Eure Meinung zum Ingenieurmangel

feuerfuchs

Lt. Commander
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Hi,

ich werde 2012 das Abi machen und möchte mir schonmal überlegen, welche Studienfächer für mich in Betracht kommen könnten.
Ein mögliches wäre Elektro- und Informationstechnik.

Man liest in den Medien z.Z. sehr häufig etwas vom Ingenierurmangel, sogar von Forderungen, dass Fachkräfte aus dem Ausland geholt werden sollen.

Auf der anderen Seite hört und liest man oft davon, dass das alles gar nicht stimmen würde, z.B. hier, hier oder hier, wer mehr braucht einfach googeln :D
Viele Ingeniere klagen, dass sie arbeitslos sind, schlecht bezahlt sind nur in Leiharbeit sind, ...

Deshalb wollte ich mal eure Meinung und Erfahrunge zum Ingeniermangel wissen. Gibt es diesen eurer Meinung nach überhaupt?

Freue mich auf die Antworten :)

MfG feuerfuchs

ps: Ich hoffe, das gehört nicht in den Wirtschaftsbereich. Falls doch, bitte verschieben. Danke!
 
Ich hab grad ein duales Studium Mechatronik bei einem großen deutschen Automobilzulieferer angefangen. Mein Ausbilder ist wirklich verzweifelt nach der Suche nach neuen Bewerbern. Schon jetzt werden viele Forschungseinrichtungen ins Ausland verlagert, da hier in Deutschland immer weniger Ingenieure vorhanden sind(der Hauptgrund sind jedoch die Kosten^^).

Ein duales Studium kann ich dir wirklich empfehlen, schau mal auf die Seite der DHBW Mannheim oder der anderen Standorte.
 
Solange Absolventengehälter stagnieren oder fallen, und solange Ingenieure älter 50 zu teuer sind, gibt es auch keinen wirklichen Mangel an Ingenieuren.
Es gibt aber einen Mangel an jungen Ingenieuren mit viel Berufserfahrung, die sich weit unter ihrem Wert versklaven lassen. Die Sachen werden gelegentlich verwechselt.

Wenn so ein Studium für dich interessenmäßig in Frage kommt kannst du trotzdem darüber nachdenken.
2012+5 Jahre für Master macht 2017. Absolut niemand kann dir heute sagen wie die Situation dann aussieht. Also was solls . . .
 
ein kollege von mir studiert grade auch elektro-und informationstechnik an der tu münhcne. tja - er hat sein studium noch nicht mal fertig und kann sich 3 jobs aussuchen die er nach dem studium wahrscheinlich sicher hätte.
 
Mal ganz ehrlich. Ob dieser Mangel jetzt tatsächlich so ausgeprägt ist, wie er in der Öffentlichkeit dargestellt wird, ist doch völlig irrelevant.
Die Frage, die du dir stellen solltest, ist doch - Welcher Berufszweig hat bessere Chancen?

Es wird in jedem Studiengang oder Berufszweig immer Leute geben, die am Ende ohne Job da stehen.
Das mag dann aber an mangelnder Flexibilität, Leistungen, Art des Studium, überzogenen Vorstellungen, Pech oder sonst was liegen - da gibt es viele Einflussfaktoren, aber ich denke ein Ingenieurstudium ist nach wie vor eine gute Wahl.
Um genau in das Profil zu passen (jung, Berufserfahrung) bietet sich ein duales Studium an, damit ist der Job, wenn man sich ordentlich anstellt, quasi vorprogrammiert.
 
studiere in dem fachgebiet, dass dich interessiert, nicht das du für am lukrativsten hälst..

Gute "arbeitskräfte" sind die, denen ihre arbeit spaß macht.
 
2012+5 Jahre für Master macht 2017. Absolut niemand kann dir heute sagen wie die Situation dann aussieht. Also was solls . . .

Am Besten ist daher eigentlich, nach seinen Interessen zu gehen. Man muss lange Jahre in dem studierten Beruf arbeiten. Dann kommt man schon irgendwie zurecht.
 
Ingenieurswissenschaften sind und werden wohl auch langfristig in Deutschland gefragt sein. In sofern ist das sicherlich keine schlechte wahl.

Erkundige dich aber auch ob das Studienfach dir liegt. Das ist sehr mathematisch.
 
