Die Grünen- mittlerweile eine vernünftige Partei?

Kannst du dir vorstellen die Grünen zu wählen?

  • Ja

    Stimmen: 34 22,8%
  • Nein

    Stimmen: 115 77,2%

  • Umfrageteilnehmer
    149
gh0 schrieb:
Der Mann begeht eine Straftat, genießt als Bundestagsabgeordneter Immunität und wird von Menschen wie dir auch noch verteidigt...
Naja, was solls, schaffen wir uns einfach weiter ab und finden alles total halb so wild.

Ich wäre echt auf deine Reaktion gespannt, wenn die Person nicht Beck, sondern Petry geheißen hätte.
Die Immunität wird mit ziemlicher Sicherheit aufgehoben werden, das ist in solchen Fällen eigentlich nur Formsache und ist bei Hartmann (SPD) auch so geschehen. Anschließend wird das Verfahren dann höchstwahrscheinlich gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Das ist tatsächlich alles nicht so wild und Deutschland wird es überleben.
 
Deliberation schrieb:
Und als Opfer sehe ich einen Konsumenten von Crystal Meth nicht, weil der Staat ihn in die Illegalität treibt, sondern weil er so bescheuert ist, überhaupt Drogen zu nehmen.

Hier kann man sich die "Bagatelle" Crystal mal ansehen:

http://mindzone.info/drogen/crystal/

Du meinst wie bei Nikotin, Alkohol und Koffein? Ja Koffein macht nur psychisch abhängig, ich weiß.

Und schöner Link, du weißt schon, dass auch die Konsumform unterschiedliche Auswirkungen hat und sogar die Herstellung Einfluss hat, ob das Endprodukt mehr oder weniger schädlich ist?

Ich selber nehme übrigens nur Alkohol zu mir. Und das am Wochenende. Und das auch nur, wenn ich unterwegs bin. Trotzdem halte ich von der Drogenprohibition gar nichts.

Es gab in der modernen Geschichte (die meisten Drogen sind nicht mal seit 100 Jahren verboten) nur einen Fall, wo es wirklich geklappt hat. China und die UDSSR. Die haben es geschafft ihre Länder halbwegs drogenfrei zu kriegen. Nur die Methoden sind nicht mit einem Rechtsstaat vereinbar.
 
Deliberation schrieb:
Na hoffentlich die meisten Menschen!

Aus den 70er und 80er Jahren existieren wissenschaftliche Schätzungen, dass die Prävalenzrate formell und informell sanktionierter Männer im Alter von 25 Jahren damals bei ca. 50% lag.*
Auch, wenn es nur wissenschaftliche Hochrechnungen sind, bezieht man zusätzlich das Dunkelfeld mit ein, also die Zahl derjenigen, die gerade nicht sanktioniert wurden und berücksichtigt, dass einige erst kriminell werden, wenn sie älter sind, dann dürfte tatsächlich eine signifikante Mehrheit bereits straffällig geworden sein.

Der überwiegende Anteil wird sich dabei auf Bagatellkriminalität beschränken, was an der Aussage aber erst mal wenig ändert.



*Quelle: Periodischer Sicherheitsbericht 2001, S. 448/449
 
Arbeitsfähigkeit bei Lehrern:

Alkoholismus: Solange der Alkoholosmus bei einem Lehrer nicht zu Ausfällen oder ausfälligem Verhalten führt, ist dieser scheinbar arbeitsfähig und als Vorbild für unsere kleinen brauchbar.

Das einmalige Auffallen von gelegentlichem Cannabis-Konsum hingegen macht ihn sofort für den Lehrerberuf unbrauchbar.

Alkohol ist medizinisch betrachtet die weitaus bedenklichere Substanz, wird von weit mehr Menschen in gesundheitsschädigender Weise genutzt, macht u.U. aggressiv und erfüllt soger die Funktion der Enstiegsdroge viel besser als irgendeine illegale Substanz das jemals könnte.

Da es mit Drogenkonsum (also der Droge oder ihrer Schädlichkeit) nichts zu tun hat (beide Beispiellehrer sind Konsumenten, Alk ist medizinisch bedenklicher usw), muss der Grund jehnseits der Droge liegen. Cannabis steht im BTMG - größter Unterschied.

