Cloud - wie funktioniert Skalierung

zondi

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Hi,
ich frage mich grade wie eigentlich die Skalierung in der Cloud funktioniert.
Jeder spricht ja davon.
Allerdings habe ich bisher noch nicht genau gefunden wie das tatsächlich funktioniert.

Wenn ich jetzt eine beliebige Anwendung habe und diese dann in der Cloud laufen lassen will, dann müsste ich ja einen IaaS Dienst nutzen wenn ich das richtig verstanden habe. Dort kann ich mir dann eine virtuelle Instanz eines Betriebsystem erstellen und starten und anschließend darauf meine Anwendung intstallieren.

Jetzt würde ich mir wünschen, dass ich dann entweder nach bedarf einfach sage: "bitte mal 200% mehr CPU Leistung und 200% mehr Ram".

Oder noch besser, wenn dieses dymanisch geschehen würde.
Also, der Anbieter erkennt, dass meine Instand ausgelastet ist und skaliert dann automatisch.

Kann mir das jmd evtl erklären, ob das so überhaupt geht, und wenn ja, wie ?
 
Naja, je nach Wunsch kannst du eben mehr CPU-Zeit bzw. mehr Kerne "hinzubuchen". Das kostet dann aber auch entsprechend. Weiß nicht ob es Anbieter gibt die das Dynamisch machen, dann hätte man ja kaum noch Kontrolle über die Kosten.

Wenn du dich dafür interessierst, kannst du dir ja mal die Info-Seite von Amazon EC2 angucken, da gibt es auch Preislisten etc.

Oder vielleicht auch ein ganz interessanter Link: http://coconucos.cs.uni-duesseldorf.de/lehre/ss_12/bs/vorlesung/BS_K15_CloudComputing_SS2012.pdf

Weiß nicht ob man dafür ein PW braucht, wenn ja wäre es bei mir gespeichert, das dürfte ich dir dann leider auch nicht geben.

MfG Tim
 
automatische Ressourcen/Instanzen Skalierung geht afaik mit Solaris
nennt sich dort glaub ich "Zonen" bzw "Container"
 
Zuletzt bearbeitet:
so wie ich das verstehe sollten SaaS und PaaS Angebote ja automatisch skalieren können.
Bei PaaS muss ich aber gegen eine API programmieren damit ich meine Anwendung dort laufen lassen kann.

Wenn ich aber eine stink normale Anwendung.

Von mir aus auch einen Apache Webserver mit einer Mysql DB dahinter sklalieren möchte. Dann müsste ich das doch über einen IaaS Anbieter machen, richtig?

Wenn jetzt zb nach einer großen Werbeaktion oder ähnlichem plötzlich tausende Nutzer auf meinen Webserver zugreifen, wie kann ich das dann skalieren?

Man liest doch überall, dass Skalierung eines der Cloudvorteile wäre?

Meinen die Anbieter dann nur, dass ich mir dann meine Instanz auf einem stärkeren Rechner laufen lassen kann? Aber irgendwann ist dann dort auch mal Schluss.

Ich dachte eher daran, dass ich dann einen ganzen Rechencluster nutzen kann, aber ohne diesen selber einrichten zu müssen.
Gibt es so etwas überhaupt ?

Oder muss ich mir dann selber mehrere Instanzen konfugurieren. Dann und dann selber einen Loadbalancer + Cluster etc konfugurieren um dann tatsächlich alle User zufrieden zu stellen?

@ D4L4!L4M4: deine URL benötigt tatsächlich ein pw
 
Ich bin jetzt nicht ganz in der Materie drin, jedoch kannst du meines Wissens nach nur nach Bedarf Instanzen hinzubuchen und innerhalb von Minuten auch wieder entfernen. Das geht auch automatisch, aber dafür musst du vorkonfigurierte Images erstellen, die sich dann automatisch mit den anderen Servern nach den Boot verbindet.

