Als privater Noob 1 TB langfristig sichern

AlexHell

Cadet 4th Year
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Jan. 2020
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79
Hallo Leute!

Ich kenne mich leider absolut nicht aus, habe das Forum und andere Plattformen immer mal wieder danach durchforstet, aber bin zu überfordert mit den vielen mir unbekannten Programmnamen etc.

Ich habe inzwischen ca. 1 TB an Daten, großteils Video- und Bilddateien, die mir extrem wichtig sind, u.a. mit inzwischen verstorbenen Angehörigen. Ich habe das alles aktuell auf zwei verschiedenen HDDs gespeichert, verschiedene Marken.

Aber ich verliere über die Jahre natürlich das Vertrauen in die Haltbarkeit. Noch funktionieren sie, deswegen möchte ich schnell alles "sicherer sichern".

Was kann ich tun?
  • Google Drive 1 TB , parallel zu den HDDs?
  • Reicht für die Cloud 7Zip zur Verschlüsselung mit kompliziertem Passwort? Wohl eher nicht, oder?
  • Nach wie vielen Jahren sollte ich HDDs durch neue austauschen?
  • Gibt es Alternativen? Soll ich M-Discs nutzen? Band scheint teuer.
Lieben Dank für eure Hilfe!
 
Wenn es wirklich sicher sein soll, dann auf 3 verschiedenen Medien an drei verschiedenen Orten.
Also z.B. auf einer HDD bei dir daheim, einer anderen an einem anderen Ort (z.B. bei Verwandten) und in der Cloud bei einem Anbieter.
HDDs würde ich alle 1-2 Jahre mal kurz anschließen, laufen lassen und prüfen. Solange du die aber bei normalen Temperaturen bei normaler Luftfeuchtigkeit lagerst, dann sollte eigentlich nichts passieren.
 
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einfachste Lösung
eine dritte/4te HDD kaufen und geographisch getrennt sichern
im Extremfall in einen Bankfach

Google Drive kannst machen, sind halt dauernde gebühren, gibt aber auch andere Anbieter die vielleicht billiger sind. (office635/proton.me/.... hier ein Artikel von ct' https://www.heise.de/download/specials/Die-10-besten-Cloud-Speicher-3149052)
7zip bzw. ZIP AES Verschlüsselung mit einen vernüfntigen Password (schön lang, am besten > 12 Zeichen)
ist nicht zu knacken (mit realistischen Aufwand)
HDD halten grundsätzlich sehr sehr lange, wenn sie nicht benutzt werden und sinnvoll gelagert werden (trocken nicht zu heiß, keine bewegung wie rütteln usw.)
 
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Ist doch ok so und kann so bleiben, das alle drei Datenbestände auf einmal Hobs gehen ist extrem gering. (Ggf nen Datenträger an anderen Ort lagern, Stichwort Feuer und Brand)
 
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mdisc lohnt nicht. dann lieber normale BD rohlinge, ggf. doppelt. fleissarbeit das runter zu brennen aber fürs wichtigste, warum nicht.

ansonsten einfach noch mehr HDDs spiegeln. und regelmässige smart selbsttest machen, 2x im jahr wenigstens wenn die dinger sonst in der schublade liegen

es geht nicht alles gleichzeitig kaputt, oder so hofft man jedenfalls
 
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Für Verschlüsselung in der Cloud bietet sich auch Cryptomator an, dann kann man auf Dateisystemebene arbeiten statt mit großen Archiven
 
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Meine Empfehlung:
Kleines 2-Bay NAS zulegen mit bspw. 2x4 TB HDDs im RAID 1. Nettokapazität rund 3,6 TB, damit hast du noch genug Luft nach oben. Das kommt in dein Netzwerk und dort legst du alle Daten ab.
Regelmäßig werden dann externe HDDs angeklemmt und Backups gezogen und auch extern gelagert.
Die NAS Software bietet auch Apps, um Backups automatisiert in der Cloud abzulegen.
 
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HDDs sind auf 5 Jahre Lebensdauer ausgelegt.
Wenn Du die Daten 3-Fach vorhältst, kannst Du die auch erst nach 7-10 Jahren austauschen.
 
