News AMD: Erneut hohe Abschreibungen wegen ATi

Soll ich jetzt die ganzen alten Threads verlinken, in denen ich vom AMD-Managment-Geldverbrennen geschrieben habe und einige immer wieder meinten: "Aber nächstes Quartal" wird nicht so schlimm?

Auch nächstes Quartal wird AMD keinen Gewinn machen - wetten!
 
AMD hat nur noch ein weiteres Problem:

Die guten HD4xxx Karten (habe ja selbst ATI Karten) fallen mittlerweile auf ein Preisniveau (HD4870 unter 200 Euro), wo die Gewinnspanne schon fast aufgezehrt ist.

Wenn ich pro verkauften Stück 0 Euro plus mache, bringen mir auch super Verkaufrzahlen nicht viel (ausser Investition in die Zukunft, um einen grösseren potentiellen Kundenstamm für die nächste Graka Generation zu haben).
Das Problem ist viel eher bei Nvidia, da sie ein 500+ mm² Die haben. Und je tiefer es geht, desto problematischer wirds für Nvidia, da dort die Yieldrate sehr schlecht liegen soll, al a unter 50%.

Weiters darf man nicht vergessen, dass AMD mit der HD 4800er-Bombe quasi das Maß der Dinge ist/war, obwohl die GTX280 schneller ist.
(Aber das dauert nur paar Wochen, da sich die GTX280 mit dem Preis & Leistung mit der Zeit zur HD 4800 angleichen wird.

Aber mt diesem Image-Plus hat ATI das schlechte Image der HD 2900 mit einem Mal begraben, welches ja auch die R600-Technologie war.

Hätte ATI den Preis&Leistung der HD 4800 an dem GTX280 angesetzt, so würde das Image nicht so gut sein, und die Online-Test hätte nur geschrieben. "ATI hat per HD 4800 endlich auf Nvidia angeschlossen, aber Nvidia bleibt besser".

ATI hätte pro Karte mehr Geld gemacht, aber viele damalige Nvidia-Käufer wären eher bei Nvidia geblieben.

Und nicht zu vergessen ist, dass Entwicklung der R600-Technologie auch (als R&D-Investition) abgeschrieben werden muss.
Und wahrscheinlich geht das mit niederen Preis besser und somit höheren Stückzahl-Umsatz, als umgekehrt.

Soll ich jetzt die ganzen alten Threads verlinken, in denen ich vom AMD-Managment-Geldverbrennen geschrieben habe und einige immer wieder meinten: "Aber nächstes Quartal" wird nicht so schlimm?
Falls du auch mich meinst.

Der Operative Verlust ging ja schön zurück.
Wobei der Tiefpunkt von AMD im April 2007 war. Denn Anfang April 2007 gabs eine große Preissenkung (minus 50% oder so), die dann auch noch verdaut werden musste.
2Q 2007 war der Verlust konstant und dann wurde er geringer.
Eingentlich hätte ich mir überhaupt nicht gedacht, dass der Verlust im 2Q 2007 gleich bleibt, da HD 2000-Serie ewig zurücklag und die bestehende Angebot einfach mit DX9 langsam & veraltet und dementsprechend billig war.
Dazu der verzögerte RS690, wo dann der K8 noch als Stromfresser war.
Es war so schlimm, dass der K8 sogar gegen Netburst Marktanteile (Low-End & Budget-Markt) verlor.
Dazu waren die Server-CPUs noch immer in 90nm & 300mm & Dual, während Intel schon den guten Core2 schon in 65nm im ausgereiften stepping produzierte und schon Quads zusammenbastelte.
Trotz vielen Nachteilen konnte AMD das Ergebnis halten und bis zum B2-Bug fast wieder den operativen Verlust wegbekommen.

Kein Mensch hätte den Phenom B2-Bug sehen können und dann gings wieder Berg ab.

a la 4Q 2007 war doch keine operativer Gewinn mehr möglich.
1Q 2008 der Rückfall in einen ordentlichen Verlust.
2Q 2008 wird es auch nicht viel besser aussehen

Ähnlich wie vor einem Jahr. Heuer gibts einen 15%-CPU Haufen. Zwar sieht das GPU-Angebot per HD 3000er-Serie im 2Q 2008 besser aus als vor einem Jahre (DIe HD 2900 & HD 2600 & HD 2400-Serie verspätete sich ja), aber die GPU-Preis sind heuer (wieder) recht niedrig gewesen. Und die HD 4800-Serie wirkt sich erst später aus.

