Leserartikel Ein Gaming PC aus gebrauchten Komponenten von Kleinanzeigen - ein Erfahrungsbericht mit Tipps

Als Millenial macht sich nicht nur bei mir schon etwas länger die Sehnsucht nach den "guten alten Zeiten" breit, auch in meinem Freundeskreis wird sich glücklich an die Jugend und speziell die LAN Partys der 2000er erinnert. Seit einigen Jahren veranstalten wir daher jeweils im Herbst/Winter mehrere eintägige LAN-Partys im kleinen Freundeskreis. Mein bester Kumpel, der im Alltag absolut nichts mit Gaming am Hut hat, war mit seinem Business Notebook aber immer der limitierende Faktor und hat uns bei der Spielauswahl doch ziemlich stark eingeschränkt.

In Vorbereitung auf die nächste LAN und nach einem Video von HardwareDealz haben wir ihn schließlich überzeugt, dass ich ihm einen günstigen Gaming PC aus gebrauchter Hardware zusammenstelle. Der PC ist nun fertig gebaut, die nächste LAN ist für Anfang November geplant. Der Kauf erfolgte über Kleinanzeigen.de; eBay wäre noch eine Alternative gewesen, auf Kleinanzeigen waren aber die besseren Deals zu finden.

Mein Vorgehen und meine bei der Suche nach gebrauchter Hardware gemachten Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen - vielleicht ist es eine Inspiration für euch, ein Familienmitglied oder für euren Freundeskreis.

Wichtig: Beim Build stand das Preis-/Leistungs-Verhältnis unter Einhaltung eines fixen Budgets im Vordergrund. Meinem besten Kumpel sind Spitzfindigkeiten zu einzelnen Hardwarekomponenten genauso egal wie Optik, Lautstärke, Stromverbrauch oder besondere Langlebigkeit. Den PC möchte er ausschließlich für die LANs verwenden. Es gibt unzählige gute Gründe wieso ihr bei eurem Build andere Entscheidungen treffen könntet. Ich möchte hier nur mein Vorgehen und meine Erfahrungen teilen, nicht die vermeintlich "richtige" Antwort darauf geben wie ein Build aus gebrauchter Hardware auszusehen hat. Auch wäre es völlig legitim wenn ihr uns für verrückt erklärt weil mein bester Kumpel so viel Geld für ein paar Tage LAN pro Jahr ausgibt…

Kapitel / Inhaltsverzeichnis:


1. Ausgangslage​



Am Anfang stand ein Video von HardwareDealz, in dem die Jungs für ~215 € einen gebrauchten Low-End Gaming PC mit AMD Ryzen 2600 und AMD RX Vega 56 zusammengestellt haben. Das erste Video dieser Art war das allerdings nicht, in früheren Videos hat HardwareDealz auch PCs für ~310 € und für ~495 € gebaut.

Das Interesse war geweckt und mindestens 350 € Budget wurden vom Kumpel schon mal sicher zugesagt - also habe ich mich dran gemacht die Claims von HardwareDealz zu verifizieren. Das Ergebnis? Die Preisangaben von HardwareDealz sind nicht haltbar… Ja, natürlich, ab und an findet man auf Kleinanzeigen das fliegende Einhorn das eine Nvidia RTX 2070 für 80 € verkauft und kein Scam-Angebot ist (dazu später mehr), "typisch" ist dieser Preis aber nicht und ich kann meinem Kumpel nicht versprechen, dass ich so ein fliegendes Einhorn finde.

Also habe ich mich hingesetzt und mir einen Überblick über den Gebrauchtmarkt verschafft: Auf Kleinanzeigen habe ich nach konkreten, potenziell geeigneten PC Komponenten gesucht, die Inserate nach Preis sortiert und versucht ein Gefühl dafür zu bekommen, was der "typische" Preis der jeweiligen Komponente ist. Das ist selten der günstigste Preis - meist gibt es nach einzelnen Angeboten für bspw. eine Nvidia RTX 2070 einen Block von mehreren Angeboten mit dem gleichen oder sehr ähnlichen Preisen. Dieser Preis dürfte also ziemlich sicher realisierbar sein, auch ohne besondere Schnäppchen. Dieser Preis war für mich maßgeblich, da ich meinem Kumpel so ein Budget zusagen konnte - durch Schnäppchen oder Bundles lassen sich dann potenziell noch ein paar Euro sparen, gleichzeitig schafft es etwas Puffer. Mit diesem Puffer kann man guten Gewissens auch mal zum Inserat mit etwas höherem Preis, aber dem besseren Gefühl greifen - oder bei einem Schnäppchen der etwas leistungsfähigeren Alternative zuzugreifen. Auch ermöglicht es die im Budget eigentlich nicht enthaltenen Versandkosten und ggf. Käuferschutz-Gebühren abzufedern.

Im Ergebnis hatte ich die zum damaligen Zeitpunkt "typischen" Preise für potenziell geeignete Mainboards, CPUs, RAM, GPUs, SSDs, Netzteile und Gehäuse. Während die übrigen Komponenten über Leistungsklassen hinweg ziemlich ähnlich sind, müssen bei Grafikkarte und Prozessor die "harten Entscheidungen" getroffen werden - daher habe ich diese noch etwas genauer untersucht. Im Ergebnis habe ich zwei Tabellen mit Preisen von potenziell geeigneten Grafikkarten und Prozessoren angelegt und in Relation zu Benchmark-Ergebnissen gesetzt, um einen Preis-Leistungs-Benchmark ableiten zu können. Die LibreOffice Calc Tabelle mit den CPUs und GPUs findet ihr im Anhang, lest aber bitte erst mal weiter. Diese Preisrecherche war die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. Alle nachfolgend genannten Preise wurden am Wochenende vom 12./13. September 2026 ermittelt, können sich zwischenzeitlich also wieder etwas geändert haben.

Unsere Anforderungen sind dabei eher einfach gehalten: Die Spieleauswahl ist ein bunter Blumenstrauß mit vielleicht leichter Tendenz zu Strategiespielen, aber auch Action-Shooter bis E-Sport-Titel spielen wir, nur eben auf Casual-Niveau. Das Ziel sind stabile 60+ fps. Mein Kumpel legt eher Wert auf gute Grafik als auf hohe Frameraten, ist aber bereit auf Qualität zu verzichten wenn wir dadurch neuere Titel spielen können. In Ermangelung eines besseren Monitors zockt mein Kumpel erst mal nur in 1080p 60 Hz, für sein Home Office steht aber "bald" ein Upgrade auf einen 1440p 120+ Hz Monitor an - das Ziel verschiebt sich dann also entsprechend, aber mit besagtem Grafikqualität-Framerate-Trade-off.


2. Erwägungen zu den Komponenten​



Grafikkarte

Die wohl wichtigste Entscheidung beim Bau eines jeden Gaming PC, ob mit neuer oder gebrauchter Hardware, dürfte die Grafikkarte sein. Das ganz klar wichtigste Kriterium für uns war Preis/Leistung: Daher habe ich die zuvor gesammelten Preise ins Verhältnis zu synthetischen Benchmark-Ergebnissen gesetzt. Mir erschienen die Scores vom Time Spy, Steel Nomad und Speed Way als repräsentativ genug und ComputerBase hat eine großartige Datenbank, also habe ich einfach deren normalisierten Mittelwert genutzt. Weniger als 6 GiB VRAM wäre nur bei einem extremen Preis-/Leistungs-Vorteil akzeptabel gewesen, das praktische Minimum lag bei 8 GiB VRAM; mehr wäre wünschenswert gewesen, aber nicht zu jedem Preis. Ebenfalls ganz weit oben auf der Wunschliste stand modernes ML-basiertes Upscaling: Mit DLSS 4 und FSR 4 sind die Upscaler meiner Meinung nach endlich nutzbar geworden und schaffen es die Lebensdauer von Hardware merklich zu verlängern. Frame Generation wäre wünschenswert gewesen, aber keine Voraussetzung. Als ebenfalls wichtig bewerte ich den Treibersupport: Security-Updates wie bei Nvidia Maxwell/Pascal/Volta sind das absolute Minimum, vollständige Unterstützung ein großer Pluspunkt.

Meine GPU Vergleichstabelle (PDF) findet ihr hier. Im Ergebnis habe ich Nvidia RTX 3070, Nvidia RTX 2070 Super und Nvidia GTX 1080 als Modelle mit dem in meinen Augen aktuell besten Preis-/Leistungs-Verhältnis ausgewählt. Alle Modelle haben 8 GiB VRAM, RTX 3070 und RTX 2070 unterstützen außerdem modernes ML-basiertes Upscaling und Nvidia bietet bei diesen Modellen noch volle Treiberunterstützung. Die drei Nvidia-Modelle stechen bei Preis/Leistung regelrecht hervor: aufgrund der großen Beliebtheit dieser Modelle gibt es einfach sehr viele Angebote, was den Preis entsprechend etwas drückt. Bei den AMD RX 6000 und AMD RX 7000 Modellen gilt das analog, nur eben umgekehrt: Sie waren bei weitem nicht so beliebt, das Angebot ist dadurch kleiner und Verkäufer müssen die Preise weniger stark drücken wenn sie ihre Hardware zeitnah verkaufen wollen. Lustig wie sich die Märkte von Neu- und Gebrauchthardware da unterscheiden… Ein weiteres Problem von AMD: Die Treiber-Update-Situation ist… naja, sagen wir "kompliziert". Intel Arc findet im Gebrauchtmarkt kaum statt.

