CPU für Office-PC (Ubuntu) und Virtualisierung

l r

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Hallo zusammen,

in Kürze möchte ich mir einen PC (Gesamtbudget: ~500 €) etwa für die nächsten fünf Jahre zusammenstellen und bin dabei noch unschlüssig, auf welche Plattform ich setzen soll. Das neue System wird unter Ubuntu Office-Aufgaben erledigen und gelegentlich HD-Videos abspielen. Die einzige (möglicherweise) größere Herausforderung könnte im Betrieb einer Virtual Machine bestehen. Leider bin ich beruflich auf Microsoft Office 2010 angewiesen, wofür es unter Ubuntu selbst keinen vollständig kompatiblen Support gibt. Als Lösung möchte ich deshalb Windows 7 in einer Virtual Machine einsetzen und dort Office laufen lassen.

Meine konkrete Frage lautet nun, ob für die genannten Aufgaben (insbesondere für die Virtualisierung) etwa ein Intel i3-2100 genügt oder ob eine preislich vergleichbare Vier-Kern-AMD-Lösung (etwa Llano A6/8) ein deutlich schnelleres Arbeiten ermöglicht. Immerhin wären bei vier (echten) Kernen jeweils zwei Kerne für Ubunutu und für Windows 7 frei. Vielleicht könnt Ihr mir jeweils dazu ein Mainboard empfehlen.

Im Übrigen soll das System mit 8 GB RAM, einer SSD (Crucial M4 oder Samsung 830) und einer kleineren und leisen HDD (z.B. Samsung M8) ausgestattet.

Über Eure Empfehlungen würde ich mich freuen und danke dafür schon einmal im Voraus.

Beste Grüße
lr
 
Vielen Dank - die FAQ ist mir bekannt. Meine konkrete Frage wird darin aber nicht beantwortet.

Der Tipp zum Aufrüsten wird vornehmlich für Spieler gelten, weil sich in diesem Bereich die Hardwareanforderungen in kurzer Zeit erheblich verschieben können. Bei einem Office-PC müsste man aber doch schon zumindest für ein paar Jahre planen können, oder?
 
ich würde von einem i3 abraten da er kein VTd hat, nur das einfachere VTx.
VTd ist quasi IOMMU Einheit, die dazu dient um hardware ressourcen wie etwa die netzwerkkarte zu virtualisieren. mit einer IOMMU bekommt z.b. die netzwerkkarte also einfach mehrere adressen für jede VM und die VM betriebssysteme können direkt darauf zugreifen, während ohne IOMMU der netzwerkverkehr durch das gast betriebssystem getunnelt wird. Letzteres kann zu erheblichem overhead führen, aber auch zu inkompatibilitäten, da der Treiber für die virtuelle Netzwerkkarte ggf. ganz andere (weniger) features unterstützt als die eigentliche hardware.

mehr dazu: http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Intel_VT_Virtualisierungsfunktionen_im_Überblick

AMD behauptet immer vollmundig bei ihnen hätten alle CPUs volle Virtualisierungsunterstützung, tatsächlich gibt es aber keinen Desktopchipsatz mit IOMMU. Das heißt man muss dort zu server-chipsätzen wie SR5650, SR5670 and SR5690 greifen.

Ich würde zu sowas hier greifen und RAM + SSD nachrüsten:
http://geizhals.at/de/670807
lenovo-thinkserver-ts130.gif

Für ein paar euros mehr gibt es auch die 8-thread variante (xeon 1235) die sonst nur der i7 bietet. btw, der verlinkte xeon 1225 hat übrigens auch die HD3000 Grafik mit 12EUs die es sonst auch erst im i7 2600k gibt, nicht die mit 6EUs vom i3 und i5.
Die Zeiten wo ein Xeon immer deutlich teurer sein muss als der äquivalente Konsumerprozessor sind längst vorbei...


