Bankrun in Zypern - nur der Anfang?

Koksii

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heute Nacht wurde scheinbar die Büchse der Pandora geöffnet. Erstmals in der Euro-Geschichte fand eine Zwangsenteignung für -alle- die ein Konto haben statt und zwar in Zypern. Vor ein paar Wochen noch Verschwörungstheorie von irgendwelchen Goldbugs, heute ist es aber tatsächlich eingetroffen, auch wenn die "Euroretter" bisher immer das Gegenteil behauptet haben. Einen Tag zuvor meinte Anastasiades noch dass es keine Bailouts geben wird!

Die 100.000€ Einlagesicherung ist nicht mehr so sicher. Wer weniger als 100.000€ hat(te), dem wurden einfach so fast 7% gestohlen, wer mehr hat 9,9%. Dies wurde in einer Nacht und Nebelaktion beschlossen. Natürlich ohne Vorankündigung und, typisch für so eine Aktion, an einem langen Wochenende (dort ist am Montag ein Feiertag).

Daraufhin fand erstmals wieder ein Bankrun statt und die Banken geben kein Geld mehr raus und die Automaten wurden gesperrt. Ich denke die nächste Woche wird sehr interessant werden, da in Italien, Portugal und Spanien sicherlich nun auch ein Bankrun stattfinden wird, weil jetzt jedem klar sein dürfte dass die Sparvermögen auf den Banken nicht mehr sicher sind. D.h. eine Kettenreaktion wird womöglich stattfinden.

So wie seht ihr das? Lasst Ihr weiterhin euer hart erarbeitetes Geld auf der Bank oder hebt ihr es ab? Geht ihr, zumindest teilweise, in echte Werte, sprich Gold und Silber ?

Und was haltet ihr generell von dieser Premiere der Zwangsenteignung von ALLEN Bürgern?

Für mich heißt es spätestens jetzt, dass nicht einmal die Einlagensicherung mehr sicher ist. Es kann nach der Bundestagswahl durchaus ein böses Erwachen geben für die breite Masse, wenn plötzlich auch bei uns die Zwangsenteignung kommt. Auch die Immobilien sind nicht mehr sicher.

Dann doch lieber vorher das Geld aus der Bank holen, bevor es die Masse macht und die Banken die Konten einfrieren, außerdem kaufe ich seit mehren Monaten jeden Monat ein paar Unzen Silber, auch wenn Edelmetallbesitz dann vielleicht unter Strafe gestellt wird wie damals in GB und USA.

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Zyprioten-stuermen-die-Banken/story/19403726

Interessantes Video dazu:
 
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Eine längst überfällige Entscheidung, Anleihegläubiger und Bankkunden haftbar zu machen.

Das wird endlich den völlig verkorksten Finanzmarkt wieder mit marktwirtschaftlichen Prinzipien füllen, wonach Investoren ihr Kapital mit Risiko anlegen.

Zu lange hat man mit Rettungsschirmen etc. versucht die Marktwirtschaft auszuhebeln, indem man Risiken der europäischen Allgemeinheit aufgebürdet hat.

Die 9,9% sind noch schmeichelhaft und leider erwischt man damit nur die zyprischen Bankkunden.

In Zukunft werden Einlagensicherungen usw. eine deutlich höhere Rolle spielen.

Ich erinnere mich noch an die deutschen Tagesgeldsparer, die für fast 6% ihr Geld nach Island transferiert haben und dann beim Kollaps vom deutschen Steuerzahler entschädigt wurden.

Das war eine beispiellose Sauerei!
 
Natürlich ist es besser als wenn der deutsche Steuerzahler zahlt. Schließlich kommt das Geld eh nicht im Land an sondern geht an Banken, oftmals auch an deutsche Banken direkt zurück. Dennoch ist es eine sauerei und zeigt wieder wie verlogen die Politiker sind, wenn sie predigen, dass unsere Spareinlagen sicher sind.

