News Cyberwaffe Stuxnet: Forscher rekonstruiert den Quellcode 16 Jahre später

PhiE

Redakteur Pro
Teammitglied
Registriert
Aug. 2009
Beiträge
2.768
  • Gefällt mir
Reaktionen: aid0nex, schneeland, Meduris und 8 andere
Ist mir komplett entfallen, daß es Step7 Anlagen betraf. Autsch, das tat weh und würde es auch heute noch, wenn es da eine erneute Sicherheitslücke gäbe.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Kazuja
d3nso schrieb:
btt:
In wieweit ist der Quellcode von Stuxnet noch von Relevanz heute?

lowrider20 schrieb:
Ist mir komplett entfallen, daß es Step7 Anlagen betraf. Autsch, das tat weh und würde es auch heute noch, wenn es da eine erneute Sicherheitslücke gäbe.

Ich bin seit mittlerweile 14 Jahren in der Automatiersungstechnik tätig, Siemens SPSen und WinCC sind mein täglich Brot und ich würde sagen das Teil könnte auch heute noch, vielleicht in leicht abgewandelter Form noch ordentlich Schaden anrichten. Bin hauptsächlich im Automotive Bereich unterwegs und da gibt es noch massenhaft Uralt Technik. Teilweise noch aus dem letzten Jahrtausend (Step 5 Steuerungen, die sind aber im Vergleich sogar deutlich sicherer, weil man sich da noch vor Ort mit dem Programmiergerät anstecken muss um Code zu ändern)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: aid0nex, M@tze, Recharging und 16 andere
@oberstkhan +1

Bis 2018 hab ich für eine Firma gearbeitet wo genau solche Steuerungen verwendet wurden. Wäre der US Konzern nicht gekommen und hätte die Firma dicht gemacht. (Hydraulik / Automotive)

Dann würden die Maschinen weiterhin produzieren, das implementieren bis hin zur Wartung und Zuverlässigkeit war zu meiner Zeit Top, kaum Ausfälle etc.
 
oberstkhan schrieb:
Ich bin seit mittlerweile 14 Jahren in der Automatiersungstechnik tätig, Siemens SPSen und WinCC sind mein täglich Brot und ich würde sagen das Teil könnte auch heute noch, vielleicht in leicht abgewandelter Form noch ordentlich Schaden anrichten. Bin hauptsächlich im Automotive Bereich unterwegs und da gibt es noch massenhaft Uralt Technik. Teilweise noch aus dem letzten Jahrtausend (Step 5 Steuerungen, die sind aber im Vergleich sogar deutlich sicherer, weil man sich da noch vor Ort mit dem Programmiergerät anstecken muss um Code zu ändern)
Gefühlt ist doch Siemens SP die verbreiteste Maschinensteuerung die es gibt. Kenn wirklich wenig Maschinen die nicht darüber laufen. Aber ist jetzt auch nicht meine Branche hab nur gelegentlich damit Berührungspunkte.
Also in einer guten Firma sollten solche Maschinensteuerungen in einem segmentieren Netz laufen das nicht jeder Hans und Franz per Netzwerk dort hinkommt. Aber da sind wir dann beim Thema Netzwerk Security.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: aid0nex, Slim.Shady und TPD-Andy
oberstkhan schrieb:
Gepatcht wurde wahrtscheinlich nur die Software und die Vernetzungsebene. Im Kern muß es ja in gewisser Weise kompatibel bleiben, da ja einiges über diverse Bussysteme verbunden ist. Und Siemens war da schon immer "etwas" hochnäsig was das eingestehen eigener Fehler betrifft.
 
Ich empfehle zu diesem Thema die Folge 5 vom alternativlos Podcast von Frank Rieger und Felix von Leitner die sich, auf sehr unterhaltsame und auch lehrreiche Art und Weise, mit dem Was, Wie und Warum von Stuxnet auseinandergesetzt hat. Die Folge ist 16 Jahre alt.

