Elektroingenieur, wo studieren?

Hakuzwei

Lieutenant
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Hallo,

ich Zuge unseres Englisch Unterrichts, sollten wir uns Gedanken über unsere Berufswünsche machen und zu unseren späteren Plänen ein Referat halten. Für mich stand sofort fest, dass ich mich über Ingenieurswissenschaften informieren muss, doch hätte ich nie gedacht, dass diese einen so großen Bereich umfassen. Mir erschien der Elektroingenieur am interessantesten, denn für die Funktionsweise von technischen Geräten (Computer, Fernseher, Handys etc.) habe ich auch schon seit langer Zeit sehr großes Interesse.

Doch hier tuen sich schon wieder neue Bereiche auf, meine gerade genannten Vorleiben würde also die Halbleiterelektronik sein, doch als ich mich informieren wollte, wo man so etwas denn studieren kann, bin ich nicht so recht fündig geworden, zurzeit wohne ich in der nähe von Osnabrück, hier und in Münster kann man es zwar an den jeweiligen Fachhochschulen studieren, aber nicht an den Universitäten, auch sind die beiden Standorte wohl nicht sehr spezialisiert in diesem bereich, wie ich gelesen habe, deswegen wollte ich fragen, wo ich meine Berufswünsche am besten verwirklichen könnte, wo würdet ihr Elektrotechnik studieren?

mfg,
Manuel
 
Studiere selber Elektrotechnik im 1. Semster an der TU-Berlin und würde natürlich meine Hochschule, die TU München und RWTH Aachen als beste deutsche Universitäten einschätzen.

Halbleitertechnik ist Thema eines Elektrotechnik Studiums und darauf kannst du dich natürlich im Bachlor und Master spezialisieren. Die Frage, welche ist die richtige Hochschule für dich, kannst du nur alleine entscheiden. Es gibt so viele Kriterien, du musst hier und da Kompromisse schließen, denn die beste Hochschule gibt es nicht wirklich. Der Studienstandort muss dir gefallen, dir müssen die Bedingungen an der Hochschule zusagen, der Lehrinhalt sollte dich ansprechen und und und...

Rankings muss man teilweise mit Vorsicht genießen.
 
tu darmstadt, tu dresden, tu münchen, rtwh aachen, karsruher institut für technologie..
das sind die die mir pauschal unter "sehr guter" ruf einfallen.
berlin ist nicht darunter, sofern du nicht geisteswischenschaften studieren willst.
 
Wenn ich das nochmal studieren würde, würde ich eine Hochschule nehmen, mit wenigen Studenten.
Einen Job wirst Du hinterher sowieso kriegen, insbesondere in der freien Wirtschaft.

Es sei denn, Du willst mehr als 8 oder 10 Semester studieren und Spaß außerhalb des Studiums haben. Dann nimm eine in einer größeren Stadt.
 
Erstmal vielen Dank für eure schnellen Antworten, ich werde mich mal über die Fächer der Tu's in der "Nähe" erkundigen und mir den Stoff angucken, wenn mir dort jetzt nicht irgendwelche bedeutenden Unterschiede auffallen, werde ich wahrscheinlich in meiner Region bleiben, aber erstmal muss ich ja auch noch das Abitur schaffen.

mfg,
Manuel
 
Das hängt ein wenig davon ab, was genau du machen möchtest. :-)

Die von dir genannten Produkte zu entwickeln erfordert eine Vielzahl von Spezialisten mit zum Teil tausenden von Mannjahren Arbeit.
Selbst wenn du dein Interesse halbwegs genau eingrenzen kannst wie 'digital Hardware-Design', 'HF-Layout' o.Ä. gibt es in dem jeweiligen Gebiet immernoch Wissen für mehrere Menschenleben. :-)