Naja ok viele reiche Russen haben ihr Geld dort gepart aufgrund der Steuerersparniss, aber es leben dort auch Menschen die jeden Tag für das Geld malochen gehen und jetzt einfach 10% bzw 7% gestohlen wurden! Das schlimme ist: Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und bringt nichts

PS: Die Masse der deutschen werden denke ich mal ihr Geld nicht abheben und weiterschlafen bis die Enteignung da war, aber dann wird der Zorn verdammt groß sein. Irgendwie freue ich mich ja insgeheim auf diesen Tag wenn auch die deutschen wieder in Massen auf die Straßen gehen. Wir haben es ja verlernt aufsässig zu sein :D
 
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Mein Geld bleibt weiterhin auf der Bank. Ich halte auch einen Bank-Run in den anderen Krisenstaaten für sehr unwahrscheinlich. Generell halte ich eine solche Maßnahme in den größeren EU-Ländern für sehr unwahrscheinlich, vorher würde die EZB dem politischen Druck nachgeben und unter sehr laxen Auflagen Staatsanleihen kaufen. Und wenn eine solche Enteignung doch nochmal gemacht werden würde dann wohl nur mit hohen Freibeträgen, so dass ein Großteil der Bevölkerung wenn überhaupt nur indirekt betroffen wäre. Und bevor ich mein Geld in "echte Werte" wie Gold oder Silber stecke fällt der Montag auf einen Dienstag....
 
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Koksii schrieb:
PS: Die Masse der deutschen werden denke ich mal ihr Geld nicht abheben und weiterschlafen bis die Enteignung da war, aber dann wird der Zorn verdammt groß sein. Irgendwie freue ich mich ja insgeheim auf diesen Tag wenn auch die deutschen wieder in Massen auf die Straßen gehen. Wir haben es ja verlernt aufsässig zu sein

Früher gab es in Deutschland Zwangsanleihen, mit denen tatsächlich enteignet wurde. Dagegen sind die 6,8 bzw. 9.9% geradezu schmeichelhaft. Es fließen dennoch über 10 Milliarden € zur Stabilisierung der zyprischen Banken nach Zypern.

Bei der HRE haben Aktionäre auch von Enteignung schwadroniert, vor dem Bundesverfassungericht haben sie verloren, weil es nunmal keine Enteignung war, sie zahlten für ihre Pleitebank, bei der sie selbst investiert haben.

Übrigens wird die Entscheidung das Einlagensicherungssystem in Europa weiter vorantreiben. Lange Zeit hatten nur Deutschland und wenige andere Staaten ein nennenswertes Einlagensicherungssystem.

Darauf müssen Bankkunden in Zukunft schauen und das ist gut so.

Niemand darf dem Individuum das Denken abnehmen. Wenn du zur Bank gehst, musst du dich über alle Risiken selbst informieren und nicht später das Geld vom Steuerzahler zurückfordern!
 
aber es leben dort auch Menschen die jeden Tag für das Geld malochen gehen und jetzt einfach 10% bzw 7% gestohlen wurden!
Was?
Das die lediglich knapp 7% verlieren ist doch ein riesen Geschenk! Die Alternative wäre gewesen --> fast alles weg!

Wer hier jetzt meckert, hat das Geschäft nicht verstanden oder willst Du hier jetzt jeden aus dem Staatssäckel entschädigen wenn irgendeine Firma pleite macht?

Die Masse der deutschen werden denke ich mal ihr Geld nicht abheben und weiterschlafen bis die Enteignung da war, aber dann wird der Zorn verdammt groß sein.
da können wir nur hoffen, dass die anderen Länder so großzügig sind und uns genauso behandeln wie das was jetzt in Zypern vereinbart wurde! - Was gar nicht möglich wäre!
Natürlich werde ich mein Geld nicht abheben, man stelle sich mal vor es würde das ganze Finanzsystem über die Wupper gehen und man hätte nur eine lächerliche Gebühr von 7% auf seine Einlagen zu zahlen!
Und vor allem, was ist die Alternative, zu Hause unter dem Kopfkissen - klar, da liegt es supersicher.......:freak:

Klar dass die Banken jetzt erst öffentlich meckern - es muss ja so aussehen als ob es die Banken hart treffen würde, aber insgeheim lachen die sich doch tot über die Großzügigkeit der EU!
Man kann wieder jemanden die Schuld geben und den Menschen mit schwachen Geist einreden die EU wäre schuld - die Menschen, die die Situation verstehen, werden sehr dankbar sein für diesen kleinen Abschlag........
 
