Festplatten nach neun Jahren im horizontalen Betrieb auf die Seite stellen?

Donnerkind

Lt. Commander
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Hallo Foristen,

irgendwo in den Tiefen des Forums las ich mal einen Hinweis, dass, wenn Platten erstmal auf eine Ausrichtung "eingefahren" sind, es ungünstig für die Mechanik sein kann, wenn man sie dann anders betreibt. Ich möchte mich mal genauer informieren, ob da etwas dran ist.

Konkret geht es um mein Selbstbau-NAS, das ich mir Ende 2016 zusammenschusterte. Damals gingen zwei Platten vom Typ WD Red 6 TB (prä-SMR-Ära) rein. 2017 kamen zwei weitere baugleiche hinzu. Eingebaut ist alles in ein Inter-Tech SC-4100, die Platten sind also horizontal verbaut. Das NAS ist nicht im Dauerbetrieb, es ist meistens zwischen ein paar Tagen bis zwei Wochen an und steht dann mehrere Wochen bis zu drei Monate abgeschaltet. Bis jetzt geht es den Platten laut SMART sehr gut, ich mache auch ein paar Mal im Jahr präventiv ZFS-Scrubs.

Ich überlege seit einiger Zeit, auf ein Jonsbo N2 zu wechseln. Hauptgrund: das Inter-Tech bietet nur sehr wenig Bauhöhe für den Prozzikühler, sodass ein ganz winziger Scythe Kodati verbaut ist. Sobald etwas Last anliegt, wird das Ding laut. Außerdem sitzt das Board unter den Platten und heizt somit alles auf, wenn ich meine Gentoo-Updates baue. (Es ist übrigens ein i3-4170 verbaut, der günstigste Haswell, der AES-NI und ECC in einem Chip vereint. Es ist also vermutlich kein Hitzkopf.) Im Jonsbo wäre es selbst mit dem Boxed-Kühler deutlich leiser und ich könnte außerdem den letzten noch freien SATA-Anschluss des Mainboards zur Verfügung haben (fünf Datenplatten plus die interne Betrübssystem-SSD). Ich finde die Idee auch besser, die Platten nicht übereinander zu haben, damit sie sich nicht von unten nach oben gegenseitig heizen.

Meint ihr, dass (besser noch wisst ihr, ob) ich das sorglos so machen kann? Oder ist an der "Mär" was dran und ich sollte die Platten auf ihre Altentage lieber so belassen, wenn ich sie noch möglichst lange nutzen möchte? Danke euch. :)
 
Zuletzt bearbeitet: (Typo)
Ist eben ein leicht erhöhtes Risiko, mit einem guten BackUp Management und konstanter SMART Überwachung aber kein Drama, du darfst die HDDs eben nicht blind vertrauen (sollte man eh nie).
 
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Aus meiner Erfahrung kann ich primär von Lüftern sprechen - sind die lange in einer Orientierung gelaufen und werden dann gedreht, haben die erstmal Störgeräusche, die aus einer anderen geänderten/erhöhten Lagerbelastung stammen.
Ich persönlich würde das Risiko nicht eingehen wollen - ich kann mir das bei HDDs genauso gut vorstellen, wenn auch abgemildert.
Gleichzeitig kann ich von keinen Erfahrungen berichten.

Aber schaue ich mir so nen Aufbau hier an:
1761058386902.png


Dann ist die Drehachse nur auf einer Seite fixiert. Mechanisch kann das Teil aber sicherlich mehr ab, bzw. kann auch weniger "Spiel" entwickeln als ein Lüfter.

Von Vertikal zu Horizontal ist vermutlich kritischer als andersherum - Vertikal stellt sich denke ich eher ein Störmoment ein.
 
Sollte eigentlich egal sein. Nur "überkopf" ist in den Datenblättern der 3,5" normal nicht vorgesehen. Bei den 2,5 " ist die Einbaurichtung egal.
Das die Lager von Lüftern sich erstmal "einwuchten" müssen bis sie leiser werden ist gut vorstellbar.
Bei Festplatten ist das Lager aber hochwertiger.
 
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Das sollte bei Festplatten mit Flüssigkeitslagern, also allen Platten der letzten mindestens 20 Jahre, keine so große Rolle mehr spielen. Bei Platten mit Kugellagern war das noch ein Thema, allerdings auch eher bei Serverplatten mit langer Laufzeit.
 
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Aus eigener Erfahrung würde ich abraten.
Bei mir hats vor einigen Jahren 3 Festplatten "zerlegt" innerhalb von 2 Monaten beim Wechsel eines Gehäuses. Erst waren sie stehend eingebaut, danach liegend. Glücklicherweise konnte ich noch die Daten retten.
An Billigplatten kann es auch nicht gelegen haben, es waren die Topmodelle von WD und Seagate verbaut (welche es genau waren, weiss ich allerdings nicht mehr).
Ein Freund von mir, der selbständiger IT´ler ist, hatte mir aber vorab auch schon abgeraten.
Über aktuelle Platten kann ich kein Urteil bilden, da hab ich keine Erfahrungswerte habe und auch aus meinem Bekanntenkreis nichts gehört habe.
Oben habe ich was von Vergleich mit Lüftern gehört: Mag sein, dass die Lager hochwertiger sind, aber auch die Drehzahlen und bewegte Masse sind auch sehr unterschiedlich. Ich sehe darin keinen ableitbaren Vergleich. Aber das ist meine Meinung, und ich habe das auch nicht recherchiert.
Seit dem Umstieg auf SSD wirds wohl keine mechanischen Probleme mehr geben.
 
