Energiewende in Deutschland - Geschwindigkeit - Kosten?

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1Justin schrieb:
Was sagen die grünen Ideologen zu diesem harten Urteil?
Sie sagen Dir "I told you so", denn der Bericht bestätigt in Gänze ja mal wieder das ganz einfach viel zu spät mt dem Umbau begonnen wurde. Es könnte heute bereits sicher, sauber und bezahlbar sein aber nach wie vor wird ja aus ideologischen Gründen dagegen gearbeitet (siehe z.B. Söder).
Wenn einfach mal alle die Arschbacken zusammenkneifen und nicht ständig Sand in Getriebe streuen dann wären wir schon ein gutes Stück weiter.
Es gibt ein interessantes Interview von Eon-Vorstandschef Leonhard Birnbaum der aufzeigt das in der Vergangenheit der Focus darauf lag den Strompreis möglichst niedrig zu halten und kaum Investitionen ins Stromnetz zugelassen wurden, auf Kosten der zukünftigen Stromverbraucher. Das hat sich erst gebessert als Klaus Müller Chef der Bundesnetzagentur wurde, aber jetzt sind die Netzentgelte einer der Preistreiber. klick
 
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Geht nicht rein um die Energiewende, sondern um alles was damit zu tun hat. Falls es zu sehr OT sein sollte, dann sorry.

Es lohnt sich wirklich, meiner Meinung nach, sich die Zeit zu nehmen.

Dr. Mark Benecke's Vortrag vom 05.03.24 bei der Nachhaltigkeits-Planer:innen des Sparkassen-Verbandes.

 
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Also grundsätzlich möchte ich anmerken, dass man diesen Beitrag im Deutschunterricht verwenden sollte als Beispiel für provokante und voreingenommene Begriffswahl.

  • faktenreich und in aller Deutlichkeit
  • geradezu vernichtendes Zeugnis
  • Lauffeuer im ganzen Land
  • auffällig still und dann gleich mit "Angriffsfrage"

Und so weiter ... Ohne das 1Justin den Bericht an sich oder die Berichterstattung dazu gelesen bzw. verstanden hat.

Also so überhaupt nicht ... @1Justin hast du dich auch nur für 5 Minuten mit dem Thema beschäftigt oder einfach nur 2/3 deines Textes aus social Media rezitiert? Weil kurioser Weise finde ich große Teile deines Textes hier nahezu 1:1 bei diversen Verschwörungsbloggern.

"Warum eigentlich?"

Aaaanyway ...

1Justin schrieb:
In diesem Sonderbericht stellen die Rechnungsprüfer der Deutschen Energiewendepolitik faktenreich und in aller Deutlichkeit ein geradezu vernichtendes Zeugnis aus.
Nur damit wir auf einer Welle sind, das ist korrekt. Es wurde nachgewiesen, dass die bisherige Energiewendepolitik durch CDU/CSU und FDP katastrophal schlecht verlaufen ist.

1Justin schrieb:
Während sich der Bericht über die Medien wie ein Lauffeuer im ganzen Land verbreitete, bleibt es hier im Forum auffällig still. Warum eigentlich? ;-)
Also zum Einen hat sich der Bericht nur in diversen Ecken des Social Media wie ein Lauffeuer verbreitet, zum Anderen hat der Bericht absolut nichts Neues gesagt. Er weist eineindeutig nach, dass in der Vergangenheit zu wenig zu langsam und zu ineffizient geplant und ausgeführt wurde, etwas was jedem der sich halbwegs mit dem Thema befasst seit Jahren bewusst ist.

Die Haltung der NIMBY Bayern zur Energietrasse oder Sachsens "Wir investieren statt in erneuerbare Energieträger wieder mehr in Braunkohle" haben schon vor Jahren für einen Aufschrei in der "Fachwelt" (Also der ernsthaften Fachwelt, nicht den Kreisen in denen du dich bewegst) gesorgt. Es ist inzwischen ein Meme wie schlecht Bayern oder Sachsen in dieser Hinsicht sind oder wie Bayern jetzt versucht auf Einmal mit Strom aus Südafrika eine Wasserstoffwende zu erschaffen.

1Justin schrieb:
Nun, die Prüfer kamen zum Ergebnis, dass

  • Die Windenergie am Land nicht in dem gesetzlich vorgesehenen Umfang ausgebaut wird
Korrekt!