Der Kiffer ist also entweder für den Lehrerberuf ungeeignet, weil ihm, der sich nicht an Gesetze hält, nicht zugetraut wird, Gesetzestreue zu vermitteln - oder weil der Alkoholismus TEIL der Vorbildfunktion ist, die Lehrer laut Berufsbild innehaben.

"Wenn ich groß bin will ich auch mal so toll zittern, wie der Mathelehrer nach ner Doppelstunde".

Die einzige Bagatelle in der Drogengesetzgebung ist die willkürlich-unsinnige Grenzziehung der Gesetzgebung selbst.

Immer daran denken, nach einem großen Koks-Test in unserer "High-Siciety" wären unsere Gefängnisse voll - ALLE ... und der Bundestag wäre um eine Menge Lobbyisten ärmer.

Ein Verbot eines Verhaltens macht jede staatliche Beschäftigung mit diesem Verhalten unmöglich, welches über die Verbotsdurchsetzung hinausgeht. Demnach können Verbotsbefürworter eigentlich nicht die Eindämmung des Konsums im Sinn haben, denn das hat mit Verboten noch nie geklappt.
Zweifelsohne steigert das Verbot die Umsätze aus illegalen Drogengeschäften ... der Staat zahlt, der Konsument leidet aber die Geschäfte florieren ... ist das Lobbyismus?

Dazu gibts aber schon einen ellenlangen Thread:
https://www.computerbase.de/forum/threads/quo-vadis-btmg.795430/
Hier ist das etwas OT, und seit die FDP sich "legalize it" auf die Fahnen geschrieben hatte, ist die Drogenpolitik auch bei den Grünen nicht mehr so das Thema ... da wid doch lieber im Einheitsbrei mitgepaddelt und nur noch zu "respektvollem" Umgang gemahnt - alles andere wäre eines Rechtsstaates ja auch unwürdig.

Wie bereits gesagt, die Grünen sind nicht wählbarer als JEDE andere deutsche Partei ...
 
Zuletzt bearbeitet:
@DerOlf

Super Beitrag, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Zumindest nicht in diesem Thread bei dem es ja um Die Grünen, und nicht primär um Drogen geht. :daumen:
 
Eine drogenabhängige Person sollte selbstverständlich nicht in einer politischen Position sitzen und Entscheidungen treffen, die sich auf das Leben anderer auswirken, das ist nicht vertretbar.
Aber ansonsten: Wer volljährig ist, sollte konsumieren dürfen, was er möchte. Allerdings ohne Aufkommen der Krankenkasse für eventuelle Schäden.
 
Wieso nicht? Je nachdem wie wir Abhängigkeit definieren, sind die meisten Menschen von irgendetwas Abhängig und werden sehr unleidlich ohne ihren "Schuss".

Schalte mal in deiner Abteilung die Kaffeemaschine ab und schau dir mal, wie viel Arbeitszeit dann vertrödelt wird, um sich den Kaffee irgendwo anders zu besorgen. Gerade Büromenschen vergeuden dann gerne viel Zeit, nur damit man irgendwo seine Tasse Kaffee herbekommt. Und das Zeug macht noch nicht einmal abhängig.
 
Unfassbar wie sich hier so mancher Moralapostel über die Lebensweise anderer auslässt. Immer wieder Lustig die Forderung Leistungen der Krankenkassen aufgrund dessen zu verweigern. Wenn damit angefangen würde, dann könnte man einer Mehrheit der Versicherten Leistungen verweigern aufgrund dessen Lebensstils. Wo will man da die Grenzen ziehen ? Zum Menschsein zählen auch deren Schwächen und Angewohnheiten.

Aber wie gesagt, das ist hier ein Thread über Die Grünen und nicht über die Schwächen einzelner Personen, oder das Moralisieren darüber. Lustig finde ich es aber dennoch wie verlogen sich gewisse hier darüber echauffieren, gerade wenn es über die "bösen Drogen" geht. Dann setzt offenbar der Verstand bei vielen aus. :evillol:
 
Ich mag den Moralapostel Beck nicht sonderlich. Aufgeregt, dauerbetroffen und substanzlos. Sein Einsatz für die Rechte von Lesben und Schwulen ist allerdings positiv hervorzuheben, auch wenn sein Fokus hierbei zu einseitig war.