Der Thinkserver TS130 ist im prinzip identisch zu den microatx Thinkcentres und günstigeren Lenovo IdeaCentres. Mit dem Unterschied, dass nur die Think gebrandeten Modelle hocheffizienz netzteile und etwas robustere Gehäuse+Kühlung bekommen und die Thinkserver vorzugsweise mit Xeons ausgestattet werden (die centres haben meist i3/i5/i7). Er ist trotzdem sogar etwas günstiger als ein Thinkcentre mit Consumerprozessor weil man keine Windowslizenz mit kaufen muss.

btw, 24h on site (next business day) support bekommt man da auch gleich obendrauf, davon träumt der selberschrauber nur...
Die Business-Garantie wird von Aufrüstungen von HDD, RAM oder Steckkarten normalerweise nicht berührt.


bambule1986 schrieb:
https://www.computerbase.de/forum/threads/der-ideale-office-pc.332392/ + ggf ne kleine geforce karte (Gt 520)

Kleiner Tipp am Rande: Bitte nix für die Zukunft aufrüsten, sondern immer dann wenn man auch was braucht.

wozu zum teufel ne geforce karte? um auf proprietäre treiber angewiesen zu sein die dann mit dem falschen kernel kombiniert den Genuss von Bluescreens (blackscreen) bieten obwohl man Linux benutzt?
Nein, eine Intel Grafik ist für Linux echt ideal, weil Intel den Treiber selber open source entwickelt und der Quellcode daher den Entwicklern aller großen Distributionen zur Verfügung steht.
Gerade bei Virtualisierung würde ich keine experimente wagen, zumal es sich hier um einen OfficePC handelt und die HD3000 selbst leichtes gaming erlaubt was hier nichtmal gefordert ist.
 
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Die Geforce Karten haben eine sehr gute Linuxunterstützung (AMD/Ati weniger) ausserdem könnte die Virtualisierung von ner Karte profitieren.
 
ich weiß dass nvidia einen treiber mit sehr guter performance anbietet.

dieser ist aber proprietär und es gibt keine Kompatibilitätsgarantie weder von nvidia noch von einer ubuntu distribution. da kann es schonmal passieren dass der rechner nach einem simplen update nicht mehr startet (hatte ich selbst einige male). Die Leute von ubuntu testen eben verständlicherweise nicht jede variante mit jedem kernel, auch wenn die meisten eben mit den meisten kernels zusammenarbeiten...
Der proprietäre Treiber wird eben nicht wie alle andere Software gleich mit über die ubuntu Repositories verwaltet, daher kann man die Kompatibilität auch schlecht steuern, sondern muss über jockey/o.Ä: manuell heruntergeladen werden. Das ist fast so unkomfortabel wie bei Windows und wenn man es mal vergisst steht man ggf. dumm da.
Der geübte user wird sich dann zwar in die shell einloggen und den treiber deaktivieren, den neuen saugen und dann läufts meistens wieder, sinn der sache ist es jedoch nicht.

Und mit den OpenSource treibern (Nouveau) läuft zwar alles stabil, schneller als ne IntelIGP oder ATI ist die nvidiakarte dann aber auch nicht mehr.

Das ganze ist aber sowieso egal, weil 3Dleistung von "l r" gar nicht gefragt ist.
Eine zusätzliche nvidiakarte wäre also pure stromverschwendung.

davon abgesehen hat die gt520 ein schlechtes preis-leistungsverhöltnis. es wäre sinnvoller erst in dem moment wo man plötzlich 3dleistung braucht los zu gehen und eine Karte im sweetspot zu kaufen (~150€) wie die GTX560 oder die 6870. die bieten pro Euro deutlich mehr Leistung und veralten nicht so schnell wie die GT520. - Wie gesagt, erst wenn die Leistung überhaupt benötigt wird, was ja laut dem Threadersteller noch gar nicht der Fall ist.
 
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Vielen Dank für die Antworten. Die Thinkserver hatte ich bislang gar nicht auf dem Schirm. Die robuste Bauweise und die gute Linuxunterstützung kenne ich schon von meinem Thinkpad. Wäre das von der Leistung her auch nicht überdimensioniert für meine Zwecke?