Zuletzt bearbeitet: (Rechtschreibfehler.....)
Und vor allem, was ist die Alternative, zu Hause unter dem Kopfkissen - klar, da liegt es supersicher.......
Ja? Hätten das die Zyprer gemacht wären sie nun nicht 10% ärmer. Gut, wenn 2% ihr Geld abgehoben hätten wäre das System ja auch zusammen gebrochen....

Wie gesagt die 10% waren nur der Anfang und ja, es ist sehr wenig. Dennoch hieß es bisher dass Einlagen absolut sicher sind, was gelogen war! Und die 10% sind wie oben erwähnt nur der Tropfen auf dem heißen Stein, bringt fast nichts. War wahrscheinlich nur ein Test wie weit sie gehen können...

In sofern sind die 10% ein Segen, ja! Weil jetz die Möglichkeit besteht sein Vermögen zu reten, da man nun die Erkentniss hat dass der Haircut wohl relativ bald bevorsteht
 
Zuletzt bearbeitet:
Koksii schrieb:
Wie gesagt die 10% waren nur der Anfang und ja, es ist sehr wenig. Dennoch hieß es bisher dass Einlagen absolut sicher sind, was gelogen war!

Wer hat das gesagt?

Und für welche Einlagen wurde das behauptet?
 
@Stefan_Sch+

Es heißt doch laut EU-Richtlinie dass bis zu 100.000€ die Spareinlagen der Privatanleger sicher seien. Oder geht es da nur um Bankenpleite und nicht um drohenden Staatsbankrott wie in Zypern?
 
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Koksii schrieb:
Wo? In der EU
Wer? Die Anleger
Wann? Seit 31.12.2010

Nö.

1. Die EU hat keine Garantien für Einlagen von 100.000 € gegeben, dass kann sie gar nicht, weil sie dazu keine Befugnisse hat. Die EU hat in den europäischen Ländern gesetzliche Regelungen bezüglich der Einlagensicherungen nach den EG-Richtlinien 94/19/EG vorgeschrieben. Die Umsetzung obliegt den nationalen Parlamenten.

Hier gucken:

http://europa.eu/legislation_summar...ces/financial_services_banking/l24012b_de.htm

2. Der Staat kann und soll keine Einlagen garantieren, dass können nur die Finanzinstitute. Die Qualität der Einlagensicherung richtet sich nach den Beträgen, die Banken in diese einzahlen.
 
Ja, das mag der Grund dieses Threads sein, dass Missverstädnis, dass die EU eine Garantie abgegeben hat, was nicht der Fall ist!
Ach ja, die 10% die Koksii immer erwähnt, gelten nur für Einlagen über 100.000 € - das sollte 98% der Zyprer - Zyprioten - Zypressen :D nicht interessieren!

Ist meiner Meinung nach ein guter Kompromiss für alle Beteiligten, selbst für die riesen Einlagen - und sei es nur aus den Gründen heraus die Stefan_Sch hier nannte.
 
Zypern hat(te) aber auch eine Einlagensicherung bis zu 100000€. Ich hätte es besser gefunden den Einlagensicherungsschutz greifen zu lassen (dafür hätte auch die EU meinetwegen bürgen können) und dafür alle anderen Guthaben in die Insolvenzmasse mit einfließen zu lassen. Noch ein interessanter Kommentar zu den andauernden Rechtsbrüchen: http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...rettung-regelbruch-in-permanenz-12117409.html
 
Quickbeam2k1 schrieb:
Zypern hat(te) aber auch eine Einlagensicherung bis zu 100000€. Ich hätte es besser gefunden den Einlagensicherungsschutz greifen zu lassen und dafür alle anderen Guthaben in die Insolvenzmasse mit einfließen zu lassen. Noch ein interessanter Kommentar zu den andauernden Rechtsbrüchen: http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...rettung-regelbruch-in-permanenz-12117409.html

Das wäre möglich gewesen, aber es hätte zum Zusammenbruch des zyprischen Bankensystems geführt.