1Justin schrieb:
  • Das Bundeswirtschaftsministerium seinen Zeitplan für die gesicherte, steuerbare Backup-Kapazität voraussichtlich nicht einhalten kann
Korrekt!

1Justin schrieb:
  • Der Netzausbau erheblich der Planung zurückliege (von 7 Jahren und 6000km ist die Rede)
Korrekt!

1Justin schrieb:
Auf der Webseite des Bundesministers heißt es, dass die Energiewende „sicher, sauber und bezahlbar“ sei. Nach dem Urteil des Bundesrechnungshofs ist aber das genaue Gegenteil der Fall!
Falsch!

Hier zeigt sich, dass du:

A) Nicht blind irgendwelchen Stuss aus Social Media kopieren solltest
B) Du wenigstens verstehen solltest, was du da gerade gepostet hast.

Du hast gerade eben aufgelistet, dass der Ausbau der erneuerbaren Energieträger und vor allem des Netzausbaus deutlich hinterher hängt. Und genau das ist das Problem. nicht das die Energiewende unbezahlbar ist oder so sondern das aufgrund der blockierenden Haltung von CDU/CSU und FPD das Ganze so lange hinausgezögert wurde, dass es signifikant teurer wurde.

======

Stell es dir vereinfach so vor:

Du siehst, dass dein Reifen kaum Profil hat, aber anstatt ihn zu wechseln, machst du einfach nichts, weil du so ja kein Geld für einen neuen Reifen ausgeben musst. Dann platzt dir der Reifen und du krachst gegen eine Mülltonne.

Jetzt kommt die Versicherung und stellt ein "vernichtendes Urteil" aus, dass der Reifenwechsel jetzt keine 200€ sondern 2000€ kosten wird und das das Ganze deine Schuld ist. Dann kommt ein 1Justin an und möchte im Autothread die Meinung der Leute hören, wieso auf Einmal eine 200€ Reparatur 2000€ kostet ... und erhält dort, wie hier, nur ein gelangweiltes "Hätte man mal bei Zeiten die notwendigen Arbeiten gemacht dann wäre da nicht geschehen" zurück.

======

1Justin schrieb:
So sei z.B. die preisgünstige Versorgung nicht gesichert, was erhebliche Risiken für den Wirtschaftsstandort Deutschland in sich birgt.
Korrekt. Dies wäre nicht eingetreten, hätten CDU/CSU und FDP nicht so massiv den Ausbau der erneuerbaren Energieträger sowie des Netzausbaus blockiert.

1Justin schrieb:
Die Arbeit der Bundesnetzagentur wird auch angezweifelt, nach der die Stromversorgung von 2025 bis 2031 jederzeit gedeckt sei. Das Ergebnis der Bundesnetzagentur beruhe aber auf einen „Best-Case“-Szenario, was lt. Bundesrechnungshof völlig wirklichkeitsfremd sei!
Hier muss man anmerken, dass der Bundesrechnungshof auch kein Expertengremium ist und auch keine entsprechende Studie angefertigt hat. Es wurde einzig dargestellt, dass es auch Szenarien gibt in denen die Stromversorgung in Deutschland allein (!) nicht sichergestellt ist.

Zum Beispiel in der allgemeinen Dunkelflaute, wenn zusätzlich Frankreich seine AKW aufgrund von zu hoher Temperaturen in den Flüssen abstellen muss.

Das sind bekannte Probleme und der Bericht kommt auch, korrekter Weise, zu dem Ergebnis, dass mit einem Netzausbau, wie er ursprünglich geplant war, dieses Problem nicht bestehen würde.

1Justin schrieb:
Was sagen die grünen Ideologen zu diesem harten Urteil?
Guter Bericht, absolut katastrophaler und regelrecht bösartig voreingenommener Beitrag von dir.

TL:DR:

Der Bundesrechnungshof hat, absolut korrekt, festgestellt, dass die ursprünglich gesetzten Ziele für die Energiewende aufgrund der massiven Blockade durch CDU/CSU und FDP nicht gehalten werden können und es nun extra teuer wird, wenn man die Ziele dennoch erreichen will. Dies ist keine Kritik an der Energiewende sondern eine direkte Kritik an der absolut katastrophal schlechten Energiepolitik der einzelnen Länder, insbesondere Sachsen und Bayern.

