Beschaffung der Holzpelletheizung, Beratung, Tipps, Vorschläge dazu

konnichi

Lt. Junior Grade
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Aug. 2009
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Hallo CB Community :)
Ich möchte hiermit mein eigenes Energie-Thread eröffnen, wenn das Ok ist.
Folgendes Problem. Wir haben ein Einfamilienhaus, sind 5 Köpfe. Und zahlen Jährlich 4000 Euro an Heizungskosten. Heizen mit Gas, beziehen es von Eon Hanse.
Nun, 4000 Euro für 120 kv. Meter Fläche ist sehr viel. Vieles liegt an Haus selbst. Ist Altbau. Und Wärmedämmung dem entsprechend schlecht.

Was mich interessieren würde ist die Holzpelletheizung. Hat jemand eine Holzpelletheizung bei sich Zuhause stehen? Was würdet ihr dazu sagen? Gut-schlecht? Was sind die Betriebskosten? Was kosten die Holzpellets? Was ist mit der Rußbildung? Wir haben zwar große Wohnfläche, auch Garten, aber die nachbarn wohnen ja neben an. Wenn die Rußbildung sehr groß ist, würden die sich beschweren. Wir hatten ein Zwischenfall vor knapp 16 Jahren, die Nachbarn haben uns angezeigt, damit wir unser Steinkohleofen dichtmachen(das waren Mal Zeiten mit nur paar Hundert Deutsche Mark pro Jahr an Heizkosten!!)

Ich habe selbst bereits eine Rechnung gemacht. Folgendes kam raus:
Wir verbrennen eine Energiemenge im Wert von knapp 50.000 Kwh pro ein Jahr. Mit Gasheizung.
Das sind dann 4000 Euros. Für die ~50k Kwh. Jetzt habe ich ausgerechnet, dass mit Holzpellet die gleiche Leistung mit 9t erreicht wäre. Das ist auch ganz schön viel eigentlich. Und jetzt kommt's: die 9 Tonnen würden mir 1620 Euro kosten. Dabei hat man so ein hohen Ersparnis, dass man gleich wechseln möchte...aber ja...mich kann oder will keiner beraten.
Jetzt kommt das Lagerungsproblem. Denn 9 Tonnen sind nicht ohne. Ich habe ausgerechnet, dass ich dafür 14 Kubikmeter an Lagerplatz brauche. Jetzt wo momentan die alte Gasheizung steht, gibt es Nebenraum, mit Durchgang ohne Tür, wo früher die Steinkohle lag. Ob es dafür trocken genug ist, weiß ich nicht. Scheint trocken zu sein, aber das zu messen kann ich nicht, bzw. weiß ich nicht wie. Denn wenn das Holzpellet anfangen würde zu verfaulen, würde ich mir dabei ein großes Problem vorstellen(ev. Ausfall der Anlage, oder gar Beschädigung).
Dann kommt noch hinzu, was kostet so ein Holzpellet-Ofen? Die Jahresleistung sollte bis 50k Kwh reichen. Und das nur im kältesten Winter, also im Fall der Fälle.
Die Anlage sollte anstatt der alten Heizung angeschlossen werden.

Es wäre super toll wenn sich viele User melden würden, und ihre Meinung dazu schildern würden.
Ich bedanke mich schon Mal im Voraus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du kannst eigentlich ziemlech fest davon ausgehen, dass die Rußbildung nicht zu groß ist. Eine moderne Pelletheizung muß ebenso wie Öl- oder Gasheizungen die Abgasrichtwerte erfüllen. Also auf dem Niveau einer alten Steinkohleheizung rußen die sicher nicht.

Wie's von den Kosten aussieht, weiß ich grad nicht.
Aber neben dem Tausch der Heizungsanlage wäre vielleicht in eurem Fall eben auch eine Dämmung nicht verkehrt, da lässt sich schon ordentlich sparen.
Zumindest musst du bei diesen Pelletheizungen nicht mehr - wie bei anderen Holzheizungen - selbst nachlegen.

Edit: Wikipedia sagt bzgl. Emissionen Folgendes:
Bei den Schadstoffemissionen (Kohlenmonoxid, flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen, Stickoxiden) liegen Pelletheizungen im Bereich anderer Heizsysteme
 
Altbauten auf einen vernünftigen Energetischen Stand bringen ist nicht immer ganz einfach und fast immer sehr teuer.
Pelletheizungen müssen wie gesagt auch Abgasnormen erfüllen, Betrieb erfolgt in aller Regel über Silo und Förderschnecke.
Werf aber mal einen genauen Blick auf die Entwicklung der Pelletpreise, mein Arbeitskollege hat so ne Heizung ist momentan nicht wirklich glücklich mit den Preisen.

