Verbluten dürfte nicht unbedingt schmerzhaft, eher unangenehm werden. Irgendwann wird einem sehr kalt, weil der Körper die Temperatur mangels Blut nichtmehr auf Standard halten kann. Irgendwann wird man dann ohnmächtig und wacht dann nicht mehr auf.
Ersticken, Ertrinken (was im Prinzip dasselbe ist) oder Verbrennen halte ich für so ziemlich das schlimmste. Langsam an einer Krankheit verrecken ist auch nicht schön, vor allem wenn sie sehr schmerzhaft ist. Es ist erschreckend wie der Krebs heutzutage die Menschen hinrafft und in sehr vielen Fällen die Medizin hilflos daneben stehen muss.
Angst vor Tod habe ich nicht, sonst würde ich auch nicht mit 250 km/h auf der Autobahn fahren, mit der Gewissheit, dass ein Fahrfehler das Ende bedeuten könnte.
Eher ist es die Angst vorm Sterben. Wenn mir der Arzt erzählen würde, dass es in 6 Monaten aufgrund von Krebs oder so mit mir vorbei ist, würde ich vorher schon die Notbremse per Kopfschuss o.ä. wählen. Abbringen kann mich davon dann auch keiner mehr.
In der Zeit noch alles machen, was man irgendwie mal machen wollte, sei es in ein bestimmtes Land zu reisen oder jemandem in die Fresse zu schlagen, ders mal nötig hätte und schließlich mit erhobenen Haupt seinem seelischen oder/und körperlichem Leid ein Ende zu setzen.
Auch wenn die Hoffnung immer zuletzt sterben soll, würde es bei mir nicht ausreichen, auf die Chance zu setzen, dass in diesem Zeitraum ein Medikament oder Behandlungsmethode erfunden wird, wenn man bei Nichteintreten dieses Falles auf ein qualvolles Ende vorausblickt. Nein Danke.
Das ist einer der Gründe, warum ich den Stand zur Sterbehilfe vieler nicht verstehen kann.
Auf der einen Seite lassen wir Menschen qualvoll an Krankheiten verrecken, obwohl sie lieber anders sterben wollen und schläfern im Gegenzug unsere Haustiere ein, die sich nichtmal dagegen wehren können. Ein ethisch-scheinheiliger Trug in unserer Gesellschaft, der bei mir chronisch den Brechreiz auslöst.
mfg Simon