Niemand ist von diesem Bericht überrascht, so ziemlich jeder mit halbwegs Ahnung hat es vor Jahren bereits vorhergesagt. Jetzt ist es nur offiziell.
 
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Das BDEW hat Stellung dazu genommen, das die Versorgungssicherheit in Deutschland auf Grund Festhalten an dem Kohleausstieg 2030:

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Quelle
 
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Da sieht man mal wie eine ideologische Politik auf alles Seiten zu so einem Desaster für den Klimaschutz führt.

Am Ende gewinnt nunmal die Physik und jedes Kohlekraftwerk ist eins zu viel.

Schade das die Politik in De so schwach ist. Die ersten größeren Unternehme investieren nicht länger in den De Standort, da selbst die Produktionskosten in der Schweiz geringer sind wie aktuell hier.

Ohne eine starke Wirtschaft kann man die Finanzierung der Energiewende hier eh vergessen.
 
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An die Diesel Fahrer unter euch - habt ihr schon Diesel mit HVO Beimischung getankt? 100% HVO bekommt man in Deutschland ja noch an der Tanke als Privatkunde - aber zumindest Diesel mit 25% HVO als Beimischung.
 
1Justin schrieb:
Was sagen die grünen Ideologen zu diesem harten Urteil?
Der 1. und 3. Punkt deiner Liste hat auch viel mit Verhinderungspolitik anderer Parteien zu tun (Grüße nach Bayern).

"Das kann gar nicht funktionieren"
aktiv und böswillig behindern wo es nur geht
"Siehst du, geht gar nicht"

Willkommen im Kindergarten der Politik.

Davon ab bleibt weiterhin der Punkt: die Alternativen wären noch teurer. Ja, es könnte besser & günstiger laufen, aber deshalb komplett die Spur wechseln würde noch mehr Geld verbrennen.
Ergänzung ()

_killy_ schrieb:
An die Diesel Fahrer unter euch - habt ihr schon Diesel mit HVO Beimischung getankt? 100% HVO bekommt man in Deutschland ja noch an der Tanke als Privatkunde - aber zumindest Diesel mit 25% HVO als Beimischung.
Da zitiere ich mich mal selbst:

Autokiller677 schrieb:
Nur aus Abfällen / als Nebenprodukt.

Extra dafür "Energiepflanzen" anbauen ist kompletter Schwachsinn (gleiches gilt für Bioethanol im Benzin).
Die Natur ist eine tolle Sache, aber die Effizienz der Photosynthese ist lausig gegenüber Solarzellen.
Mit Solar auf der gleichen Fläche kann man mindestens eine Größenordnung mehr Energie erzeugen, als man aus Pflanzen bekommen würde. Es wäre daher sogar immer noch vorteilhaft, wenn man den Strom verlustreich in Wasserstoff wandelt zur Speicherung und dann wieder verstromt.

Von daher - Abfälle ja, aber sobald auch nur ein Korn angepflanzt wird, um es als Hauptzweck in Gas zu wandeln ist man völlig falsch abgebogen.

Und soweit mir Google sagt, wird HVO zwar teilweise aus Rest-Fetten gewonnen, aber auch aus primär dafür angebauten pflanzlichen Ölen. Eine Zusammensetzung scheint keiner zu veröffentlichen, vermutlich ist der Reste-Anteil eher homöopatisch - und dann gilt mein Zitat von oben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Autokiller677 schrieb:
Eine Zusammensetzung scheint keiner zu veröffentlichen, vermutlich ist der Reste-Anteil eher homöopatisch - und dann gilt mein Zitat von oben.
Das Bundesumweltamt hat keine konkrete Zusammensetzung veröffentlicht (klick), da es für die Gewinnung an sich egal ist, solange das HVO halt die DIN Norm (DIN EN 15940) erfüllt.

An sich haben wir in Europa trotz Verbrennerverbots in 2035 ja immer noch ein extrem großen Fahrzeugbestand, der Diesel oder Benzin nutzt. HVO kann hier helfen, die Fahrzeugflotte CO2 freundlicher zu machen - wenn halt die richtigen Pflanzenfette dafür verwendet werden. Sprich, kein Palm-Öl aus Asien, auf deren Flächen vorher Wälder standen.