Was Beck mit seinem Körper macht, interessiert mich nicht. Staatlich legalisierte Drogen wurde hier schon genannt.
Auch wenn ich Konsumenten von CM nicht für geeignet halte, ein Regierungsamt zu bekleiden, empfinde ich den "Shitstorm" für zu übertrieben.
 
OiOlli schrieb:
Du meinst wie bei Nikotin, Alkohol und Koffein? Ja Koffein macht nur psychisch abhängig, ich weiß.

Und schöner Link, du weißt schon, dass auch die Konsumform unterschiedliche Auswirkungen hat ...

Da gibt es nichts zu relativieren, Crystal Meth geht bei mir nicht als Ersatz für Espresso durch. Und wer im Bundestag sitzt, von dem erwarte ich erst recht, dass er sich an Recht und Gesetz hält.

OiOlli schrieb:
Ich selber nehme übrigens nur Alkohol zu mir. Und das am Wochenende. Und das auch nur, wenn ich unterwegs bin. Trotzdem halte ich von der Drogenprohibition gar nichts.

Es gab in der modernen Geschichte ...

Jaja, die Geschichte, Dunkelziffern und Schätzungen. Da schätzt der eine Wissenschaftler das und der nächste dann genau das Gegenteil. Fakt ist, Crystal Meth ist eine verbotene Substanz.

diRAM schrieb:
Auch, wenn es nur wissenschaftliche Hochrechnungen sind, bezieht man zusätzlich das Dunkelfeld mit ein, also die Zahl derjenigen, die gerade nicht sanktioniert wurden und berücksichtigt, dass einige erst kriminell werden, wenn sie älter sind, dann dürfte tatsächlich eine signifikante Mehrheit bereits straffällig geworden sein.

Da musstest Du aber arg in der Mottenkiste kramen, um einigermaßen passendes Material zu finden, das Schätzungen von Schätzungen mit Hochrechnungen belastbar macht und dann wiederum eine methodisch nicht nachvollziehbare Dunkelziffer dazu führt, dass aus maximal 8% Straftaten in Deutschland plötzlich eine "signifikante Mehrheit" wird. Da kann ich ja gleich bei Astro-TV anrufen.

DerOlf schrieb:
Alkoholismus: Solange der Alkoholosmus bei einem Lehrer nicht zu Ausfällen oder ausfälligem Verhalten führt, ist dieser scheinbar arbeitsfähig und als Vorbild für unsere kleinen brauchbar.

Das einmalige Auffallen von gelegentlichem Cannabis-Konsum hingegen macht ihn sofort für den Lehrerberuf unbrauchbar.

Solche BILD-Dir-Deine-eigene-Meinung-Geschichten führen leider dazu, dass die Befürworter "alternativer Drogen" auch diese legalisiert haben wollen. Ich will weder, dass mein Kind von einem besoffenen Lehrer unterrichtet wird, noch dass der Lehrer alternativ total entspannt im THC-Rausch vor ihnen steht.

DerOlf schrieb:
Demnach können Verbotsbefürworter eigentlich nicht die Eindämmung des Konsums im Sinn haben, denn das hat mit Verboten noch nie geklappt.

Da hast Du eigentlich recht. Menschenhandel? Da sperrst Du einen ein und zwei neue Verbrecher stehen schon bereit, um den Job zu übernehmen. Bandenkriege in Zentral-Afrika bekämpfen? Ach was, sobald Du eine Ecke sicherst, dreht ein Stamm in einer anderen durch, schwingt sich mit Macheten auf die Pferde und schlachtet den nächsten rivalisierenden Stamm ab. Geschwindigkeitsbegrenzungen? Hält sich doch ohnehin niemand dran.

