Was übrigens ein Deutschland auchmal ein Thema werden sollte sind die Sozialversicherungsbeiträge.
Die werden ja immer unter den Teppich gekehrt. Aber die betragen 20% vom Einkommen bei abhängig Beschäftigten.
Nicht abhängig Beschäftigte zahlen die nicht, weil die sich aus dem Solidarischen Sozialsystem verabschiedet haben. Die zahlen keine gesetzlichen Arbeitslosen- Kranken- Renten- und Pflegeversicherungsbeiträge sondern sind dafür meist günstiger (ausser im Alter) privat versichert. Weil die mehr verdienen müssen die weniger bezahlen, aber sind dafür besser versichert, ist ja logisch.
Aber zurück zum eigentlich Thema.
In Deutschland greift der Spitzensteuersatz ab einem Jahreseinkommen von 62.810 Euro.
Da zahlt man denn einen Grenzsteuersatz von 42%.
Daher nehme ich das mal als Beispiel damit alle verstehen worum es geht.
Also, Single, keine Kinder, Einkommen: 62.810 Euro im Jahr.
Ein alleinstehender Single zahlt dann 16.407 Euro an Steuern. Das entspricht der Grenzbelastung von 42% (wegen Progression) und einer Durchschnittsbelastung von 26,12%, das ist das was tatsächlich vom Einkommen prozentual als Steuern gezahlt wird.
So und als Sozialversicherungsabgaben zahlt man nochmal knapp 20% vom Einkommen. In diesem Fall 12.882 Euro.
In diesem Fall hier beträgt die Abgabenlast (Steuern + Sozialversicherung) 29.289 Euro, was 46% des Einkommens entspricht.
Jetzt mal zum Vergleich die Daten von Personen mit 1500, 2000, 2500 und 3000 Euro Einkommen im Monat. Das ist der Bereich in dem sich Durchschnittsgehälter bewegen, der also für die allermeisten Menschen zutrifft.
Mit Netto ist hier gemeint nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsabgaben.
18.000 € Jahr Brutto = 13.856 € Jahr Netto. Durchschnittliche Abgabenlast: 23%
24.000 € Jahr Brutto = 17.475 € Jahr Netto. Durchschnittliche Abgabenlast: 27%
30.000 € Jahr Brutto = 20.968 € Jahr Netto. Durchschnittliche Abgabenlast: 30%
36.000 € Jahr Brutto = 24.370 € Jahr Netto.Durchschnittliche Abgabenlast: 32%
Wie man hier sieht, das schlimme sind meistens gar nicht die Steuern, sondern das was den Leuten, gerade im unteren Lohnbereich zu schaffen macht, das sind die Sozialversicherungsabgaben, die immer gleich hoch sind, nämlich 20%, völlig egal wie hoch das Einkommen ist.
Wird das Einkommen zu hoch, gibt es allerdings die Beitragsbemessungsgrenzen, die sorgen dann dafür dass Leute mit hohem Einkommen prozentual weniger Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen als Leute mit niedrigem Einkommen.
Und hier gäbe es durchaus Punkte wo man ansetzen könnte.
Zum einen könnte man erstmal die Beitragsbemessungsgrenzen komplett streichen. Diese nutzen letztlich nur den Leuten die ohnehin schon hohes Einkommen haben. Etwas höhere Beiträge zahlen schadet denen nicht. Müssen die halt ne Flasche Schampus im Monat weniger trinken. Ist also sogar gut für die Gesundheit.
Danach könnte man hingehen und Sozialversicherungsbeiträge auf sämtliches Einkommen von allen Personen erheben, unabhängig davon wie das Einkommen erzielt wird. Im Gegenzug haben auch alle Personen Zugriff aufs gesetzliche Sozialssystem. Arbeitslosen, Kranken-, Renten-, Pflegeversicherung und zahlen da ein. Private Krankenverfsicherungen werden in gesetzliche umgewandelt, können aber gegen Aufpreis Zusatzleistungen anbieten die frei verhandelt werden können.
Was die Rente angeht, da macht man eine Mindestrente, aktuell z.b. 1500 Euro und eine Maximalrente, Aktuell z.B. 4000 Euro.
Da ist der Grund auch offensichtlich. Wer sein Leben lang wenig verdient hat soll im Alter in Würde leben können und wer viel verdient hat, hat eh Rücklagen fürs Alter. Und falls alles sinnlos verprasst wurde müssen diese armen Leute dann eben lernen von 4000 Euro im Monat zu leben.