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Ich nutze Blurays für meine Urlaubsfotos und Videos, dann beim ersten mal einfach grob abgeschätzt Alphabetisch sortiert, ( z.B. 1. Bluray von A-D ) und dann nicht finalisieren, sodass ich Daten noch draufschreiben kann (auch bei BD-R), so muss ich nicht immer alles komplett neu machen.

Gleichzeitig habe ich dann auch noch eine Kopie auf meinem NAS und PC.
 
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Sandro_Suchti schrieb:
Eigentlich ist es relativ einfach: 3-2-1-Backup-Regel

Nein, es ist nicht relativ einfach. Du kannst auch 100 Backups an 100 verschiedenen Orten haben - wenn du keine Möglichkeit hast, die Integrität der Daten zu prüfen, dann wirst du niemals sicher sagen können, ob keine Daten korrumpiert worden sind bzw. welches Backup nicht korrumpiert ist.

Die 3-2-1-Regel ist ein guter Ansatz, aber letztendlich unzureichend, will man die Integrität der Daten über lange Zeit wirklich sicherstellen. Dafür benötigt man Prüfsummen.

Weder HDDs noch SSDs sind an sich als Archivmedium (also einmal abspeichern und dann ganz viele Jahre einfach liegen lassen) geeignet.

polizei schrieb:
HDDs sind auf 5 Jahre Lebensdauer ausgelegt.

Keine Ahnung, wie du zu dieser Annahme kommst, aber Bitrot kann auch schon deutlich früher auftreten. Dabei können eventuelle Vorschäden der HDD-Oberfläche oder die Lagerungsbedingungen auch eine Rolle spielen. Mit der Zeit der Dauer der Daten auf der HDD erhöht sich sicherlich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Bitrot kommt. Trotzdem kann man nicht pauschal sagen, so lange sind die Daten sicher oder nicht.


@AlexHell Bei nur 1TB würde ich für eine ziemlich sichere und einigermaßen kostengünstige Lösung entweder MDISC einsetzen:

- Hier gibt es 100GB-BDR-Rohlinge; damit wärst du dann bei ~150€ rum. Du brauchst allerdings auch einen kompatiblem Brenner (evtl. hast du schon einen?)

Oder verschlüsselt in die Cloud bei einem seriösen Anbieter. Denn dort arbeiten Leute, die Ahnung haben von dem, was sie tun, und dort sind entsprechende Systeme vorhanden, die Datenintegrität gut gewährleisten sollten.

Zusätzlich in jedem Fall mindestens ein Backup auf eine externe HDD. Und hier am besten alle paar Jahre mal chkdsk /r rüberlaufen lassen, sofern nicht alle 1-2 Jahre ohnehin ein neues Backup von MDISC oder Cloud erstellt wird.

Alternativ noch als einfache Budget-Lösung:

  • Kauf die zwei HDDs (1-2TB)
  • Packe die Daten in ein oder mehrere größere RAR-Archive (hier wird automatisch eine Prüfsumme angelegt) mit gewissem Repair-Record (darüber können Fehler in gewissem Maße beim Entpacken korrigiert werden).
  • Jeweils einmal auf jede HDD (oder für noch mehr Sicherheit auch auf eine Dritt oder ein anderes Speichermedium).
Auch hier aber: Daten in gewissem Abstand prüfen (über das Programm WinRAR kann man z.B. leicht die Integrität des Archivs prüfen) und am besten auch chkdsk /r (hier würde ich es dann aber nicht übertreiben, eher so alle 1-2 Jahre mal).


Seinfeldfreak schrieb:
Meine Empfehlung:
Kleines 2-Bay NAS zulegen mit bspw. 2x4 TB HDDs im RAID 1.

Ist besonders bei größeren Datenmengen eine vernünftige Lösung, wenn man in gewissem Abstand scrubbt und ZFS oder BTRFS als Dateisystem verwendet. Auch ohne entsprechendes Dateisystem mit Prüfsummen wird so zumindest bei regelmäßigem Scrub die Chance sehr verringert, dass sich Bitfehler kumulieren und nicht mehr korrigiert werden können.
 