Halbleiterelektronik ist nicht die Entwichlung der Geräte selbst, sondern die der enzelnen Komponenten. Deshalb würde ich deiner Aussage
meine gerade genannten Vorleiben würde also die Halbleiterelektronik sein
nicht unbeding zustimmen, da ich das aus deinem vorhergehenden Text nicht erkenne.
Auch in der Halbleiterelektronik gibt es wieder Wissen für viele viele Menschenleben.
Deswegen solltest du dir erstmal ganz genau überlegen, in welche Richtung es gehen soll.
Geräte entwickeln? Wenn ja:
Schaltungsentwicklung? Hardwarenahes SW-Design? Programmierbare Logik? HF-Design? usw . . .
Oder Chips entwickeln? Wenn ja:
Analog? Digital? Mixed Signal? usw . . .
Das sind alles sehr spezielle Tätigkeisbereiche, und 'interdisziplinäres' Arbeiten ist nur beschränkt möglich.
Jemand der wirklich gut Leistungstransistoren entwickeln kann, wird z.B. vermutlich wenig (keine) berufliche Erfahrung mit Hochfrequenzschaltungen der Nachrichtentechnik sammeln können oder das PCB Layout für ein PC-Mainboard machen. :-)

Wenn du dir darüber einigermaßen im Klaren bist, kann man schauen inwiefern der Studiengang spezialisiert sein muss oder nicht. Dann kann man evtl. auch was zu Standorten sagen.
 
Uff, und ich dachte als ich die einzelnen Bereiche der Elektrotechnik gesehen habe, dass dies schon der ganze Eisberg gewesen wäre, aber es war nur die Spitze. Ich glaube ich habe das mit der Funktionsweise von technischen Geräten falsch ausgedrückt, ich wollte ehr die Funktionsweise der Mikroprozessoren darin verstehen, bzw. wie diese auf unterster ebene programmiert werden, also würde ich sagen Programmierbare Logik und/oder Chips entwickeln, da ich nicht so recht weiß, was du mit Analog, Digital und Mixed Signal meinst, denke ich, dass ich dort auch noch zig Spezialisierungen finde, oder?

mfg,
Manuel
 
Berücksichtige auch, dass es mehrere Wege zu solchen hoch spezialisierten Skills gibt. Ich kenne auch Werkstoffwissenschaftler, die sich auf die Halbleiterelektronik spezilaisiert haben und auch solche Bauteile auslegen.
 
Hm, ich dachte an Elektrotechnik, da man hier auch am ehesten etwas von der rudimentärsten Programmierung mitbekommt, sowie ich das verstanden habe sind dahingehend auch Teilbereiche der Informatik vorhanden, was ich optimal fände, da ich wie gesagt, die Funktionsweise dieser Chips näher verstehen will, und deren Grundlegende Programmierung, ich weiß es zwar nicht genau, aber ich glaube, dass ich damit den zielorientiertesten Weg wähle.

mfg,
Manuel
 
Zuletzt klingt deine Beschreibung von einem Wunschstudium nach technischer Informatik. Dort beschäftigt man sich ausgehend von einfacher Logik (AND/OR Gatter), rauf bis eben bspw. wie eine Prozessorpipeline aufgebaut ist. Das kann dann auch eben auch soweit gehen, das man sich auf einem FPGA einen Prozessor implementiert und diesen dann mit Assembler Code füttert (jedenfalls das Wissen dafür bekommt man vermittelt, ob ein Praktikum dafür angeboten wird, ist dann auch wieder eine andere Sache).
An manchen Unis gibt es den Studiengang direkt, an anderen müsste man dafür Informatik (am besten mit Anwendungsfach Elektrotechnnik) oder Elektrotechnik mit Schwerpunkt Technische Informatik studierern. Jedenfalls aufpassen, da bewegt man sich zwischen Elektrotechnik und Informatik, da muss man bei jeder Uni mal ganz genau hinschauen.

