Liegt der Fokus beispielsweise auf den Bereichen Office (d. h. bei Grafikanwendungen und auch Multimedia), führt eigentlich kein Weg an einem der drei Core i7 vorbei. Selbst die kleinste Variante Core i7-920 mit 2,66 GHz zieht in diesem Bereich mitunter das letztjährige Flaggschiff Core 2 Extreme QX9770 mit 3,2 GHz um teilweise bis zu 33 Prozent ab.
Liegt die primäre Aufgabe des PCs in der schnellen Bereitstellung von vielen Bildern pro Sekunden in aktuellen Spielen, dann gehören die neuen Core i7 nicht mehr zur ersten Wahl. Die ein Jahr alten Penryn-Prozessoren mit vier Kernen führen fast immer die Charts an und auch die schnellen Verkaufsschlager der 8000er-Serie, die zur Familie der Core 2 Duo gehören, rocken richtig mit. So kann es in dem einen oder anderen Test vorkommen, dass ein 130 Euro teurer Core 2 Duo E8400 mit einem gebührenden Abstand von mehreren Prozent das neue Flaggschiff Core i7-965 XE auf die Plätze verweist. Jedoch ist dies allgemein betrachtet ein Gejammer auf sehr hohem Niveau, denn im Mittel sind die Unterschiede sehr gering. Wählt man dann noch eine Auflösung jenseits der von uns mit Absicht gewählten kleineren Darstellung mit 1.280 x 1.024 Bildpunkten, um zu zeigen, dass die CPU doch noch eine kleine Rolle spielt, wird der Prozentsatz immer geringer. Dann entscheidet schlussendlich eigentlich nur noch die Grafikkarte, ob ein Spiel flüssig läuft oder nicht.
Der Aufpreis für die beiden schnelleren Modelle ist schlichtweg viel zu groß für ein wenig Mehr an Performance, aber die schnellsten Modelle in einem Portfolio bei Intel waren bekanntlich noch nie die preiswertesten. Auch die teilweise deutlich gestiegene Leistungsaufnahme und damit verbundenen hohen Temperaturen weiß nicht zu begeistern.
Ein Wechsel von einem schnellen und günstigen Core 2 Duo oder einem etwas schnelleren aber auch teureren Core 2 Quad auf Basis des Sockels LGA 775 ist derzeit auf jeden Fall nicht notwendig. Vielmehr könnten gerade bei der älteren Plattform in den kommenden Wochen einige Schnäppchen gelandet werden. Denn neben dem Prozessor, der in Form des Core i7-920 oder Q9550 vielleicht gleich viel kostet, gilt es die weiteren Anschaffungen zu berücksichtigen. Die gut ausgestatteten X58-Mainboards kosten deutlich mehr als jedes P45- oder X48-Board, auch der DDR2-Speicher liegt maximal bei 50 Prozent des Preises von DDR3-SDRAM. Bei einer Neuanschaffung oder Aufrüstung auf 4 GByte Speicher und dem Erwerb eines guten Mainboards lassen sich mit einem Griff zum älteren Sockel LGA 775 schnell bis zu 200 Euro im Vergleich zu den Neuheiten sparen, so dass der Prozessor fast geschenkt dazu kommt. Bei fast identischer Leistung zwischen dem oft erwähnten Core i7-920 und dem Q9550 zieht die Core-i7-Plattform durch den viel zu hohen Gesamtpreis deutlich den Kürzeren.