EFuels sind ebenfalls interessant - da sie die große Speicherfrage von Strom aus PV bzw. Windkraftwerken lösen können. Aktuell ist es m.E. nicht sinnvoll, im Sommer die Überschüsse ins Ausland zu verkaufen nur um dann in den Wintermonaten wieder Kohle- und Atomstrom aus anderen Ländern zu importieren. Per EFuels kann man auf ein bestehendes Netzwerk von Kraftstoffversorgung und -lagerung zurückgreifen und muss dieses nicht teuer neu bauen.

Und nein, bitte den Beitrag nicht so verstehen, als wäre dies die Lösung für die Energiewende - nur manchmal stehen wir uns selbst im Weg, auf Lösungen zurück zu greifen bis ggf. die eigentlich super tolle extrem nachhaltige Lösung dann gefunden wurde!
 
_killy_ schrieb:
trotz Verbrennerverbots in 2035
Du meinst das Neuzulassungsverbot für Fahrzeuge, die nicht nur E-Fuel tanken können. Das wird sowieso sehr interessant, wie das technisch gelöst werden soll, da fossiler Kraftstoff sich chemisch nahezu nicht von E-Fuel unterscheiden lässt, aber Verbrenner sind dann nur noch Neuzuzulassen, wenn sie nur E-Fuel tanken und verbrauchen können.
_killy_ schrieb:
Aktuell ist es m.E. nicht sinnvoll, im Sommer die Überschüsse ins Ausland zu verkaufen nur um dann in den Wintermonaten wieder Kohle- und Atomstrom aus anderen Ländern zu importieren
Derzeit ist das aber vor dem Abregeln die einzige Alternative, die läuft, denn wir haben noch keine Massen an Elektrolyseuren stehen und die Netzvorgaben machen eine wirtschaftliche Speicherung unmöglich (doppelte Netzentgelte!). DESWEGEN wird in D bislang größtenteils nur privat Strom gespeichert.
 
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... und eine kleine Anmerkung. Wir importieren hauptsächlich Ökostrom aus den nördlichen EU-Ländern.
 
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_killy_ schrieb:
An sich haben wir in Europa trotz Verbrennerverbots in 2035 ja immer noch ein extrem großen Fahrzeugbestand, der Diesel oder Benzin nutzt. HVO kann hier helfen, die Fahrzeugflotte CO2 freundlicher zu machen - wenn halt die richtigen Pflanzenfette dafür verwendet werden. Sprich, kein Palm-Öl aus Asien, auf deren Flächen vorher Wälder standen
Solange wir auf den Flächen auch PV hinbauen könnten und den Strom nutzen, um CO2 zu sparen, bringt das mehr, als man in den Autos sparen kann.

Das wäre also wenn ein sehr später Schritt. Vorher sollte erstmal alles dran sein, wo mit grünem Strom CO2 gespart werden kann - und das sogar, wenn es über Wasserstoff / E-Fuel geht. Wie gesagt, man bekommt so viel mehr Energie aus Solar ggü. Pflanzen, dass man selbst mit Umwandlungsverlusten i.A. noch besser dasteht.

_killy_ schrieb:
EFuels sind ebenfalls interessant - da sie die große Speicherfrage von Strom aus PV bzw. Windkraftwerken lösen können. Aktuell ist es m.E. nicht sinnvoll, im Sommer die Überschüsse ins Ausland zu verkaufen nur um dann in den Wintermonaten wieder Kohle- und Atomstrom aus anderen Ländern zu importieren. Per EFuels kann man auf ein bestehendes Netzwerk von Kraftstoffversorgung und -lagerung zurückgreifen und muss dieses nicht teuer neu bauen.
E-Fuels aus Überschusstrom auf jeden Fall für saisonalle Speicher. Aber halt nicht aus Biomasse (außer Abfälle), und auch wenn der Name durch das E eigentlich für Strom steht, wird das in der allgemeinen Diskussion manchmal leider vermischt.
 
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Buttkiss schrieb:
Es gibt ein interessantes Interview von Eon-Vorstandschef Leonhard Birnbaum der aufzeigt das in der Vergangenheit der Focus darauf lag den Strompreis möglichst niedrig zu halten und kaum Investitionen ins Stromnetz zugelassen wurden,
Der lügt, daß sich die Balken des HKMP-Kranes biegen.

