereuropäischen Schlagbäume.

Noxiel schrieb:
Das mit dem Verallgemeinern und Pauschalisieren klappt schon echt gut, muss ich zugeben. Wirklich näher kommst du dem Thema so aber nicht.

Ich dachte ich passe mich einfach dem Niveau der AfD-Gegner an, damit ich mit diesen Leute auch auf Augenhöhe diskutieren kann.

Noxiel schrieb:
Allein bei diesem Hinweis muss ich laut los lachen. Die AfD ist, was gesellschaftliche Errungenschaften in Deutschland angeht, in den 70er / 80er Jahren hängen geblieben und fühlt sich dort pudelwohl. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass du das Heute gegen ein Gestern eintauschen möchtest, weil dir das Vorvorgestern zu konservativ ist.

Nur das die 70/80er Jahre noch tausendmal liberaler sind, als alle islamischen Länder zusammen.

Wer solche Zustände für Europa bzw. Deutschland möchte, hat im Geschichtsunterricht mehr als einmal geschlafen.
 
DerOlf schrieb:
Nette Grafik @Lunke. Mir war garnicht bewusst, dass Deutschland schon vor H4 vom Lohnniveau her das europäische Schlusslicht war ... Aber damit ist für mich eindeutig eines geklärt ... die Flüchtlinge kommen nicht wegen des hohen deutschen Lohnniveaus zu uns (da wäre JEDES Land auf dieser Grafik eine bessere Adresse als DE).

Die reinen Löhne gegeneinander abzugleichen macht wenig Sinn ohne zu wissen wieviel Geld übrig bleibt.
http://www.welt.de/wirtschaft/artic...lich-billig-ist-das-Leben-in-Deutschland.html
http://www.bundesfinanzministerium....3-2-steuern-im-internationalen-vergleich.html
Wenn man Steuerlast und Lebenshaltungskosten mit der Lohnentwicklung vergleicht, dann sieht die list bedeutend anders aus.
Bei Dänemarkt, dem Land mit der höchsten Lohnentwicklung steht auch die höchste Steuerlast und mit die höchsten Lebenshaltungskosten gegenüber.
Deutschland ist ein Schlaraffenland. das wissen die Flüchtlinge und deshalb kommen sie auch hierher.
Kein Flüchtling kommt wegen den schönen Mittelgebirgen, unseren Wäldern oder unser Kultur hierher.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Haudrauff
Weise gesprochen und so sieht es eben aus in D. Niedrigere Löhne, aber letztlich mehr vom Netto - obwohl dort auch schon gewaltig gesägt wird.
 
Haudrauff schrieb:
Kein Flüchtling kommt wegen [...] unser Kultur hierher.

Ich dachte bisher, dass unsere gesellschaftliche Ordnung in Form von gleichberechtigt für jeden gültigen Gesetze, soziale Absicherung etc. wesentliche Bestandteil der kulturellen Identität unserer Gesellschaft sind.
 
Nette Grafik @Lunke. Mir war garnicht bewusst, dass Deutschland schon vor H4 vom Lohnniveau her das europäische Schlusslicht war ...
wie kommst du anhand der graifk auf die idee dass deuschland das schlusslicht gewesen wäre? das ist das tolle an grafiken und statistiken: man nimmt fakten und bereitet sie so auf, dass sie eine gewünschte schlussfolgerung suggerieren ohne diese tatsächlich auszusprechen. die grafik zeigt die prozentualen löhne, nicht die absoluten. 111 % bei deutschland können durchaus mehr sein als 138 % bei italien da beide im jahr 2000 ein vollkommen unterschiedliches lohnniveau und somit andere 100% hatten. also bei grafiken und statistiken immer vorsichtig sein mit schnellen schlussfolgerungen ;)

Deutschland ist ein Schlaraffenland. das wissen die Flüchtlinge und deshalb kommen sie auch hierher.
Kein Flüchtling kommt wegen den schönen Mittelgebirgen, unseren Wäldern oder unser Kultur hierher.

die flüchtlinge legen gar keinen wert darauf ausgerechnet nach deutschland zu kommen. england und schweden sind die bevorzugten ziele der flüchtlinge. aber deutschland sind nunmal die einzigen wo eine relativ gute chance auf aufnahme besteht. darum ist die nachfrage hier überproportional hoch. sehr viele reisen aber auch weiter in andere staaten.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Piktogramm
Ja, ist es auch.
Ich denke jeder hat meine Aussage in meinem Posting verstanden.
Man muß nicht immer Wort für Wort auseinander nehmen in einem Satz.
 
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