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Mach das nicht. Bei 3.5" HDDs halte ich generell den Betrieb abseits der horizontalen Position für keine gute Idee.

Jedes Lager hat eine Richtung, in der es gut Kräfte aufnehmen kann. Dass die Lager in HDDs für mehrere Richtungen konstruiert sind würde ich nicht einfach als gegeben voraussetzen. Mir ist natürlich auch klar, dass es manche Gehäuse gibt, die das so vorsehen. Aber das heißt im Zweifelsfall ja nichts, der Gehäusehersteller ist ja auch nicht derjenige, der da Systeme einbaut und betreibt. Und er weiß auch nicht welche HDDs der Kunde betreiben will. Wenn es HDDs gibt, die dafür gedachte Lager verbaut haben, heißt das ja auch nicht automatisch, dass das für ALLE HDDs gilt.
 
<Fake News EIN>
Was ist mit der Unwucht, die Auftritt, wenn mehr Bits auf der einen Hälfte der HD geschrieben werden als auf der anderen? Hat das nicht auch Auswirkungen? Gibt es da nicht entsprechende Vibrations-Sensoren? Wenn die Ausfallen ist alles vorbei. Möchte nicht in der Nähe sein, wenn eine HD bei 7200 UPM sich zerlegt. Da wird selbst Stahl wie Butter geschnitten.
<Fake News AUS>
 
Wenn die Lage ein Problem wäre, würde der Hersteller dazuschreiben "nur liegend einbauen" oder "nur stehend"... Tut er aber nicht. Also egal.
 
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habe mehrere WD platten, als extern gekauft (waren günstiger so), intern eingebaut, dann nach 1 jahr oder so doch wieder extern weil abschaltbar (standby, funktioniert einfach nicht gut)

intern liegend, extern stehend, vom gehäuse her ist es halt so - sie tun alle noch.

kugellager platten hat man das nachgesagt, ob was dran ist oder eine von vielen IT legenden, wer weiss.

was definitiv wahr ist, das HDDs irgendwann sterben und wer Daten verloren hat der sucht dann ne Ursache, weil selber schuld will man ja nicht sein. dann ist es das netzteil, oder das lager, oder der Paketdienst der damit vor 5 jahren fussball gespielt hat, oder der viel zu stressige raid rebuild, oder das dumme SMART, oder die Seriennummer / schlechte Charge, oder sonst irgend etwas. und dann wird die geschichte "festplatte gestorben wegen X" rum erzählt egal ob wahr oder falsch und es trägt sich weiter

faktisch is da oft nicht so viel dran

und selbst große statistiken, a la back blaze, ist fraglich inwieweit so erkenntnisse anwendbar sind, auf den einfachen heimanwender ganz anderer anwendungsfall
 
Die Platten würde ich auf ihre alten Tage in ihrer Lage nicht mehr verändern. Wenn später ein neues System kommen soll, dann kann man die neuen Gedanken einbringen. Ein Backup ist hoffentlich vorhanden.

Was man aber kostengünstig verbessern könnte, das wäre durch Modifikationen die Luftdurchlässigkeit der Front zu erhöhen. Damit könnten das System und die HDDs mit niedrigeren Temperaturen betrieben werden.
 
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War hier schon öfters zu lesen. Platten jahrelang in Position A, dann Wechsel in Position B, kurz danach mehrere Ausfälle. Ich würde es immer beibehalten.
 
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0x8100 schrieb:
das könnte bald unangenehm werden:
Oha, interessant.

kieleich schrieb:
Ich hatte damals viel und lange recherchiert bevor ich die Teile kaufte. Und ich habe tatsächlich die Platten einzeln bei unterschiedlichen Händlern gekauft.

Pym schrieb:
Ein Backup ist hoffentlich vorhanden.
Tatsächlich nicht. 🫣 Aber es enthält nichts Lebenswichtiges. Da ist nur mein Medien- und Softwarearchiv drauf. Aufgrund des nicht durchgängigen Betriebs laufen dort keine Serverdienste. Ich habe manchmal Lust auf eine große moderne Platte à la Toshiba 20 TB. Da könnte ich alles drauf kopieren und hätte immer noch viel Luft. Und die Hürde wäre damit niedriger, mal nen Film zu gucken (was auch schlecht sein kann 😁).

Meine wichtigen Daten (Dokumente, Fotos, Musiksammlung) liegen redudant auf PC und Laptop, täglich mittels Unison abgeglichen, und außerdem auf drei gespiegelten Backup-Festplatten in versionierten Borg-Archiven. 😎
 
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