Debian oder Ubuntu

alexfi

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Hallo zusammen,
ich muss mich für eine Linux-Distribution entscheiden und habe mir dazu mal intensiver Ubuntu und Debian angesehen. Es geht um ein Desktop-System und der Fokus liegt u.a. auf Sicherheit des Systems. Doch irgendwie brauche ich Eure Hilfe. Ich habe Ubuntu und Debian beide getestet, komme aber bei der Entscheidung nicht weiter. Weleches OS würdet Ihr empfehlen?
Ich habe bisher folgendes zusammengetragen

Ubuntu
  • Pro: Neue Software => modern, hipp, angeblich viele Sicherheitsfeatures
  • Contra: Datenschutz sehr bedenklich (Amazon), Kommerzialisiert von Cannonical => Wieder eine anglo-amerikanische Firma, In letzter Zeit im Gerede, da sich z.B: Benutzeranmeldung umgehen lässt

Debian
  • Pro: Laut Wikipedia Security-focused, , komplett freie Entwicklung, sehr stabil (auch auf dem Desktop)
  • Contra: Pakete meist schon älter (aber mit Sicherheits-Patches); nicht so hipp

Was würdet Ihr mir raten? Soll ich Ubuntu oder Debian nehmen? Sind diese Sicherheits-Features von Ubuntu wirklich so etwas besonders oder ist das bei Debian nach einer Systeminstallation auch alles da?

Alex
 
Obwohl ich Debian-Fan bin, kann ich das für den Desktop aufgrund der teilweise wirklich alten Software nur begrenzt empfehlen.
Ubuntu mag ich dagegen (vor allem aus politischen Gründen) nicht wirklich.
Schaue dir mal Mint oder Elementary an. Die basieren auf Ubuntu, ersetzen aber einige Pakete durch eigenentwicklungen (und sind weniger kommerzialisiert).
Von der Sicherheit her würde ich behaupten ist Debian nicht schlechter, als Ubuntu
 
Also ich kann dir Ubuntu 14.4 echt nur empfehlen. Sieht toll aus und ist absolut stabil. Kein einziger Absturz seit Installation.
 
Du hast es im Grunde schon sehr gut zusammengefasst (Canonical schreibt sich mit einem n und ist englisch, nicht amerikanisch).
Die Entscheidung liegt letztendlich bei dir. Dass Ubuntu irgendwie sicherer ist als Debian, wage ich zu bezweifeln. Aber man hat z.Z. den Vorteil einer relativ frischen LTS-Version.
"Neue Software" heißt auch neue Kernel- und neue Firmware-Versionen und das bedeutet u.U. bessere (oder überhaupt) Unterstützung für neue Hardware. Würde ich diese nicht brauchen, wäre es für mich persönlich Debian.
 
Sicherheits- und Datenschutzbedenken kannst du vergessen in Bezug auf Ubuntu, es ist alles Open Source, und du kannst dir auch ganz einfach Xubuntu oder Kubuntu laden. Mint ist dasselbe in Grün, da kannst du gleich bei Ubuntu bleiben.

Debian ergibt als Desktop nicht allzu viel Sinn, außer du arbeitest dich tiefer ein und verwendest Siduction oder sowas. Dann kann man zwar auch gleich Arch nehmen, aber in dem Gebiet sollte eigentlich eh jeder selber wissen, welches System er nimmt und warum. Nimm Ubuntu und werd glücklich damit.
 
Debian ist eine sehr gute Distribution. Für den privaten Desktop Einsatz halte ich es jedoch für etwas alt, da würde ich anderes einsetzen. Wie gut sind deine Linuxkentnisse? Möchtest du tief einsteigen und ein flexibles System haben, würde ich Arch Linux empfehlen. Dank sehr guter Community kann man eigentlich alle Probleme lösen, die nicht in der ausführlichen Anleitung/FAQ stehen. Soll das System möglichst kein Aufwand bedeuten, würde ich Linux Mint empfehlen. Das ist eine Distribution auf Ubuntu Basis, meiner Meinung nach jedoch stabiler und mit sinnvollen Änderungen gegenüber Ubuntu.
 
