Einspielen eines KH tatsächlich immens wichtig oder nur Aberglaube?

MichiSauer schrieb:
Zum Thema Kabel: Es gibt's ja immer wieder, vergoldete Stecker, beste besondere Audiokabel....
Alles Unfug.

Gold oxidiert halt nicht mit der Zeit (oder oxidiert weniger). Außerdem ist ein vergoldeter Stecker nicht besonders teuer, das schadet also sicher nichts. Es gibt auch im Profi-Bereich überall vergoldete Stecker (bei Kopfhörern, bei Neutrik XLR Steckern, etc) und der Aufpreis ist, wenn überhaupt, fast nicht vorhanden. Das scheint also einigermaßen sinnvoll zu sein, um dauerhaft den Übergangswiderstand am Stecker gering zu halten. Mein Credo ist immer: wenn es das im Profi-Segment gibt und zu vernünftigen Preisen verkauft wird, dann ist es wahrscheinlich kein Voodoo.

Auf der anderen Seite gibt es dann natürlich die Silber/Gold/Platinkabel, die von Zwergen bei Vollmond am Nordpol von Hand geschmiedet wurden, damit die Elektronen rechtsrum schneller drehen und deshalb der Klang sich klarer darin fortbewegt. Und die müssen pro laufendem Meter natürlich mindestens 1000 Euro kosten, ist klar! ;)

Und am Ende gilt immer: wenn es für dich besser klingt, dann ist es für dich wahr. Wenn du eben darauf stehst, dein Gehirn mit sauteuren Placebos zu betrügen, dann wird dich nichts davon abbringen. Da braucht man auch nicht mit den Leuten streiten, das bringt nichts.

Ich bin also auch der Meinung, dass das Einspielen eines Kopfhörers nicht nötig ist, bzw. sich da nichts tut. Ich bin mir auch sicher, dass eine Messung der Frequenzkurve bei einem neuen vs. eingespielten KH das selbe Ergebnis bringt (im Rahmen der Messgenauigkeit). Was natürlich die Esoteriker nie davon abhält, ihre Theorien weiter zu führen - denn schließlich können die hören, was noch keiner zu messen imstande ist. Das Feeling. Die Lebendigkeit. Also sprich genau das, was sich in deinem Gehirn abspielt, nicht in der Schallwelle, aber egal... ;)

Übrigens, was würde einen Kopfhörer denn davon abhalten, nach dem Einspielen schlechter zu klingen, als vorher? Wieso klingen die nach dem Einspielen plötzlich alle besser? Ist doch komisch, oder?
 
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highks schrieb:
Übrigens, was würde einen Kopfhörer denn davon abhalten, nach dem Einspielen schlechter zu klingen, als vorher? Wieso klingen die nach dem Einspielen plötzlich alle besser? Ist doch komisch, oder?

Genau DAS ist der Punkt, wer sagt das der KH besser wird? Wer sagt, er wird schlechter?
Es geht grundsätzlich um die Veränderung der Parameter und die sind messbar, seit Jahrzehnten.

Und ob das immer hörbar sein muss, sagte hier noch niemand.

Selbst wenn nur unwesentliche Veränderung zu erkennen sind und die Auswirkungen demnach zu vernachlässigen (kein "hörbarer" Unterschied) - heißt das nicht, dass keine Veränderungen stattfinden und oder das für ALLE Produkte gelten muss.
 
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highks schrieb:
Übrigens, was würde einen Kopfhörer denn davon abhalten, nach dem Einspielen schlechter zu klingen, als vorher? Wieso klingen die nach dem Einspielen plötzlich alle besser? Ist doch komisch, oder?

Nein, das ist reine Physik.
Der Kopfhörer (oder auch Lautsprecher) wird klanglich mit eingespielten Membranen abgestimmt. Wenn er also nach der Einspielzeit schlechter klingen würde, hätte der Hersteller einen Fehler bei der Abstimmung gemacht.

Die Daten ändern sich, wie gintoki ja schon gesagt hat, mit der Membranbewegung. Ist wie bei einem Stecker, der am Anfang noch etwas fest sitzt, um sich dann nach mehrfacher Benutzung einzulaufen. ;)
 
Ja und nein, messbar nur minimal dazu gibt es Messungen, billige Kabel gegen 150€ teure Kabel.

Das ist auch ein guter Tip wie Ich finde: http://support.beyerdynamic.com/hc/de/articles/201875262-Muss-ich-meine-Kopfhörer-einspielen-
Daher ist es unbedingt ratsam, sich nicht auf den ersten (Klang-)Eindruck zu verlassen und sich ein schnelles Urteil zu bilden, sondern den Kopfhörer über einen längeren Zeitraum anzuhören.