Alternativlos Folge 5
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: aid0nex, Slim.Shady, MoGas und 5 andere
Top, dann können die Hack-KIs das ja jetzt auch mit in ihr gelerntes Repertoire mit aufnehmen.. 🫠
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Benj
Ich empfehle für Details den Langner Report im Anhang. Auch Siemens hat in diesem Zusammenhang ziemlich Dreck am Stecken, ihre (ehemaligen) Kunden so zu sabotieren, zuvor getestet an einer baugleichen lybischen Anlage.
Seit Stuxnet ist es umständlicher geworden, aktuelle Firmwares von Steuerungen und Antriebsumrichtern zu beziehen. Die Maximaldrehzahl von Antrieben ist inzwischen auch sehr restriktiv begrenzt auf unter 10000 U/min, um keine Zentrifugen damit antreiben zu können. Diese arbeiten im Bereich >50000 U/min.
Aus Sicht der skrupellosen USA ist es natürlich verständlich, sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten. Immerhin ist es das einzige Land, was bisher Kernwaffen aktiv gegen Menschen einsetzte und auch noch stolz darauf ist.
Bin mir sicher, dass die USA den Iran nicht feige angegriffen hätte, wäre dieser im Besitz von Atomwaffen.
Die USA haben keine Freunde, sondern Interessen. Und zur Durchsetzung dieser ist JEDES Mittel recht.
Ami go home!
 

Anhänge

hab die news dazu noch in erinnerung.
war schon komisch damals, sowas zu hoeren: "... cyberangriff auf urananreicherungsanlagen."
 
Interessant bleibt der Wurm dennoch, weil er exemplarisch zeigte, dass Schadsoftware nicht auf digitale Schäden beschränkt sein muss.
Ich verstehe den Satz nicht ganz oder falsch - war bis dahin niemanden klar oder bewusst das man mit Software auch Hardware zerstören kann? Die Ausmaße dieses Virus sind enorm, aber das damit physisch auch Schaden getätigt werden kann sollte doch jedem bewusst sein. Reicht ja schon, wenn man per Software eine Lampe dimmen kann - gehackt, Strom oder Spannung eben ordentlich aufgedreht und zack ist die Lampe kaputt.

Dennoch interessiert mich was nun das interessante an dem Virus sein soll? Ist er so extrem komplex gewesen bzw. scheint der Code extrem komplex zu sein? Kann doch nicht nur interessant sein, weil er physischen Schaden angerichtet hat.

Wenn ich jetzt noch an KI denke, dann ist Stuxnet ja noch relativ "harmlos".
 
...wobei ich jetzt ein wenig verwirrt bin - laut Google KI-Zusammenfassung soll Stuxnet die angegriffenen SPS dazu gebracht haben, angeschlossene Zentrifugen zu schnell und zu lange zu drehen.

Ich meine vor einigen Jahren gelesen zu haben, daß die Zentrifugen längere Zeit im Resonanzbereich laufen gelassen wurden - den man normalerweise schnellstmöglich durchfährt, um Schäden an den Lagerungen vorzubeugen...
 
Araska schrieb:
daß die Zentrifugen längere Zeit im Resonanzbereich laufen gelassen wurden
Das ist wohl eher denkbar.

Normalerweise, wird die Max-Drehzahl in den Frequenzumrichtern fix hinterlegt und können nicht überschritten werden. Es sei denn die Parameter werden entsprechend geändert.
Außerdem, kann man bestimmte Frequenzbereiche, die Probleme machen (Resonanz) ausblenden.
Evtl. wurde das alles nicht vom Anlagenbauer realisiert.

Wie auch immer das alles realisiert wurde. Man hatte wohl sehr gute Informationen über die Anlage und wusste, wo man wie angreifen kann.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tsu und bikerider
Araska schrieb:
...wobei ich jetzt ein wenig verwirrt bin - laut Google KI-Zusammenfassung soll Stuxnet die angegriffenen SPS dazu gebracht haben, angeschlossene Zentrifugen zu schnell und zu lange zu drehen.

Ich meine vor einigen Jahren gelesen zu haben, daß die Zentrifugen längere Zeit im Resonanzbereich laufen gelassen wurden - den man normalerweise schnellstmöglich durchfährt, um Schäden an den Lagerungen vorzubeugen...

Die SPSen steuerten die Antriebsumrichter (nicht alle gleichzeitig, damit es nicht auffällt) mit falschen Solldrehzahlen an, während jedoch auf den HMI's die "richtigen" Werte vorgegaukelt wurden und so die Bediener keinen Verdacht schöpften, dass die Zentrifugenantriebe mit zu hohen Drehzahlen liefen.
Es obliegt natürlich dem Programmierer, "welche" Variablen auf der Anzeige erscheinen. Somit ist diese Funktion im Steuerungssystem kein Virus an sich und lässt sich nicht verhindern - es kann auch ein Programmierfehler sein - hier jedoch vorsätzlich geschehen mittels Änderungen des Programmcodes durch den Virus. Dieser überprüfte u. a., ob bestimmte Datenbausteinnummern auf der SPS existieren und wurde nur dann aktiv.