Plattform: Mainboard und Arbeitsspeicher

Deutlich einfacher war die Wahl der Plattform: Dass ich für den gebrauchten Gaming PC meines besten Kumpels auf AMD AM4 setzen werde war von Anfang an klar. Einerseits weil ich die Plattform kenne und sehr gute Erfahrungen gemacht habe, andererseits weil der Gebrauchtmarkt hier besonders groß ist. Letzteres drückt - analog zu den Grafikkarten oben - die Preise. Außerdem lässt sich mit AM4 eine große Leistungs- und damit auch Preisspanne abdecken aus der mein Kumpel wählen kann.

Beim Mainboard habe ich AMD B550 aufgrund der PCIe-4.0-Unterstützung zur ersten Wahl erklärt, bei den kleineren Bauvorschlägen wäre aber auch ein AMD B450 Board denkbar gewesen. Gebrauchte A520 Boards lohnen sich gegenüber B450 Boards meiner Meinung nach nur selten, die Nachteile (kein OC, häufig schlechtere VRMs, spartanische I/O, limitierte PCIe Lanes) sind häufig zu groß. X370/X470/X570 Boards sind auch gebraucht häufig zu teuer. A320/B350 Boards sind zu alt und lohnen sich auch im Hinblick auf Preis/Leistung nicht wirklich.

Mit der Wahl von AMD AM4 war auch ein 2x 8 GiB DDR4-3200 RAM Kit gesetzt. JEDEC-RAM (Non-OC-RAM) wäre wünschenswert gewesen, aber keine zwingende Voraussetzung. Alternativ wären auch 4x 8 GiB denkbar gewesen (auch unterschiedliche Kits wenn sich die Profile ähneln; für 2x 16 GiB muss ein merklicher Preisaufschlag hingenommen werden und die Mehrleistung ist marginal). Die Preise für 32 GiB sind allerdings auch auf dem Gebrauchtmarkt verrückt, daher halte ich 16 GiB für einen sinnvollen Kompromiss mit der Option später nochmal 2x 8 GiB dazu zu stecken.

Prozessor

Ebenfalls fest stand mit AMD AM4 die Auswahl der Prozessoren, als GOAT-Plattform ist die Liste von AM4-Prozessoren aber eben sehr lang und deckt eine rießige Leistungsspanne ab. Ziel war nicht die CPU mit dem absolut besten Preis-/Leistungs-Verhältnis zu finden, sondern den günstigsten Partner für die Grafikkarten-Alternativen oben. Daher ist das absolute Leistungsniveau der einzelnen CPU-Modelle gar nicht maßgeblich: Zur Nvidia RTX 2070 Super passt bspw. gut ein Ryzen 5600G - eine stärkere, aber teurere CPU würde wenig helfen, andererseits gibt es vielleicht auch günstigere Modelle mit annähernd gleicher Gaming Performance die dann genauso gut geeignet wären. Die CPUs mussten also in Leistungsgruppen eingeteilt werden um die dann günstigste CPU in dieser Gruppe zu identifizieren. Für diese Gruppeneinteilung braucht es aber doch wieder Benchmarks - was bei Prozessoren, im Unterschied zu Grafikkarten, etwas leichter gesagt als getan ist… Synthetische Gaming-Benchmarks gibt es nicht wirklich und der Cinebench ist für Gaming nur bedingt aussagekräftig. Ich habe daher meinen eigenen, etwas wilden, am Ende ziemlich willkürlichen Benchmark-Index, der keinen Anspruch auf Objektivität erhebt, aus verschiedenen Quellen zusammengestellt. Der Wert an sich ist ziemlicher Quark, er hat aber dabei geholfen in einer Zahl auszudrücken, dass der Ryzen 5600G im Gaming grob mit dem Ryzen 3800X(T), 3700X, 3600X(T) und 5500 vergleichbar ist - und als Partner für eine Nvidia RTX 2070 Super entsprechend das günstigste Angebot in dieser Gruppe gewählt werden sollte. Wie bereits bei den Grafikkarten sind Angebote für exotischere CPU Modelle seltener, weshalb die Wahl ziemlich schnell auf die früher beliebtesten CPUs fiel.

Meine CPU Vergleichstabelle (PDF) findet ihr hier. Als Partner für die Nvidia RTX 3070 fiel die Wahl auf den AMD Ryzen 5600X (oder vergleichbar), für die Nvidia RTX 2070 Super auf den AMD Ryzen 3700X (oder vergleichbar) und für die Nvidia GTX 1080 auf den AMD Ryzen 2600X (oder vergleichbar).

SSD und HDD

Beim Festspeicher habe ich lange gezweifelt, mich aus Budgetgründen aber für eine 500 GB 2,5" SATA SSD entschieden, die um eine 3 TB 3,5" SATA HDD, die ein anderer Kumpel beisteuert, ergänzt wird. NVMe SSDs mit brauchbaren SMART-Werten und größeren Kapazitäten wurden einfach zu schnell zu teuer… 500 GB Kapazität ist aktuell offenbar der "Sweet Spot" bei Preis/Leistung, bei höheren Kapazitäten steigt der Preis überproportional. Wir spielen weiterhin viele alte Spiele bei denen die Installation auf einer HDD keinen spürbaren Unterschied macht, außerdem habe ich gute Erfahrungen damit gemacht Spiele einfach vor dem Zocken kurz von der HDD auf die SSD zu schieben - daher war das ein für uns akzeptabler Kompromiss, das kann bei euch gut und gerne anders sein. 500 GB sind aber ein geeignetes Minimum, daher habe ich die SSD so im Bauvorschlag belassen. SMART-Werte sind im Inserat übrigens kein nettes Gimmick, sondern zwingende Voraussetzung (siehe Tipps unten).

Netzteil und Gehäuse

Mit einem Netzteil mit mind. 600 Watt sollte die Stromversorgung bei allen Grafikkarten- und Prozessor-Kombinationen oben gesichert sein. Nur welches? Ob man Netzteile gebraucht kauft oder nicht ist fast schon eine Glaubensfrage. Die Logik, wieso ein 5 Jahre altes gebraucht gekauftes Netzteil problematisch sein soll, mein 5 Jahre altes damals neu gekauftes Netzteil aber nicht, erschließt sich mir persönlich jedenfalls nicht. Da empfinde ich den Kauf eines neuen Bilig-Netzteils aus China als kritischer… Aber sei's drum, das soll jeder für sich selbst entscheiden. Modular wäre wünschenswert gewesen, aber keine zwingende Voraussetzung. Neben Leistung und Preis ist für mich dann nur noch ein B- Rating oder besser gemäß PSU Tier List ein zwingendes Kriterium.

Bleibt noch das Gehäuse - und wer keine besonderen Wünsche oder kein Budget für ein neues Gehäuse hat muss nehmen was verfügbar ist. Gebrauchte PC Gehäuse haben praktisch keinen Wiederverkaufswert, Inserate bleiben häufig lange Zeit aktiv und fallen sukzessive auf typisch 10-15 €. Das größte Problem sind die Nebenkosten: Häufig werden bis zu 10 € Versand fällig. Mein Rat: Legt einen realistischen Suchradius um euren Wohnort fest (bedenkt die aktuellen Spritpreise…) und kauft was auch immer in eurer Region zur Abholung verfügbar und nicht nur Metallschrott ist.


3. Meine Bauvorschläge​



Aus der Recherche von geeigneten Komponenten, deren typischen Preisen und unseren Mindestanforderungen habe ich schließlich drei konkrete Bauvorschläge für meinen besten Kumpel abgeleitet:

KomponenteBauvorschlag "Top"Bauvorschlag "Medium"Bauvorschlag "Low"
Board:~65 € AMD B550~45 € AMD B450~45 € AMD B450
RAM:~65 € 2x 8 GiB DDR4-3200~65 € 2x 8 GiB DDR4-3200~65 € 2x 8 GiB DDR4-3200
CPU:~110 € AMD Ryzen 5600X~80 € AMD Ryzen 3700X~30 € AMD Ryzen 2600X
GPU:~230 € Nvidia RTX 3070~160 € Nvidia RTX 2070 Super~90 € Nvidia RTX 1080
SSD:~45 € 500 GB 2,5" SATA~45 € 500 GB 2,5" SATA~45 € 500 GB 2,5" SATA
Netzteil:~35 € 600+ Watt (mind. Tier B-)~35 € 600+ Watt (mind. Tier B-)~35 € 600+ Watt (mind. Tier B-)
Gehäuse:~10 €~10 €~10 €
Gesamt:ca. 560 € + Versandca. 440 € + Versandca. 320 € + Versand

Kurze Kommentare zu einzelnen Komponenten:
  • CPU: Gesucht wird nicht nur nach konkret diesem Modell, sondern allen Modellen mit vergleichbarer Leistung (siehe oben); das Budget ist inkl. Boxed Kühler gerechnet, separat ist dieser für ~10 € erhältlich, neu und leistungsfähige Kühler kosten ab ~20 €
  • RAM: 4x 8 GiB kosten ~120 € (zwei unterschiedliche Kits sind okay wenn ihr auf kompatible Profile achtet), 2x 16 GiB sind überproportional teurer und lohnen sich kaum
  • SSD: Für NVMe sind bei gleicher Kapazität ~10-15 € zusätzlich zu planen; 500 GB sind ein Sweet Spot, die Preise für höhere Kapazitäten steigen überproportional
  • Netzteil: Neue günstige Netzteile kosten ~10-15 € zusätzlich, aber immer auf mindestens Tier B- laut PSU Tier List achten

Alle Preise sind jeweils ohne Versand und etwaige Gebühren für Käuferschutz. Sie stammen vom Wochenende vom 12./13. September 2026 und können sich demzufolge inzwischen wieder geändert haben.