Eine Instanz selber mit mehr CPU etc zu versorgen geht afaik nur sehr eingeschränkt - wie sollte es auch gehen - im Endeffekt laufen die ja auch nur auf normalen Servern.
 
zondi schrieb:
so wie ich das verstehe sollten SaaS und PaaS Angebote ja automatisch skalieren können.
Jein, also keiner der Anbeiter bietet direkt voll automatische Skalierung. Wie z.B. bei Heroku musst du schon manuell mehr Ressourcen buchen. Es gibt aber auch Anbieter bei denen du sagtst, dass du zwischen 2 und 5 "Web-Instanzen" brauchst und die Platform wird sich selbst darum kümmern diese dann manuell an oder auszuschalten, aber eben nur in deinem definierten Rahmen.
SaaS sollte natürlich vollautomatisch skalieren, da ist es ja Aufgabe des Anbieters für die Skalierung zu sorgen.

zondi schrieb:
Bei PaaS muss ich aber gegen eine API programmieren damit ich meine Anwendung dort laufen lassen kann.
richtig, du kannst nicht irgendeine Software irgendwie laufen lassen. Aber diese Grenze wird auch immer geringer, mitlerweile gibt es kaum noch wirklich spezielle APIs gegen die entwickelt werden muss.

zondi schrieb:
Wenn ich aber eine stink normale Anwendung.

Von mir aus auch einen Apache Webserver mit einer Mysql DB dahinter sklalieren möchte. Dann müsste ich das doch über einen IaaS Anbieter machen, richtig?
Ja und nein, es kommt eben darauf an, ob deine Anwendung wirklich nicht in das PaaS-Modell passt. Standardsoftware wird je nach Anbieter aber oft in das Modell reinpassen.
So wie ich gehört habe sollen PHP-Anwendungen z.B. ohne Anpassungen auf Heroku laufen.

zondi schrieb:
Wenn jetzt zb nach einer großen Werbeaktion oder ähnlichem plötzlich tausende Nutzer auf meinen Webserver zugreifen, wie kann ich das dann skalieren?
Bei PaaS brauchst du es ja nicht. Bei IaaS würdest du z.B. bei Amazon EC2 einfach weitere Maschinen booten, das dauert keine 5 Minuten. Die bootest du dann von einem von dir vorbereiteten Image und fertig.
Mit Amazon CloudWatch oder anderen Diensten kann das dann auch vollautomatisch passiern.

zondi schrieb:
Man liest doch überall, dass Skalierung eines der Cloudvorteile wäre?

Meinen die Anbieter dann nur, dass ich mir dann meine Instanz auf einem stärkeren Rechner laufen lassen kann? Aber irgendwann ist dann dort auch mal Schluss.
i.R. kannst du die Ressourcen deiner Instanz nicht dynamisch ändern. Du bootest einfach eine neue Cloud-Instanz mit anderen Eigenschaften: EC2 Instanztypen

zondi schrieb:
Ich dachte eher daran, dass ich dann einen ganzen Rechencluster nutzen kann, aber ohne diesen selber einrichten zu müssen.
Gibt es so etwas überhaupt ?
Ja, das ganze ist dann PaaS ;)
Und da kommt es eben auf den Anbieter an, wie der Cluster aussieht. Heroku ist so ein Beispiel, du musst den Server nicht verwalten, sondern sagst nur welche Dienste du in welchen Größenordnungen benötigst.

zondi schrieb:
Oder muss ich mir dann selber mehrere Instanzen konfugurieren. Dann und dann selber einen Loadbalancer + Cluster etc konfugurieren um dann tatsächlich alle User zufrieden zu stellen?
Bei IaaS schon ;)





Neben dem vielen Cloud Gehype sollte man aber nicht vergessen, dass die Cloudserver eine vielfaches teurer als normale Rootserver sind und auch langsamer, zumindest die HDD-Leistung. Wenn man also nicht mal schnell ein dutzend Server starten muss und in 3 Stunden wieder runterfahren kann, ist die Cloud ein sehr teures Pflaster.
Aber - zumindest bei Amazon - erhält man da auch Instanzen an versch. Standorten weltweit usw. falls man eine 100% Uptime-Erreichbarkeit ermöglichen will.
 
vielen Dank für die Antworten!!!

also was du bei PaaS scheibst, das würde ich dann auch skalierbar nennen.
Aber ich vermute mal, wenn ich jetzt eine CRM Sortware, oder ein Ticketsystem, oder ein DMS habe, dann wird das schwierig werden das auf einem PaaS Dienst zum Laufen zu bekommen, oder?
Obwohl es ja auch verbreitete standard Anwendungen sind.