Mint macht genau gar nichts, um stabiler zu sein als Ubuntu. Mint ist Ubuntu mit ein bisschen Kram extra, den man sich nach ner fertigen Ubuntuinstallation auch in 5 Minuten selber draufklatschen könnte.

1a2b3c4d5e schrieb:

Ja, und? :rolleyes:

Wie gesagt, alles ist Open Source, es ist einsehbar, wohin genau nach Hause telefoniert wird, und du kannst ebenso es einfach abschalten oder ganz was anderes nutzen. Afaik ist das in 14.04 sogar standardmäßig wieder deaktiviert, weil die Leute mit Alufolienhüten auf die Barrikaden gegangen sind.
 
natürlich ist alles einsehbar und auch abschaltbar, aber alleine die Tatsache DASS es per default an ist/war ist imho ein nogo
 
Zehkul schrieb:
Leute mit Alufolienhüten

*hust*

Und was ist nun der große Unterschied zwischen Ubuntu mit deaktivierter Suche, Kubuntu, Xubuntu und Mint und meinetwegen Elementary? (Außer dass Mint schlechtere Updatemechanismen hat)
Du verwendest so oder so Ubuntu, nur steht einmal ein anderer Name drauf.
 
Ich schrieb ja bereits - meine Ablehnung ggü Ubuntu ist vor allem politischer Natur - da ich weder ubuntu noch Mint nutze, kann ich da auch keine konkreten Punkte außer dem DE und den vorinstallierten Programmen/vorinstallierten Optionen nennen.

Elementary hat
- DE Pantheon - das gibts zwar für Ubuntu, macht aber Probleme (siehe aktuelle ct)
- hat großzügig Pakete aussortiert und ersetzt
- braucht dadurch deutlich weniger Ressourcen als Ubuntu
- ist nicht kommerzialisiert
- hat keine canonical contributor licence
 
Zuletzt bearbeitet: (Elementary hinzugefügt - hast du das dazueditiert oder hab ich das übersehen?)
andy_0 schrieb:
Debian ist eine sehr gute Distribution. Für den privaten Desktop Einsatz halte ich es jedoch für etwas alt, da würde ich anderes einsetzen. Wie gut sind deine Linuxkentnisse? Möchtest du tief einsteigen und ein flexibles System haben, würde ich Arch Linux empfehlen. Dank sehr guter Community kann man eigentlich alle Probleme lösen, die nicht in der ausführlichen Anleitung/FAQ stehen. Soll das System möglichst kein Aufwand bedeuten, würde ich Linux Mint empfehlen. Das ist eine Distribution auf Ubuntu Basis, meiner Meinung nach jedoch stabiler und mit sinnvollen Änderungen gegenüber Ubuntu.

Als Alternative vielleicht auch Antergos: Basiert auf Arch, die Installation erfolgt jedoch mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Weiter Alternative wäre Linux Manjaro. Basiert ebenfalls auf Arch und ist somit recht aktuell durch Rolling Release.

Aber wenn wir so weitermachen, haben wir bald alle Distributionen aufgezählt. Die Frage ist auch, wieso du solch einen großen Wert auf Sicherheit legst und wo deine Befürchtungen liegen: Angst vor Datenverlust? Oder vor dem Preisgeben deiner persönlichen Daten? Eventuell kann man dann etwas besser helfen ;)
 
ich glaube bevor wir uns hier die Köpfe einschlagen sollten wir warten, wie gut die Linux-Kenntnisse des TE sind.
Wenn alles out-of-the-box funktionieren soll bleibt wohl außer *buntu (zzgl nachträglicher Installation von Flash etc.) oder Mint nicht mehr viel über
 
Sehr richtig. Die vorhandenen Linux Kenntnisse und die Bereitschaft diese einzusetzen oder zu erlernen sind ein entscheidender Faktor.
 
alexfi schrieb:
Datenschutz sehr bedenklich (Amazon)
Kein Problem: Deinstalliere einfach die Amazon-Lens (und alles andere, was dir bedenklich erscheint).