Der Bauvorschlag "Top" ordnet sich leistungstechnisch grob auch in die heutige "Budget"-Klasse ein, für die bei neuer Hardware um 1.100 € zu planen wären. Der Bauvorschlag "Top" hat eine etwa ca. 40-50% höhere Leistung als der Bauvorschlag "Medium", kostet aber "nur" ca. 28% mehr. Gegenüber dem Bauvorschlag "Low" hat der Bauvorschlag "Top" knapp die doppelte Leistung, kostet aber "nur" ca. 75% mehr. Der Bauvorschlag "Medium" hat gegenüber dem Bauvorschlag "Low" eine ebenfalls 40-50% höhere Leistung, kostet aber "nur" ca. 37,5% mehr.

Persönlich halte ich alle Bauvorschläge für geeignet - sonst hätte ich sie ja nicht vorgeschlagen… Je höher das Budget, desto besser die mögliche Hardware und desto weniger Kompromisse müssen eingegangen werden. Besonders das moderne ML-Upscaling und die weiter vorhandene volle Treiber-Unterstützung waren für mich aber starke Argumente für mindestens den Bauvorschlag "Medium".


4. Der tatsächliche Build​



Mit den drei konkreten Bauvorschlägen bin ich dann wieder auf meinen besten Kumpel zugegangen und habe ihm die Vor- und Nachteile dargelegt. Nach einer Nacht Schlaf fiel seine Wahl auf den Bauvorschlag "Medium". Ein paar Tage später hat er doch noch auf den Bauvorschlag "Top" umgeschwenkt - nachdem ich noch keine Komponenten gekauft hatte war das kein Problem.

Der Arbeitsaufwand ist schwer zu schätzen, war parallel zum Vollzeitjob aber gut in der Freizeit zu managen. Wenn ich eine Stundenzahl dran schreiben müsste würde ich 24 Arbeitsstunden sagen, das ist aber nur eine grobe nachträgliche Schätzung. Die Arbeit verteilte sich recht ungleichmäßig auf 2,5 Wochen: Am Wochenende vom 12./13. September 2026 erfolgte die initiale Preisrecherche und Planung. Das dürfte grob ein Viertel des Gesamtaufwands gewesen sein, erfolgte aber auch am Stück am Wochenende, primär am Sonntag Vormittag und Mittag. Die Suche nach konkreten Inseraten und die Kommunikation mit Verkäufern war der größte Block, etwa die Hälfte des Gesamtaufwands ist da reingeflossen. Diese Arbeit hat sich aber auf etwa 1,5 Wochen gestreckt, mal hier ein neues Inserat gecheckt, mal dort eine Nachricht geschrieben - das war neben dem Vollzeitjob auch unter der Woche zeitlich kein großes Problem. Bis zum Wochenende vom 26./27. September 2026 waren dann alle Komponenten bestellt. Das letzte Viertel der Arbeit bestand aus Gesprächen mit meinem Kumpel zum Thema und der eigentliche Zusammenbau, der dann einige Tage später stattfand. Es war also ein durchaus umfassendes, aber in der Freizeit parallel zum Vollzeitjob absolut machbares Vorhaben.

Begonnen habe ich mit der Grafikkarte, danach folgten die übrigen Komponenten, insbesondere das Mainboard-Bundle. Einige Komponenten konnte ich etwas günstiger als im Budget vorgesehen kaufen, andere lagen etwas über dem Budget. Bei Netzteil, CPU-Kühler und Gehäuse habe ich letztendlich zu Neuware gegriffen, der Gebrauchtkauf erschien mir im konkreten Fall als nicht sinnvoll. In Summe habe ich das Budget in etwa gehalten: 560 € zuzügl. Versand waren geplant, tatsächlich geworden sind es 577,91 € inkl. Versand.

KomponenteEntscheidungPreis
Mainboard:MSI B550M Pro-VDH200,00 € (Bundle) + 10,00 € Versand
Arbeitsspeicher:2x 8 GB Crucial Ballistix DDR4-3200(Teil vom Mainboard-Bundle)
Prozessor:AMD Ryzen 7 5600X(Teil vom Mainboard-Bundle)
CPU-Kühler:Thermalright Assassin King 120 SE ARGB17,90 € inkl. Versand (Neuware)
Grafikkarte:ZOTAC Nvidia GeForce RTX 3070 Twin Edge OC235,00 € + 7,00 € Versand (Händler)
SSD:Samsung 860 EVO 500 GB SATA SSD 2,5"30,00 € + 2,84 € Versand
HDD:Seagate BarraCuda Compute 3 TB CMR SATA HDD 3,5" 512e(kostenlos vom anderen Kumpel)
Netzteil:ADATA XPG Netzteil Pylon II 650W ATX 3.1 Non-Modular43,74 € + 5,99 € Versand (Neuware)
Gehäuse:GameMax Edge Midi Tower (µATX Gehäuse)25,44 € inkl. Versand (Neuware)
Gesamt:577,91 € (ca. 545 € + Versand)

Das System läuft stabil, hat alle typischen Systemtests, Benchmarks und einige Spieletests problemlos überstanden und ist spielbereit. Im praktischen Einsatz war der Build aber noch nicht: die nächste LAN steht erst Anfang November auf dem Plan.

Einige Anmerkungen zu einzelnen Komponenten:

Mainboard-Bundle

Mainboard, Prozessor und Arbeitsspeicher konnte ich im Bundle kaufen. Das MSI B550M Pro-VDH ist ein Brot-und-Butter-Board, für ein AMD Ryzen 7 5600X aber in meinen Augen ausreichend. Beim Gebrauchtkauf ist man bei der Modellauswahl stark beschränkt, bessere Boards waren nicht im Bundle oder nur zu höheren Preisen erhältlich. Hier muss man Kompromisse eingehen. Zum Arbeitsspeicher (2x 8 GB Crucial Ballistix DDR4-3200) gibt es wie ich finde nicht viel zu sagen: er hat die geforderten Kenndaten, zwar nicht im JEDEC-Profil sondern nur per XMP/EXPO, dass das Kit mit genau dieser Konfiguration stabil läuft hat der Verkäufer aber bestätigt, daher war das kein echter Negativpunkt.

Das einzige echte Problem des Bundles war, dass der zum AMD Ryzen 5600X gehörende Boxed-Kühler leider nicht mehr vorhanden war, weshalb ich einen CPU-Kühler separat kaufen musste. Nie benutzte Boxed-Kühler gibt es auf Kleinanzeigen für ~10 € inkl. Versand, bessere Custom-Luftkühler für ~15-20 € inkl. Versand, dann häufig aber mit unvollständigem Zubehör. Ganz ehrlich, der Gebrauchtkauf macht da wenig Sinn: Die ComputerBase Community Kaufberatung für Luftkühler macht mit dem Thermalright Assassin King 120 SE einen besseren Alternativvorschlag für rund 18 €, Boxed-ähnliche Kühler kosten weniger als beim Gebrauchtkauf. Wäre ein Boxed-Kühler dabei gewesen hätte ich den genutzt, so habe ich zum Thermalright Assassin King 120 SE ARGB gegriffen - die ARGB-Version war gerade zum gleichen Preis erhältlich.

Grafikkarte

Ich hatte Glück und weit oben in der Angebotsliste stand ein Inserat einer Nvidia RTX 3070 von einem gewerblichen Verkäufer, der somit auch 1 Jahr gesetzliche Gewährleistung anbieten konnte (bzw. musste). Bei den konkreten Modellen hat man nur eine eingeschränkte Auswahl, die Testberichte der ZOTAC GeForce RTX 3070 Twin Edge OC sahen aber ganz gut aus. Toll war, dass der Verkäufer auf Nachfrage die Grafikkarte nochmal auf sein Testbench gepackt und einen 3DMark Time Spy hat durchlaufen lassen - das ist absolut nicht selbstverständlich, daher liebe Grüße an Timo von M² Builds: tolle Kommunikation und 1a Kundenservice, vielen Dank!

