Cloud > NAS?!

MichiB

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Tach zusammen!

Ja, die Betreffzeile mag tatsächlich etwas reißerisch klingen, gerade in Zeiten von PRISM & Co., aber ich stehe tatsächlich vor der für mich legitimen Frage - brauche ich überhaupt noch eine NAS?

Kurz mal zum Hintergrund: ich besitze seit 3 Jahren eine Synology-NAS (eine kleine DS-110j mit einer 1,5TB-Platte von WD), mit der ich eigentlich sehr zufrieden bin. Hauptnutzen:

- Datengrab
- DLNA-Library (Filme, Musik, Fotos) - Zugriff über AV-Receiver, Sat-Receiver und Android-Devices

Zugriff von außen ist möglich über den Synology-DDNS-Dienst, für den einfach Zugriff habe ich mir sogar noch Subdomains über meine private Domain gebastelt. Auch die Android-Apps sind gut.

Bis hier alles top. Nun habe ich mir aber auch Gedanken über Offsite-Backups gemacht - die wichtigsten Dinge (Fotos, Familienvideos, Lizenzschlüssel etc.) will ich woanders sichern, für den Fall der Fälle (Hausbrand, Diebstahl o. ä.), weil vieles schlicht unersetzbar ist. So bin ich zu Strato HiDrive gekommen, auf das meine NAS nativ sichern kann. 100GB reichen locker aus und kostet 5-8,- € p. M. (ja nach Laufzeit - bislang habe ich immer geschafft, ein Jahr für 1,- € zu bekommen, weil die oft Aktionen machen).

Alles prima, möchte man meinen. Weil HiDrive im Zugriff zwar flexibel, aber irgendwie hässlich ist und auch keinen Desktop-Syncclient bietet, kam ich auf andere Cloudlösungen. Hab' wohl wirklich so ziemlich alle durch und bin am Ende bei Google Drive hängen geblieben. Jaja, ich weiß schon: US-Konzern, Datenkrake und so. Stimmt sicher alles, ABER:

- TOP-Integration in Google Services (die ich intensiv nutze) und Android
- Super-Darstellung im Browser und per Android App
- Exzellente Suchfunktion (sogar in Bildern kann nach Text gesucht werden - kann damit in Massen sogar Evernote ersetzen, bei denen ich z. B. Belege archiviert habe)
- Native Darstellung zahlreicher Dateiformate, direkt im Browser - sogar Photoshopdateien oder MKV-Videos werden direkt im Browser gezeigt bzw. gestreamt. Kein Download im Vorfeld erforderlich. Finde ich wirklich erstaunlich...
- Klasse Darstellung von Fotos - und über die Freigabe kann ich alle Verzeichnisse (auch die der Familienvideos) einfach für meine Frau freigeben, die ebenfalls bei Google ein Konto unterhält (und nichts zahlt).
- Sensiblere Daten (Steuererklärung etc.) verschlüssele ich einfach mit Boxcryptor.
- Deutlich bessere Performance (keine Wake-Up-Zeit, volle DL-Bandbreite)

Nachteil sind natürlich die mtl. Fixkosten, die mit <5,- € aber für mich fast zu vernachlässigen sind. Statt Cloud-Offsite-Backups müsste man sonst schon recht aufwendige lokale Backups auf externer HDD machen, die man zwischendurch woanders (z. B. im Schließfach) aufbewahr. Sicher, aber umständlich.

Und so bin ich darauf gekommen, ob ich nicht gleich alle relevanten Dinge (inkl. Fotos, Musik, aber exklusive aller möglichen auf der NAS gespeicherten Filme) über Google Drive abwickeln kann. Dank Apps wie BuubleuPNP kann man sogar direkt auf Google Music bzw. Google Drive zugreifen und die Inhalte im Heimnetz streamen. Fast wie bei meiner Synology-NAS...die NAS bräuchte ich dann max. noch für Filme (könnte ich auch über ext. Platten machen) bzw. zusätzlicher Backups. Bislang läuft die NAS ca. 16 von 24 Stunden, was natürlich auch noch einmal Stromkosten verursacht. Von den ständigen Scriptkiddies, die mit ihren "Angriffen" die Platten ständig wieder aus dem Hibernationmode aufwecken mal ganz abgesehen...

Vermutlich bin ich ziemlich alleine mit dieser Grundsatzfrage, aber über eine offene Diskussion würde ich mich sehr freuen!