Was auch eine Alternative für euch sein könnte ist ein kleines Blockheizkraftwerk für zu Hause.

Bei dem was auch immer ihr macht sollte man Klarheit haben/schaffen wie Lange das Objekt in welcher Form genutzt werden soll. Schafft ihr euch jetzt ein Blockheizkraftwerk an und sorgt in 5 Jahren für neue Dämmung wird euer Blockheizkraftwerk wahrscheinlich witzlos weil ihr nicht mehr genug Wärmebedarf habt.
 
Es gibt mehr als genug seriöse Energieberater die sich gegen ne kleine Gebühr das Haus und deine Heizung angucken und dir sagen was für dich am besten ist.

http://www.sanieren-profitieren.de/1033.html

Ohne mit so jemandem zumindest mal gesprochen zu haben irgendwas anzufangen ist so ziemlich das bescheuertste was man machen kann. Geht garantiert in die Hose.

Hier im Forum gibt es unter Garantie keinen der dir irgend einen qualifizierten Tipp geben kann und wird wenn er was von der Materie versteht. Auf alle anderen muss man schon garnicht hören.

Ich bin angehender Architekt und hab schon Jahre Erfahrung auf dem Gebiet. Es kann durchaus sinnvoller zu sein das Gebäude zu sanieren als die Heizung zu tauschen.
 
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Necrol danke für die Antwort.
Ja, interessant was dein Kollegen betrifft. Was genau aber ist bei ihm los? Wie viel Holtpellet verbrennt er und für wie viel beschafft er es?
Ich habe mit googlen eine Verkaufsstelle gefunden, die eine Tonne für 180-Euro liefern. Die Lieferkosten sind einberechnet. Ich meine das ist billig. Es gibt Anbieter, die auch bis 300-Euro gehen, warum auch immer. Vielleicht sind dabei viele Wiederverkäufer, also reine Spekulanten bzw sch*** Preishochtreiber...
Necrol, was sind die Wartungskosten bei dem Kollegen? Kannst du ihn das Fragen? Und was man dabei sonst beachten sollte. Wäre echt cool, wenn du das für mich nachfragst.
 
Hoppla, in etwa gleiche Voraussetzungen!
Wir haben vor 4 Jahren eine neue Holzpelletheizung installiert - vorher auch Gas gehabt.
Wir haben ein altes Fachwerkhaus was teilweise gedämmt ist - aber mit rund 200 m2 bewohnter Fläche geht da einiges an Energie durch.

Kurz vorweg, die Energiekosten haben sich ab dem ersten Jahr halbiert.
Und das obwohl ich ausschließlich Marken-Pellets DIN+ gekauft habe!

Die Pelletpreise sind in etwa gleich geblieben im ersten Jahr war es noch etwas günstiger, aber jetzt in diesem Jahr scheint es wieder bergab mit den Preisen zu gehen - liegt wohl daran, dass andere Länder in den Markt drängen.

Zu den Pelletpreisen, guckst Du hier:
http://www.carmen-ev.de/dt/energie/pellets/pelletpreise.html

Wenn ich Dir einen Tipp geben darf, ein großes Silo ist wichtig! Und der Pellet-Transport, das war das einzige was über die Jahre wartungsintensiv war!

edit: Rußbildung - kenne ich nicht, liegt aber wohl auch daran, dass ich nur gute Pellets kaufe. Unser Schornstein (extra gebaut) ist in etwa 5m vom Nachbarhaus entfernt und die haben noch nie ein Wort gesagt das es ein Problem wäre - und ich kenne die Nachbarn gut, wenn was wäre hätten sie es mir gesagt!
 
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Humptidumpti schrieb:
Es gibt mehr als genug seriöse Energieberater die sich gegen ne kleine Gebühr das Haus und deine Heizung angucken und dir sagen was für dich am besten ist.

http://www.sanieren-profitieren.de/1033.html

Ohne mit so jemandem zumindest mal gesprochen zu haben irgendwas anzufangen ist so ziemlich das bescheuertste was man machen kann. Geht garantiert in die Hose.

Es gibt aber auch genug unseriöse die eigentlich nur gut sabbeln können, von der Materie aber wenig bis keine Ahnung haben. Wir hatten vor einigen Monaten einen Energieberater in die Straße bestellt der sich dann 5 Häuser an dem Tag angeschaut hat. Die Ergebnisse waren bei allen das gleiche: Neue Fenster, auch bei Häusern die schon 3fach-Verglasung entsprechende Rahmen haben. Bauzeitraum der Häuser um 1990-1995. Spätestens da steht Aufwand nutzen in Überhaupt keinem Verhältnis.