SSD und HDD

Zur SSD gibt es nicht viel zu sagen: Ich hatte Glück und eine Samsung 860 EVO 500 GB SATA SSD 2,5" unter Budget gefunden, die SMART-Werte wurden auf Nachfrage mittels eines CrystalDiskInfo-Screenshots freundlicherweise nachgeliefert und waren mit knapp 15.000 Std und 20 TBW absolut in Ordnung. Die HDD (Seagate BarraCuda Compute 3 TB CMR SATA HDD 3,5" 512e) hat ein Kumpel kostenlos begesteuert, die lag bis dahin ungenutzt im Keller. Die SMART-Werte waren in Ordnung, die Laufzeit zwar schon ziemlich heftig, aber getreu dem "Einem geschenkten Gaul"-Motto in Ordnung.

Netzteil und Gehäuse

Das Netzteil-Budget habe ich mit 35 € nicht gerade üppig gewählt und mein Kumpel hatte eine deutliche Präferenz für ein neues Netzteil, also habe ich danach gesucht: auf Geizhals nach Leistung und Formfaktor gefiltert, nach Bestpreis inkl. Versand sortiert und nacheinander die Netzteile in der PSU Tier List überprüft. Das erste Netzteil, das meine Mindestanforderung von Tier B- erfüllt hat, war das ADATA XPG Netzteil Pylon II 650W ATX 3.1 Non-Modular, entsprechend ist es das geworden. Dass es nicht modular ist, ist sicher nicht optimal, dafür hat es einen 12V-2x6-Anschluss - auch wenn die ganze Diskussion um gebrauchte Netzteile unfreiwillig komisch wird wenn man diesen ständig in Flammen aufgehenden Stecker ernsthaft zu nutzen beabsichtigt…

An Gehäusen hatte unsere ländliche Region leider nicht viel zu bieten: Inseriert waren nur zwei einigermaßen akzeptable PC Gehäuse, die mit gut 30 km Entfernung aber Spritkosten nahe der Versandkosten verursacht hätten. Just diese beiden Verkäufer haben auf meine Anfrage aber schlicht nicht mehr reagiert… Also habe ich auf Geizhals nach Gehäusen gesucht und den GameMax Edge Midi Tower gefunden, allerdings in einer etwas anderen Version ohne Glas-Seitenwand. Persönlich finde ich das gut: Ich mag kein RGB, mein bester Kumpel meint er braucht das auch nicht unbedingt und Gehäuse mit viel Glas sehen häufig nur mit kompletter Gehäuselüfter-Bestückung gut aus, die im Budget einfach nicht vorgesehen waren. Das GameMax Edge ist ein µATX Gehäuse, das ist bei unserem µATX Mainboard und der kurzen Twin Fan GPU aber kein Nachteil. Letztendlich war ich vom Gehäuse positiv überrascht: Für lächerliche 25 € inkl. Versand ist das Gehäuse absolut in Ordnung. Nein, toll ist es nicht, es bietet null Komfort, die Seitenwände fallen einem bspw. entgegen sobald man die Schrauben löst und die Slotblenden muss man herausbrechen… Die Verarbeitung ist auch super Basic, kein Vergleich zu den Gehäusen meiner eigenen Builds (von be quiet! und Fractal Design). Aber: Der Preis muss berücksichtigt werden und ich finde keine direkten Mängel. Auch die Optik ist in meinen Augen überraschend gut - eine einfache schwarze Box ist eben zeitlos… Das gilt auch für den Airflow: Front und Top sind komplett perforiert, auch ohne Gehäuselüfter haben sich die Temperaturen nach 1 Std Stresstest (Prime95 + Furmark) auf hohem, aber völlig akzeptablen Niveau (CPU 80°C, GPU 85°C, Chipsatz 56°C, MOS 71.5°C) bei akzeptabler Geräuschkulisse eingependelt.


Exkurs: Scams, überall nur Scams…​



Bei Kleinanzeigen ist das Problem mit Scams, besonders im Technikbereich, ziemlich groß: Innerhalb nur einer Woche habe ich mindestens fünf Scam-Inserate beobachtet. Ein Scam-Inserat habe ich selbst gemeldet, weil ich die Fotos wiedererkannt habe. Kleinanzeigen reagiert auf Meldungen offenbar ziemlich schnell, proaktiv funktioniert das aber offenbar nicht ganz so gut. Das von mir gemeldete Scam-Inserat war jedenfalls binnen einer Stunde offline, die anderen Scam-Inserate aber mehrere Tage online. Die Zeit reicht definitiv um betrogen zu werden… Wichtigste Strategie um Scams zu vermeiden ist die initiale Preisrecherche: Wenn man sich durch Kenntnis der aktuell "typischen" Preise bei einem Inserat fragt ob das nicht irgendwie etwas zu gut ist um wahr zu sein, dann ist es das in der Regel auch nicht.

Allen Scam-Inseraten ist gemein, dass sie grundsätzlich keinen Käuferschutz anbieten. Käuferschutz ist über die "Direkt kaufen"-Funktion von Kleinanzeigen sowie PayPal Waren & Dienstleistungen gegeben, außerdem bei Inseraten auf eBay. Meist soll die Zahlung per Überweisung oder PayPal Familie & Freunde erfolgen - also ohne realistische Chance das Geld bei Nicht-Lieferung zurück zu erhalten. Abholung wird häufig nicht direkt abgelehnt, gewissermaßen als vertrauensbildende Maßnahme, ist aus diversen Gründen aber kurzfristig leider nicht möglich, weshalb Versand doch besser sei. Die "Direkt kaufen"-Funktion von Kleinanzeigen kostet Gebühren, aktuell 4,5% vom Kaufpreis + pauschal 0,50 €. Sie kann sich aber trotzdem finanziell lohnen: Kleinanzeigen kooperiert aktuell mit Hermes, der Versand ist über Hermes vergünstigt. Je nach Warenwert (bis etwa 90 €) und je nach notwendiger Paketgröße kann der Kauf über "Direkt kaufen" günstiger sein als separat die regulären Versandkosten zu zahlen. Auch PayPal Waren & Dienstleistungen kostet Gebühren, aktuell 2,49% vom Kaufpreis + pauschal 0,35 €.

Allerdings wollen auch viele aufrichtige Verkäufer ihre Artikel nicht mit Käuferschutz verkaufen - teilweise weil sie die Funktion nicht kennen, teilweise weil zumindest über PayPal der Scam auch in die andere Richtung funktioniert und Käufer behaupten, dass keine Ware angekommen sei. Dieses Problem scheint es bei "Direkt kaufen" weniger zu geben, der Support von Kleinanzeigen soll wohl weitestgehend fair sein, davon werdet ihr als Käufer aber den Verkäufer ziemlich sicher nicht überzeugen können. Dann hilft nur mit Fragen abzuklappern ob der Verkäufer die Ware überhaupt besitzt (häufig ist das nämlich nicht der Fall - aber nicht immer…), bspw. indem man sich Lücken im Inserat zunutze macht und um bessere Detailfotos, um Fotos von fehlenden Komponenten (siehe unten) oder um Benchmarks bittet. Einige Verkäufer werden euch dann ghosten - das sollte es euch aber Wert sein. Ein aufrichtiger Verkäufer wird angemessene Nachfragen beantworten und Fotos / Informationen nachliefern, ein Scammer wird (meist ziemlich plumpe…) Ausflüchte finden. Mit weiteren Fotos kann leicht überprüft werden ob das Gegenüber die Ware überhaupt besitzt - denn gerne werden Bilder aus früheren Inseraten übernommen. Auch durch etwas Konversation zum Artikel kann die Ehrlichkeit überprüft werden - Scammer haben kein Interesse viel Zeit durch viele Nachrichten zu verschwenden, dadurch steigt nur die Gefahr aufzufliegen. Auch erstellen Scammer eher selten gute Inserate mit vielen Detailfotos, umfangreichen Daten zum Produkt, genauen Informationen zum Zustand oder beantworten gar typische Fragen proaktiv.

Eine Garantie ist das aber auch nicht, nur der Käuferschutz schützt einigermaßen gut. Daher gilt: Je höher der Warenwert (Scams bei 10 € Warenwert sind seltener), je besser der Preis im Vergleich zum "typischen" Preis ("zu gut um wahr zu sein"), je mehr Ausflüchte der Verkäufer vorbringt, je schlechter (unvollständig/undetailliert) das Inserat, je schlechter das eigene Bauchgefühl, desto eher sollte man vom Inserat Abstand nehmen und eher einen höheren Preis zahlen. Die Chance 20 € zu sparen ist es nicht Wert sehenden Auges 200 € zu verlieren. Wählt ein Build mit einem Budget das ihr zu zahlen bereit seit - wenn ihr am Ende günstiger kommt ist das gut, auf Krampf einen eigentlich zu niedrigen Kaufpreis erzielen zu wollen ist aber eine schlechte Strategie.