Gruß,
Michi
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde das persönlich nicht machen. Ich bin da immer sehr skeptisch. Was einmal da auf den Servern liegt bleibt da liegen, oder wird vor Löschung ausgwertet. Auch wenn jeder sagt wir löschen und schauen uns die Sachen nicht an. Vorallem kann man nicht abschätzen wie es sich in Zunkunft entwickeln wird.
Was ist wenn der Acc verloren geht? Google dicht macht (natürlich sehr unverscheinlich)?
Aber da google eh schon intensiv genutzt wird ist fast eh egal ;)
Natürlich ist die Anbindung normal gut, vorallem gegenüber der "Cloud" zu hause.
Was ist mit nem feuerfesten Tresor und ner Backup-HDD? ;)
 
Moin,

nun was PRISM etc. angeht ist es meiner Meinung nach, ein offenes Geheimniss gewesen das die Geheimdienste dieser Welt das Internet mitschneiden und auch Unternehmen diese Unterstützen. Wäre in meinen Augen sonst auch nicht möglich diese Überwachung zu bewerkstelligen.
Und da komm ich zu meiner allgemeinen Meinung. Warum sollte ich anfangen meine Fotos, Musik etc mit Unternehmen Teilen ?
Diese können über diese Daten verfügen ohne das ich was davon mitbekäme.

Und ich bin nicht bei Facebook aus der ähnlichen Ansichtg heraus , weil dieses Unternehmen pauschal gesagt Geld mit meinen Daten macht. WTF ?

Ich lasse Grundsätzlich die Finger von fremdspeichern aller Art. Mir sind meine Daten zu wichtig als das sie ein Hanz oder Franz sehen kann.

Es reicht bereits das ich ein Amazon Account habe etc.

Bleib bei deiner Home Lösung, auch ein Server Gebäude fakelt ab.
 
Deine Überlegungen zeigen dir doch schon den Weg auf. Wenn Google Drive dein Anforderungsprofil abdeckt und du damit zufrieden bist, dann nutze es. Nun sprechen die aktuellen Entwicklungen gegen eine sehr umfangreiche private Nutzung der Clouddienste, doch ziehst du für dich daraus den Schluss, die sensiblen Daten zu verschlüsseln. Das ist legitim.

Einen Aspekt hast du sogar gar nicht erwähnt und dieser spricht für Google Drive (gilt aber auch für Dropbox und Co), es ist hochverfügbar und um Backups braucht man sich wenig Sorgen machen.

Eine private Cloud wird man nie so ausfallsicher gestalten können wie kommerzielle Serversysteme und streng genommen müssten lokale Daten noch einmal woanders gesichert werden. Das entfällt bei Google Drive.

Ich habe mir abgewöhnt, zu sehr nach der absoluten Lösung zu suchen, sondern nutze flexibel das, was mir am besten passt. So verzichte ich trotz vieler Apple Geräte weitestgehend auf iCloud, nutze Google Drive nur für einen Brief hier und da und nehme stattdessen Dropbox als Universalwaffe. Trotzdem läuft auch mein Synology NAS durch, weil es meine Rechner sichert. Andere Dienste, obwohl möglich, habe ich abgeschaltet.

Es gibt immer andere Dienste und Geräte, die man nutzen könnte, doch was bringt es? Doch nur mehr Qualen bei der Auswahl. Ja, es gibt Google Keep, aber ich nutze lieber Evernote, unter OS X gibt es das tolle Erinnerungsprogramm, trotzdem läuft bei mir Wunderlist und obwohl Safari ein geiler Browser ist, hat Chrome ihn abgelöst.

Warum? Weil sich schlicht bei meiner Nutzung hier und da ergeben hat, dass es besser passt, ich mich damit wohler fühle. Gerade in diesem Forum gibt es haufenweise Dienstnazis, die nichts dulden außer ihrer Lieblingsmarke.

Windows ist toll? Dann rüstet man auf einmal seine komplette Landschaft auf Redmond aus, nutzt nur noch den Internet Explorer, lagert alles bei Skydrive und kauft sich extra ein Windows Phone. Ein Jahr später dann kommt die Apple Euphorie und an allem muss ein Apfel kleben. Solche Geschichten erlebt man hier dauernd. Viele User schränken sich selbst ein und gehen dem Marketing dermaßen auf den Leim gehen, dass sie innerlich den Zwang verspüren, Marken noch auf Äußerste zu nutzen, selbst wenn sie gar nicht in das eigene Profil passen.

Deshalb noch einmal zu deinen Anforderungen. Wenn es passt, passt es eben.
 
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