Test Big Pharma Beta im Test: Moralapostel haben einen schweren Stand

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#2
schön - ich mag so Spiele :). Gleich mal auf die Wunschliste setzen.

EDIT:

Bei Steam gibt es das Spiel leider noch nicht.
 
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#3
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estros

Vice Admiral
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#4
Wobei das schon ein sehr starkes Schwarz-Weiß Denken des Autors ist. Ein Medikament ist nicht sicher oder unsicher. Das ist immer ein Prozess. Beispielsweise kam unter Druck nun das Medikament gegen die Ebola Ausbreitung auf den Markt. Da der Spieler wohl aber nur zwei Optionen hat, verfällt man natürlich schnell in die Moralfrage.^^
 

chesus1332

Lt. Junior Grade
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#6
Böse Zungen könnten also behaupten, dass Big Pharma die Machenschaften der Pharmakonzerne relativiert.
Big Pharma relativiert überhaupt nichts, hier wird doch lediglich simuliert, dass für ein Unternehmen das seinen Zweck erfüllen soll (und der lautet in unserer Gesellschaft nun mal Gewinn machen) eben nichts zählt, was nicht der Reichtumsvergrößerung des Besitzers des ganzen Ladens dient. Denn genau damit aus seinem Geld mehr Geld wird hat ers doch investiert.

So gibts dann Dioxin in den Lebensmitteln und giftige Weichmacher im Kinderspielzeug. Und das ist noch fast die harmlosere Seite, in Anbetracht dessen, was in vielen Firmen mit den Menschen angestellt wird, und wie sie entlohnt werden. Der Lohn ist nämlich aus Sicht des Unternehmens bloß Kost und kann daher für den Unternehmer gar nicht niedrig genug sein.
In beide Richtungen ist die Produktion komplett ignorant. Gegenüber den Bedürfnisse derer, die die Arbeit machen (wie viel Geld sie brauchen ist dem Unternehmer egal, der zahlt ihn rein aus dem Zweck des Gewinns bestimmt, und das bedeutet eben normalerweise: je weniger desto besser).
Und in die andere Richtung sind die Produkte, die aus so einer Produktion rauskommen giftig, nutzlos, minderwertig, völlig egal, Hauptsache man kann sie gewinnbringend verkaufen. Denn sonst macht das Unternehmen Minus, und damit hätte die Produktion ihren Zweck verfehlt.
 

Herdware

Fleet Admiral
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#7
Diese Moralaspekte habe ich besonders bei Civilization immer stark bemerkt.
Ganz unvermittelt verhalte ich mich im Spiel wie reale Supermächte. Bombe kleine Staaten in Schutt und Asche, um ihre Rohstoffe auszubeuten, alles unter dem Deckmantel der UN und mit Unterstützung von mit Geld gefügig gemachten Stadtstaaten usw. :evillol:
 

MC´s

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#9
Bei einem Spiel stellt sich ja nicht die Moralfrage so wie im wahren Leben, zumindest bei mir.
Deswegen finde ich immer die vergleiche von Spiel und Real Life etwas daneben. Ich fände es erschrekend wenn Spieler nicht von Spiel und wahrem Leben unterscheiden können. Das macht mir mehr Angst als die Moralfrage in Spielen.
 

Seppuku

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#10
Ich mag solche Spiele, die einen in eine moralische Zwickmühle bringen. Das fand ich auch schon bei der Tropico-Reihe interessant. Das Spiel ist sicherlich einen Blick wert!
Letztendlich ist die Pharmaindustrie genauso wie jede andere Industrie auch, nicht primär am Wohle der Menschen interessiert, sondern am Erwirtschaften von Gewinnen.
Ob ich jetzt die Autoindustrie verteufle, weil sie nicht jedem Menschen ein großes, sicheres Auto für n' Appel und n' Ei zur Verfügung stellt und somit die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Twingo/Polo-Fahrers bei einem Unfall verringert oder die Pharmaindustrie, weil sie direkt an der Krankheit/Gesundheit der Menschen Geld verdient, bleibt jedem selbst überlassen.

@ MC´s

Es geht ja nicht ums nicht unterscheiden können...
Sonder darum, selbst mit dieser Fragestellung und Entscheidungsfindung aktiv konfrontiert zu werden.
 
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#11
Das muss ich mir doch mal genauer anschauen. Aber soweit ich das sehe, hat das Spiel mit der Realität aus Big Pharma nur oberflächige Gemeinsamkeiten.
 
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#12
hehe, das ist geil. ich schreibe einen beitrag über tierversuche zu einem game mit der überschrift ....moralaposten... und bekomme eine verwarnung dafür.

danke an die kindergarten moderatoren hier :)
 
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#14
Ich stelle die These auf das es schon längst wirksame Mittel gegen Aids, Krebs und andere Krankheiten gibt. Doch die Pharmakonzerne wären aus wirtschaftlicher Sicht dämlich würden sie z.B. den Krebs bei Kranken heilen.