Verbote abzuschaffen, weil die Durchsetzung schwierig ist, halte ich für Kapitulation. Am besten zeigen wir alle bei allen Dingen ab sofort nur noch abweichendes Verhalten, dann kann der Staat alle Gesetze abschaffen und wir leben in Saus und Braus. Bis wir uns darüber aufregen, dass unsere Kinder an den sich Heroin spritzenden Fixern vorbei in den Kindergarten gehen müssen, wo vielleicht ein Pädophiler auf sie wartet (gibt es ja kein Gesetz mehr dagegen). Und nachts kann man nicht mehr auf die Straße gehen, weil es keine Polizei mehr gibt. Man erwischt die Täter ja nachts ohnehin nicht vor einer Tat. Präventivmaßnahmen wurden abgeschafft. Und in der Wirtschaft sorgt Wildwest-Wirtschaftsliberalismus dafür, dass ich jeden Tag um meinen Job bangen muss. Gibt ja keine Arbeitnehmergesetze mehr, denn die waren ohnehin schwer durchzusetzen und behindern nur die Wirtschaft.

KlaasKersting schrieb:
Eine drogenabhängige Person sollte selbstverständlich nicht in einer politischen Position sitzen und Entscheidungen treffen, die sich auf das Leben anderer auswirken, das ist nicht vertretbar.

Na endlich mal ein Wort der Vernunft. Ich dachte schon, ich sei in der Twilight Zone.

KlaasKersting schrieb:
Aber ansonsten: Wer volljährig ist, sollte konsumieren dürfen, was er möchte. Allerdings ohne Aufkommen der Krankenkasse für eventuelle Schäden.

Das wird allerdings schwierig. Entweder, eine Sache ist legal oder sie ist es nicht. In jedem Fall muss aber die Gesellschaft für die Folgen aufkommen, denn wer soll es denn sonst tun? Der Typ, der letztes Jahr noch meinte, er könne jederzeit aufhören und das sei ja alles gar nicht so schlimm wie Alkohol? Der hat im Zweifel mittlerweile seinen Job verloren und seine Kohle den Dealern gegeben.

Aus der Nummer gibt es für den Staat auch kaum einen Ausweg. Ich stimme den Leuten hier zu, die da sagen, dass die Durchsetzung eines Verbots schwierig bis unmöglich ist. Jedenfalls zu 100%. Wenn die Gesellschaft sich aber dafür entscheidet, dass eine Substanz nicht vertretbar ist und das kodifziert wird, dann muss einerseits gegen den Handel vorgegangen werden und für den abgehalfterten Lehrer muss andererseits dann halt klar sein, dass er etwas verbotenes getan hat und dass er für seinen Job nicht mehr geeignet ist. Ebenso sehe ich das bei einem Mitglied der Institution, die demokratisch legitimierte Gesetze einheitlich zu akzeptieren hat, auch wenn man selbst einer anderen Meinung ist.

Im Kleinen ist viel besser nachzuvollziehen, was im Großen irgendwie mal wieder völlig individuell zu sein scheint. Wenn man sich in einer Gruppe mehrheitlich dafür entscheidet, dass keiner den Kuchen vor Mitternacht anrührt, dann kann nicht einer hergehen und sagen "sorry, mir war halt danach, kauft euch halt einen neuen Kuchen". Das kann man dann zwar machen, ändert aber an dem Grundproblem nichts, dass danach nie mehr sicher ist, dass sich auch nur einer an die gemeinsamen Abmachungen hält. Das nennt man verlorenes Vertrauen und so geht es mir bei einem Bundestagsmitglied, der demkratische Entscheidungen irgendwie nicht für eine verbindliche Sache hält.

OiOlli schrieb:
Wieso nicht? Je nachdem wie wir Abhängigkeit definieren, sind die meisten Menschen von irgendetwas Abhängig und werden sehr unleidlich ohne ihren "Schuss".

Jetzt kommt gleich diRAM mit einer Studie um die Ecke, dass eine "signifikante Mehrheit" der Bevölkerung von Gummibärchen abhängig ist. Jedenfalls laut einer Studie, die Hochrechnungen von Dunkelzifferannahmen gemacht hat. Wenn man dann noch den Mondkoeffizienten des Algebrapferdeapfels zieht, dann kommt wahrscheinlich noch heraus, dass Gummibärchen viel schlimmer als Crystal Meth sind.