Das man so ein Vorhaben ohne kompetenten Rat nicht angehen sollte würde ich unterschreiben, allerdings schadet es wirklich nicht sich vorher mal einen Überblick zu verschaffen was für Richtungen und Möglichkeiten es gibt, manchmal ist auch Abrissbirne und Neubauen durchaus eine Überlegung wert.

Was meinen Kollegen angeht, der hatte sich vor ca 10 Jahren für die Pelletheizung entschieden, technisch läuft das ganze auch einwandfrei. Allerdings sind die Pelletpreise wohl so schnell im Preis gestiegen das die Wirtschaftlichkeitsrechnung recht schnell hinfällig war.
 
dieser extreme bedarf an heizenergie liegt nicht alleine an der dämmung. da spielt das heizverhalten eine deutliche rolle. zum vergleich: altbau, ebenfalls ungedämmt (bis auf den anbau vom heimkino. da wird aber auch nicht viel geheizt :)), 140qm wohnfläche, dach nicht isoliert, ebenso nicht die oberste geschossdecke eg, og, dg, speicher), das ganze gepaart mit einer ölzentralheizung (kein brennwertkram), welche mittlerweile über 20 jahre auf dem buckel hat (immer noch top-werte laut schornsteinfeger) und gesteuert per ordinärer zeitschaltuhr (heizungssteuerung hat irgendwann den geist aufgegeben und ich war/bin zu geizig mir ne neue einbauen zu lassen, wenns auch ne 10€ schaltuhr ausm baumarkt tut - und das jetzt seit 4 jahren).

ich habe einen verbrauch (2 personen + hund :D) inkl. warmwasser von 1600 litern öl im jahr...

altbauten sind nicht wirklich schlecht was die dämmung angeht. gerade ziegelbauten und fachwerkhäuser sind jedem heutigen styroporschalensystem (am besten noch hohlblockwände :rolleyes:) mindestens ebenbürtig - mann muss dann nur korrekt heizen und zb die wäne als wärmespeicher sehen, dann bringt das auch schon sehr viel und spart massig geld für die nachträgliche dämmung, die ggf gar nicht nötig ist ;)

also überlegt doch erstmal, ob ihr jedes zimmer auf 25°C heizen müsst, zu jeder zeit und jahreszeit. evtl. kann man auch die fenster beim lüften schließen und das brauchwasser vielleicht nur auf 60° statt 70° vorhalten. wobei bei gas auch das kochen dazuzählen kann. das macht aber nicht wirklich was aus ;). und nachts muss die hütte ja auch nicht auf saunatemperaturen gehalten werden...

ne pelletheizung wie du sie dir vorstellst (stationär/zentral) dürfte um die 12-15000€ kosten, mit glück inkl. lagerraum.förderung der kfw gibts auch noch (1000€ iirc) und wenn ihr dann wirklich 2500€ pro jahr sparen solltet (!), fangt ihr im extremfall nach 6 jahren an zu sparen :)

aber wie gesagt: das heizverhalten ändern kostet gar nix. und mal zu schauen, ob die fensterdichtungen noch in ordnung sind, ist ebenfalls kein rausgeschmissenes geld.
 
Sind die 4k € mit Warmwasser oder?
Schon mal drüber nachgedacht das über 2/3 vom Jahr über die Sonne kostenlos zu beziehen? ;)
Meine Eltern haben das seit 8 Jahren am laufen - März bis Oktober ist die Heizung eigentlich komplett aus.
Gut sie heizen im Winter zusätzlich mit Holz das Wohn- / Esszimmer, kommen so aber auf ~400€ für Gas pro Jahr.
 
@ Heretic Novalis
ne pelletheizung wie du sie dir vorstellst (stationär/zentral) dürfte um die 12-15000€ kosten
da liegst Du aber wirklich deutlich zu hoch!
Unsere Pelletzentralheizung mit kurzer Schnecke hat ~5.000 € (Evotherm, Pelletec, gute Marke) gekostet. Ich glaube die hat 28 KW und ist für 300 m2 ausgelegt.
Dazu kommt das Lager - ich habe ein großes Sacksilo - einen Pelletraum kann man sogar billig selber bauen - ich habe 1.000 € bezahlt inkl. Transportschnecke da anderer Raum.
Dann kommt da noch ein Wasserspeicher und wer will, auch noch die Vorinstallation (habe den Fachnamen grage nicht zur Hand) für Solarzellen zum Sekundärwärmen des Wassers.

Vor einem Jahr habe ich die Preise noch mal verglichen, da war die Heizung rund 1.500 € günstiger geworden.
 