Halbleiterbauelemente kann als Student bspw. heißen jede Menge Energiebänder von pn-Übergängen zu zeichnen, mit Schaltungen oder einfach nur den groben Bauelementen hat das nichts zu tun, also besser nicht nur die Vorlesungsnamen anschauen. Da gehts dann tatsächlich um Physik, und überlegt sich eben wie die Elektronen in den Bauteilen rumflitzen, unmittelbar mit technischen Produkten muss das nichts zu tun haben, aber für die scheinst du dich ja zu interessieren. Also besser nochmal nachlesen, was man unter Halbleitertechnik versteht.
 
Naja, wobei Elektronik an sich ja mehr das Studienfach Nachrichtentechnik ist. Elektrotechnik ist ja mehr was für Grobmotoriker.
 
Studieren ist was für Grobmotoriker.
Ein Hoch auf geistig anspruchsvolle Tätigkeiten, bei denen Leute wie ich mit zittrigen Händen, als wären sie gerade auf Entzug, Lohn und Brot finden.
Nachrichtentechnik ist eher selten als separater Studiengang oder? Hab bei den paar TU9 Unis bei denen ich nachgeschaut habe ich's nirgendwo gefunden, war überall Bestandteil von Elektrotechnik.
 
Ok, so genau hatte ich darüber noch nicht nach gedacht, aber genau das was du beschreibst, würde ich gerne machen, also einen Prozessor aufbauen und diesen grundlegend programmieren. Ich sehe mich am besten nochmal genauer um.

mfg,
Manuel
 
geisterfahrer schrieb:
Halbleiterbauelemente kann als Student bspw. heißen jede Menge Energiebänder von pn-Übergängen zu zeichnen, mit Schaltungen oder einfach nur den groben Bauelementen hat das nichts zu tun, also besser nicht nur die Vorlesungsnamen anschauen. Da gehts dann tatsächlich um Physik,

Jepp, das geht schon mehr in die von Sherman123 angesprochenen Materialwissenschaften und ist ein paar Abstraktionsebenen niedriger als Manuel möchte.


Hakuzwei schrieb:
da ich nicht so recht weiß, was du mit Analog, Digital und Mixed Signal meinst, denke ich, dass ich dort auch noch zig Spezialisierungen finde, oder?

Ja, es werden beileibe ja nicht nur digitale Chips gebraucht.
Analoge Chips von simplen Transistoren über z.B. Audio-Verstärker und Spannungsregler bis hin zu komplexen Hochfrequenzverstärkern werden in ziemlich rauhen Mengen benötigt.
Spezialisten in diesem Gebiet sind gefragt, wie insgesamt alle analog-Spezialisten.
Mixed Signal enthält eben sowohl digitale als auch analoge Komponenten.
Da gibts auch ziemlich spannende Geschichten, z.B. die Baseband Chips in Mobiltelefonen.
In Zeiten von LTE absolut massive digitale Signalverarbeitung, gepaart mit der analogen Hochfrequenzgeschichte die man eben so braucht, wenn man 1,8GHz durch den Äther pusten will. M.E. gehts nicht viel spannender. *g*
Und dann natürlich die rein digitale Geschichte ohne analoge Komponenten.



Hakuzwei schrieb:
Ok, so genau hatte ich darüber noch nicht nach gedacht, aber genau das was du beschreibst, würde ich gerne machen, also einen Prozessor aufbauen und diesen grundlegend programmieren. Ich sehe mich am besten nochmal genauer um.

Dann schau dich mal nach 'Asic Design' um.
Die digitalen Sachen werden in einer Hardwarebeschreibungssprache wie z.B. VHDL entworfen und getestet. Wenn möglich auch auf FPGAs. Selbige lösen in einigen Anwendungsfällen die ASICs (also custom Chips für den Kunden) komplett ab, für Großserien werden die Chips dann tatsächlich noch produziert.

miac schrieb:
Elektrotechnik ist ja mehr was für Grobmotoriker.

