DSGVO Frage... Arzt

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Guten Abend,

in unserer Praxis verwenden wir eine öffentlich sichtliche Fläche (LCD-Flachbildschirm) welcher im Warteraum hängt um Patienten zu signalisieren in welchen Behandlungsraum + geschätzte Wartezeit. Auf dem LCD-Flachbildschirm wird nur der abgekürzte Vorname und voller Nachname angezeigt.

Meine Frage: ist das DSGVO Konform für die Praxis? Ein H. Müller verstößt doch nicht? Oder doch?

Danke!
 
Ich weiß ja nicht.. aber wenn die Arzthelferin kommt und ins Wartezimmer brüllt: "Herr Müller bitte in die 3" .. Verstößt das gegen die DSGVO ?
 
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Alternativ verteilt Nummern und ruft über die Anzeige diese dann auf.
Damit solltet ihr auf auf der sicheren Seite sein.
 
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Hallo nochmal,

wir "brüllen" nicht in das Wartezimmer/raum! Und eine Nummernverteilung ist technisch nicht vorgesehen seitens der Bundesärztekammer IT.
 
Ihr habt doch sicher nen Rechtsanwalt, fragt den.
Hier sind nur Laien unterwegs und du wirst unterschiedliche antworten erhalten.
Von meiner Seite aus wäre das bestehende Modell ok
 
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wolve666 schrieb:
Ihr habt doch sicher nen Rechtsanwalt, fragt den.
Das ist die einzig richtige Antwort. Oder die Bundesärztekammer fragen.
Bitte legt euch nicht mit den Datenschutzbeauftragten an, weil ihr auf irgendwelche Leute im CB Forum gehört habt. Das kann gewaltig nach hinten los gehen.

Ehrlich gesagt habe ich bisher bei jedem Arzt in meinem Leben das System "Arzthelferin macht Tür auf, Herr Smily bitte" erlebt. Ich habe noch nie ein anderes System gesehen! Trotzdem, vielleicht gibt es rechtlich einen Unterschied zwischen mündlich und schriftlich Namen nennen.
 
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Es gibt da eher keine Unterschiede und ich finde es bedenklich.

Muss aber ein Anwalt für den Einzelfall klären.
 
Unabhängig vom rechtlichen Aspekt:

Bahnhofshallen-oder Behördenatmosphäre beim Arzt?

Bin (leider) häufig Gast bei div. Praxen, aber so etwas ist mir noch nie begegnet.
Persönlich ist mir eine Praxis lieber, die in der Lage ist Termine und den Ablauf so zu organisieren, dass Wartezeiten in einem überschaubaren Rahmen eingehalten werden.

Namen an der Tafel schätze ich nicht besonders - geht keinen was an.
Einen mündlichen Namensaufruf versteht oft eh keiner ausser dem Betreffenden und ist idR 2 Sekunden später wieder vergessen, auch die korrekte Schreibweise erfährt so niemand.
 
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Ist es erforderlich, das ihr die Namen auf dem Bildschirm anzeigt? Alternativ, ist es erforderlich, das Patienten beim Namen aufgerufen werden? Nein ist es nicht, das mildere Mittel sind Nummern, das hat auch den charmanten Nebeneffekt, dass sich keiner vordrängelt.

Dafür braucht man keinen Rechtsanwalt, nur gesunden Menschenverstand.

Ist denn eure Theke wenigstens so abgeschirmt, dass man die Gespräche mit den Patienten nicht mitbekommt?
 
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mathiasla schrieb:
Ist denn eure Theke wenigstens so abgeschirmt, dass man die Gespräche mit den Patienten nicht mitbekommt?
Außer beim Psychiater habe ich das noch nie erlebt das da so ein Drama drum gemacht wird.
Persönliches bespricht man eh nur mit dem Arzt im Zimmer und nicht mit jemanden der hinterm Tresen steht, es sei den du bist in ner Kneipe!