Weiterer Vorteil wenn man sämtliches Einkommen heranzieht, egal wie es erzielt wird, man kann den Beitragssatz für alle senken, wenn alle Einzahlen. Ich hab das mal durchgerechnet.
Zahlen sind übrigens vom statistischen Bundesamt, noch offizieller geht es nicht.
Anzahl Haushalte in Deutschland 40.900.000
Durchschnittliches Haushaltseinkommen 4 979 Euro / Monat
Gesamtes Einkommen Deutschland: 203.641.100.000 Euro / Monat
Davon 20% Sozialversicherungsbeiträge: ~ 40,7 Milliarden Euro / Monat
Sind pro Jahr: 488.738 Milliarden Euro
Da ist jetzt aber wichtig: Sozialversicherungsbeiträge sind aufgeteilt in Arbeitgeberanteil und Arbeitnehmeranteil. Beide betragen ca. 20%. Heisst, wir müssen diese 488,7 Milliarden Euro verdoppeln, da die ja nur den Arbeitnehmeranteil widerspiegeln.
So, da käme man dann auf 977.477 MIlliarden Euro.
Zum Vergleich, die jährlichen Einkommen der Sozialversicherung 2022 betrugen 809.032 Milliarden Euro.
Wenn man also einfach alle einzahlen lassen würde und die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen würde, wären sofort 170 Milliarden Euro mehr da.
Wenn man dann bißchen rechnet: 809/977 = 0,828 hiesse das man könnte die Beiträge senken auf 82% des bisherigen Niveaus und hätte das gleiche Einkommen wie Heute.
Wird natürlich keiner machen, aber man könnte ja mal mit 90% starten, dann würden aus den 977 Milliarden Euro an Einkommen 879 Milliarden Euro, man hätte also mehr als man braucht und gleichzeitig könnte man die Sozialversichewrungsbeiträge auf 18% senken für Arbeitgeber und 18% für Arbeitnehmer. Sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte hätten direkt mehr Geld (mehr Netto vom Brutto) und die Einnahmen durch Sozialversicherungsbeiträge wären ja lustigerweise auch höher als zuvor.
So und dann kommt noch der letzte Trick, nämlich dynamische Sozialversicherungsbeiträge, abhängig vom Einkommen. Das Entlastet die Leute mit kleinem Einkommen und holt sich das Geld von dort wo es stark konzentriert ist.
Damit das funktioniert könnte man nachdem man alle am Sozialsystem beteiligt hat es so machen, dass immer erstmal 10% Sozialversicherungsbeiträge anfallen und pro 1000 Euro Jahresverdienst erhöht sich der insgesamt zu zahlende Beitragssatz um 0,1% bezogen aufs gesamte Jahreseinkommen bis zu einem Maximum von 20% Sozialversicherungsbeitragssatz bei einem Einkommen von 100.000 Euro oder mehr.
Praxisbeispiele:
Jahreseinkommen 10.000 Euro: 11%
Jahreseinkommen 24.000 Euro: 12,4%
Jahreseinkommen 40.000 Euro: 14%
Jahreseinkommen 60.000 EUro: 16%
Jahreseinkommen 100.000 Euro: 20%
Jahreseinkommen 1 Million: 20%
Kleine Einkommen würden davon profitieren, die Leute hätten mehr Geld - was praktischerweise meistens direkt ausgegeben wird und so im Binnenwirtschaftskreislauf landet - und hohe Einkommen würden prozentual wie zuvor belastet, müssten aber mehr zahlen aufgrund des Wegfalls der Beitragsbemessungsgrenzen.
Und falls jetzt das dumme Argument kommt: "Ja aber wenn die Beitragsbemessungsgrenzen wegfallen muss man den Leuten ja auch irre viel Arbeitslosengeld und Rente zahlen", nein das muss man nicht. Da gibts keinen Zusammenhang der einen Automatismus auslöst der das dann bewirkt. Man kann auch einfach ein Minimum und ein Maximum per Gesetz festlegen. Das ist alles gesetzlich regelbar. Wenn man das wirklich möchte kann man die entsprechenden Gesetze machen.
Und wer das trotzdem glaubt ist leider auf einer Schutzbehauptung der Reichen reingefallen die nur dazu dient, damit die sich nicht am Gemeinwohl beteiligen brauchen und mehr Geld in der Tasche haben. Und wer dann wirklich meint das das nicht sein kann, kann ja gerne vorm Bundesverfassungsericht klagen falls solche Gesetze mal gemacht werden, das Gericht klärt das dann schon.