Das für die Grobmotoriker war Elektrik.
Ausser du zählst jetzt z.B. die Energietechniker auch zu den Grobmotorikern.
(Ich finde 'Grobströmer' wäre da z.B. treffender. *g* )

Grüße,
David
 
Zuletzt bearbeitet:
Das was ich zu Asic Design gefunden habe, entspricht in etwa dem, was ich meine, aber ein Studien Angebot dazu habe ich nicht gefunden, wonach sollte man dort suchen?

mfg,
Manuel
 
An der Uni Karlsruhe wäre dies bspw. Informatik, im Master mit Vertiefungsrichtung:
"VF 8: Entwurf eingebetteter Systeme und Rechnerarchitekturen" mit Ergänzungsfach "Systems Engineering" (das ist dann von der Fakultät Elektrotechnik).

Modulhandbuch Master Informatik mit der Liste der Veranstaltungen zu der genannten Vertiefungsrichtung auf Seite 22:
http://www.informatik.kit.edu/downloads/studium/mhb_ws11_12_info_msc_de_lang.pdf

Exemplarisch die Vorlesungslisten zwei Institute von der Info-Fakultät:
http://capp.itec.kit.edu/teaching/?lang=d
http://ces.itec.kit.edu/teaching/index.htm
(nicht vergessen: die Veranstaltungen werden entweder im SS oder im WS angeboten, um den vollen Überblick über die angebotenen Veranstaltungen zu bekommen, zusätzlich noch vorheriges Semester auswählen). Oder einfach im oben verlinkten Modulhandbuch rumsuchen.

Ergänzungsfach:
http://www.itiv.kit.edu/1187.php
(wenn du umbedingt nach dem Stichwort ASIC suchst, dort auf die Vorlesung Hardware/Software Codesign anklicken)

Aber wie gesagt, ob Informatik oder Elektrotechnik - das ist an jeder Uni anders. Da wird dir der Blick in Modulhandbücher/Studienpläne etc. nicht erspart bleiben.
 
Hallo :),

Habe deinen Thread gerade gelesen und möchte dir nur mitteilen, das es an der FH Bielefeld den Studiengang Informationstechnik gibt( ab 2013/2014 wird er in Ingenieursinformatik umbenannt).
Ich studiere das zurzeit selber im ersten Semester und er deckt sowohl programmierung(C und C++ als auch Elektrotechnik/elektronik ab).

Nähere Informationen(dort kannst du dir den Informationsflyer herunterladen):
http://www.fh-bielefeld.de/fb3/informationstechnik
 
Nach etwas eingängigerer Recherche, habe ich auch viele Hochschulen mit einem solchen Programm (Mischung aus Elektrotechnik und Informatik) gefunden, dabei ist mir aufgefallen, dass es an der FH Münster und Osnabrück einen ähnlichen Gang wie in Bielefeld gibt. Er deckt die selben Bereiche ab. Ich denke ich weiß jetzt wonach ich suchen muss, und könnte mich zumindest was Den Stoff anbelangt sehr gut informieren. Die Wahl der richtigen Hochschule ist jetzt wahrscheinlich auch noch etwas zu früh, aber es war sehr interessant sich mit dem Thema an sich zu beschäftigen. Für mich steht fest, ich will auf alle Fälle einen solchen Studiengang, der Mikroprozessoren entwerfen und grundlegend programmieren beinhaltet wählen!

Vielen Dank für eure schnelle und kompetente Hilfe.

mfg,
Manuel
 
Hi. Ich studiere an der FH Münster Wiw/Elektrotechnik.

Vllt. besuchst du die FH mal an den Besuchertagen. (Standort Steinfurt) Regional hat die FH einen guten Ruf. Falls es nicht zwangsläufig eine Uni sein soll.
Ich glaube diese Fachrichtung entspricht genau dem, was du möchtest:
https://www.fh-muenster.de/fb2/module/baet/modul_etemb1.php
Ein Professor des Fachbereichs, war früher bei Intel und hat nach eigenen Aussagen noch gute Kontakte zu Intel.
 
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