Übrigens: Bei Kleinanzeigen werden ständig und extrem viele Konten gehackt, Scams erfolgen nahezu ausschließlich über solche Konten. Auf die Idee einer verpflichtenden 2-Faktor-Authentifizierung ist Kleinanzeigen offenbar noch nicht gekommen… Die von Kleinanzeigen neben dem Verkäufer angezeigten Flags ("Sehr zuverlässig" & Co.) sind daher bei Scams praktisch wertlos.


Exkurs: Worauf bei den Komponenten achten?​



Mir sind durch das abklappern zahlreicher Inserate einige Dinge aufgefallen die bei Inseraten häufiger mal fehlen und potenziell zu Problemen führen können. Überprüft diese also oder nutzt sie zur Legitimitätsprüfung der Verkäufer. Eine Standardfrage, die ihr bei nahezu allen Komponenten stellen könnt, ist, ob sie in einem Nichtraucherhaushalt ohne Haustiere verwendet wurden. Kauft nicht von Raucherhaushalten, Hardware kann dort enorm leiden. Haushalte mit Haustieren sind durch Tierhaare gefährdet, aber häufig in Ordnung. Schaut euch die Bilder - insbesondere von Mainboards, CPU-Kühlern, Grafikkarten und Gehäusen - dann besonders genau an und fragt ggf. nach Detailfotos. Ein Netzteil würde ich nur von einem Nichtraucherhaushalt ohne Haustiere kaufen.

Mainboards

Bei Mainboards gehen häufiger mal I/O Shield, CPU Backplate oder die CPU Retention Brackets verloren. Wenn ihr diese nicht eindeutig auf den Fotos seht fragt nach. Fragt auch nach etwaigen Schäden oder Funktionseinschränkungen: An einem Stecker kann bspw. mal ein Pin abbrechen - das ist häufig kein Weltuntergang, ihr solltest es aber vorher wissen. Fragt bei LGA CPUs (AMD AM5 und quasi alle Intel CPUs) immer nach ob Pins im Mainboard-Sockel verbogen oder abgebrochen sind. Wenn der Kauf nicht mit einer CPU im Sockel erfolgt muss die Sockelabdeckung noch vorhanden und eingebaut sein - die Gefahr von Versandschäden ist andernfalls einfach zu groß. Sofern nicht in der Produktbeschreibung angegeben fragt immer nach der Originalverpackung: Der Versand eines Mainboards kann aufgrund der vielen herausstehenden Komponenten etwas heikel sein, die Originalverpackung oder ein anderer Mainboard-Karton kann da Abhilfe schaffen. Auch sollte der Versand immer in einem antistatischen Beutel erfolgen. Fragt auch nach dem Originalzubehör (z.B. M.2 Kühlkörper) des Mainboards.

Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher ist eigentlich keine sonderlich problematische Komponente, ein Schaden aufgrund der hohen Preise aber extrem ärgerlich. Wirklich schützen kann man sich davor kaum, Fotos eines memtest86+ Durchlaufs sind extrem selten und kann man kaum realistisch nachfordern, mit der beiläufigen Frage nach Abstürzen von Windows oder einzelnen Anwendungen kann man aber zumindest etwas Sicherheit gewinnen. Tipp: Wenn der Versand nicht in der Original-Blisterverpackung möglich ist, bittet den Verkäufer die Module einzeln in ein Blatt Papier einzuwickeln und in eine normale Plastiktüte zu stecken, die aber nicht luftdicht verschlossen werden sollte.

Prozessoren und CPU-Kühler

Prozessoren solltet ihr nur bei Versand in der Original-Blisterverpackung oder als Teil eines Mainboard-Bundles im CPU-Sockel kaufen. Bei BGA CPUs (AMD AM4) ist das besonders kritisch, aber auch bei LGA CPUs nicht völlig egal. Fragt bei BGA CPUs immer auch nach verbogenen oder abgebrochenen Pins; wenn ihr die CPU im Mainboard-Bundle kauft und seit letzter Nutzung nie ausgebaut wurde ist das auch in Ordnung. Fragt immer auch nach Overclocking. Große Pluspunkte gibt es wenn der Verkäufer Benchmark-Ergebnisse vorlegen kann, ein Muss ist das aber nicht.

Je nach Prozessor ist beim Kauf gerne direkt auch der Boxed Kühler mit dabei, nicht selten sogar im neuwertigen Zustand. Ob der Boxed Kühler euch reicht könnt nur ihr entscheiden, wenn er aber fehlt lohnt sich der Gebrauchtkauf von CPU Kühlern nur bei High-End- oder besonderen Modellen. Einfache CPU Kühler sind neu schlicht zu günstig (siehe ComputerBase Community Kaufberatung für Luftkühler). Ein weiteres Problem ist, dass beim Gebrauchtkauf häufig Zubehörteile fehlen. Fragt daher immer nach - mindestens nach den Teilen die ihr persönlich zum Einbau braucht.

Von einer gebrauchten Wasserkühlung würde ich persönlich eher die Finger lassen - muss aber dazu sagen, dass ich generell kein Fan von Wasserkühlung bin.

Grafikkarten

Bei Grafikkarten ist das finanzielle Schadenspotenzial bei Scams besonders groß, entsprechende Vorsicht ist hier geboten. Fragt immer nach Overclocking und Mining, auch wenn Mining-Hardware inzwischen kaum noch auf den Gebrauchtmarkt kommt. Sinnvoll ist außerdem die Frage ob die Grafikkarte in Vergangenheit geöffnet wurde und wenn ja, was gemacht wurde. Gerade ältere Modelle wurden häufig geöffnet um die Wärmeleitpaste zu tauschen - das ist per se nichts schlechtes. Eine zentrale Frage schließt sich direkt an: Fragt nach Screenshots von einem Benchmark aus dem das Taktverhalten und der Temperaturverlauf der GPU hervorgeht. Besonders gut geeignet ist der 3DMark Time Spy, weil er einerseits kostenlos und andererseits ausreichend lange läuft um einen Temperaturanstieg und etwaigen Taktabfall beobachten zu können. Eine Nachfrage kostet nichts. Wenn ein Verkäufer den Benchmark ablehnt ist das aber kein Ausschlussgrund, einige Verkäufer scheuen den Aufwand. Im Zweifel solltet ihr euch darauf einstellen selbst die Wärmeleitpaste zu erneuern. Fragt zuletzt aber immer nach Schäden an der RGB-Beleuchtung oder an den Lüftern, letzteres gerne auch etwas eleganter indem ihr nach Brumm-, Kratz- und Schleifgeräuschen oder Fiepen fragt. Der Versand sollte immer in einem antistatischen Beutel erfolgen, perfekt (aber nicht zwingend) sogar in der Originalverpackung.

SSDs und HDDs

Beim Kauf von SSDs und HDDs sind die SMART-Werte der Laufwerke kein nettes Gimmick im Inserat, sondern zwingende Voraussetzung für einen Kauf. Kauft keine Laufwerke von denen ihr nicht zuvor bspw. ein Screenshot von CrystalDiskInfo gesehen habt. Je geringer die Betriebsstunden (Power On Hours - bei HDDs und SSDs) und geschriebene Daten (TBW - nur bei SSDs) desto besser. Top sind bei SSDs <30 TB und <10.000 Std, akzeptabel ist alles bis <70 TB und <20.000 Std, darüber würde ich die SSD eher meiden, ein paar mehr Std sind bei geringeren TBW aber auch in Ordnung. Bittet bei HDDs um eine besonders stark gepolsterte Verpackung.

Netzteile

Zu Netzteilen habe ich oben eigentlich alles gesagt: Ob man gebrauchte Netzteile meidet oder nicht ist eine Glaubensfrage. Achtet darauf nur Netzteile zu kaufen die in der PSU Tier List mindestens in Tier C (besser: Tier B- oder besser) einsortiert wurden, egal ob neu oder gebraucht. Ansonsten fragt nach dem Zustand und etwaigen bekannten Problemen. Bedenkt außerdem, dass moderne Grafikkarten im Normalbetrieb sehr große Lastspitzen (Transient Spikes) haben können die bei älteren Netzteilen gerne mal Schutzschaltungen auslösen. Ich habe meine AMD RX 7800 XT bspw. kurzzeitig an einem be quiet! Pure Power L8 betrieben - trotz ordentlicher Leistungsreserve ist ständig eine Schutzschaltung im Netzteil geflogen (kaputt geht davon nichts, aber ein System Reset mitten im Spiel ist eben blöd). Wenn ihr euch Sorgen macht oder Zweifel hegt, kauft neu - das sollte es euch Wert sein.

Gehäuse

Bei Gehäusen gilt: Nehmt was ihr kriegen und abholen könnt, sofern es nicht direkt Metallschrott ist. Zum einen lohnt sich der Versand kaum, zum anderen ist der Zustand des Gehäuses anhand von Bildern selten gut einschätzbar. Wenn ihr ein spezielles Gehäuse haben wollt oder wenn vor Ort nichts verfügbar ist, solltet ihr den Kauf eines neuen Gehäuses in Erwägung ziehen. Neue Billig-Gehäuse sind zwar auch in ihrer Verarbeitung "billig", Metallschrott sind sie damit aber nicht unbedingt - ich war davon auch positiv überrascht…


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PS: An diesem Erfahrungsbericht war an keiner Stelle KI beteiligt.
 