Auch nächstes Quartal wird AMD keinen Gewinn machen - wetten!
Das ist auch nicht schwer zu erraten, außer es kommt wieder ein HD 4800-Wunder und AMD verkaufte Massen an Server-K10-CPUs.

Außerdem muss man genau lesen, welchen Gewinn die Leute meinen.
Bilanz-Gewinn oder Operativen Gewinn.

Ich würde nicht überrascht sein, wenn AMD noch etwa 1 Mrd. $ abschreiben müsste.
Vorallem wenn ein neuer Chef kommt, der dann alle Lasten aufeinmal abschreibt und quasi einen Neubeginn simuliert.
 
aylano schrieb:
Das Hauptproblem vom AMD war IMO der Verspätete RS690 & Phenom-B2-Bug und nicht der große Performance-Unterschied der CPUs.
Nicht umsonst gabs genau in diesen Zeiten (1Q 2007 & 1Q 2008, wobei AMD durch den B2-Bug im 4Q 2007 keine schwarze Null schaffte) den großen Sturz in die Verlustzone.

RS690 war deshalb so wichtig, weil davor die K8 als so extremer Stromfresser bezeichnen wurde. Aber die online-Tester kapierten nicht, dass ein 590SLI eben viel mehr Strom verbraucht als ein Intel-Normale Board.
(Der Beste Test war der Vergleich einer Intel-35Watt-CPU vs. AMD-35Watt-CPU, wo AMDs-CPU in Idle (10 oder) 20 Watt mehr verbrauchte. Aber dass die AMD-CPU auf einem Stromfressenden Board saß, wurde selbstverständlich nicht erwähnt (man musste ja immer extra bei den Test-Komponenten nachsehen). Ganz im Gegenteil. Es stand drinnen, dass diese CPU soviel mehr Watt verbraucht.)
Auch bei dem B2 Bug kann man den ganzen Tester/Newsschreibern die Schuld zu schieben, ich kenne keinen CPU Bug der vorher so auf breiter Front breit getreten wurde, auch Intel hatte schon genug Fehler in deren CPUs doch es interessierte fast keinen. Aber auf einmal hatte AMD das TLB Problem was bis heute nur im Labor nachgewiesen werden konnte und alle Newsseiten schrieben als wäre der Phenom durch den Bug zu null Prozent nutzbar, so nach dem Motto sobald man den PC einschalt schmiert der Prozessor ab. Vielleicht hat Intel da etwas nachgeholfen, sollen ja engeblich Geld bezahlen wenn man bestimmte News heraus bringt ;-)
 
Also wir reden hier über eine Summe von 5,4milliarden.
Die wird nich einfach mal eben in 1 jahr abbezahlt.

Bezahlt ist ATi längst, nun sind es die Abschreibungen die das G&V Konto auf der "Aufwedungsseite" tief ins Minus drücken.
 
Auch bei dem B2 Bug kann man den ganzen Tester/Newsschreibern die Schuld zu schieben, ich kenne keinen CPU Bug der vorher so auf breiter Front breit getreten wurde, auch Intel hatte schon genug Fehler in deren CPUs doch es interessierte fast keinen.
Das finde ich nicht so. Denn die Informationspolitik von AMD war auch nicht besonderst vorbildlich. Da wurde lange vieles im Unklaren gelassen, was eben zu Spekulationen geführt hat, die, wie du erwähnst, nicht besonderst korrekt waren.
Also, liegt die Schuld aus meiner Sicht eher beim AMD-Marketing.

Nicht zu vergessen ist, dass AMD eine Server-Auslieferungs-Stopp verhängt hat. Und das hat sicher auch seinen Grund.

Intel hat auch so seine Bug, aber da die sind nicht so unter Zugzwang wie AMD war, konnten sie eben das Produkt still und leise verspätet als Prestige-Produkt ansetzen.

Man kann einfach nur sagen. AMD hat mit dem B2-Bug einfach nur extremes Pech. Denn das war nämlich für AMD das wichtigste Stepping seit Jahren.

Denn wie schon erwähnt, hatte AMD keine K8-Server in 65nm & 300mm. So musste AMD 6 Monate !!!! weiter die Server-Dual-Core in 90nm & 300mm produzieren, während die recht gute Core2-Technologie bei Intels-Server schon in 65nm & 300mm & Quad-Core produzierte.

