Empfehlung für ein Interviewmikrofon

Badmerlin

Lt. Junior Grade
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Hallo zusammen,

ich habe aktuell vor mit meiner D7000 ein paar Filmaufnahmen zu machen und demnächst auch Interviews zu machen. Ein Richtmikrofon habe ich bereits.
Nun brauche ich noch ein Mikrofon für Interviews. Welches würdet ihr da empfehlen?
Ich denke mal, dass ein Funkmikro viel zu viel kosten würde?
Habt ihr ggf. selber schon Erfahrungen mit Mikros gemacht? Wäre super, wenn Ihr mit Tipps geben könntet.

Achso und ich wollte gerne noch einen Windschutz haben, den ich mir bedrucken lassen wollte, wo bekommt man solch einen ggf. her?

Budget liegt bei ca. 200€
 
Wenn Du die Tonspur seperat verwenden und später im Schnitt dazu schneiden kannst: Schau Dir mal das Zoom H2 an. Ich habe seit ein paar Tagen das günstige H1 und bin absolut begeistert. Dazu habe ich mir ein König-Asteckmikro für ganze 4,50 Euro gekauft und bin überrascht wie gut es ist.
Dazu ein Windschutz Set für 9 Euro. Waren 5 Farben drin ;)

Aber das spiegelt nur meine amateurhafte Verwendung wieder. Wenn Du was professionelleres suchst, werden Dir andere sicher bessere Tipps geben können, als ich.

Hier die Tonqualität des Zoom H1: http://www.pcpanik.de/public/podcast/Kamera_Podcast_Kaufberatung_Grundlagen.m4a
 
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Ich wollte es halt für direkte Interview nutzen inkl. Filmaufnahme. D.h., dass ich es der Person auch "in das Gesicht halten muss"...
Da sähe es halt etwas seltsam aus, wenn ich ein Extra Recording Gerät habe. Aber ansonsten würde das gehen und ich hätte damit kein Problem das später zusammen zu schneiden.
 
Aber mit dem Recording-Gerät machen doch viele? Früher als tragbare MiniDisk Systeme, heute halt so etwas.

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Also ich finde das Sennheiser MD-46 ein recht sinnvolles Reportage-Mikrofon.

Es ist ein dynamisches Mikro mit Nierencharakteristik, aber für ein Dynamisches ist die Richtwirkung trotzdem noch recht gut. Sprich, wenn die Umgebung nicht zu laut ist, kann man es auch mal ein bisschen weiter weg halten.

Typisch für ein dynamisches Mikro ist natürlich, dass man damit sehr gut auch in lauten Umgebungen aufnehmen kann, dazu dann einfach das Mikro nah ran halten, und die Umgebungsgeräusche werden gut gedämpft.

Das Mikro ist von Sennheiser speziell für Reportage entworfen, deshalb hört man Griffgeräusche kaum, und durch den langen Griff lässt es sich schön halten bei Interviews.

Der Preis ist neu etwas über deinem Budget, aber ich habe z.B. mal ein Ausstellungsstück (fast wie neu) für nur 150,- gekauft. Ich würde es auf jeden Fall im Blick behalten, das Mikro ist spitze.

Man kann aber auch mit einem guten Gesangsmikro wie z.B. dem Sure SM58 gut Interviews aufnehmen, wenn man ein dynamisches Mikro braucht. Es lässt sich halt mit dem kurzen Griff schlechter halten, und man wird es wahrscheinlich immer ins Bild halten müssen, damit der Abstand zum Mund nicht zu groß wird. Rein vom Klang her ist das aber auch super.

Ansonsten kannst du mit einem Richtmikro auch Interviews aufnehmen, z.B. ein Rode NTG-1 oder NTG-2 sind sehr gut geeignet. Am besten natürlich von oben angeln (mit Mikrofonstativ oder von Hand) da kann man sehr nahe rangehen, ohne im Bild zu sein. Aber auch mit einem Richtmikro kann man im Reportage-Stil aus der Hand Interviews führen. Wenn es nicht zu laut ist, kann man das Richtmikro oft sogar von unten her so weit weg halten, dass es nicht im Bild ist.