Schon vor über 25 Jahren wurde der Netzausbau und die EEG-Kosten auf den Endverbraucher per Gesetz abgeschoben, weil sich die Energiekonzerne da nicht beteiligen wollten.
Mit ausreichender Lobbyarbeit haben sie ihre Ziele in den CDU- und SPD-Regierungen durchgesetzt.
 
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Hier sieht man das wir Strom vor allem in den Süden exportieren und aus dem Norden, vor allem aus Dänemark, importieren.
 
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wuselsurfer schrieb:
Endverbraucher per Gesetz abgeschoben, weil sich die Energiekonzerne
Ob der Endverbraucher sie Kosten per Stromsteuer/Entgelte oder direkt über allgemeine Steuern zahlt ist am Ende recht irrelevant.

Es war von Anfang an Klar, dass die Privathaushalte einen Großteil der Kosten tragen müssen, da die Industrie im internationalen Wettbewerb sonst spürbar beeinträchtigt ist.

Solange sich die Kosten an anderer Stelle rentieren für die meisten auch kein Problem.
 
HtOW schrieb:
Es war von Anfang an Klar, dass die Privathaushalte einen Großteil der Kosten tragen müssen, da die Industrie im internationalen Wettbewerb sonst spürbar beeinträchtigt ist.
Was hoffentlich auch klar war, dass sich der Strompreis genauso für alle KMU erhöhen wird und dadurch alles vom Brot bis zum Auto teurer werden wird.

HtOW schrieb:
Solange sich die Kosten an anderer Stelle rentieren für die meisten auch kein Problem.
Welche anderen Stellen sollen das sein? Mein Strompreis hat sich von 2019 bis jetzt um 30% erhöht ohne das in einen Mehrwert davon habe. Analog dazu natürlich auch alle Güter des täglichen Lebens.
 
Immerhin schreitet die Fusion voran, nur wird das für uns wohl etwas zu spät kommen.

Private Insellösungen in Form von Balkonkraftwerken usw kann ich mir am ehesten vorstellen.
 
A415 schrieb:
Was hoffentlich auch klar war, dass sich der Strompreis genauso für alle KMU erhöhen wird und dadurch alles vom Brot bis zum Auto teurer werden wird.
Ja das ist klar, es ist nunmal leider so, dass die Netzbetreiber sich den Netzausbau ASAP finanzieren lassen wollen. Da der Staat hierfür keine Schulden aufnehmen darf, sind wir leider dazu verdammt diese Kosten umzulegen.

Der Industriestrompreis darf nicht zu sehr belastet werden - wieso sollte selbsterklärend sein.
Außerdem sind wir, gerade bei den größten Industrien, darauf angewiesen, dass diese netzdienlich umgebaut werden, sprich auch die Industrie wird Ihren Beitrag leisten - auch wenn nicht über die Abgaben je kWh.


A415 schrieb:
Welche anderen Stellen sollen das sein? Mein Strompreis hat sich von 2019 bis jetzt um 30% erhöht ohne das in einen Mehrwert davon habe. Analog dazu natürlich auch alle Güter des täglichen Lebens.

Also laut wechselpilot.com lag der Strompreis 2019 im Mittel bei 30,46c/kWh. Meiner liegt derzeit bei 27,61c/kWh und der für meine Wärmepumpe bei 20,41c/kWh. Vielleicht solltest du dir einen anderen Energieversorger aussuchen? Bzw. was zahlst du denn derzeit, wenn ich fragen darf?


Darüber hinaus musst du, sofern du nicht bereits 60-70 Jahre alt bist, auch an die Zeit DANACH denken, in der der Strom massiv günstiger wird. Dieses Versorgungsnetz wird ja nicht alle 10 Jahre neugebaut, sondern dann lediglich in Stand gehalten.

Sobald die Wärme- und Verkehrswende vollzogen und das Netz darauf angepasst wurde, dann IST der Netzausbau abgeschlossen und bedarf keine 100te mrd Investitionen mehr.



Um es mal mehr oder weniger sinnbildlich zu erklären:

Du musst dir den Netzausbau wie die Tilgung für eine Immobilie vorstellen. Wenn du dir eine Immobilie für bspw. 20 Jahre finanzierst, dann zahlst du in diesen 20 Jahren selbstverständlich einen hohen monatlichen Abschlag, danach befindest du dich jedoch in einer Zeit, in der du diese sehr günstig nutzen kannst.
Es wird hier und dort kleinere Reperaturen geben, jedoch wird es viele viele Jahre dauern bis du wieder etwas mehr Geld, wie bspw. in der Reperatur einer Fassade stecken musst, aber niemals mehr so viel wie du mal für den Bau bezahlt hast.
 