Der Mensch ist des Menschen Wolf.
(N. Machiavelli oder so)
 
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#15
Meine Aussage beruht nur auf dem Inhalt des Artikels, nicht aber auf einem Selbsttest des Spiels.
Der Teil mit den Nebenwirkungen ist in Realität definitiv nicht so einfach. Medikamente können nicht so einfach auf den Markt geworfen werden, sie müssen Zulassungen erhalten. Und wenn banale Medikamente zu starke Nebenwirkungen haben, bekommen sie diese nicht.
 

ovi

Lieutenant
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#17
Ich find's ziemlich cool, dass ihr so aus dem Nichts manchmal Indie-Titel testet. Bei der Flut an Spielen wird man so auch mal auf bisher völlig Unbekanntes aufmerksam. (ist ja nicht so, dass man dank Humble Bundle und co schon mehr als genug hätte, *hust*)

Vielleicht kommt ja auch mal ein Review zu Infinifactory. Ansonsten muss ich mich wohl als Red bewerben und selbst eins verfassen :D
 

Recharging

Lt. Commander
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#18
Sobald es auf Steam kommt, werde ich mir das ganz sicher zur Gemüte führen.
Ich mag solche "alten" Spiele, bin ja selbst damit aufgewachsen und die Grafik finde ich vollkommen in Ordnung.

Ich liebe isometrische, detailverliebte Ansichten, wie es etwa anno dazumals bei Commandos der Fall war. Da blieb einem ohne 3D einfach nur der Mund offen und auch heute, wäre es für viele Spiele durchaus vorteilhaft eher in die Details zu investieren, als in eine letztlich grobe, dafür bunte und explodierende 3D-Darstellung um jeden Preis.

Danke für diesen ersten Zwischentest.

Falls jemand mal quasi einen der Ahnen spielen möchte, Theme Hospital gibt's auch bei Origin (sogar mal auf's Haus) bzw. die vielversprechende Weiterentwicklung bei CorsixTH antesten.
 
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Pomi

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#19
Ein interessantes Spiel, vielleicht werde ich es mir mal genauer anschauen. Wenn das Spiel zumindest zum Nachdenken anregt, ist das doch schonmal ein positiver Punkt.

Das richtige Spiel für Aluhüte. Die pöhse, pöhse Farmer-Mafia!!!!1111 Zeigt doch nur die Realität!!!!111
:rolleyes:
Natürlich ist nicht jedes Pharmaunternehmen böse, aber in unserem System geht es nunmal um Profitabilität und die Unternehmen sind nunmal keine Wohlfahrtsvereine. Wer sind denn die Kunden eines Pharmaunternehmens? Gesunde oder kranke Menschen? Wenn ich Medikamente auf den Markt bringe, die einen tatsächlich vollständig gesund machen, dann hab ich ab morgen keine Kunden mehr und bin arbeitslos.
 

Jim-Panse

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#20
Ich stelle die These auf das es schon längst wirksame Mittel gegen Aids, Krebs und andere Krankheiten gibt. Doch die Pharmakonzerne wären aus wirtschaftlicher Sicht dämlich würden sie z.B. den Krebs bei Kranken heilen.

Der Mensch ist des Menschen Wolf.
(N. Machiavelli oder so)
Nein, gibt es ganz sicher nicht. Jedenfalls nicht mit Zulassung.
Entwickeln könnte man sie, solange das finanzielle Potential da ist. Und das ist eben bei Ebola mit 20.000 Infizierten in Afrika nicht da. Den jetzt anscheinend wirksamen Impfstoff gibt es auch nur weil man in westlichen Ländern mittlerweile Angst davor bekommt. Auch wenn die Krankheit für unsere Hygienestandards eher unpassend wäre, denn hier würde ein Ausbruch schnell eingedämmt sein und im Zweifel sterben eher die (Fehl-)Wirte weg, als dass dann weitere Übertragungen stattfinden. Verhält sich bei HIV genauso. In westlichen Ländern gibt es zu wenige Infizierte und es gibt eben schon viele wirksame Medikamente, die Menschen, die dann schon an Aids leiden ein normales und langes Leben ermöglichen. Nur die Qual der Infektion und möglichen Übertragung an andere kann einem nicht genommen werden.

Die Pharmaindustrie ist auch meiner Meinung nach (ich muss aber auch sagen, dass ich dort später ein potentieller Arbeitnehmer bin) in Wirklichkeit nicht sonderlich böse. Klar, sie verdient an der Gesundheit des Patienten (um den es ja leider lange nicht mehr geht) Geld, was man auch als böse bezeichnen könnte, jedoch sind Markteinführungen von Medikamenten mit starken bzw. lebensbedrohlichen Nebenwirkungen nicht ohne weiteres möglich. Wer schonmal einen Zulassungsordner gesehen hat und Ahnung vom Zulassungsprozess inklusive AMG im Zusammenhang mit dem Contergan-Skandal hat, wird wissen, was ich meine. Aber dass hier die meisten sowieso keine Ahnung davon haben, zeigt ja die Mehrzahl der Kommentare.

Das Spiel finde ich trotz Realitätsferne ganz nett. Ist halt eben auch ein Spiel, was Spaß machen muss und da würde die knallharte Agenda des BfArM oder der EMA eben definitiv keinen Spaß machen.
Gewinn machen die Konzerne trotzdem. Hierzulande sogar durch die Rabattverträgen mit Krankenkassen recht viel.
 
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