Ein Tonprofi wird dir zwar sagen, dass man mit einem Richtmikro (also starke Richtwirkung wie z.B. Keule) in Räumen am besten nicht aufnehmen sollte wegen der Reflexionen, aber das geht schon, so lange man keinen szenischen Film dreht. In einem Interview fällt dem Zuschauer ein leichter Hall z.B. gar nicht auf, während der selbe Ton bei einem szenischen Film nicht mehr so angemessen wäre.

Die kleinste vernünftige Funkstrecke würde ich mal behaupten wäre die Sennheiser G3, aber da ist die relativ schlechte ME-2 Kapsel dabei. Es empfiehlt sich also, die Mikro-Kapsel noch durch eine MKE-2 zu ersetzen, dann hast du wirklich guten Ton auch über einen Funk-anstecker.

Allerdings sind diese Lavalier-Anstecker eigentlich immer Kugel-Mikrophone, d.h. bei starken Umgebungsgeräuschen sind sie oft keine Lösung mehr (hier kommt dann wieder ein dynamisches Mikro ins Spiel, wie das oben erwähnte Sennheiser MD-46)

P.S.: ich bin kein Tontechniker, sondern hauptsächlich Kameramann, muss mich aber meistens auch um den Ton kümmern. Deshalb bin ich sozusagen dazu gezwungen, mich auch ein bisschen mit Ton auszukennen - ein wirklicher Tonprofi kann dir bestimmt noch mehr dazu sagen, und kennt auch noch mehr Mikrofone.
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Badmerlin schrieb:
Da sähe es halt etwas seltsam aus, wenn ich ein Extra Recording Gerät habe. Aber ansonsten würde das gehen und ich hätte damit kein Problem das später zusammen zu schneiden.

Machen bei DSLRs eigentlich sehr viele, weil die Tonaufnahme direkt in die DSLR oft schwierig ist (über Miniklinke nicht symmetrisch, keine Phantomspeisung für Elektret- und Kondensator Mikros, automatischer Pegel nicht abschaltbar etc.)
Ein guter Audiorekorder bietet dir das alles in einem und rauscht meist auch weniger.
 
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WoW @etheReal, vielen dank für diese wirklich sehr sehr ausführliche Antwort die hat mir wirklich weitergeholfen!
Da meine Kamera (D7100) einen Pegelausschlag hat und man diesen manuell korrigieren kann und sehen kann werde ich wohl hier auf das Sennheiser zurückgreifen, jedoch gebraucht.
Ich würde das für ca. 100€ fast neu bekommen, was nen echt fairer Preis ist.
Auch an die anderen, die mir hier geantwortet haben, danke für Eure Tipps. Ich habe Gestern lange drüber nachgedacht, was hier die beste Lösung wäre.
Natürlich könnte ich trotzdem einen Extra Audiorekorder nutzen, da ich aber bereits ein Rode Richtmikrofon an meiner Kamera habe, werde ich wohl zu dem Mikrofon greifen, auch wenn ich ein Extra Gerät brauche für die Phantomspeisung, was aber halb so wild ist.
Kannst du dafür eins empfehlen?
 
Hier, nur mal zur Info, dass Hand-Rekorder durchaus üblich sind - links unten:


Anhang anzeigen 351103
 
Im aktuellen Bereich aber ganz sicher nur für's Radio, sonst wäre das viel zu umständlich. Broadcast-Kameras haben ja alle mindestens 2 XLR-Eingänge, da wäre es totaler Blödsinn, mit einem externen Rekorder aufzuzeichnen. Wenn ein Tonmann dabei ist, dann hat er zwar einen tragbaren Mischer umhängen, aber die Aufnahme erfolgt in der Kamera.
 
Sicher, ich wollte es auch nur als (Hobby-)Alternative aufzeigen. Wo es z.B. mit dem Clip-Sync von FCP X super easy ist den externen Ton zu einem Clip zusammen zu setzen. Für Live ist das eh nicht gangbar.
 
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