Erdung für Ethernet?

haeuslebauer

Lt. Commander
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Hi!

ich überlege, ob ich mein Ethernet im Haus erden sollte, also auf die Potentialausgleichsschiene?

Mein Patch-Panel hat einen entsprechenden Anschluss, und an dem Panel laufen fast alle Kabel zusammen.

Ist das übertrieben, oder sinnvoll? Schutz vor Überspannung?

Habe wo gelesen 6mm2 Leitung zur Poti-Schiene, aber das ist schon auch ganz schön fett? Das Kabel am Patch-Panel ist vielleicht 1,5mm2?

Grüße!
 
"Fette" Leitung=geringerer Widerstand also will der Strom lieber über deine Erdung entweichen als durch deine Geräte oder verstehe ich die Frage falsch :confused_alt:
 
@TheGhost31.08 Ja, theoretisch schon richtig. Aber 4mm2 wie in dem anderen Thread hier sind schon immer noch ordentlich.. sicher geringerer Widerstand als die andere Richtung, oder?
 
Sitzt das Patchpanel in einem Schrank, welcher wiederrum über die Hauptpotentialausgleichsschiene (mit bestenfalls min 6mm) geerdet ist / werden kann? Oder ist es nur ein „Stand-Alone“ Patchpanel? Ist der dazugehörige Switch auf einem Potential mit dem Panel, was z.B. über die einbauschienen im Schrank passieren kann?
Oder geht es dir nur darum in der Schirmung durch Induktion auftretende Ströme zu eliminieren? Dazu dann die Frage, sind auf der "anderen Seite" Dosen und ist in diesen auch der Schirm aufgelegt? Hat das verlegte Kabel überhaupt eine Schirmung?
 
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Eine Verbindung eines Metallgehäuses mit der Potentialausgleichsschiene ist als Schutzpotentialausgleich zu werten und lt. Norm mit min. 6mm2 Grüngelb auszuführen.
Ist nicht hier nicht nur aus Gründen des Personenschutzes sinnvoll/vorgeschrieben (Schutz vor gefährlicher Berührungsspannung im Fehlerfall), sondern auch aus EMV Gründen (Erdung der Schirme der Patchkabel).
 
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Ungleichmäßige Potentiale zwischen verschiedenen Netzwerksegmenten oder Geräten können Störsignale und Datenfehler verursachen. Besonders kritisch bei langen Kabelstrecken oder bei Verbindungen zwischen Gebäuden.

Und wir haben da so ein paar Normen an die man sich halten muss/sollte.
Zum Bleistift: DIN EN 50174, VDE 0100

Dein Haus, dein Grab deine Netzwerkqualität. Mach ordentlich :)
Präzises auflegen auf Patchpanel und an Dose ist auch nicht zu belächeln, das heisst nicht zum Spaß twisted pair.

Ich hab hier über ne alte Telefonleitung 100mbit realisiert, ich war überrascht wie Fehlerfrei und mit twisted ist da nix und es sind so einige Meter, aber trotzdem richtig machen macht Sinn.
 
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Erst mal schauen was der TE antwortet, wenn das Panel nur als "bessere Netzwerkdose" lose auf dem Tisch liegt / an der Wand hängt und UTP Kabel genutzt wurden gibt es keine Potenziale zum Ausgleichen.
 
Würde ich so nicht sagen. Jedes Gerät mit Schutzleiter Erdet über den Endstromkreis das Patch Panel. Ist kein Sk1 Gerät vorhanden, schwebt das Potential in der Luft.
Daher Erden.
Mir fällt da gerade noch was ein. Nimm mal folgenden Fall:
Defektes Gerät sk1 und Erdung an der Steckdose Unterbrochen. Dann liegt die Fehlerspannung auf dem Netzwerkschirm und auf dem Gehäuse des Panels. Steckst du jetzt nen Patch Kabel in ne Netzwerkdose, liegt die Spannung auf dem Schirm Kontakt des Netzwerkkabels. Damit rechnet keiner um beim hantieren mit der Patch Leitung kannste dir mal ganz schnell einen fangen.
 
xeroftw schrieb:
Würde ich so nicht sagen. Jedes Gerät mit Schutzleiter Erdet über den Endstromkreis das Patch Panel.
Wie das bei UTP Kabeln und kein physischen Kontakt z.B. über eine geerdete Einbauschiene in einem Schrank?
 
Weil jeder auch Utp Kabel da hat. Die Praxis sieht doch eher so aus:
Es werden mitgelieferte Kabel genommen und die, die man eh zu Hause rumfliegen hat. Ansonsten wird auf Amazon nach 20cm Patchleitung gesucht und die erstbesten genommen. Ob geschirmt oder nicht, da achtet Otto Normalverbraucher nicht drauf.
 
xeroftw schrieb:
Weil jeder auch Utp Kabel da hat.
Weißt du es beim TE, kannst du es ausschließen?
Ich nicht, darum habe ich ja auch nachgefragt:
Ja_Ge schrieb:
Erst mal schauen was der TE antwortet,
K.A. warum Nachfragen da jetzt schon ein Diskussionspunkt ist. Ich habe auch schon Installationen mit UTP - only durchgeführt, entweder aus Spargründen oder weil gewünscht z.B. über mehrere Wohnungen mit verschiedenen Stromkreisen / Zählern.
 