Jahrelang war es ok und auf einmal ist es schlimm? Was hat sich geändert? Ahja stimmt, es gibt nur noch extreme, enweder teilt man alles in den Sozialen Medien oder man denkt es sollte ein Staatsgeheimnis sein wenn man husten hat -.-


Aber zurück zum Thema:
@HelfendeHände Falsches Forum, das hier wäre besser:
https://www.frag-einen-anwalt.de/
 
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mathiasla schrieb:
das mildere Mittel sind Nummern
HelfendeHände schrieb:
eine Nummernverteilung ist technisch nicht vorgesehen seitens der Bundesärztekammer IT.
Was immer ich mir darunter vorstellen soll...

Behörden nutzen das ausschliesslich, und verzichten sicher aus guten Gründen auf Namen.
 
Behörden sind sicher kein Maßstab für irgendetwas. Weder für Datenschutz, noch für Effizienz, noch für durchdachte Prozesse.
 
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Idon schrieb:
Behörden sind sicher kein Maßstab für irgendetwas
Stimme ich natürlich zu
...aber kennen durchaus rechtliche Hintergründe oder sollten es wenigstens
 
Ja, aber handeln nicht danach. Vermutlich ist der Bruder des Beschaffers eher in der Nummernabreissbranche tätig gewesen. :)

Meines Erachtens kommt das Nummernsystem daher, dass sich damit Menschenströme sortieren lassen, ohne, dass man dafür Namen braucht. Die Anmeldung mit Termin und Name ist da ja eher eine recht neuere Sache bei Behörden, zumindest wenn man an Zulassungsstellen etc. denkt.


Das ist hier aber unerheblich. Das Namenssystem ist nicht (so einfach) erlaubt, aber die Info kommt rechtssicher für ein Gewerbe - und das ist eine Arztpraxis nun einmal - vom Hausanwalt.


Hat mich früher auch nie gestört. War aber letztens für einen Bekannten ein Rezept bei einer Fachpraxis abholen und habe da über die Person vor mir Details erfahren (Überweisung und Rezept), die ich lieber nicht wissen wollte.
 
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DSVGO... ich liebe sie, weil man sich immer dahinter verstecken kann.. egal wo.
Herrlich..
 
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HelfendeHände schrieb:
Hallo nochmal,

wir "brüllen" nicht in das Wartezimmer/raum! Und eine Nummernverteilung ist technisch nicht vorgesehen seitens der Bundesärztekammer IT.

Was ist das denn für eine "Arztpraxis" ? implantiert ihr etwas wie z.B Silikon?
 
Idon schrieb:
Behörden sind sicher kein Maßstab für irgendetwas. Weder für Datenschutz, noch für Effizienz, noch für durchdachte Prozesse.
Dem kann ich nicht zustimmen, du hast sicher Beweise für deine Behauptung und hast die Verfehlung der entsprechenden Aufsichtsbehörde gemeldet?

Welche Aufsichtsehörde zuständig ist erfährst du mit der Information nach Artikel 13 und 14.

Die Datenschtzgrundverordnung ist nichts Böses, sie schützt eurer Recht auf informationelle Selbstbestimmung..ihr könnt natürlich auch weiter sinnlosen Schwachsinn pöbeln anstatt euch einmal mit Euren Rechten zu beschäftigen.
 
Ja... mit Rechten kennt sich der heutige Egobürger wunderbar aus. Pflichten dagegen haben nur die anderen. Praktisch ist das schon, trägt man doch so keinerlei Verantwortung für das eigene Handeln - es gibt ja immer jemanden, dem man selbige aufbürden kann.
Was haben wir vor vielen Jahren über die USA gelacht, wo es Warnhinweise bzgl. „nicht aufstehen wenn man mit dem Wohnmobil fährt“ oder „Achtung, heißer Kaffee ist heiß“ gibt. Nun sind wir auf einem ähnlichen Weg.
Läuft irgendwas schief, war garantiert irgendwer anders schuld. Man selbst ist immer Opfer. Egal ob im Straßenverkehr (der LKW hat nicht aufgepasst als ich mich mit meinem Bike rechts neben ihn gequetscht habe!!!!), bei der Gehaltsverhandlung (Ich hab mies verhandelt und bekomme deswegen nicht so viel wie mein Kollege? Diskriminierung! Quote! Sexismus!!!!!) oder eben beim heiligen Gral „Datenschutz“.