Frieden mit Russland und dem Iran!
Den Verbrecher Bush endlich vor Gericht für den völkerrechtswidrigen Irakkrieg! (Für Rumsfeld ist es leider schon zu spät.)
 
Habe beim ersten flüchtigen drauf schauen echt SKYNET gelesen :D
 
Scirca schrieb:
Gefühlt ist doch Siemens SP die verbreiteste Maschinensteuerung die es gibt. Kenn wirklich wenig Maschinen die nicht darüber laufen.

Bezogen auf Deutschland und Teile Europas ja, weltweit gibt es auch andere bedeutende Anbieter. Und Siemens ist hierzulande so verbreitet, weil sie jeder benutzt. Sowohl Automatisierungsanbieter (also Programmierungsfirmen und Maschinenhersteller) als auch die Unternehmen (mit der Instandhaltung) nutzen sie halt gerne, weil man sich sonst in neues einarbeiten müsste, man neue Bezugsquellen braucht und weniger auf verschiedene Erfahrungswerte zurückgreifen kann.

Die Vereinigten Staaten werden von der Logix (von Rockwell) dominiert, in Japan gibt es auch noch einen großen Anbieter (dessen Name mir gerade nicht einfällt). Das sind bestimmt noch nicht alle. Ich hab damit beruflich auch nur am Rande zu tun, Steuerungstechnik ist aber eigentlich auch IMMER Siemens.

Im Prinzip ist das alles ein eigenes Ökosystem. Die handvoll anderen Steuerungen hab ich live bislang immer in 2 Varianten gesehen. Entweder war die komplette Fabrik mit der anderen Steuerung ausgestattet und die Siemens an der exotischen Spezialmaschine oder die andere Steuerung fand sich an einer exotischen Spezialmaschine.

Ist ähnlich wie beim Aluprofilsystem. Kleinere Unternehmen setzen da immer auf genau einen Anbieter (Bosch Rexroth, Item, Minitec, Rose+Krieger, ...). Weil für jedes System sonst mehr Teile vorgehalten werden müssen. Zudem ist jedes System immer etwas speziell ...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Recharging und oiisamiio
Dass Stuxnet damals speziell auf Urananlagen angesetzt wurde, wusste ich nicht mehr. Ich finde es auch spannend, dass diese Anlagen ja anscheinend in irgendeiner Weise von außen erreichbar waren. Man sollte doch meinen, dass diese Anlagen alle unvernetzt oder zumindest nicht mit der Außenwelt vernetzt betrieben wurden.
 
bikerider schrieb:
....Frieden mit Russland und dem Iran!
Den Verbrecher Bush endlich vor Gericht für den völkerrechtswidrigen Irakkrieg! (Für Rumsfeld ist es leider schon zu spät.)
bikerider schrieb:
Aus Sicht der skrupellosen USA ist es natürlich verständlich, sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten. Immerhin ist es das einzige Land, was bisher Kernwaffen aktiv gegen Menschen einsetzte und auch noch stolz darauf ist.
Bin mir sicher, dass die USA den Iran nicht feige angegriffen hätte, wäre dieser im Besitz von Atomwaffen.
Die USA haben keine Freunde, sondern Interessen. Und zur Durchsetzung dieser ist JEDES Mittel recht.
Ami go home!
Vielleicht könntest du deine persönlichen politischen Ansichten einfach weglassen, das ist hier definitiv nicht die Plattform dafür.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: wGuardian und shaggy86
Scirca schrieb:
Gefühlt ist doch Siemens SP die verbreiteste Maschinensteuerung die es gibt. Kenn wirklich wenig Maschinen die nicht darüber laufen. Aber ist jetzt auch nicht meine Branche hab nur gelegentlich damit Berührungspunkte.
Also in einer guten Firma sollten solche Maschinensteuerungen in einem segmentieren Netz laufen das nicht jeder Hans und Franz per Netzwerk dort hinkommt. Aber da sind wir dann beim Thema Netzwerk Security.

Für Europäer wirkt es als wäre Siemens SPS am verbreitetsten.

Tatsächlich ist die Controllogix von Rockwell die verbreiteste Automatisierungs SPS weltweit...

Gerade recherchiert Rockwell liegt auch in Europa vor Siemens:
https://www.mordorintelligence.com/...rope-programmable-logic-controller-plc-market
Gehe zu -> Hauptakteure
 
Zurück
Oben