keshkau
Commodore
- Registriert
- März 2007
- Beiträge
- 4.399
Was Teebüütel schreibt, nämlich dass Punk nicht auf dem Kopf stattfindet, sondern im Kopf, macht mich stutzig. Ich glaube, damit erklärt man höchstens die Mode-Punks, die sich einfach nur etwas krasser kleiden möchten, weil es in ihrer Jugend-Clique gerade chick ist.
Für den unbedarften Betrachter macht es dagegen keinen Unterschied, ob er Punks sieht, die in Bahnhofsnähe auf dem Boden herumlungern und sich besaufen oder ob er in einem anderen Zusammenhang (Konzert, Demo) auf sie trifft. Hier zählt die äußere Aufmachung als Symbol für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung.
Aber das macht nicht den Unterschied aus. Denn unzählige Menschen verfahren genauso, indem sie sich „einem Anlass entsprechend“ kleiden. Da wird der Anzug für das Theater gewählt, der Blaumann für die Autoreparatur, das T-Shirt für den Sport, die legere Freizeitkleidung fürs Shopping usw. - Der Punk sieht seine Berufung eben darin, wie ein Punk aussehen zu müssen und kleidet sich auch so. Seine Einstellung und seine Kleidung gehen Hand in Hand.
Mit den Verhaltensweisen ist es ähnlich: Wenn ich für drei Tage nach Berlin fahre, dann sieht der Ablauf der Tour mit Sicherheit anders aus als wenn sich eine Gruppe Punks dorthin auf den Weg macht. Das fängt bei der Wahl der Verkehrsmittel an, erstreckt sich über die Art der Unterkunft und geht bis zum Tagesprogramn.
Wenn der Punk nicht überlebt hat, dann wundert mich das nicht. Die Kleidung ist eine Sache, die lässt sich immer wieder imitieren. Aber die Einstellung einer „Null-Future-Generation“ oder gar „Null-Bock-Generation“ ist auf Dauer einfach nicht haltbar. Wer die Gesellschaft ablehnt und wer Arbeit ablehnt, hat leider keine Perspektive. Das mag funktionieren, solange die Eltern mit Taschengeld unter die Arme greifen oder wenn der Staat Sozialhilfe zahlt. Doch wer sich allein darauf verlässt, ist im Grunde nur ein Sozialschmarotzer.
Der Punk befreit nicht von der Verpflichtung, für sich selbst zu sorgen. Also muss man entweder seinem Job nachgehen und den Punk auf die Freizeit verlegen (sofern das nicht kompatibel ist) oder man ist und bleibt ein Verlierertyp, der nichts leistet und nichts vom Leben erwartet.
Da hilft auch nicht die zur Schau gestellte linkspolitische Einstellung weiter, die sich allein darin entlädt, unangemeldete Gegendemonstrationen zu NPD-Kundgebungen zu veranstalten oder auf einer G8-Demo mitzulaufen, wo man gegen alles sein kann ohne für etwas sein zu müssen.
Nun ist aus meinem Statement doch noch ein sehr vernichtendes Urteil geworden. Dabei war das eigentlich gar nicht meine Absicht. Ich meine ja nur, dass sich jeder kleiden soll, wie er lustig ist. Und es darf auch jeder die Musik hören, die er mag. Ob sich dahinter jeweils eine Einstellung verbirgt, mit der sich die Welt verbessern lässt, ist eine andere Frage. - Und wenn man die Welt (bzw. die Gesellschaft) gar nicht verbessern will, weil sie einem gleichgültig ist, dann sollte man das auch so sagen und sich nicht in bestimmten Fragen "künstlich aufregen".
Für den unbedarften Betrachter macht es dagegen keinen Unterschied, ob er Punks sieht, die in Bahnhofsnähe auf dem Boden herumlungern und sich besaufen oder ob er in einem anderen Zusammenhang (Konzert, Demo) auf sie trifft. Hier zählt die äußere Aufmachung als Symbol für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung.
Aber das macht nicht den Unterschied aus. Denn unzählige Menschen verfahren genauso, indem sie sich „einem Anlass entsprechend“ kleiden. Da wird der Anzug für das Theater gewählt, der Blaumann für die Autoreparatur, das T-Shirt für den Sport, die legere Freizeitkleidung fürs Shopping usw. - Der Punk sieht seine Berufung eben darin, wie ein Punk aussehen zu müssen und kleidet sich auch so. Seine Einstellung und seine Kleidung gehen Hand in Hand.
Mit den Verhaltensweisen ist es ähnlich: Wenn ich für drei Tage nach Berlin fahre, dann sieht der Ablauf der Tour mit Sicherheit anders aus als wenn sich eine Gruppe Punks dorthin auf den Weg macht. Das fängt bei der Wahl der Verkehrsmittel an, erstreckt sich über die Art der Unterkunft und geht bis zum Tagesprogramn.
Wenn der Punk nicht überlebt hat, dann wundert mich das nicht. Die Kleidung ist eine Sache, die lässt sich immer wieder imitieren. Aber die Einstellung einer „Null-Future-Generation“ oder gar „Null-Bock-Generation“ ist auf Dauer einfach nicht haltbar. Wer die Gesellschaft ablehnt und wer Arbeit ablehnt, hat leider keine Perspektive. Das mag funktionieren, solange die Eltern mit Taschengeld unter die Arme greifen oder wenn der Staat Sozialhilfe zahlt. Doch wer sich allein darauf verlässt, ist im Grunde nur ein Sozialschmarotzer.
Der Punk befreit nicht von der Verpflichtung, für sich selbst zu sorgen. Also muss man entweder seinem Job nachgehen und den Punk auf die Freizeit verlegen (sofern das nicht kompatibel ist) oder man ist und bleibt ein Verlierertyp, der nichts leistet und nichts vom Leben erwartet.
Da hilft auch nicht die zur Schau gestellte linkspolitische Einstellung weiter, die sich allein darin entlädt, unangemeldete Gegendemonstrationen zu NPD-Kundgebungen zu veranstalten oder auf einer G8-Demo mitzulaufen, wo man gegen alles sein kann ohne für etwas sein zu müssen.
Nun ist aus meinem Statement doch noch ein sehr vernichtendes Urteil geworden. Dabei war das eigentlich gar nicht meine Absicht. Ich meine ja nur, dass sich jeder kleiden soll, wie er lustig ist. Und es darf auch jeder die Musik hören, die er mag. Ob sich dahinter jeweils eine Einstellung verbirgt, mit der sich die Welt verbessern lässt, ist eine andere Frage. - Und wenn man die Welt (bzw. die Gesellschaft) gar nicht verbessern will, weil sie einem gleichgültig ist, dann sollte man das auch so sagen und sich nicht in bestimmten Fragen "künstlich aufregen".