@Kl0k:
Ideen sind eigentlich zuhauf vorhanden. Meistens viel viel viel zu viele, um sie auch nur ansatzweise umsetzen zu können. Ein weiteres Problem ist, dass sonderlich kreative Spiele selten vom Markt angenommen werden und meist das jämmerliche Ende z.B. eines Deus Ex finden. Leute mit guten Ideen zu finden, ist auch sehr einfach. Schwierig wird es nur, solche zu finden, die ein so komplexes Konstrukt wie ein Computerspiel auch umsetzen können. Das fängt allein schon bei der Koordination an
Ein wichtigter Punkt ist natürlich, dass ein Spiel ein Erfolg sein muss. Es ist mittlerweile sowas von dermaßen aufwändig und teuer geworden, eine komplette Entwicklung von vorne bis hinten durchzuziehen, dass man sehr vorsichtig mit irgendwelchen Experimenten ist. Floppt es, aus irgendwelchen Gründen (was auch schon sehr guten Games passiert ist, sie gingen einfach unter oder wurden nicht angenommen), kann man die Bude dichtmachen.
Klar, es gibt kleine Chancen, dass man ein Konzept an den Mann bringt. Dazu gehört in Eigenregie ein komplettes Design-Dokument zu erschaffen. Von vorne bis hinten, komplett mit Interface, Farbgebung, sämtlichen NPCs, der Welt, dem Spielprinzip, den hooks des Spiels (was macht es denn so besonders spaßig im Gegensatz zum Rest?), der Geschichte, dem Audiokonzept (nur am Rande), den Dialogen (im groben), der Menüstruktur und und und und. Dazu noch einen Ablauf. Was passiert wann? Beim Start des Spiels? Gibts ein Intro? Was passiert, wenn der Spieler das Spiel startet? Wie reagiert die Welt auf seine Aktionen? (to be continued...)
Hat man sich da durchgearbeitet und rennt zu einem kleineren Studio, kann es unter klitzekleiner Wahrscheinlichkeit und guten Umständen passieren, das sich jemand dafür interessieren könnte. Allerdings eher nicht, da wie gesagt meistens tonnenweise eigener Ideen am Start sind, die man in 3000 Jahren und mit 20 Firmen nicht umsetzen könnte. Oder zumindest bilden sich alle ein, einen Haufen sehr guter Ideen zu haben.

Eine Idee ist schnell gefunden, ein durchgängiges Konzept ohne Logikfehler und einer möglichst detaillierten Ausarbeitung aller Punkte nur in langer Arbeitszeit erstellt.
Der Kuchen ist klein und die Industrie sehr eigenwillig. Also ran an den Speck, was passendes studieren oder sich Referenzen selbst holen (z.B. einen Monster-Mod aus dem Boden stampfen), und los gehts. Dann gibts auch Möglichkeiten, in dieser Branche was zu reissen. Schaffst du es, eine Horde unkontrollierbarer Irrer aus aller Welt über Netz so zu koordinieren, dass ein guter, großer Mod entsteht, hast du schon einiges gewonnen. Das ist nämlich eine sehr harte Disziplin.

Und eine Möglichkeit, sein eigenes Konzept umzusetzen, auch. Man muß es selbst sehr ernst meinen und seinen ganzen Einsatz reinbringen, sonst kommt man keine 2 Meter weit. Spieleentwicklung ist etwas mit so vielen Stolpersteinen und Fehlschlägen, dass viele nach kurzer Zeit bereits aufgeben und etwas ergiebigeres als Job suchen. Aber solch eine Passion für die Sache hat schon die ein oder andere Türe geöffnet. Auch als Quereinsteiger ohne Quali auf dem Papier.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Es besteht wohl wirklich kein Interesse an Konzepten. Es reden auch in Foren in aller Welt sooo viele Leute über Spielkonzepte, das man eh schon am Input erstickt.