Wenn man einen Altbau mit einer Pelletheizung ausrüstet wird das bezuschusst:
http://www.pelletheizung-foerderung.de/pelletheizung/bafa-foerderung-pelletheizung.html

ich meine es gibt auch bei der Verbraucherzentrale unanhängige Energieberater. Bedenke das der Lagerraum für die Pellets nichts nur trocken sein muss sondern auch das Gewicht der Pellets aufnehmen kann. Die Preise für Pellets sind vor 4-5 Jahren mal sprunghaft angestiegen, seitdem aber rel. stabil. Wesentlich teurer wird es vermutlich auch nicht werden da es immer mehr Hersteller auf dem deutschen Markt gibt.

aber ich stimme Heretic Novalis zu das man oft einen großen Effekt erzielt indem man einfach sein Heizverhalten ändert.

@ Necrol
Ein Blockheizkraftwerk lohnt sich glaub ich nur wenn das das ganze Jahr durchläuft. In priv. Häusschen schaltet man die doch eher im Sommer aus. Eher was für größere Immobilien.
 
Die Blockheizkraftwerke die für Privathaushalte unter Umständen interessant sein können sind meist Wärmegesteuert, sprich Strom ist das Abfallprodukt das neben dem Warmwasser für Heizung usw erzeugt wird.
 
Hallo,
Ich danke für all die Tipps. Dass es große Zuschüsse gibt, wusste ich nicht. Viele weitere Details auch nicht.

Die Blockheizkraftwerk kommt nicht in Frage, da die Investitionskosten sprengen so ziemlich jede Ecke des "Vorstellbaren und Machbaren", sprich, ist einfach zu teuer.
..Was ich aber nicht so ganz verstehe, wie genau funktionieren diese Zuschüsse seitens Regierung? Bekommt man dabei eine Gutschrift auf die Rechnung der Anlage? Des Anschlusses? Oder bekommt das die Firma, die alles bei mir bereitstellt bzw. alles anschließt?
 
weder noch, Du beantragst das bei Deiner Bank und die wickelt das dann für Dich ab!
Paar Formulare, halbes hundert Unterschriften - der übliche Formular Horror halt.....

Vorab solltest Du aber mit der installierenden Heizungsfirma gesprochen haben. Da gibt es Grenzen die eingehalten werden müssen, Effiziens der Heizung z. B., damit es förderwürdig ist.
Außerdem beachten, Du kannst einen Teil der Handwerker-Rechnung absetzen!
 
@ Lars_SHG
warum über die Bank? Ich würde das direkt bei der Bafa beantragen:

Bafa

da gibts direkt auch die Formulare .
 
@ Buttkiss
das wir die Heizung installiert haben ist schon 4 Jahre her. Seiner Zeit wurde uns von allen gesagt es hat über die Bank zu erfolgen - was auch kein Problem war und nichts extra kostete!
Da es bei uns um eine größere Sanierung handelte, kam bei uns auch noch ein vergünstigter Kredit von der Bafa dazu.
Alles in einem Aufwasch - warum schwer, wenns auch einfach geht?

Willst Du allerdings nur einen Heizkessel austauschen, dann kannst Du das natürlich auch selbst machen, da sind die Summen ja relativ gering und vermutlich keine Involvierung der Bank notwendig.
 
..ich bedanke mich herzlich für alle die Rückmeldungen, und die Tipps.
Bin zwar immer noch unentschlossen, aber ich hab etwas erfahren, was ich vorher nicht wusste, z.B. die Bundesförderung, und mehr.
Ich werde den Holzpelletmarkt weiter beobachten, und dann mal schauen ))

bye


Edit: ich danke euch allen, aber vor allem LARS, du hast dich wegen mir in die Sache reingehängt, 10/10 Top, prost, einfach nur nett und toll! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht noch ein Nachtrag, ein Bekannter hat ein Angebot für Pellets aus Polen - bei 10 to. 800,00 € plus 150 € Anlieferung, Zahlbar bei Lieferung.
Bei den derzeitigen Preisen die ich bezahle, wäre das ein Preis von weniger als 50% (inkl. Transport) die ich für die Qualität DIN+ bezahle.

Und das ist eben auch der Knackpunkt - keine Ahnung, was da für eine Qualität kommt - aber ich werde es wohl in absehbarer Zeit wissen, da der Bekannte für die nächste Heizperiode 10 to. bestellt hat!

Fazinierend, wenn das auch nur halbwegs brauchbare Qualität ist, hätte man, je nach Heizleistung 30% - 50% bei den Heizkosten gespart - und das zu den bereits guten Preise die ich bisher bezahlt habe!

edit: nur mal so als Vergleich, 10 to. Pellets entsprechen der Heizkraft von ~4,8 to. Heizöl. Da kann sich jetzt jeder ausrechnen, was das für einen Preisunterschied macht!
 
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