Und das hier solltest du dir auch mal duchlesen:

5 Reasons Why A Headphone Can Sound Different to Different People
http://stereos.about.com/od/Headpho...Sound-Different-to-Different-People.htm#step4
Dort wird auf das wichtigste eingegangen.
Ergänzung ()

Die Lautstärke merkt man aber in der Tat nicht sofort das es sich so Laut anhört, mit nem Kopfhörer. Anders ist es wenn man keinen auf hat, da kann man es besser einschätzen.
 
@moshimoshi

Wenn das unverständlich, ungünstig ausgedrückt war - dann wiederhole ich mich gern. Ich sprach speziell von den Parametern der Chassis in den Lautsprechern, den Kapseln im Kopfhörer. Nicht von Kabel.

Warum auch der Klang eines Kopfhörers anders empfunden/bewertet wird , ist mir durchaus bewusst. Und klar, dein Link "Reasons" bezog sich auch das zitierte von beyerdynamic, die Frage des TE wäre aber eine andere.

Gut. Ich habe AN DICH eine Frage, deinen Link wirst du ja selber gelesen haben:
Wieso gelten dann einige Kopfhörermodelle als besonders gut - andere sind grundsätzlich Schrott?

Wie kommen mehrere Leute zu derartigen Aussagen:
KH A ist grundsätzlich Schrott (unbrauchbar, sehr schlecht), KH B ist grundsätzlich viel besser, sehr gut?
(Bezogen auf den Klang.)

EDIT:
Die TSP-Parameter der Chassis variieren auch mal um 20% (mal mehr, mal weniger) von den Herstellerangaben. Nach dem Einspielen sind Veränderungen von 20% (mal mehr, mal weniger) denkbar. Andere erreichen die Herstellerangaben ziemlich genau und die Veränderungen sind eher sehr gering.

Einspielen eines KH tatsächlich immens wichtig oder nur Aberglaube?

Fakt 1:
Tatsächlich können sich technische Eigenschaften, der im KH integrierten Treibers verändern.

Fakt 2:
Je nachdem wie sich bestimmte Eigenschaften verändern, kann das auch die Wiedergabe-Eigenschaften beeinflussen.

Fakt 3:
Ein Einspielen ist nicht immer wichtig und oder überhaupt, grundsätzlich erforderlich.

Gilt auch für Chassis in Lautsprechern, beziehungsweise für ugs. Boxen.

Das was diverse Hersteller schreiben, stimmt also, so wie hier:

beyerdynamix schrieb:
Ein Einspielen der Kopfhörer ist nicht zwingend notwendig. Ob durch das Einspielen eines Kopfhörers ein klanglicher Unterschied wahrgenommen werden kann, hängt vom Kopfhörer und dem individuellen Hörvermögen ab.
 
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Natürlich spielt auch eine Gewöhnung eine Rolle, aber die technischen Veränderungen sind nunmal da und nicht wegzudiskutieren. Je nach Modell mehr oder weniger...
 
Wäre ich nicht so faul, könnte ich mal jetzt und in ein paar Tagen das Mikrofon vor meine neuen Lautsprecher halten ...
 
horvath schrieb:
Ich glaube trotzdem das dass eher psychologischer Natur ist.^^
Ist es weniger, dass ist eher die Ausrede dafür. Falsch ist, zu glauben es werden sich gravierende Veränderungen einstellen, dem ist natürlich nicht so - sollte nicht so sein. Den schleichenden Prozess wird man beim Hören an sich auch wahrscheinlich nicht feststellen/wahrnehmen können. Und der Punkt Gewöhnungseffekt - umschreibt doch eher mehr, die sich verändernde Wirkung bei einem Produktwechsel.

Einfache, ein für jeden verständliches Extrem-Beispiel: Man hat vielleicht einen Kopfhörer mit Loudness-Charakter (Bass und Höhen betont), der konstruktionsbedingt Feinheiten/Details ausblendet. Nun hört man einen anderen, neutral spielenden und besser auflösenden Kopfhörer. Selbstverständlich muss man sich hier an die Klangveränderung gewöhnen.

Das hat aber mit dem Einspiel-Prozess, der Veränderung von technischen Parametern nichts zu tun.

Und auch Dipl. Ing. Johannes Siegler von KS spricht von "geweichten Chassis", aber auch hier wird für jeden einzelnen LS, also individuell der Entzerrkoeffizientensatz für den digitalen Filter gemessen/bestimmt. Also auch hier verlassen, wie bei ME Geithain: "Die übliche Einlaufzeit der Lautsprechersysteme entfällt, da diese bereits in unserem Haus mit einem technischen Signal künstlich vorgealtert werden." die LS - "eingespielt" das Haus.

Und auch bei Phonar, Audio Physic oder KEF kann man dazu etwas lesen.
 
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Die Fakten stimmen soweit hat was mit der Serienstreuung zu tun
 
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