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ZeT schrieb:
Immerhin schreitet die Fusion voran, nur wird das für uns wohl etwas zu spät kommen.
Das höre ich seit 50 Jahren: in 10 Jahren ist es soweit und wir werden damit unendliche Energie erzeugen können.
Bis jetzt kommt da gar nichts.
Ergänzung ()

Buttkiss schrieb:
Es könnte heute bereits sicher, sauber und bezahlbar sein aber nach wie vor wird ja aus ideologischen Gründen dagegen gearbeitet (siehe z.B. Söder).
Das sind nicht mal ideologische Gründe.
Das sind handfeste finanzielle Interessen der Stromindustrie.
Die 4 Schwestern haben sich doch mit Händen, Füßen und Lobbyisten gegen den Wandel zu erneuerbaren Energien gewehrt.
Hätten wir zu Kohls Zeiten die KKWs eingestampft, hätten wir heute 75% Windkraft und 35% Solarstrom.
Ja, das ist Absicht mit den 110%.

Wenn ich den Söder-Kasper sehe, wird mir gleich schlecht.
 
Zuletzt bearbeitet:
DrPinguin schrieb:
Bzw. was zahlst du denn derzeit, wenn ich fragen darf?
Derzeit zahle ich 26 cent netto. 2019 waren es 20.

DrPinguin schrieb:
Darüber hinaus musst du, sofern du nicht bereits 60-70 Jahre alt bist, auch an die Zeit DANACH denken, in der der Strom massiv günstiger wird.
Ich will dir nicht zu nahe treten aber das klingt wie nach einem dubiosen Angebot von dubiosen Gestalten in dubiosen Ecken der Stadt... Zahlen Sie heute massiv mehr (das Ende der Steigerungen ist ja noch nicht erreicht) und wir glauben mit ihnen gemeinsam daran dass es sehr viel günstiger werden wird, "irgendwann in der Zukunft".

DrPinguin schrieb:
Sobald die Wärme- und Verkehrswende vollzogen und das Netz darauf angepasst wurde, dann IST der Netzausbau abgeschlossen und bedarf keine 100te mrd Investitionen mehr.
Dann senken auch sicher alle Stromanbieter wieder brav die hohen Preise sowie seinerzeit die Gastronomen und der Einzelhandel während Corona als diese massivste vom Steuerzahler entlastet wurde? Ich glaube es erst wenn ich es sehe.

Nun bin ich in einer wirtschaftlichen und finanziellen Situation in der mich die gestiegenen Stromkosten und die des täglichen Lebens nur aufregen, mehr nicht. Wenn ich mal finanziell ins Straucheln gerate ist hierzulande schon längst Mord und Totschlag ausgebrochen.

Ich kenne jedoch schon zu viele denen es finanziell gar nicht mehr so gut geht. Zuerst wird nicht mehr so oft in den Urlaub gefahren, das neue Leasingfahrzeug ist eine Nummer kleiner, die Frau beschwert sich bei meiner Freundin dass die Kreditkosten etc. immer mehr steigen werden und jetzt zeichnet sich auch noch ab dass der Arbeitsplatz vom Ehemann alles andere als sicher ist (die Firma macht hier dicht wegen Energiekosten und Bürokratie - ist halt keine Großindustrie die von uns subventioniert wird). Das ist exemplarisch für viele Familien oder auch Einzelpersonen welche halt nicht in gut bezahlten Berufen arbeiten.

Da braucht sich das Land über eine Radikalisierung von einem immer größeren Teil der Gesellschaft nicht zu wundern. Ich hoffe die Energiewendebefürworter können das auch irgendwie den immer größer werden Teil der Unzufriedenen auch erklären. Ich fürchte nur da wird ein "wenn alles fertig ist wird es günstiger" nicht mehr helfen...

Man hätte das alles anders angehen müssen. Erstmal alles ausbauen und danach nicht mehr benötigte Kohlekraftwerke etc. abschalten, nicht wie jetzt umgekehrt, oder eine Volksabstimmung über den jetzigen Kurs machen müssen. Einfach mit der Brechstange draufkloppen und "hurra" rufen wird gesellschaftlich sehr böse enden.
 
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