Hallo, würde auch sagen dass heute keiner sagen kann was in 6 oder 7 Jahren ist, wenn du fertig wirst. Bin selber seit 2 Jahren Ing. und kahm damals durch eine Zeitarbeitsfirma zu einem Sportwagenhersteller in Stuttgart :-). Dort hörte und hört man auch immer von Ing. Mangel. Allerdings wenn ich mich beworben habe kamen ständig Absachen obwohl es genau "mein" Gebiet war. Unter vorgehaltener Hand hörte man dann aus der Personalabteilung, dass es eigentlich Sinnlos ist sich auf manche ausgeschrieben Stellen zu bewerben. Es sei denn man bewirbt sich als Praktikant oder kommt durch eine Zeitarbeitsfirma rein.
Da es vor allem in großen Firmen so ist, dass man zwar Ing. sucht aber nichts für zahlen will. Am esten Leute aus dem Ausland mit geringem Lohn oder Zeitarbeitsfirmen.
Habe zwar zur Zeit einen guten Job aber ich kann es echt nicht mehr hören. Vor allem wenn es noch heißt qualif. ausländische Arbeitskräfte hohlen oder Standorte ins Ausland deswegen verlagern. Bei kleinen oder mittelst. Firmen mag es zu treffen aber bei großen Firmen ist in meinen Augen nur ein Mittel um billige Arbeitskräfte zu finden.

mfg
 
also ich studier gerade Elektrotechnik & Info

das mit den arbeitlosen Ingenieuren hat oft einen einfachen grund.
viele sind einfach nicht "arbeitsfähig", wenn man für ein studium das für 3,5-4 jahre ausgelegt ist 5+ jahre benötigt und immer noch scheiß noten hat, hat dies ein grund das diese faul, nicht ehrgeizig, und belastbar sind.

bei EI gab es und wird es vermutlich weiterhin eine differenz zwischen ausgebildeten und benötigen ingenieure geben, es gibt schlicht zu wenige, da wenige sich dieses zeitraubende aufwendige und schwierige studium antun

das mit den niedrigen einstieggehältern ist ein porblem der betriebe bei dene der mangel noch nicht weh genug tut.
ein freund der im frühjahr als maschinenbauer fertig wurde hat ein angebot erhalten, bei dem er weniger! verdiente wie vor dem studium als technischer zeicher. wieso sollte er bei dieser firma arbeiten? wegen der netten leute?
 
Bei Spiegel Online solltest du mal nach "Einstiegsgehalt" suchen. Da wirst du sehen, dass alle Akademiker mit einem von der Wirtschaft angesehen Fach (Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften) die höchsten Einstiegsgehälter erhalten im Durchschnitt. Ingenieure und oder Informatiker sind immer ganz oben mit dabei. Von daher kannst du froh sein, wenn dich so ein Berech interessiert und du das Studium packst. Durch den demographischen Wandel wird das Problem des Fachkräftemangels in den nächsten noch verschärft, wie man öfter auf www.zeit.de nachlesen kann.
Grundsätzlich ist natürlich Ingenieur nicht gleich Ingenieur - es gibt auch Studiengänge wie Städteplanung, die zwar Dipl.Ing werden, (neuerdings BA/MA) aber nicht ganz so gute Aussichten haben.

studiere in dem fachgebiet, dass dich interessiert, nicht das du für am lukrativsten hälst..
ist auf jeden Fall sehr wichtig. Viele Jahre durch ein Studium quälen was man nicht mag wird ein im durchschnitt höheres Einstiegsgehalt nicht rechtfertigen - stell dir vor du brichst nach 2 Jahren ohne Abschluss ab. Wenn deine Alternative allerdings ein "schwieriges" Fach wie Kunstgeschichte oder Archaeologie ist, wäre es aber evtl doch nicht schlecht ne Ingenieurswissenschaft mal anzugucken ;-) Zumindest an ner FH
 
ich bin auch am elektrotechnik studieren u habs hoffentlich bald fertig.
es ist einfach wirklich so dass das studium nicht gerade einfach ist, man in manchen klausuren mit ner 3.0 zu dem oberen viertel gehört u keine gute idee hat wie man das den personalern später beibringen soll. also wenn du dir wirklich e-technik "antuen" willst dann glaube ich sieht es später mit einem job nicht ganz schlecht aus. was meiner meinung nach jedoch mindestens so wichtig ist wie top noten ist eine soziale kompetenz. u da gibt es einfach einige etechniker die nichtmal wissen was das sein soll.
 
paxxie schrieb:
es ist einfach wirklich so dass das studium nicht gerade einfach ist, man in manchen klausuren mit ner 3.0 zu dem oberen viertel gehört u keine gute idee hat wie man das den personalern später beibringen soll.

ja gut das sind die profs. da muss man durch. hab erst letztes semester eine Klausur geschrieben, wo der prof sagt wenn der schnitt besser wie 3,5 ist wird der schnitt angehoben, egal ob 50% durchfallen, wer bei den einen 2er oder besser schafft hats dafür echt drauf, was ihm wieder nichts bringt,da man an einer anderen Hochschule dieses Fach locker mit nem 1er bestehen kann.
Hochschulen sind untereinander schwer miteinander zu vergleichen

und dann muss man sich gegen anderen bewerbern behaupten die von popel HS kommen, und bevorzugt werden da diese personal futzis keine ahnung haben
 