Bei mir rennt Ubuntu seit über zwei Jahren im täglichen Arbeitseinsatz -- und jedes andere Linux hätte das vermutlich auch getan. Ist letztlich einfach eine Geschmacksfrage.

Gruß Jens
 
alexfi schrieb:
Debian
  • Contra: Pakete meist schon älter (aber mit Sicherheits-Patches); nicht so hipp

Naja, kommt drauf an wie man Debian nutzt. Wenn deine Linuxkenntnisse nicht die eines neuen Linux Nutzer ist und/oder dich in Linux einarbeiten möchtest, kann man Debian auch auf "Debian Jessie/testing" umstellen. Paketmäßig ist man dann auf einen aktuellen Stand (neuer als Ubuntu 14.04) und die Stabilität des Systemes ist trotzdem höher als bei einigen, anderen Distributionen. Ubuntu selbst importiert während der Entwicklung viele Pakete aus den Debian repositorys testing&unstable und macht dann nur Anpassungen für Ubuntu.

Im Endeffekt ist es eine reine Geschmacksfrage. Ich z.B. betreue auf der Arbeit knapp 250 Ubuntu Systeme, würde aber auf meinen privaten Rechnern kein Ubuntu sehen wollen.
 
Das ist richtig. Mit Debian Testing hat man ein aktuelles System. Ist das aber der Hauptaugenmerk, gibt es genügend andere Distributionen, die meisten jedoch mit einer deutlich größeren Community für den einfachen bis fortgeschrittenen Anwender.
 
Debian Testing ist, der Name sagt es, kein Produktivsystem (!). Xmechanisator hat zwar Recht, aber alleine stupide Sachen wie Support ("Mein Ubuntu 14.04 mit Standardkonfig geht nicht, Hilfe!") sind mit einem halbwegs standartisierten System einfacher, erst Recht wenn man nicht so der Crack im Thema ist.

Für den TE würde ich offenbar *buntu empfehlen, da jeder der Debian nutzen will weiß warum er genau Debian will - nichts für ungut. Debian mag "veraltet" sein, wird dafür aber bis zur Schmerzgrenze getestet. Das ist für Server oder Produktivsysteme die 24/7-Verfügbarkeit brauchen ideal.

Canonical hat eine beschissene Firmenpolitik, ja; aber das Produkt ist sehr gut. Siehe dazu außerdem: https://fixubuntu.com/
 
Vielen Dank für die wirklich zahlreichen Antworten. Zu meinen Linux-Kenntnissen: ich habe jetzt 2 Jahre lange immer wieder mit Linux zu tun gehabt. Mit der Kommandozeiled kann ich umgehen, auch einige Shell-Skripte habe ich schon geschrieben. Es braucht also nicht unbedingt ein klickibunti-System (wobei das ja manchmal trotzdem bequem sein kann).
Zum Einarbeitungsaufwand: ich bin schon bereitetes Zeit in das System zu investieren. Das einzige Hardware-Problem bei Dbeian das ich auf 3 Rechnern je hatte war, dass ich meinen Uralt-Drucker (Canon MX300) nie dazu bringen konnte, mehr als eine Seite zu Drucken. Inzwischen habe ich aber einen anderen Drucker. Der geht.

Wie gesagt, wie schaut es mit Ubuntu und Debian im Vergleich der Systemsicherheit aus? Ubuntu scheint ja mit mehreren Sicherheitsflags kompiliert zu werden und neuere Pakete einzusetzen. Dafür hat Debian ein separates Security-Team. Also wie schaut es mit der Desktop-Sicherheit (v.a. Beim Surfen oder mailen) mit den beiden Systemen aus?

Zur Firmenpolitik von Canonical: Ich frage mich halt, inwieweit das gut ist, dass eine englische Firma (==> GCHQ) so viel Einfluss hat. Immerhin können die ja das System voll kontrollieren.

Vielen Dank nochmals für all eure Antworten!

Alex
 
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