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Danke sehr für den Bericht und viel Spaß auf den LAN-Party!
Das mit den Betrügern wird leider immer schlimmer. Ich kaufe und verkaufe deswegen keine gebrauchten Sachen mehr. Ist zu umständlich und den möglichen Ärger am Ende nicht wert.
 
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Viel Spaß!
Ich habe bisher 2 GPU's bei kleinanzeigen gekauft, 2020 eine 5700XT und 2022 eine 6800.
Die erste kam per Versand, die 2.te hab ich persönlich abgeholt und mir vorführen lassen, bei beiden alles gut und fairer Preis gewesen.
Bin aber auch sehr auf der Hut was das angeht, sobald ein komisches Gefühl aufkommt wird das Angebot im Zweifel ignoriert.
 
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Danke für den Erfahrungsbericht. Viel Spaß bei der LAN Party!
Habe heute selber bei Kleinanzeigen eine "MB, CPU, Ram-Kombi" zum Verkaufen eingestellt.
Habe mir u. a. im Vorwege die Mühe gemacht, über Nacht einen kompletten Mem-Test durchlaufen zu lassen.
Habe mich gefreut, hier zu lesen, dass es für potentielle Käufer von Bedeutung ist.
 
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Schöner Bericht, kann ich mich sehr gut identifizieren damit :D

Über die Scams bei Kleinanzeigen bin ich auch oft gestolpert. Es gibt zum Glück so ein paar Dinge, an denen man das sehr gut erkennen kann 😁 Alle Artikel an einem Tag eingestellt, ggf. mehrere Technik Produkte stark unter Marktpreis, Account so alt wie die Artikel etc. Für mich eine der wichtigsten Fragen abseits von Scams: Raucherhaushalt?

Mein Glücksschuss war ein Asus TUF Gaming B650-Plus, ein 7500F und 16GB SODIMM + UDIMM Adapter für 270€. Das Thema SODIMM auf Desktop hat mich dadurch sehr lange beschäftigt, ich habe mir noch einige andere Module und verschiedene Adapter besorgt. Es ist eine Menge Glücksspiel dabei auf welcher Geschwindigkeit man die zum Laufen kriegt und mit 2x 8GB auf stabilen 5600MT mit den richtigen Adaptern und den richtigen Modulen hab ich irgendwann eine passende Kombi dafür gehabt.

Intel MCs verzeihen da wohl etwas mehr, aber der Sockel AM5 ist halt einfach cooler. Wie gut/schlecht der MC von meinem 7500F jetzt ist kann ich nicht vergleichen und wie viel Fortschritt ein Zen5 Chip in der SODIMM Disziplin mit bringt leider auch nicht. Es war jedenfalls wirklich zickig, aber immerhin eine moderne Plattform für den Preis auf die Beine zu stellen war schon cool.

Wenn man gerade selbst nicht in der Not ist darauf angewiesen zu sein bestimmte Hardware zu haben ist das Budget Hunting auch ein bisschen spaßig.

Viel Spaß auf der LAN und danke für den Bericht! 🥳
 
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Danke für den Bericht und deine investierte Mühe!

Paar Anmerkungen:
  • Die 1080 in der "Low" Konfiguration bekommt keine echten Treiberupdates mehr, so wie die ganze Pascal-Riege. Wäre also nicht wirklich anzuraten. Wobei man da beide Augen zukneifen kann, wenn euer Spiel da so schon gescheit drauf läuft.
  • Netzteile würde ich vor allem daraufhin begtutachten, ob sie einen Cybenetics-Prüfbericht haben, der auf halbwegs anständige Performance schließen lässt. Für ~40€ ist das Ding halbwegs in Ordnung.
  • 2 1/2 Wochen "Nebenjob"-Arbeit ist natürlich auch ne Ansage. Es wird dir ja hoffentlich auch Spaß gemacht haben (so wie mir das Beraten) - denn ansonsten frage ich mich schon des Öfteren, ob die Zeit für Preissucherei nicht besser in ein paar bezahlten Überstunden investiert wäre. Kommt dann natürlich auch auf den Stundenlohn an.
Viel Freude euch beim Zocken! :)
 
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Vanger schrieb:
Bauvorschlag "Top"
das geht aber neu schon besser und mit min. zwei Jahren Gewährleistung
https://geizhals.de/?cmp=2392521&cmp=2697460&cmp=2295629&cmp=2401343

der Rest sieht soweit ok aus in deinen Listen, ggf. die 1080 gegen ne 2060Super tauschen
Ergänzung ()

Verak Drezzt schrieb:
die 1080 gegen ne 2060Super tauschen
ok nvm, die sind die letzten Wochen auch wieder stark im Preis zwischen 130-150€ gestiegen
Ergänzung ()

@Vanger wobei es hier auch schon teils ne 5700XT auf dem Niveau einer 3060/12GB für 100-120€ gibt
https://www.kleinanzeigen.de/s-preis::120/rx-5700/k0
 
Zuletzt bearbeitet:
Fehlt wahrscheinlich auch ein Windows, was dem PC wider recht teuer macht.
Ich befürchte ja übrigens das auch auf dem gebrauchtmarkt für Hardware weitere Kostensteigerungen zu beachten sind.
 
Vielen Dank für die vielen tollen Kommentare! ☺️

Freut mich, dass ich nicht der einzige bin der es mit gebrauchter Hardware für den Einstieg meines Kumpels versucht. Ich finde wir als Gaming-Community sollten den Gebrauchtkauf in den aktuellen Zeiten viel stärker normalisieren, insbesondere wenn das Budget etwas enger ist.

Ich möchte auf einzelne Punkte von Kommentaren kurz eingehen:

SFFox schrieb:
Über die Scams bei Kleinanzeigen bin ich auch oft gestolpert. Es gibt zum Glück so ein paar Dinge, an denen man das sehr gut erkennen kann 😁 Alle Artikel an einem Tag eingestellt, ggf. mehrere Technik Produkte stark unter Marktpreis, Account so alt wie die Artikel etc.
Leider kann ich diese Merkmale nur teilweise bestätigen. Dass die Komponenten unter Marktpreis angeboten wurde war allen Scam-Inseraten gemein, da stimme ich zu, aber meiner Erfahrung nach wurden für Scams eher gehackte Konten genutzt, die teilweise viele Jahre alt und eine ordentliche Historie (erkennbar an Labels wie "Sehr zuverlässig" & Co.) hatten. Bei drei Scam-Inseraten gab es keine weiteren Inserate, der Rest hatte plausible weitere Inserate. Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist in meinen Augen aber tatsächlich der Preis: Wer den typischen Marktpreis kennt, kann auch zu niedrige Preise erkennen und sollte gezielter nachfragen.

djducky schrieb:
2 1/2 Wochen "Nebenjob"-Arbeit ist natürlich auch ne Ansage. Es wird dir ja hoffentlich auch Spaß gemacht haben (so wie mir das Beraten) - denn ansonsten frage ich mich schon des Öfteren, ob die Zeit für Preissucherei nicht besser in ein paar bezahlten Überstunden investiert wäre. Kommt dann natürlich auch auf den Stundenlohn an.
Ja, die Recherche und Planung, der Zusammenbau und irgendwie auch etwas die Challenge hat sehr viel Spaß gemacht ☺️ Die konkrete Kommunikation mit den Verkäufern war eher notwendiges Übel 😅 Für meinen besten Kumpel mache ich das gerne, ich profitiere indirekt durch die neuen Möglichkeiten bei unseren LANs ja auch. Für Familie würde ich es auch machen. Aber da hört es dann vermutlich schon auf…

Ich habe den Absatz zum Arbeitsaufwand in meinem Bericht nochmal etwas überarbeitet, die Formulierung war denke ich auch etwas missverständlich. Es waren keine 2,5 Wochen Arbeit, sondern die Arbeit verteilte sich sehr ungleichmäßig auf 2,5 Wochen. Ich habe oben jetzt mal "24 Stunden Arbeitsaufwand" dran geschrieben, das ist aber nur eine sehr sehr grobe Schätzung.

Verak Drezzt schrieb:
das geht aber neu schon besser und mit min. zwei Jahren Gewährleistung
https://geizhals.de/?cmp=2392521&cmp=2697460&cmp=2295629&cmp=2401343
Über eine neue CPU und Mainboard habe ich tatsächlich auch nachgedacht, daher sind die Neupreise auch in meinen Preisvergleichs-Tabellen (Preise zum Zeitpunkt der Recherche, allerdings für Boxed CPUs - wenn mit Garantie dann richtig), dann hätte aber auf ordentlich Leistung verzichtet werden müssen um im fixen Budget zu bleiben. Für weniger Geld war im dann tatsächlich gekauften Mainboard-Bundle eben auch der RAM dabei…

Wenn das Budget aber nicht so restriktiv ist kann der Neukauf hier durchaus Sinn machen, ja. Das gilt ohnehin immer: Die Preise können sich in den vergangenen vier Wochen wieder verschoben haben. Ich erhebe nicht den Anspruch, dass meine Bauvorschläge die objektiv "richtigen" seien. Es ist ein Erfahrungsbericht mit Tipps zum Vorgehen, keine Kaufberatung.