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Tatsächlich habe ich mir genau aus dem Grund mittlerweile auch WinRAR zugelegt, da es recht komfortabel Paritätsbereiche in Archive einbauen kann, mit denen man auch kaputte Archive wiederherstellen kann. Gibt zwar auch andere Software, die sowas erreichen kann, aber die fand ich meist umständlicher
 
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Banned schrieb:
Nein, es ist nicht relativ einfach. Du kannst auch 100 Backups an 100 verschiedenen Orten haben - wenn du keine Möglichkeit hast, die Integrität der Daten zu prüfen, dann wirst du niemals sicher sagen können, ob keine Daten korrumpiert worden sind bzw. welches Backup nicht korrumpiert ist.

Die 3-2-1-Regel ist ein guter Ansatz, aber letztendlich unzureichend, will man die Integrität der Daten über lange Zeit wirklich sicherstellen. Dafür benötigt man Prüfsummen.

Weder HDDs noch SSDs sind an sich als Archivmedium (also einmal abspeichern und dann ganz viele Jahre einfach liegen lassen) geeignet.



Keine Ahnung, wie du zu dieser Annahme kommst, aber Bitrot kann auch schon deutlich früher auftreten. Dabei können eventuelle Vorschäden der HDD-Oberfläche oder die Lagerungsbedingungen auch eine Rolle spielen. Mit der Zeit der Dauer der Daten auf der HDD erhöht sich sicherlich die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Bitrot kommt. Trotzdem kann man nicht pauschal sagen, so lange sind die Daten sicher oder nicht.


@AlexHell Bei nur 1TB würde ich für eine ziemlich sichere und einigermaßen kostengünstige Lösung entweder MDISC einsetzen:

- Hier gibt es 100GB-BDR-Rohlinge; damit wärst du dann bei ~150€ rum. Du brauchst allerdings auch einen kompatiblem Brenner (evtl. hast du schon einen?)

Oder verschlüsselt in die Cloud bei einem seriösen Anbieter. Denn dort arbeiten Leute, die Ahnung haben von dem, was sie tun, und dort sind entsprechende Systeme vorhanden, die Datenintegrität gut gewährleisten sollten.

Zusätzlich in jedem Fall mindestens ein Backup auf eine externe HDD. Und hier am besten alle paar Jahre mal chkdsk /r rüberlaufen lassen, sofern nicht alle 1-2 Jahre ohnehin ein neues Backup von MDISC oder Cloud erstellt wird.

Alternativ noch als einfache Budget-Lösung:

  • Kauf die zwei HDDs (1-2TB)
  • Packe die Daten in ein oder mehrere größere RAR-Archive (hier wird automatisch eine Prüfsumme angelegt) mit gewissem Repair-Record (darüber können Fehler in gewissem Maße beim Entpacken korrigiert werden).
  • Jeweils einmal auf jede HDD (oder für noch mehr Sicherheit auch auf eine Dritt oder ein anderes Speichermedium).
Auch hier aber: Daten in gewissem Abstand prüfen (über das Programm WinRAR kann man z.B. leicht die Integrität des Archivs prüfen) und am besten auch chkdsk /r (hier würde ich es dann aber nicht übertreiben, eher so alle 1-2 Jahre mal).




Ist besonders bei größeren Datenmengen eine vernünftige Lösung, wenn man in gewissem Abstand scrubbt und ZFS oder BTRFS als Dateisystem verwendet. Auch ohne entsprechendes Dateisystem mit Prüfsummen wird so zumindest bei regelmäßigem Scrub die Chance sehr verringert, dass sich Bitfehler kumulieren und nicht mehr korrigiert werden können.

Dateisysteme mit generellen Prüfsummen wir btrfs, ReFS oder ZFS sind der erste Ansatz für sichere Langzeitspeicherung. Mit regelmäßigen Scrubs kann man damit die Daten sicher validieren.

Will man aber eine Auto Reparatur beim Scrub und nicht nur die Meldung welche Datei defekt ist, brauchts Redundanz, z.B. einen Raid-1 Mirror oder copies=2 bei ZFS. Das ist wichtig, da Datenfehler ein statistisches Problem bei Langzeitspeicherung ist (bitrot, Datenrost)

Ideal ist es, Fehler zu tolerieren und beim Auftreten zu erkennen und zu reparieren, als zwei Datenträger im Mirror als Backup, mit einem Dateisystem das Prüfsummen hat und spätestens jedes halbe Jahr einen Scrub.
 
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