Von einer dezidierten Grafikkarte würde ich aus den genannten Gründen (höherer Stromverbrauch, ohne dass ich ein Bedürfnis nach 3D-Leistung hätte) absehen.
 
kommt drauf an, für office ist ja eigentlich auch ein aktueller 300€ rechner überdimensioniert.

libreoffice oder gar MS office 2010 läuft auch noch wunderbar auf nem Thinkpad T23 mit 1,13ghz P3, Compactflash SSD und 1GB SDRAM.

Allerdings findet man immer Verwendung für die Mehrleistung, wenn man sie denn erstmal hat :D

Der Thinkserver liegt also etwas über deinem budget, mit SSD+RAM gar gute 150€ teurer. Mir wäre es das trotzdem wert. Die kleine Version des TS130 mit Pentium G6950 oder Core i3 kostet zwar fast nur die Hälfte, bietet aber auch nur die halbe Rohleistung, weniger features (kein VTd) und wie dir jeder hier versichern kann auch viel weniger Zukunftssicherheit.

Gegen den TS130 spricht allerdings der etwas teurere ECC RAM.
http://www.tecchannel.de/server/hardware/2038280/test_lenovo_tower_server_thinksever_ts130/

Wir verwenden diese Geräte mit Xeon 1235 Prozessor an meiner Hochschule und haben sie mit einer M4 64gb SSD und einer GTX560 zu Grafikworkstations ausgebaut.
 
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hi,

oder doch selber bauen mit nem i5? ;)
wenns zuviel Leistung sein sollte einfach undervolten + Takt runter, dann ist es nen schöner stromspar Pc. Außerdem hat er alle Virtualisierungsfeatures.

i5-2400 ~155
h67 Intel MB ~68
8GB RAM ~30
cougar 350watt ~37
1TB Samsung M8 ~94
64GB Samsung 830 ~100
Xigmatek Asgard II ~30

macht 514€

gruß
 
das wäre zwar billiger aber auch teilweise langsamer (CPU/grafik) und bietet keinerlei garantie oder support.

- nur das Intel DP67BG bietet VTd support, alle anderen P67boards afaik nicht
- der i5 2400 hat kein hyperthreading und nur die Hälfte der Grafikeinheiten (HD2000 6EUs).
- das Asgard Gehäuse ist viel größer als der ts130
- das Netzteil des thinkserver ist effizienter (85% 280Watt).
 
nur das Intel DP67BG bietet VTd support, alle anderen P67boards afaik nicht
ah OK, dann halt ein Asrock H67m ;)
der i5 2400 hat kein hyperthreading und nur die Hälfte der Grafikeinheiten (HD2000 6EUs).
jupp, man könnte auch nen kleinen xeon für 180€ einbauen, ob HT gebraucht wird ist die andere Frage... für ne Win7 virtualisierung und hauptsächlich Office wird man da wohl keinen Unterschied merken, die hd2000 reicht für HD Videos
das Asgard Gehäuse ist viel größer als der ts130
ja, man kann ja auch was kleineres nehmen
das Netzteil des thinkserver ist effizienter (85% 280Watt)
cougar 84%, das 1% verschwindet in den Messtoleranzen

bietet keinerlei garantie oder support
ich finde das ist wohl das Hauptargument was gegen einen Zusammenbau spricht, aber 100€ mehr für Support bei nem ~500€ System(wenn nen xeon verbaut wird) :\ , hab ehrlich gesagt noch nie den Support gebraucht... Gewährleistung + Garantie der Einzelkomponenten reichen für nen "erfahrenen" Hobbyschrauber eigentlich aus

gruß
 
Besten Dank für Eure Hilfe. Ich tendiere im Moment zum Thinkserver plus Aufrüstung mit 4 GB RAM und 64 GB SSD. Jedenfalls meine ich Euren Antworten entnehmen zu können, dass eine Dual-Core-Lösung (i3) den Anforderungen nicht gerecht würde und das Arbeiten damit wenig Freude bereiten würde - richtig?
 
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