Fujiyama schrieb:
Fehlt wahrscheinlich auch ein Windows, was dem PC wider recht teuer macht.
Naja… Selbst wenn man davon ausgeht, dass man unbedingt eine System-Builder-Lizenz haben möchte, sind 560€ Hardware + 110€ Windows-Lizenz noch immer deutlich günstiger als der Neupreis eines vergleichbaren Systems. Ob man eine System-Builder-Lizenz von Windows 11 benötigt ist wieder eine andere Frage…
 
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@Vanger
Es ist untern Strich sicherlich interessant, jedoch kommt noch der Zusammenbau und generell zeitlicher Aufwand hinzu um die Hardware zu beschaffen (Zeit ist Geld), man bekommt nur gebrauchte Hardware ohne Gewährleistung, Garantie und Support. Und die Technik ist auch von (Vor)gestern.
Neu müsste man ein paar hundert Euro Aufpreis zahlen, ich schätz mal das man grob 1000+ Euro rechnen muss.
 
Hey, vielen Dank für den Bericht, es ist auf jeden Fall mal schön zu lesen, in der Kaufberatung kommt es gerade in der aktuellen Situation ja auch häufiger mal vor, dass Leute nach (teilweise) gebrauchten PCs suchen, leider verläuft das dann auch häufig im Sande bzw. es kommt keine Rückmeldung mehr daher ist es auf jeden Fall super mal einen Erfahrungsbericht zu haben.

Vieles deckt sich auch mit der Erfahrung die ich beim Suchen solcher Kaufberatungsanfragen so gemacht habe, trotzdem ein paar Anmerkungen/Ergänzungen aus meiner Erfahrung:

Vanger schrieb:
Das Interesse war geweckt und mindestens 350 € Budget wurden vom Kumpel schon mal sicher zugesagt - also habe ich mich dran gemacht die Claims von HardwareDealz zu verifizieren. Das Ergebnis? Die Preisangaben von HardwareDealz sind nicht haltbar… Ja, natürlich, ab und an findet man auf Kleinanzeigen das fliegende Einhorn das eine Nvidia RTX 2070 für 80 € verkauft und kein Scam-Angebot ist (dazu später mehr), "typisch" ist dieser Preis aber nicht und ich kann meinem Kumpel nicht versprechen, dass ich so ein fliegendes Einhorn finde.
Ja, teilweise hat er ja auch gesagt, dass da auch viel Glück und sehr regelmäßiges beobachten dabei war, die Ansage, dass jeder so einen PC (für den Preis) bauen kann stimme ich klar zu ist kaum zu halten.
Beim letzten Video war dann z.B. das Gehäuse letztlich nicht im Preis, die beiden anderen sind jetzt auch etwas älter und seit dem hat sich die Preissituation ja noch weiter verschärft was sich ja letztlich auch auf den Gebrauchtmarkt auswirkt
Vanger schrieb:
Bei den AMD RX 6000 und AMD RX 7000 Modellen gilt das analog, nur eben umgekehrt: Sie waren bei weitem nicht so beliebt, das Angebot ist dadurch kleiner und Verkäufer müssen die Preise weniger stark drücken
Bei den kleineren Modellen geht das eigentlich, bei den größeren (ab 6700 XT) spiel dann vermutlich auch das Thema Vram rein da die AMD Karten hier schlicht mehr bieten was sie an der Stelle beliebter machen könnte, was natürlich auch den Preis treibt (sieht man analog auch bei der 3060 12GB).

Nach meinen Beobachtungen lohnt sich der Gebrauchtkauf vor allem bei GPU und RAM, teilweise bei CPU und SSD.

Vanger schrieb:
Die Ryzen 5000er CPUs sind einzeln meist kaum deutlich unter Neupreis zu bekommen, vermutlich werden vergleichsweise wenig die einen 5600(X) haben aktuell wechseln.
Wenn sind hier die interessantesten Angebote wie bei euch über ein Bundle.
Beim 5500 muss man noch bedenken, dass dieser kein PCIe 4 kann, letztlich ist das ja mehr oder weniger ein 5600G ohne iGPU.
Die mMn. interessanteste CPU gebraucht ist hier ein Ryzen 3600.
Diese wurden seinerzeit ziemlich viel verkauft und entsprechend gibt es viel Angebote, mit Glück ist ein 3600 inkl. boxed Kühler für 40-50€ drin.
Ein Ryzen der 2000er Reihe lohnt sich dann nur wenn man ihn wirklich nochmal deutlich günstiger bekommt bzw. es wirklich an den letzten 10€ zwickt.

Vanger schrieb:
Wirklich gute Angebote findet man hier selten, wenn meist nur wie bei dir als Bundle, die meisten mit einer einigermaßen vernünftigen AM4 Plattform werden diese vermutlich einfach weiter aufgerüstet haben, entsprechend gibt es wenig Angebote und diese sind meist gegenüber Neukauf wenig attraktiv

Vanger schrieb:
Hier lohnt es sich mMn. auf jeden Fall, 16GB sollten für 50-60€ machbar sein, das ist deutlich unter den aktuell sehr hohen Neupreisen.

Vanger schrieb:
Hier lohnt es sich realistisch am meisten, bzw. ist schlicht eine Notwendigkeit einfach weil man neu unter 300€ gar nichts mehr bekommt was man auch nur halbwegs empfehlen möchte.
Auch auf dem Gebrauchtmarkt steigen leider hier inzwischen die Preise, vor kurzem konnte man mit Glück noch eine 2060 Super/2070 non Super für um die 100€ bekommen, wird leider auch schwieriger aber gerade bei den 2000er Karten kann man noch das ein oder andere ordentliche Angebot bekommen und bekommt im Verhältnis zur Neuware doch klar das bessere P/L (die 5050 wäre etwa im Bereich 2070/S).

Vanger schrieb:
Hier muss man etwas Glück haben wie ihr es ja hattet eine ordentliche SSD zu finden die dann auch nicht komplett schlechte Werte hat, angesichts der absurden Neupreise lohnt hier aber aktuell schon ein Blick.

Vanger schrieb:
Wenn er in einem Bundle dabei ist ok, wenn der Nachbar einen hat den man abholen kann ok aber angesichts der Tatsache, dass man für unter 20€ Sachen wie den Assassine King oder einen Freezer 36S bekommt lohnt hier gebraucht kaum.

Vanger schrieb:
Auch hier ist es schwierig gute NTs der letzten Gen zu einem attraktiven Preis gebraucht zu finden sodass häufig wie jetzt auch bei euch es eher auf Neuware hinausläuft.

Vanger schrieb:
Bestenfalls hat man noch ein altes passendes stehen bzw. kommt an eines ran, Versand von Gebraucht lohnt hier wie du ja auch schon sagst nicht, aktuell gibt es auch immer mal wieder durchaus hochwertige Gehäuse für 30-40€ im Angebot.

Mit dem Gebrauchtmarkt lässt sich aber auf jeden Fall etwas machen und man kann durchaus zu einem vernünftigen Preis an einen ordentlichen PC kommen aber man muss sich halt zum einen etwas informieren wonach man suchen muss, die Preise kennen und dann auch die entsprechende Zeit in Suche investieren und hier noch das entsprechende Glück haben.
Das kostet natürlich entsprechend Zeit und hier habe ich das Gefühl verlieren viele dann auch schnell die Lust.
 
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Vanger schrieb:
Die Zeit reicht definitiv um betrogen zu werden… Wichtigste Strategie um Scams zu vermeiden ist die initiale Preisrecherche: Wenn man sich durch Kenntnis der aktuell "typischen" Preise bei einem Inserat fragt ob das nicht irgendwie etwas zu gut ist um wahr zu sein, dann ist es das in der Regel auch nicht.
Dazu eine Anmerkung aus Verkäufer-Perspektive, mir geht es nicht darum möglichst viel Geld für irgendwas zu bekommen sondern darum Zeug schnell loszuwerden, weshalb ich tendenziell Dinge (deutlich) unterhalb des durchschnittlichen (Kleinanzeigen) Preises anbiete.
Das durch so eine „wilde“ Preisgestaltung Käufer denken könnten ich würde scammen wollen hatte ich bisher nicht auf dem Schirm. Wie ich mit diesem Fakt künftig umgehen werde muss ich mir nun überlegen 😅

Ansonsten sehr schöner Artikel, danke dafür.
 
