Azure und Webservices - MS 365

Retsam-Master

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Hallo Zusammen

Es gibt einige Sachen die ich im Bereich Microsoft 365 und im Zusammenhang Cloud Computing - Azure nicht verstehe.

Es gibt so viele Artikel das ich irgendwie immer den Überblick dazu verliere.
Gerne würde ich hier etwas Klarheit von jemandem bekommen der sowas im Einsatz hat.

Und zwar ist meine Frage / Fragen wie folgt:

Wie und was genau ist jetzt eigentlich Azure?
Kann ich damit meine Applications auf eine Onlineplattform laden? sagen wir mal ganz blöd: Adobe Acrobat Pro?
Diese über eine Solche Lizensieren?
Bietet Microsoft mit Azure oder sonst in Verbindung mit Cloud Computing eigene Server an die mit MS 365 verbunden sind?

Sagen wir ich will eine Migration von einem Lokalen Server "Client Server" Daten wie Laufwerke und eben "Programme" auf die Cloud laden wollen.
Geht den sowas?

Damit man von einer Serverumgebung "ClientServer sowie TerminalServer / RDS" trennen kann?

Wäre froh um einige Informationen von Leuten die auch so eine Migration evt. hinter sich haben.
Ergänzung ()

Wichtig wäre auch zu wiessen wie sieht eine Lizenzverwaltung drittsoftware aus ohne einen Clientserver?
 
Zuletzt bearbeitet:
Retsam-Master schrieb:
Wie und was genau ist jetzt eigentlich Azure?
Kann ich damit meine Applications auf eine Onlineplattform laden? sagen wir mal ganz blöd: Adobe Acrobat Pro?

Hallo,
diese Seite kennst du bereits? Da findest du alles was Azure bietet. Eigentlich ziemlich alles.
 
richtig... ZU VIEL...
Erst mal grundlegende sachen für mein vorhaben abchecken und DANN klären ob es sich überhaupt lohnt da Stunden, Tage, Wochen, Monate zu investieren oder nicht.

Deswegen ... wer so eine Migration schon gemacht hat, kann mir evt. schon mal behilflich sein.
:)
 
Azure ist ein Sammelbegriff für alle Cloud-basierten Dienste von Microsoft, genauso wie AWS ein Sammelbegriff ist. AWS umfasst auch über 100 Produkte afaik (ec2, s3, Lambda, uvm.)

Du hast auch den falschen Ansatz bzw. Herangehensweise. Man schaut sich nicht Azure an bzw Produkte aus dem Angebot sondern hat ja ggf Bedarf an etwas neuem/anderen. Dann stellt man seine Kriterien und Wünsche auf, Stichwort Lastenheft. Damit schaut man dann welche Lösung am sinnvollsten und günstigsten ist also on premise oder eben Microsoft, Google, Amazon, Alibaba, Netways oder die zig anderen Anbieter.

Nein, soweit mir bekannt bietet kein Anbieter eine Art Lizenzierungslösung für Drittprogramme, Ausnahmen gibt es aber z.B. für Betriebssysteme, manche Datenbanksysteme, etc.
Für Adobe Produkte sollst ja auch die Adobe CC Suite nehmen, da hast deine Lizenzverwaltung.

Ja, so ziemlich jeder Anbieter hat eine VDI Lösung im Sortiment. Je nach Preisschild musst dich aber selbst um Lizenzen kümmern oder zahlst eben einen Aufschlag wenn es der Anbieter machen soll. VM kostet dann halt X € mehr pro Stunde.

Ja, du kannst deine gesamte inhouse IT "hochladen" inkl. DC, File Server, Terminalserver, etc. Um die Sicherheit musst dich dann aber selbst stärker kümmern sonst kommt bald nicht nur deine Mitarbeiter an eure Daten. Flaschenhals ist dann idR die WAN-Anbindung (Bandbreite als auch Latenz) und halt höhere monatliche Kosten anstatt alle x Jahre Hardware/Software Upgrades.

Aus meiner Erfahrung: ein reines Lift and Shift, also 1:1 die IT migrieren ist finanziell absolut keine gute Idee. Man muss sich schon voll dem Vendor LockIn hingeben und viele integrierte Funktionen nutzen und seine Umgebung ggf anpassen und optimieren damit es finanziell überschaubar bleibt.
 