Individualismus hurra! Ich mach mit und zahle ab sofort keine Steuern mehr. Ist doch ohnehin nicht so schlimm, wie Robbenbabys zu erschlagen. Kann man nicht vergleichen? Das ist jetzt aber erstaunlich spitzfindig. ;)
 
Statt mein Argument völlig ohne Grund ins Lächerliche zu ziehen, könntest Du auch versuchen selbiges zu widerlegen oder dich wenigstens kritisch mit der angeführten Quelle auseinandersetzen, was aber natürlich erkennbar schwer fällt, wenn es der eigenen Argumentation an einem belastbaren Fundament mangelt. Hätte nicht gedacht, dass kriminologisches Basiswissen einer solche Reaktion provoziert. Da hatte ich irgendwie mehr erwartet, schade.
 
Na wenn schon die Ausgangslage nicht stimmt, was will man da groß erwarten? Ich zweifle an, dass jeder Bundesbürger schon einmal eine Straftag begangen hat und Du schreibst etwas zu Prävalenz und verlinkst in einem Bericht des BMI auf Seiten, in denen es inhaltlich um Rückfallstatistiken geht. Da zitiere ich gerne einen geschätzten Journalisten "ich hätte gerne mit Menschen über das Thema gesprochen, doch keiner der Kommentare war anschlußfähig". Ja, wirklich schade.
 
Stimmt, mein Fehler. Ich habe die kognitive Leistung vorausgesetzt, Ergebnisse zu extrapolieren. Den mache ich bei dir kein zweites Mal. Danke für den Hinweis.
 
Die Drogenthematik ist mittlerweile arg weit vom Herrn Beck und den Grünen entfernt. Findet bitte zum Thema zurück oder führt die Diskussion im passenden Thread fort.
 
Ui, da ist aber jemand beleidigt. Ich hoffe nicht, dass Volker Beck Ursache und Wirkung ebenso verwirrt sieht und nun plötzlich andere für seine Unzulänglichkeiten verantwortlich macht. Aktuell sieht es ja so aus, als reagiere er schnell und konzentriert auf die Vorwürfe und Angriffe gegen ihn. So etwas nennt man dann wohl "Verantwortung übernehmen".

Oder, wie es "Der Tagesspiegel" treffend formuliert:

Harte Drogen zu besitzen, ist strafbar. Das wusste Volker Beck. Eine Straftat zu begehen, verträgt sich für einen Volksvertreter nicht mit öffentlichen Repräsentationspflichten. Auch das wusste er. Insofern war es folgerichtig, dass der Grünen-Politiker, nachdem ihn die Polizei erwischt hatte, seine Fraktionsämter niederlegte. Damit kam er auch skandalisierenden Überbetonungen der Tat durch seine Widersacher entgegen.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/meinung/...enso-unangebracht-wie-nachsicht/13044430.html

Der Artikel betont aber ebenso, dass Häme unangebracht ist. Es soll ja keine Hexenjagd werden. Und darüber hinaus sagt Cem Özdmir dazu:

Ich komme zwar aus einer muslimischen Familie, aber ich habe gelernt, dass es ein Teil des christlichen Menschenbildes ist, dass man Menschen nicht nur eine zweite, sondern auch eine dritte und vierte Chance geben muss", sagt Özdemir. Das, erklärte er weiter, sollte das "Leitbild für alle Humanisten" sein.

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/2016/03/04/beck-drogen-oezdemir-cryst_n_9383220.html

Herrn Özdemir kann ich oftmals nicht folgen, hier hat er aber recht. Strafe muss sein, genauso wie Konsequenzen. Man sollte aber nicht wild auf jemanden draufhauen, bis er nicht mehr zuckt. Quasi den Menschen zerstören. Erst recht nicht, wenngleich es auch vielen im aktuellen Wahlkampf in den Kram passen würde. Ich fürchte dennoch, dass solche Nachrichten die Grünen Stimmen kosten wird.
 