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@Vanger
Das war schon vorher verständlich, dass du keine 2 1/2 Wochen vollzeit dran gearbeitet hast. :D Aber halt so nebenbei - und 24 Stunden netto sind auch ein ganz hübsches Sümmchen wenn ich mal so 20€ Stundenlohn ansetze. :D

Aber wie gesagt soll es ja Spaß machen. Nur gibt es auch Leute, die an Preissuche keinen Spaß haben und dann besser bezahlte Überstunden machen könnten. Sofern sie die Müglichkeit dazu haben. :)
 
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Vanger schrieb:
(Preise zum Zeitpunkt der Recherche, allerdings für Boxed CPUs - wenn mit Garantie dann richtig)
CPU's sind mit Ram als auch SSD's, mit die robusteste Hardware in einem PC und wenn du da 20-30€ und mehr gegenüber einer boxed Version sparen kannst, sollte man eher zu einer Tray CPU greifen, auch wenn man dann ein Jahr weniger Garantie hat

deshalb wäre an deinem Beispiel mit dem 5600X, ein minimal teurer Tray mit zwei Jahren Gewährleistung auf jeden Fall vorzuziehen, außer man bekommt diesen natürlich zu einem sehr guten Kurs von um die 60-70€, gegenüber einem 5600 als Tray für 100€
 
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Vanger schrieb:
Wichtig: Beim Build stand das Preis-/Leistungs-Verhältnis unter Einhaltung eines fixen Budgets im Vordergrund.
Kann ich nicht nachvollziehen. Nachvollziehbar finde ich zwar den Anspruch mit relativ wenig Geld einen günstigen Gamig-PC zu geizen und sich deshalb die wichtisten Teile wie vorallem die Grafikkarte aber auch CPU und Mainboard gebraucht zu holen.

Mit Grafikkarten wie GeForce GTX 980 und Radeon RX 5300 XT am unteren Ende bis hoch zu GeForce RTX 3070 Ti und Radeon RX 7600 und CPUs entweder Zen3 Ryzen 3000er oder 4000er oder Comet Lake und Rocket Lake Core i 10000er oder 11000er sind für solche Gebraucht-Budget-Builds schon attraktiv.

Aber man muss es mit dem Geiz nicht übertreiben. Vorallem SSD / HDD und Gehäuse würde ich schon bevorzugt neu kaufen, da die ja auch neu nicht so teuer sind, und man dann freie Auswahl hat. Vorallem sieht man ja das Gehäuse jeden Tag. Und 35€-60€ für ein schönes Wunschgehäuse sind nun wirklich kein Drama, statt unbedingt das allbilligste 13,65€ Gebrauchtgehäuse mit vielleicht etlichen Schrammen zu zu nehmen.

Vanger schrieb:
SSD und HDD

Beim Festspeicher habe ich lange gezweifelt, mich aus Budgetgründen aber für eine 500 GB 2,5" SATA SSD entschieden, die um eine 3 TB 3,5" SATA HDD, die ein anderer Kumpel beisteuert, ergänzt wird. NVMe SSDs mit brauchbaren SMART-Werten und größeren Kapazitäten wurden einfach zu schnell zu teuer… 500 GB Kapazität ist aktuell offenbar der "Sweet Spot" bei Preis/Leistung, bei höheren Kapazitäten steigt der Preis überproportional. Wir spielen weiterhin viele alte Spiele bei denen die Installation auf einer HDD keinen spürbaren Unterschied macht, außerdem habe ich gute Erfahrungen damit gemacht Spiele einfach vor dem Zocken kurz von der HDD auf die SSD zu schieben - daher war das ein für uns akzeptabler Kompromiss, das kann bei euch gut und gerne anders sein. 500 GB sind aber ein geeignetes Minimum, daher habe ich die SSD so im Bauvorschlag belassen. SMART-Werte sind im Inserat übrigens kein nettes Gimmick, sondern zwingende Voraussetzung (siehe Tipps unten).

Bei einem Sockel AM4 oder Sockel 1200 System würde ich nie komplett auf eine m.2 SSD verzichten, sondern mindestens eine 240-256GB m.2 SSD verbauen.

Und dann ggf. zusätzlich noch eine SATA SSD oder SATA HDD, je nach Situaton.

Soll der PC allein für sich stehen würde ich dann schon mindestens noch eine 960GB-1TB SATA SSD und oder 1-2TB SATA HDD ergänzen.

Hat an eh ein NAS im System oder eine grosse SSD / HDD am Router dann sollte die eine weitere 480-512GB SATA SSD schon genügen.
 
@Vanger ansonsten ist das mit gebraucht Preisen bei Kleinanzeigen zu sondieren, durch die Speicherkrise bei uns in der Kaufberatung schon fast Alltag, wenn Leutz um die Ecke kommen und sagen sie haben nicht mehr als 800-1000€ für ein neues/ altes System
Ergänzung ()

@Vanger ansonsten wäre auch ein 12400 zum 5600(X) mit nem B660 Board eine gute Alternative, wenn man später diese Plattform noch mit nem weitausschnelleren 14600K(F) für ~230€ nachrüsten kann, wäre m.M.n sogar noch die bessere Option gewesen im Kontext des kaum schnelleren 5800X3D für 100€ mehr

https://www.kleinanzeigen.de/s-preis::120/i5-12400/k0
Ergänzung ()

wobei die Angebote bei KA da jetzt au net so prall sind bis auf den 12400 mit iGPU für 110€, wenn man ihn für unter 120€ ebenso als Tray neu bekommt

https://geizhals.de/intel-core-i5-12400f-cm8071504555318-cm8071504650609-a2660245.html

und Boards bekommt man da auch schon neu ab 70€
https://geizhals.de/?cat=mainboards...B760&pagesize=100&sort=p&promode=true&hloc=de

edit
wobei da gute Boards für nen 13600K-14700K auch erst bei etwa 115€ anfangen !
 
Zuletzt bearbeitet:
Verak Drezzt schrieb:
CPU's sind mit Ram als auch SSD's, mit die robusteste Hardware in einem PC und wenn du da 20-30€ und mehr gegenüber einer boxed Version sparen kannst, sollte man eher zu einer Tray CPU greifen, auch wenn man dann ein Jahr weniger Garantie hat
Da widersprichst du dich allerdings letztendlich selbst: Wenn CPUs mit die robusteste Hardware ist (dem ich übrigens zustimme) wogegen schützt das effektiv eine Jahr Garantie dann überhaupt? Die gesetzliche Gewährleistung beträgt zwar zwei Jahre, nach einem Jahr setzt aber Beweislastumkehr ein, die dieses Recht de facto wertlos macht. Du schützt dich mit einer Tray CPU ohne Herstellergarantie mit der Gewährleistung praktisch nur davor, dass die CPU ab Werk defekt ist und sich dieses Problem binnen eines Jahres zeigt. Dieses Problem hat eine gebraucht gekaufte CPU aber erst gar nicht, der Vorbesitzer hatte sie ja bereits im Einsatz. Das reine Alter der CPU ist - zumindest bei aktuellen AMD Modellen, Intel ist ein anderes Thema - im Regelfall kein Problem, das sagst du selbst. Das einzige was mir als Vorteil dann noch in den Sinn kommt ist Käuferschutz - und den kann man eben auch auf anderen und im Regelfall günstigeren Wegen erreichen, was ich oben groß und breit dargelegt habe.

Du beanspruchst, dass dein Standpunkt die objektiv immer richtige Entscheidung sei, bisher hast du aber noch keinen konkreten Vorteil genannt der diesen Standpunkt tatsächlich argumentativ untermauern würde. Daher bleibe ich dabei: Es ist völlig legitim hier auch zu neuer Hardware zu greifen. Es aber nicht zu tun ist genauso wenig falsch.

Zum Übrigen in deinen Kommentaren wiederhole ich mich: Mein Artikel ist keine Kaufberatung, sondern ein Erfahrungsbericht der Tipps zum Vorgehen beim Gebrauchtkauf gibt. Es geht und ging nie um konkrete Bauvorschläge bzw. Hardwarekomponenten.
 
@Vanger geht nur darum Leuten die hier mitlesen und ggf. die selbiges planen, entsprechende Optionen aufzuzeigen und natürlich wäre mir eine Tray CPU für etwas mehr, mit zwei Jahren Gewährleistung lieber, als eine gebrauchte die ggf. doch kurz nachdem Kauf abschmieren könnte, weil der Verkäufer sonstwas damit gemacht hat

solang sich der Aufpreis von einer gebrauchten CPU nicht unwesentlich von einer neuen Try CPU unterscheidet, aber kannst du gerne sehen wie du lusdich bist
 
Verak Drezzt schrieb:
solang sich der Aufpreis von einer gebrauchten CPU nicht unwesentlich von einer neuen Try CPU unterscheidet, aber kannst du gerne sehen wie du lusdich bist
Du nennst weiterhin keinen einzigen Vorteil den deine Variante haben soll, sondern wiederholst nur "Darum". Das ist keine Argumentation, sondern eine mit nichts fundierte Meinung.

15% (Tray) bzw. 50% (Boxed) Aufpreis bedürfen einer Begründung. Zusätzlich geht der Bundle-Vorteil verloren, der sich im konkreten Fall auf letztendlich ~50 € Aufpreis summiert hätte - das ist beim Gebrauchtkauf definitiv nicht "unwesentlich".
 
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