@snaxilian
Vielen Dank für den hilfreichen Beitrag
Das war schon sehr nützlich

Meine ergänzende Frage / Fragen:
-Wie würde den sowas funktionieren oder welche Dienste kauft man wen man eine komplette VM in "azure" laden möchte?
-Sie sehen den solche VM's kosten technisch / Leistungs technisch aus? kannst du mir einen entsprechenden Link geben?
-Wie meinst du um die Sicherheit selber kümmern? das eine ist ja klar aber solchen wie Router etc? wie geht den dann sowas? ich dachte das wird dann automatisch verwaltet!!! (mehr oder weniger)
 
Zum Thema wer für was die Verantwortung hat gibt es diesen Artikel: https://www.claranet.de/blog/2018-03-01-verantwortung-in-der-public-cloud
Als Beispiel wird da zwar AWS genannt aber bei den anderen Anbietern ist es sehr ähnlich.

Für die Kosten bietet jeder Anbieter eine Art Calculator an: https://azure.microsoft.com/de-de/pricing/calculator/ oder https://calculator.s3.amazonaws.com/index.html oder oder oder...

Du musst dabei aber bedenken, dass es oft mit der VM an sich nicht getan ist. Ein- und ausgehender Traffic muss abgeschätzt/kalkuliert werden, dann hast du noch kein Backup bzw. Backupspeicher, keine public IP (nicht sicher), keinen DNS-Namen, der auf die VM zeigt, etc.

"Mehr oder weniger" wird da nix verwaltet sondern dir zur Verfügung gestellt. Du musst also nicht einen Router bzw. dessen OS installieren, sehr wohl aber konfigurieren. Nur du kennst doch deine internen Netze und musst daher selbst die Routingtabellen anpassen wo nötig und Firewall-Regeln erstellen.
Reines Azure/AWS ist daher IaaS (Infrastructure as a Service). Wenn du dich um die Verwaltung gar nicht mehr kümmern willst, dann solltest du eher nach PaaS oder SaaS Lösungen suchen. Auch so etwas haben die diversen Anbieter im Sortiment.

Ein paar Beispiele:
  • Anstatt mehrere Server inklusive OS zu installieren, konfigurieren und als Datenbank-Cluster zu betreiben, kannst du auch einen managed Service buchen. Bei AWS heißt dies z.B. RDS. Aber: Amazon kümmert sich auch hier "nur" um den hochverfügbaren Betrieb. Datenbanken anlegen, Accounts mit Berechtigungen versehen und einstellen, wer welche DB lesen, schreiben, ändern darf etc musst weiterhin du machen.
  • Anstatt mehrere Server inklusive OS zu installieren und einen hochverfügbaren Storage-Cluster, z.B. für Backups, zu betreiben, erstellst du einen S3 Bucket oder Azure Blob Storage. Der Anbieter kümmert sich darum, dass dieser jederzeit zur Verfügung steht. Du aber musst dich darum kümmern, wer darauf lesend/schreibend Zugriff hat.

Nicht wundern lassen bei den Preiskalkulatoren... Ja, natürlich ist dies höher als ggf. ein vServer bei $Hostingprovider, aber die Anforderungen und Verfügbarkeiten sind auch etwas anders ;)
Ebenso solltest du nicht nur monatlichen Preis vs. Anschaffung und Abschreibung über x Jahre vergleichen. Für diesen Vergleich musst du Stromkosten einkalkulieren sowie die Klimaanlage für die Kühlung, Löschanlage, USV, Materialkosten "drum herum" wie Rack, Switch, Kabel aber auch die Personalkosten, die entstehen bei Einbau und Wartung, wie z.B. den Tausch einer Disk.
Bei all der Betrachtung habe ich jetzt die Redundanz ausgelassen, sprich eigentlich brauchst du für hochverfügbare Anforderungen ja noch ein zweites "RZ" mit gewissem räumlichen Abstand, jeden Server/VM also besser zweimal, einen zweiten Switch, einen zweiten Router, zweite Firewall, ggf. einen Netzwerk-Interconnect zwischen den beiden "RZs" und je nach Anwendung noch einen Loadbalancer davor, falls die Anwendung nicht selbst HA-fähig ist.
All diese Anschaffungskosten sind bei $Cloudanbieter eingepreist, da kann ich per Mausklick bei Bedarf mehrere VMs aufsetzen, Netzwerk und Loadbalancer konfigurieren und fertig um es vereinfacht auszudrücken.
 
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