Davon hätte am Ende niemand etwas gehabt!
 
und dafür alle anderen Guthaben in die Insolvenzmasse mit einfließen zu lassen
andererseits, wer Insolvenzverwalter kennt, der weiss das die mehr kosten als oft der Grund der Insolvenz! Gerade in einem solchen Fall hätte die Insolvenz wohl beträchtliche Probleme und Kosten verursacht!
Die jetzige Lösung ist sicher besser.....

Aber warten wir noch ein Weilchen, der nächste Fall kommt bestimmt - ich tippe auf eine Bank aus England..........
 
Ob die jetzige Lösung wirklich besser ist wird sich zeigen. Sobald jetzt ein Staat mit über ESM-Hilfe verhandelt geht die Angst vor Zwangsenteignung um. Falls wir dadurch einen Bankenrun kriegen weiss ich nicht ob das so gut war. Warum muss Zypern überhaupt gerettet werden. Das Land ist für 0,2% der Wirtschaftsleistung der EU verantwortlich. Wo da die Systemrelevanz ist kann mir keiner erklären.
 
Lars_SHG schrieb:
Ach ja, die 10% die Koksii immer erwähnt, gelten nur für Einlagen über 100.000 € - das sollte 98% der Zyprer - Zyprioten - Zypressen :D nicht interessieren!
.

Das stimmt so nicht! Leute mit weniger als 100k wurden um 6,75% enteignet, die anderen um 9,9%

Die Enteignung betrifft jeden der Geld auf dem Bankkonto hat und alle Konten / Automaten sind dort eingefroren bis Dienstag.

Warum muss Zypern überhaupt gerettet werden. Das Land ist für 0,2% der Wirtschaftsleistung der EU verantwortlich. Wo da die Systemrelevanz ist kann mir keiner erklären.

Das Frage ich mich auch. Meinte Merkel nicht noch vor ein paar Tagen dass Zypern keine "Rettung" (Neusprech) bekommt?

Scheinbar will man das Volk einfach nur verwirren durch dieses ständige Hin-und her.
 
Leute mit weniger als 100k wurden um 6,75% enteignet, die anderen um 9,9%
aber eben nicht mit 10% darauf wollte ich hinaus, ich habe oben ja schon geschrieben, dass es nicht 10% sondern 7% für die Zyprioten sind, natürlich beides aufgerundet! Über 100K hat eben Dimitri Normalbürger in Zypern nicht auf der Naht!

Was die Systemrelevanz betrifft, wenn das Geld ausgebucht würde, hätten einige Länder wieder Probleme, die man gerade gehofft hätte besseitigt zu haben, deshalb die Rettung!

Wobei die Art der Rettung eindeutig die bessere Lösung im Hinblick auf die Zukunft ist! Jetzt kann sich keiner mehr sicher sein, dass die Kriese an einem vorbei geht! Das ist so gewollt, das Zeichen ist oft mächtiger als die Summe die dahinter steht!
 
Zuletzt bearbeitet:
Lars_SHG schrieb:
aber eben nicht mit 10% darauf wollte ich hinaus, ich habe oben ja schon geschrieben, dass es nicht 10% sondern 7% für die Zyprioten sind, natürlich beides aufgerundet! Über 100K hat eben Dimitri Normalbürger in Zypern nicht auf der Naht!
Aber warum "bestraft" man dann nicht nur die die über 100k Einlagen haben? Für die Leute mit geringen Einlagen sind auch die niedrigen Sätze sehr schmerzhaft.

Generell bin ich aber der Meinung das man sich einfach mal wieder klar machen muss das jede Anlage ein Risiko darstellt. Die Einlagensicherung sagt sie bürgt für nen bestimmten Betrag und alles darüber hinaus kann dann weg sein. Das macht man aber wieder nicht
 
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