Ich finde es ebenfalls schade, dass Windows 10 nun seinem Ende entgegengeht. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten seitens Microsoft, den Übergang auf das nächste System flexibler und benutzerfreundlicher zu gestalten. Doch all das ändert nichts an meinem eigentlichen Kritikpunkt: Windows 11 fühlt sich für mich nicht mehr wie ein Betriebssystem für Freigeister an – für Menschen, die gerne selbst Hand anlegen, ihr System individuell konfigurieren und die vorhandenen Möglichkeiten auch tatsächlich ausschöpfen möchten.
Mit Windows 11 macht genau das einfach keinen Spaß mehr. Selbst Dinge, die früher selbstverständlich waren, werden zunehmend eingeschränkt oder gar nicht mehr zugelassen. Die Hostdatei bleibt leer, bestimmte Sicherheitseinstellungen, mit denen sich ein System besser vor dem Ausspionieren privater Daten schützen ließe, sind verwehrt oder wurden schlicht zurückgestellt.
Irgendwann gibt es immer diesen einen Kipppunkt – den Moment, an dem aus Unzufriedenheit Konsequenzen werden. Es ist ein wenig wie in der Politik: Wenn ein Anbieter die Bedürfnisse seiner Nutzer dauerhaft ignoriert, beginnen die Menschen, sich nach Alternativen umzusehen. In diesem Fall dürfte Linux für viele die naheliegende Antwort sein.
Bis heute habe ich jedenfalls nur selten einen Beitrag gelesen, in dem Windows 11 wirklich gefeiert wird. Selbst diejenigen, die sich bewusst dafür entschieden haben, mit Windows 11 zu leben, wirken häufig eher verhalten als begeistert. Von echter Anbetung des Systems kann jedenfalls kaum die Rede sein.
Aber ich bin ja nicht blöd. 😉 Einen alten Rechner wird es geben, auf dem Windows 11 mit einer Pro-Lizenz für 1,89 € irgendwo in der Ecke vor sich hin läuft. Darauf werden genau zwei Programme installiert sein, die tatsächlich benötigt werden – vielleicht fünf- oder sechsmal im Monat, jeweils über VPN.
Alles andere bleibt offline oder findet unter Linux beziehungsweise Windows 10 statt.