Warum auch nicht? Immerhin hat man ja RECHTE... besonders beim Datenschutz. Da müssen dann schonmal Namen von Klingeln in Mietshäusern entfernt oder Arztpraxen auf ein Nummernsystem umgestellt werden, damit auch ja niemand mitbekommt, dass man irgendwo wohnt oder wer die Person dort neben einem im Wartezimmer ist.

Eine gute Intention wird durch Aktionismus von einer winzigen Minderheit, die sich wegen jedem bisschen angepimmelt fühlt und auf die Barrikaden geht, as absurdum geführt. Jeder kleine Wicht pocht plötzlich auf seine RECHTE - egal welche Probleme und Umstände daraus für Millionen andere entstehen. Dieses egomane Verhalten der Generation „Ich will aber und du musst gefälligst“ wurde bei der Umsetzung der DSGVO nicht berücksichtigt - und deswegen treibt diese durchaus gute Sache solch kranke Blüten.

Aber was will man machen? Jahrelang wurde einem erzählt wie toll und besonders man ist und dass man sich nichts gefallen lassen soll. Da kann man nicht einfach umschwenken auf „Halt mal die Klappe und pass dich an“. Nur funktioniert eine Gesellschaft eben nicht, wenn man dauernd jeder kleinen Minderheit den Hof macht und die Masse an Menschen, die noch nicht auf dem Egotrip sind, dazu verdonnert, sich nach den krakeelenden Bälgern zu richten.

Datenschutz.... sooo wichtig bei Arztpraxen-Wartezimmern. Wie sind wir nur die letzten 100 Jahre ohne ausgekommen? Muss gleich mal auf Insta, FB und Twitter nachfragen - oder gleich ne Demo oder nen Shitstorm organisieren. Das geht ja gar nicht! Ich habe RECHTE!!!! Sollen doch alle anderen zusehen, wie sie damit klarkommen!
 
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deYoda schrieb:
Namen an der Tafel schätze ich nicht besonders - geht keinen was an.
Einen mündlichen Namensaufruf versteht oft eh keiner ausser dem Betreffenden und ist idR 2 Sekunden später wieder vergessen, auch die korrekte Schreibweise erfährt so niemand.
Bei dem Thema bin ich auch nur Laie. Aber spontan war das auch mein erster Gedanke. Wenn ein Name irgendwo geschrieben steht, ist das nach meinem Empfinden nochmal etwas anderes, als wenn er nur akustisch ausgerufen wird.

Ich musste vor gut drei Jahren gesundheitsbedingt einige Ärzte abklappern und da ist mir in keinem einzigen Wartezimmer ein Monitor mit Patientennamen untergekommen. Nur mal als Erfahrungsbericht. Allerdings war ich bei keinem Ohrenarzt :D
 
Zuletzt bearbeitet:
mathiasla schrieb:
Dem kann ich nicht zustimmen, du hast sicher Beweise für deine Behauptung und hast die Verfehlung der entsprechenden Aufsichtsbehörde gemeldet?
[...]

Welche Behauptung?

  • Dass Behörden ineffizient sind
  • Prozesse in Behörden oft nur mäßig funktionieren
  • der Datenschutz in Behörden nicht immer perfekt ist und diese deshalb keinen Benchmark darstellen


@Tinkerton

Es geht vermutlich insgesamt eher weniger um Namen, als darum, dass Herr Falkinger-Krakau (denn die meisten heißen eben nicht Müller, sondern sind etwas leichter zu identifizieren) leider Krebs hat und die nächsten paar Monate qualvoll stirbt. Oder Frau Andreas, die sich einen Vaginalpilz eingefangen hat.

Beides reale Diagnosen (und geänderte Namen) der letzten paar Tage. Beim Corona-Test in einem größeren Labor war dann noch auf dem Bildschirm geteilt, wer zum Corona-Test kam, wer sich die Spermien untersuchen lassen wollte, und wer andere Problemchen hat (die ich fachlich nicht verstanden habe).


Generell nervt mich Datenschutz und insbesondere die DSGVO auch extrem. Aber es gibt dann den einen oder anderen Punkt, bei dem man durchaus überlegen kann, ob man Dinge lauthals verkünden muss. Oder eher nicht.
 
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