Und der B2-Bug führte dazu, dass die Server-CPUs als Phenoms-on-Desktop verkauft wurden, wodurch Zusätzlichen Mengen an Phenom-Stückzahlen nochmals den Phenom-Preis (Angebot & Nachfrage) drückte, der wegen der recht smarten Takten eh schon nicht so extrem gut wäre.
 
Pepsito schrieb:
totaler flop.Gleiches gilt auch für die 3870/3850 SErie von Ati.QUOTE]

was du da sagst ist totaler müll die hd 3k serie war eine der besten von ATI neben den Radeo 9k modellen, die haben sicj blendend verkauft
 
Die Börse tendiert dazu allgemein Trends in die Zukunft hochzuinterpolieren und in schweren Börsenphasen nicht viel in einer Branche zu differenzieren, da wird halt bei allen rasiert und je kleiner und je weniger "Qualität" um so mehr. Typische Panikreaktion. Außerdem ist AMD schon seit einer weile am fallen, also wird es weiter fallen. Logisch oder? Zumindest für unsere lieben Analysten.

Die Börse bzw. der Markt geht momentan davon aus das Shanghai sich verspätet (weil ja Barcelona spät war) und nicht schnell genug wird, gleichzeitig aber Intel alles richtig macht.

Zudem werden die miesen Nvidia zahlen dazu genutzt dem gesamten Sektor schwäche zu attestieren und deshalb auch z.B. AMD abzustrafen. Das AMD direkt von der Schwäche von Nvidia profitiert und die Probleme von Nvidia größtenteils hausgemacht sind, wird ignoriert.

Auch ein interessanter Fakt ist die Short ratio bei AMD:

http://www.shortsqueeze.com/?symbol=amd&submit=Short+Quote%99

Normal sind knapp über 1%, einfach mal Intel und auch Nvidia vergleichen.

Das heißt also es wurden annähernd 20% aller Aktien leeverkauft, also verkauft ohne das man diese besitzt sondern sie nur sich ausgeliehen hat. Das ist eine unglaublich hohe Quote und führt dazu, das es direkt jemand davon profitiert wenn der Aktienkurs von AMD fällt (und schon profitiert hat) und zudem ein interesse daran hat das der Aktienkurs weiterfällt.

Wenn AMD 1 Mrd. Marktkapitalisierung verliert, verdienen gewisse Personen daran 200 Millionen!
 
cosmicparty schrieb:
hier darf man nun nicht dinge durcheinanderwerfen.

das sind abschreibungen und keine umsatzverluste. zwei verschiedne dinge. hat wohl steuerliche gründe.

es wurden unternehmensteile neubewertet, mehr und nicht weniger.

ati war beim kauf wohl n bissle teuer, was damals aber wohl nicht so übersichtlich war, trotzdem war der kauf für amd wichtig für die zukunft.

muss nicht nur steuerliche gründe haben, wenn man (lt. HGB) ein unternehmen erwirbt, kann man den wert des gekauften unternehmens in seiner bilanz aktivieren und das gekaufte unternehmen dadurch wie ein "normales" gut seines umlaufvermögens über die jahre verteilt abschreiben.
in den IFRS, nach denen AMD bestimmt handelt, wird es eine ähnliche regelung geben.

wenn man davon ausgeht, dass linear abgeschrieben wird, also mit einem immergleichen jährlichen betrag, hat AMD eine "nutzungsdauer" von ATI für etwas über 6 jahre veranschlagt.

die AfA (bedeutet nicht umsonst: Abschreibung für Abnutzung) ist ein ganz normaler handelsrechtlicher vorgang: einen pc, der im anschaffungsjahr 1000 € wert ist und voraussichtlich 3 jahre genutzt wird (man lasse weitere ab- und zuschreibungen für eine veränderte nutzungsdauer ausser betracht), ist schliesslich nach ablauf dieses zeitraumes auch keine 1000 € mehr wert, weshalb er linear auf einen restbuchwert von 1 € abgeschrieben wird.

schlussendlich kann man aus einer abschreibung nicht darauf schliessen ob es dem unternehmen besser oder schlechter geht als zuvor.
 
@letzter Satz
Doch das kann man sehr wohl. (Muss ich noch Praxisbeispiele ala Daimler/Crysler bringen?).
 
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