Hirschwolf schrieb:
und dann muss man sich gegen anderen bewerbern behaupten die von popel HS kommen, und bevorzugt werden da diese personal futzis keine ahnung haben

Das Problem ergibt sich ja im Prinzip nur für den Berufseinstieg.
Ob der mit den besseren Noten auch besser ist, ob der Abgänger einer 'Elite-Hochschule' dem einer Gewöhnlichen tatsächlich überlegen ist wie so oft großspurig behauptet wird, das zeigt sich dann im Berufsleben.
Wesentlich für den Erfolg ist übrigens die Fähigkeit sich und seine Vorzüge verkaufen zu können.
Also belegt nicht nur technische Module. ;-)
 
Wenn ich als Arbeitgeberverband immer eine große Auswahl an Absolventen haben möchte, würde ich für einen Angebotsüberhang sorgen.
 
Doc Foster schrieb:
würde ich für einen Angebotsüberhang sorgen.

In der Tat. Klappt bislang auch ganz gut. :-)

Hirschwolf schrieb:
so viel nicht technisches gibt es bei uns nicht, und das von den sozies wird nicht anerkannt

Ernsthaft? Bei uns gibt es Zusatzmodule ( 2,5 Credits, 1SWS) von denen für den Bachelor 4 zu wählen sind. Mindestens 2 davon müssen nichttechnisch sein.
Problematisch ist allerdings dass das Semester zeitlich so eng gepackt ist, das es praktisch unmöglich ist sich 'richtige' fachfremde Module zu suchen und auf die nicht anerkannten Credits zu pfeifen . . .
 
feuerfuchs schrieb:
Hi,

ich werde 2012 das Abi machen und möchte mir schonmal überlegen, welche Studienfächer für mich in Betracht kommen könnten.
Ein mögliches wäre Elektro- und Informationstechnik.

Man liest in den Medien z.Z. sehr häufig etwas vom Ingenierurmangel, sogar von Forderungen, dass Fachkräfte aus dem Ausland geholt werden sollen.

Hallo feuerfuchs,

ich habe Informationstechnik studiert und mit "sehr gut" abgeschlossen. Es mag vielleicht etliche Jobangebote geben, aber es ist trotzdem sehr schwer. Falls du einen Job suchen solltest, der auch gut bezahlt ist. Es gibt viel weniger gute Angebote, als mann glauben moechte. Ich habe einige Jahre als Schaltungsentwickler (PSU, HF-Verstaerker, Computerhardware, EMV-Messtechnik halt) gearbeitet, bis es dann ins Ausland verlagert wurde. Jetzt bin ich selbst im Ausland, weil halt in D nichts zu finden war. Zeitarbeit, befristete Jobs und schlechte Bezahlung gibt es natuerlich.

mike
 
Meine persönliche Erfahrung: Wer eine Ingenieurswissenschaft studiert hat, halbwegs vernünftige Noten hat, halbwegs schnell fertig geworden ist, relevante praktische Erfahrungen neben dem Studium gesammelt hat und sich bundesweit bewirbt, sollte problemlos eine gut bezahlte Vollzeitstelle bekommen. Ich habe Lebensmitteltechnologie studiert, also eher eine "Rand"-Ingenieurswissenschaft. Ich habe nach dem Studium ca. 10 Bewerbungen geschrieben (alles Initiativbewerbungen), wurde zu drei Gesprächen eingeladen, zu zwei Gesprächen bin ich gegangen, bei beiden wurde mir eine gut bezahlte, unbefristete Vollzeitstelle angeboten. Ob man jetzt wirklich von "Ingenieurmangel" reden kann mag ich nicht beurteilen, unter den eingangs von mir genannten Voraussetzungen sind die Jobchancen allerdings definitiv sehr gut.
 
grundsätzlich kann man sagen: wer in einem MINT-fach studiert und gute noten hat, wird später bei der jobsuche keine großen probleme haben. idealerweise verbringt man praxissemester bei seinem wunscharbeitgeber und knüpft dort weiter kontakte, sodass vlcht auch ein studi-job in den semesterferien rausspringt. nach dem abschluss ist es dann meist nur noch eine formale geschichte den arbeitsvertrag einzutüten. so war es bei mir und vielen kollegen, die mit mir studiert haben.

wenn man eher von der null-bock-generation ist, die semesterferien lieber rumgammelt und nach 4-gewinnt studiert, wird man es später natürlich auch schwieriger haben, nen gut bezahlten job zu finden. dann bleiben eben nur die kleinen klitschen übrig bei denen bei 35k schluss ist.
 
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