Hatte meine Hoffung da in IaaS gesteckt. Aber dann habe ich wieder das Problem, dass ich dann zwar beliebig viele Instanzen hinzubuchen kann, aber ich muss selber dafür sorgen, dass die Anwendung überhaupt mehrere Instanzen nutzen kann. Das stell ich mir recht aufwändig vor. Im Idealfall fahre ich ja dann eine Instanz hoch, diese wird automatisch vom Loadbalancer erkannt und uns System eingebunden. Völlig transparant für den Nutzer, oder den Admin.
Das heißt für mich. dass man vielen Anwendungen, welche ich selber betreiben möchte und es dafür kein PaaS gibt ich dann genau den gleichen Aufwand habe wie bei einem eigenen Rechennetz. Der einzige Vorteil
wäre, dass ich schnell Instanzen zu / weg-nehmen kann.
Wenn ich einem Rechenzetrum sage, dass ich einen neuen Rechner brauche, dann dauert das vermutlich ein paar Tage...
und dann hat man diese dann auch für längere Zeit. Ich vermute, dass ich dann der Hauptunterschied von klassischen Rechenzentren und den neuen Cloudcentern?
 
zondi schrieb:
Aber ich vermute mal, wenn ich jetzt eine CRM Sortware, oder ein Ticketsystem, oder ein DMS habe, dann wird das schwierig werden das auf einem PaaS Dienst zum Laufen zu bekommen, oder?
Obwohl es ja auch verbreitete standard Anwendungen sind.
Das kommt auf den Cloud-Stack des PaaS an ;)
Wie gesagt, ich habe gehört, dass bei Heroku Anwendungen ohne Anpassungen laufen sollen, da es wie ein LAMP-Stack funktioniert.

zondi schrieb:
aber ich muss selber dafür sorgen, dass die Anwendung überhaupt mehrere Instanzen nutzen kann. Das stell ich mir recht aufwändig vor.
Das ist es auch ;) Webserver ist kein Problem, aber gerade Datenbanken ist da eine Mordsarbeit.

zondi schrieb:
Im Idealfall fahre ich ja dann eine Instanz hoch, diese wird automatisch vom Loadbalancer erkannt und uns System eingebunden. Völlig transparant für den Nutzer, oder den Admin.
wenn man vorher genug Aufwand in die Automatisierung und richtige Architektur investiert, dann funktioniert das auch, aber es ist eben Arbeit. Die Cloud ist keine Allheilslösung wie es von den Firmen immer vorgestellt wird, es ist sogar eine ziemlich spezielle Lösung.

zondi schrieb:
Wenn ich einem Rechenzetrum sage, dass ich einen neuen Rechner brauche, dann dauert das vermutlich ein paar Tage...
Wenige Stunden ;) Wenn du genug Server hast und somit zu den guten Kunden gehörst bekommste das auch in 15 Minuten mit einem Telefonat hin.

zondi schrieb:
Ich vermute, dass ich dann der Hauptunterschied von klassischen Rechenzentren und den neuen Cloudcentern?
joa, das triffts schon so ziemlich. Die Cloud-Rechenzentren sind eben interessant, wenn du wirklich sehr schnell mal neue Server brauchst, die aber auch nicht lange. Stell dir eines der Facebook-Spiele vor, welches nun z.B. nur von Deutschen gespielt werden würde. Die Last auf das System wird tagsüber normal sein, in der Nacht aber sehr gering. In den Mittagspausen, nach Feierabend und an Wochenenden vermutlich seinen Höhepunkt erreichen. Das sind ideale Voraussetzungen für Cloud-Server. Das System rennt einfach dauerhaft mit "wenigen" Servern und rechtzeitig zu den Stoßzeiten werden einfach für wenige Stunden weitere Instanzen gestartet und danach wieder abgeschaltet.
 
Heroku klingt sehr interessant. Dann darf man gespannt sein, was PaaS noch in Zukunft bringt.
Habe jetzt gelesen, dass es aus Datenschutzgründen eigentlich nicht erlaubt ist. zb Personenbezogene Daten in der Cloud zu verwalten. Dies geht wohl nur, wenn die Server in DE und der Anbieter auch aus DE kommt.

Da fallen ja fast alle Angebote schon einmal raus.

Warum bietet man das dann überhaupt in Deutschland an? In der Regel hat man doch fast immer personenbezogene Daten.
 
