dgschrei schrieb:
Theorethisch wäre es für Amazon sogar strafbar, diese Lücke nicht zu nutzen, obwohl sie davon wissen. Denn dadurch würde der Gewinn sinken. Ich weiß auch nicht, wo immer diese Idee herkommt, dass ein Unternehmen hier den gütigen Samariter spielen soll und mit seinen Geschäftspraktiken immer 100% moralisch sein soll.
Wie kommst du darauf, dass der Gewinn durch sozialverantwortliches Verhalten sinkt? Das Gegenteil dürfte (zumindest mittel- und langfristig) der Fall sein, denn über gesetzliche Vorschriften hinaus gibt es immer auch ethische und gesellschaftliche Normen, die bei Missachtung (sofern sie bekannt werden) vom Kunden abgestraft werden.
Hierfür gibt es diverse Beispiele, angefangen von der
Brant Spa über
Nokia bis hin zu Firmen wie Grünenthal ("
Contergan").
Alle Firmen haben nach Gesetzen gehandelt und/oder haben "Lücken" ausgenutzt und dennoch keine Gewinnoptimierung erreicht.
Es ist daher schon sehr zynisch zu behaupten Aktienunternehmen würden sich "strafbar" machen, wenn sie solche Lücken nicht ausnutzen würden.
Es gibt übrigens viele Gegenbeispiele, wo Firmen mehr tun als sie müssen. Das nennt sich dann
CSR und wird von der EU als eine Rahmenbedingung für sozialverantworliches Unternehmertum gesehen (Quelle:
Grünbuch der EU) und seit November 2010 gibt es für sozialverantwortliche Unternehmen sogar eine
ISO Norm 26000.
Ich hoffe das die Zustimmung zum Verhalten von Amazon hier nun etwas abnimmt und das Verhalten nicht als "normal" und "verständlich" angesehen wird. Für mich ist es das auf jeden Fall nicht.