Über mehrere Wohnungen hinweg würde ich persönlich sogar auf Glas gehen, komplett galvanisch getrennt.
Ich hab zb noch keine Netzwerkinstallation ohne Schirm gesehen, sei es im Industriellen Bereich oder im privat Haus. Ist auch eigentlich recht unüblich, für mein Verständnis.
 
xeroftw schrieb:
Ich hab zb noch keine Netzwerkinstallation ohne Schirm gesehen,
Geht noch schlimmer, mir ist die Tage eine CCA - UTP Installation untergekommen. Natürlich direkt unter Putz ohne Leerrohre. Da war Schirmung das geringste Problem, dort wurden die Leiter im Patchpanel und Dosen angelötet weil die so weich waren, dass die keinen stabilen Kontakt hinbekommen hatten. Leider wird so ein Müll viel verkauft.
 
xeroftw schrieb:
Weil jeder auch Utp Kabel da hat. Die Praxis sieht doch eher so aus:
Es werden mitgelieferte Kabel genommen und die, die man eh zu Hause rumfliegen hat. Ansonsten wird auf Amazon nach 20cm Patchleitung gesucht und die erstbesten genommen. Ob geschirmt oder nicht, da achtet Otto Normalverbraucher nicht drauf.
Ich habe bei mir darauf geachtet. Wenn ich Cat 7 Kabel verlege muss ich vernünftiger Weise auch das Patchkabel vom pabel zum Switch in gleicher Qualität nehmen. Damit die Schirmung auch bis s zum PC durchgängig ist. Das Patchkabel von der Dose zum PC sollte idealer Weise auch geschirmt sein. Ale Langkabel als Cat7. Nur die Stecker können nur Cat6a.
 
Achtung: Wenn die Schirmung beidseitig auf jeweils verschiedene Erdpotentiale aufgelegt wird (eimal per PC-Gehäuse und auf der anderen Seite per Erdungsschiene) ergeben sich Potentialausgleichsströme (50Hz) über den Schirm (also eine „Brummschleife“), welche in die Datenleitungen einstreuen können (je nach Potentialunterschied und somit Höhe der Ausgleichsströme mit mehr oder weniger störender Auswirkung).

Das ist nicht gut für die Datenintegrität und erhöht über die Fehlerkorrektur die Anzahl an Neuanforderungen von „unleserlichen“ Datenpaketen.

Der Schirm des Verlegekabels wird einseitig auf Erde gelegt und so weit wie möglich mitgeführt.
Aber „der letzte“ Meter (also das Patchkabel zum fast immer per Schutzkontakt geerdeten PC) sollte keine Schirmung mehr haben, damit eben keine Potentialausgleichsströme hierüber fließen können.

Die Erdung des „Gesamtschirms“ einer Datenleitung ist immer einseitig vorzunehmen (z.B. Netzwerkschrank/Patchpanel).
Bei mehreren Leitungen zu verschiedenen Endgeräten ergibt sich so eine sternförmige Erdung.
 
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xeroftw schrieb:
Ich hab zb noch keine Netzwerkinstallation ohne Schirm gesehen, sei es im Industriellen Bereich oder im privat Haus.
Hab ich bei einer großen Niederlassung eines Konzerns mal gebaut, sowohl im Büro als auch durch Industriehallen über gut belegte Kabelstraßen. War Cat 6A-UTP eines Markenherstellers und schön zu verarbeiten, mit den Grenzwerten gabs auch keine Probleme.
Ergänzung ()

xeroftw schrieb:
Über mehrere Wohnungen hinweg würde ich persönlich sogar auf Glas gehen, komplett galvanisch getrennt.
Praktisch ist Ethernet ja auch galvanisch getrennt. Würde in solchen Fällen aber heutzutage auch auf Glas gehen.
 
FarmerG schrieb:
Der Schirm des Verlegekabels wird einseitig auf Erde gelegt und so weit wie möglich mitgeführt.
👍 genau so. Darum ist ja auch die Frage so wichtig, ob es hier um einen Potentialausgleich oder eine Schirmung geht.
 
rezzler schrieb:
Praktisch ist Ethernet ja auch galvanisch getrennt.

Nur die Datenleitungen über die PHY-Receiver.
Der Schirm eines ETH-Kabels wird bei Verwendung von metallischen RJ-45-Steckern über die seitlichen inneren Blechlaschen der RJ45-Buchse weitergeführt.
 
Deshalb nimmt man LWL- Kabel wenn mehreren Gebäuden zur Verbindung. Andernfalls müssten die alle Potentialausgleiche niederohmmug miteinander verbunden werden, damit nicht die Schirmung diesen Job übernehmen muß. Daher wird LWL-Kabel verwendet um Gebäude galvanisch zu trennen. Einziger Nachteil ist, dass das Spleißen teuer ist.
 
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