Befinden sich die Daten im EU-Raum oder zumindest im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), ist dies rechtlich unproblematisch. Juristen gehen davon aus, dass dort im Wesentlichen das gleiche Datenschutzniveau wie in der Bundesrepublik herrscht. Probleme gibt es, wenn der Cloud-Dienst personenbezogene Daten zu Servern außerhalb der EU transferiert. Wandern sie in einen sogenannten unsicheren Drittstaat, müssen zuvor sämtliche betroffene Personen der Übermittlung zugestimmt haben. Zu den Drittstaaten gehören neben China und Indien beispielsweise auch die USA. In den Drittstaaten besteht immer auch die Gefahr, dass beispielsweise dortige staatliche Behörden Zugriff auf die Daten erlangen können. Quelle: c't Security

dein letzter Post wiederspricht sich etwas ;)
 
ich habe das auf den "Patriot Act" bezogen.
Auch wenn Amazon, Google, Microsoft etc. Datencenter in der EU haben. Dann müssten Sie laut Patriot Act die Daten auf Verlangen an die USA herausgeben.

Und das dürfte dann dem deutschen Datenschutz Gesetz widersprechen.

Oder verstehe ich das falsch?
 
Dafür bin ich zu wenig Jurist :)

Am Besten du gehst mit deinem "Vorhaben" zu einem Anwalt (Datenschutz) und lässt dir die Sache mal erklären.
Scheint ja doch schon etwas spezieller zu sein.
 
ich habe gar kein konkretes Vorhaben. Mich interessiert es einfach welche Chancen die Cloud bietet.
Jeder redet davon, aber keiner (von dem ich bisher gehört habe) hats wirklich richtig verstanden. Meistens liest man überall eher oberflächliche Argumente.
Deswegen frage ich hier so genau nach. Und es wurde ja auch schon einiges sehr gut beantwortet.

Wenn man das Thema aber vollständig betrachten will, muss man sich ja auch die rechtlichen Komponenten anschauen. Und da bin ich eben auf den Datenschutz und Server innerhalb DE / EU gestoßen, aber zusätzlich auch auf den Patriot Act.
Möchte ungerne einen Anwalt einschalten um meinen Wissensdurst zu stillen :)
 
Jeder der aber Dienste in der Cloud mit persönlichen Daten betreiben wird, sollte eben vorher einen Anwalt dazu befragen. So ist das eben, wie ich sage: Die Cloud ist auch nicht die Allheilslöung und kann ggf. auch gar nicht sinnvoll sein.
Es gibt aber auch deutsche Cloud-Lösungen wie JiffyBox ;)

Ich betreibe nur Cloud-Instanzen bei EC2 die nicht mit persönlichen Daten in Berührung kommen, somit habe ich das Problem einfach nicht.
 
ok. die public cloud Sache ist mir so einigemaßen klar geworden.

Hat sich jmd schon mal mit der Software, um private Cloud zu erstellen, beschäftigt?
Habe da verschiedene Sachen wie eukalyptus, open stack, open nebula gefunden.
Aber auf den ersten Blick scheint das noch nicht wirklich vergleichbar zu sein mit den Angeboten von public Cloud anbietern, oder?

Hat da jmd schon Erfahrung sammeln können?
 
Die OSS Private Cloud Software ist schon das gleiche, nur dass du dann den vielen Aufwand hast auch noch diesen Software-Stack zu verwalten. Also Host-OS, Host-Cloud-Stack + alle Guest-Sachen. Und da kann es eben ganz schnell unwirtschaftlich werden, warum also nicht gleich die Software fest auf Maschinen verteilen? Oder eben fix und fertige Cloud-Software wie VMWare vSpehere oder den Citrix XenServer nutzen. Es sind fertige Lösungen, kosten zwar Geld, aber die sind auch schon Jahre am Markt und somit ziemlich stabil.

Der "Cloud-Vorteil" mit dem schnellen Starten und Beenden von Maschinen ist bei einer Private Cloud ja relativ gering, denn die physischen Server muss man trotzdem haben. Und um irgendwo eine weitere virtuelle Maschine zu starten muss ich auch die physische Maschine haben, die sich langweilt. Dann kann ich aber auch gleich die physische Maschine direkt nutzen. Oder eben auf fix und fertige teure Cloud-Software wie die genannten setzen, da kann ich als Firma auch direkt bei VmWare oder Citrix Support-Pakete buchen, wenn ich damit mal Probleme haben sollte.
 
was genau ist die OSS private cloud? Habe dazu nichts gefunden.

verstehe ich das richtig, dass "VMWare vSpehere oder den Citrix XenServer" hier die ausgereiftesten (performant, stabil, bedienerfreundlich, gut wartbar, etc..) Lösungen für die private Cloud anbieten?

Und Produkte wie Eucalyptus, Open Stack und open Nebula, versuchen dann etwas ähnliches im opensource bereich sind aber noch nicht wirklich konkurrenzfähig?
 
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