Deliberation schrieb:
Solche BILD-Dir-Deine-eigene-Meinung-Geschichten führen leider dazu, dass die Befürworter "alternativer Drogen" auch diese legalisiert haben wollen. Ich will weder, dass mein Kind von einem besoffenen Lehrer unterrichtet wird, noch dass der Lehrer alternativ total entspannt im THC-Rausch vor ihnen steht.
Ich habe einen Uni-Abschluss, der mich fürs 1. Staatsexamen berechtigt (bzw. fürs Referendariat), vom Abschluss her könnte ich also als Lehrer arbeiten. Allerdings habe ich nebenbei auch noch einen BTMG-Vermerk (Verf. eingestellt) in meinem erweiterten Führungszeugnis ... und genau deswegen (mit dieser Begründung) konnte ich bisher kein Referendariat antreten ... Kiffer sind offenschtlich auf Verdacht ungeeignet.

Deliberation schrieb:
Verbote abzuschaffen, weil die Durchsetzung schwierig ist, halte ich für Kapitulation.
Bitte den Cannabis-Thread lesen, dann wird dir hoffentlich auch klar, dass es nicht um Kapitulation geht. Vielmehr ist die Prohibition als gescheitert anzusehen, und ihre Fortsetzung bindet einfach Mittel, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden könnten.
Es geht also nicht darum, etwas aufzugeben, weil es "zu schwierig ist" sondern eine sinnlose Belastung zu beseitigen, die neben ihren größtenteils negativen Folgen obendrein mögliche Alternativen behindert.
Die Prohibition verschlingt Millionen, und ein einzelner Streetworker schafft an einem Abeitstag wahrscheinlich mehr, als die Ordnungsorgane in einem Jahr (im Bezug auf Aufklärung und Prävention).

All das hatten die Grünen mal im Programm, aber da gabs in der Partei auch noch Fundis ... die Realos haben vor allem (reales) interese an (realer) Macht ... wie man das (in real) erreicht, ist nicht so wichtig - das Ziel ist der Weg ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Es sind Milliarden . Da ist noch nicht einmal mitgerechnet, wie oft die Bemühungen torpediert werden, sei es durch Aktionen der Geheimdienste oder weil man die Armen Bauern ja nicht mit verbrannten Feldern zurück lassen kann . Oder eher die Warlords vor denen man Angst hat.
 
Hast du die Grünen, brauchst du keine CDU. Die sind mittlerweile genauso asozial, Kretschmann nennt das ja Politik der Vernunft, hahaha, selten so gelacht. Wohl eher in der Realität der Grossspenden Gönner Mentalität angekommen. Warum soll man denn seine Wahlversprechen halten, wenn man 4000 Lehrer in BW bis 2020 entlassen bzw deren Stellen abbauen kann. Wie war das mit Bildung usw? Das nennt man Heuchelei. Hier will doch keiner Chancengleichheit.
 
DerOlf schrieb:
... vom Abschluss her könnte ich also als Lehrer arbeiten. Allerdings habe ich nebenbei auch noch einen BTMG-Vermerk ... und genau deswegen (mit dieser Begründung) konnte ich bisher kein Referendariat antreten

In Deinem Fall will ich mir kein Urteil erlauben, denn ich kenne Deine Geschichte nicht und kann prinzipiell nachvollziehen, welche Ungerechtigkeit Du hier siehst.

Volker Beck war hingegen schon Minister des Bundes und hat dennoch weiterhin gegen geltendes Gesetz verstoßen. Und da er sich in seiner Laufbahn viel mit dem BTMG beschäftigt hat, wusste er auch, was er da tat und welche Konsequenzen das haben muss.

DerOlf schrieb:
...Vielmehr ist die Prohibition als gescheitert anzusehen, und ihre Fortsetzung bindet einfach Mittel, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden könnten.
Es geht also nicht darum, etwas aufzugeben, weil es "zu schwierig ist" sondern eine sinnlose Belastung zu beseitigen, die neben ihren größtenteils negativen Folgen obendrein mögliche Alternativen behindert.

Ich bin der Letzte, der eine Auseinandersetzung über Alternativen aufgrund eines geltenden Gesetzes ablehnt. Im Gegenteil, wir müssen stets unser tun reflektieren und überdenken.

Bei der Gelegenheit habe ich mir mal angesehen, was Wikipedia über "medicinal cannabis" zu sagen hat:

A 2016 study finds that medical marijuana laws are associated with significant drops in violent crime.[181] A 2013 study found that medical marijuana legalization is associated with an 8-11% reduction in traffic fatalities.[182]

Multiple studies have shown that states that legalize medical marijuana have higher rates of marijuana use, but this does not appear to reflect a cause and effect relationship between these two factors.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Medical_cannabis_in_the_United_States#Opposition_and_support

Auch wenn ich starke Probleme in der Methodik bei der Ermittlung solcher Relationen sehe, so kann ich genau so wenig das Gegenteil beweisen. Ich sehe aber Deinen Punkt durchaus als valide an und gebe zu, dass andere Möglichkeiten des Umgangs mit Drogen in Betracht gezogen werden müssen.

ABER:

DerOlf schrieb:
All das hatten die Grünen mal im Programm, aber da gabs in der Partei auch noch Fundis ...

Auch Volker Beck hat sich in seiner Karriere lange Zeit für die Legalisierung von Drogen eingesetzt. Hier muss aber betont werden, dass es dabei um weiche Drogen ging und Crystal Meth meines Wissens nicht dazu gehört.

Darüber hinaus bleibe ich bei meiner grundsätzlichen Einschätzung, dass eine Diskussion zwar sinnvoll ist, ein Bundesabgeordneter sich aber dennoch an Recht und Gesetz halten sollte.
 
Ich möchte auch nicht alles legalisieren, sondern nur den Umgang mit den Konsumenten liberalisieren und diesen einen kontrollierten Zugang zu sauberem Stoff zu geben. Die Begründungen liegen auf der Hand ... Konsumrisiko, Ermittlungs-, Haft- und Behandlungskosten, Beschaffungskriminalität ...

Mal ganz ehrlich, was ist so schlimm daran, wenn ein Abgeordneter Drogen nimmt? ... der Beck ist sicher nicht erst seit gestern drauf und bisher war er als ganz nnormaler Politiker anzusehen. Und nun da es raus ist, ist das plötzlich ein Problem? Ich persönlich finde die Einflussnahme durch Lobbyisten um einiges bedenklicher.

... wenn man mal konsequent ist, und den CM-Konsumenten Beck auf die Droge reduziert, dann muss man das fü den gesamten Zeiraum tun, in dem er unter dem Einfluss dieser Substanz stand.
Macht das Wissen über den Konsum aus einer Aussage, die ich vor 4 Monaten noch hätte unterschreiben können plötzlich eine Unmöglichkeit? CM war auch damals u.U. schon dabei, nur wusste es eben keiner. Aber mein Wissen ändert doch nichts an Qualität oder Inhalt einer vergangenen Aussage.

Merke: Unser Wissen über den Drogenkonsum macht aus Herrn Beck einen Drogi, der kein Amt bekleiden sollte ... oder (bei seinem Fehlen) einen ganz normalen deutschen Politiker.

Wisst ihr, wie viele Manager, Politiker, Ärzte TÄGLICH Drogen konsumieren?
Bei einem Bekannten von mir waren es z.B. Valium und Kaptagon (Ersteres zum schlafen, Zweiteres als Kaffee-Ersatz), die er ganz legal auf Rezept bekam. Und Ja, das sind Medikamente ... aber bei diesen Medikamenten handelt es sich um Wirkstoffe, die ganz genau so auch auf dem Drogenmarkt gehandelt werden ... macht der Vertriebsweg die Droge?
Die "medizinische Idikation" war "Job" ... der gute Mann hatte ca. 12 Stunden "Freizeit/Woche" und brauchte daher diese "Helferchen", um nicht noch Zeit mit "Aufwachen" und "Einschlafen" zu vergeuden.

Wenn jemand MIT Drogen eine Politik macht, mit der ich einverstanden bin, dann ist mir das immer noch lieber als jemand, der beschissene Politik macht, dabei aber wenigstes stocknüchtern ist.
Auf Herrn Beck trifft aber beides nicht zu ...
 
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