Forderungen der Nato/USA/Kanada nach deutschen Kampftruppen im Süden Afghanistans

Sollte den Forderungen der Nato/USA/Kanada (siehe Eingangspost) stattgegeben werden?

  • Ja

    Stimmen: 26 28,6%
  • Nein

    Stimmen: 64 70,3%
  • Mir egal

    Stimmen: 1 1,1%

  • Umfrageteilnehmer
    91
@eigerhar: Und die Taliban sind einfach hinter dem Ofen hervor gesprungen? Die haben sich ebenfalls aus den Mudschaheddin rekrutiert. Das ist und war ein Machtkampf um das Land, in dessen Folge ein nicht mehr zu kontrollierender Freiraum entstanden ist, eben für diese radikalen Taliban, aber genauso für Terroristen die im Namen dieser Lehre agieren. Und die Mudschaheddin kämpfen ebenfalls im Namen Gottes. Den heilige Krieg haben die Taliban dann nach der Vertreibung der Russen nur eben nicht beendet, sondern sich genommen was sie brauchten.

Die Mudschaheddin/Taliban hatten ihre Waffen ohnehin schon von den Amerikanern. Die Unterstützung einer Teilgruppe wäre der gleiche Fehler wie man ihn u.a. schon zur Vertreibung der Sowjets begangen hat. Man rüstet eine Gruppe solange auf, bis sie die vermeintlich schlimmeren Widersacher vernichten. Leider wurde dann regelmäßig diese Waffen gegen das eigene und fremde Völker wiederverwendet. Sei es nun Iran, Irak oder eben Pakistan/Afghanistan. Nachdem man jahrelang die Region destabilisiert hat, musste man sich fragen lassen, ob das Problem immer so weitergegeben werden kann.

Ich sehe es zwar ebenfalls so, dass sich die Bundeswehr nicht an Kampfeinsätzen beteiligten sollte. Denn das ist und war nicht ihre Aufgabe und die Bundesrepublik, so wie die Nato hat dort nie etwas zu tun gehabt. Es liegt nicht in ihrem Aufgabenreich und liegt auch nicht in ihrer Verantwortung. Aber die Gründe für diesen Kriege und die Lösung sind vielschichtig. Und ob nach Jahrzehnten Bürgerkrieg und einer radikal-islamischen Terrorherrschaft (die ja ebenfalls nie stabil war), es wirklich eine Bestrafung ist für den größten Teil der Bevölkerung wage ich schlicht zu bezweifeln. Kaputt machen konnte man eh nicht mehr viel.

Das die Deutschen im Norden Ruhe haben, liegt vorallem an den Stämmen die dort herrschen. Diese verteidigen ihren Machtanspruch schon gegen die Taliban und diese hatten dort prinzipiell nie eine größere Anhängerschaft. Weiterhin sind die Rückzugsgebiete der Taliban im Süden und in Pakistan. Das es dort also zu Gefechten kommt, verwundert nicht. Das soll ja nicht dem demokratischen Aufbau im Wege stehen, aber der wird schwierig, wenn der Gegner dies ebenfalls so recht nicht einsehen will mit dem Aufbau und der Demokratisierung und auch schießt. Du stellst es ja gerade so hin, als ob die Amerikaner willkürlich Zivilisten erschießen. Es ist auch die Frage, ob die Deutschen so in Ruhe aufbauen könnten, wenn sie tatsächlich von Taliban etc. angegriffen werden würden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Reden wir etwa vom Irak? Ich dachte Afganistan war das Thema, wäre es zu viel Verlangt dabei zu bleiben?

Ob der Angriff der USA auf Afganistan gerechtfertigt war? Ja in vollem Umfang. Das damalige Regime duldete die Al Kaida im eigenen Land und unterstützte sie sogar direkt. Al Kaida hat, und dies ist nun mal nicht bestreitbar, die USA gewaltsam und ohne erkennbaren Grund angegriffen. Die einzige Chance sich dieser Bedrohung direkt zu erwären war ein Angriff gegen das Land welches die Terroristen wissentlich beherbergt und ihnen Unterschlupf gibt.

Der Kampf jetzt richtet sich aber nicht gegen Afganistan sondern gegen die Taliban.

weil was haben die Todesstrafen in Afghanistan mit dem Einmarschieren der Truppen zu tun, das ist doch alles schwachsinn hoch 10.

Schwachsinn hoch 10 ist es in Diskussion nicht auf die Aussagen seiner Mitdiskutanten einzugehen bzw. sich nicht die Beiträge in Gänze zu gemüte zu führen. Warum Deutsche Soldaten keinen Staat unterstützen sollten (wohlgemerkt mit dem Wissen, dass sie durchaus dabei sterben könnten) der Blasphemie mit dem Tode bestraft hatte ich glaube ich ausführlich erläutert.

trotzdem hat sich die Lage nicht gebessert nur verschlechtert.

Findest du? Gerade im Norden Afganistans hat sich die Lage deutlich gebessert. Es werden Schulen gebaut, die Menschen lernen sich selbst zu versorgen. Frauen dürfen sich frei bewegen, es gibt keine Steinigungen mehr, ...

Viele Verbesserungen die ich da erkenne. Aber ich weiß, dass passt dir nicht, dass Frauen die selben Rechte haben wie Männer. Lieg ich richtig?

Dann natürlich kann ich verstehen, dass du meinst, dass sich alles verschlechtert hätte. Einem Anhänger der Sharia kann die Entwicklung in Afganistan nicht recht sein, das ist mir schon klar.

/edit:

@Happy:

Nun ich denke, dass die Deutschen im Grunde ja von dem Einsatz im Süden Afganistans profitieren. Wären die Kräfte der Taliban nicht dort gebunden und würden die Enduring Freedom Truppen sie dort nicht derart massiv bekämpfen, dann wäre sicherlich auch mit massiven Angriffen / Anschlägen im Norden Afganistans zu rechnen.
Ein Einsatz von deutschen Kampftruppen im Süden würde also, so denke ich, auch zur Sicherung der deutschen Soldaten im Norden beitragen. Wenn wir z.B. eh schon unsere KSK Kräfte vor Ort haben welche ja durchaus gut genug ausgebildet sind um effektiv gegen die Taliban Kämpfer vorzugehen, dann halte ich es durchaus für schlüssig über den Einsatz dieser Kräfte im Süden nachzudenken.
 
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Zu den zivilen Opfern: Sie werden von der US-Armee nicht bestritten. Wenn man eine Zahl nennt, sollte jedoch nicht der Sachzusammenhang einfach so unter den Tisch fallen.

Wir haben es in Afghanista und im Irak mit einem Guerillakrieg zu tun. Es stehen sich vor den Toren einer Stadt also nicht zwei verfeindete Armeen gegenüber, die sich gegenseitig dezimieren. Vielmehr agieren die Guerillakämpfer oft aus bewohnten Gebieten heraus, wobei sie unbeteiligte Anwohner bewusst als menschliche Schutzschilde einsetzen. Bei Sprengstoff-Attentaten gilt der Angriff nur gelegentlich den verfeindeten Soldaten. Sehr viel öfter werden Bomben auf belebten Märkten und innerhalb von Menschenansammlungen gezündet, Zivile Opfer stellen dabei das primäre Ziel dar.

Zu den beliebtesten Taktiken einer jeden Guerillatruppe zählen Angriffe aus dem Hinterhalt. Die angegriffenen Truppen fordern dann z. B. Luftunterstützung an, etwa weil sie sich keinem unnötigen Risiko aussetzen wollen oder weil sie sich in der Unterzahl glauben. Aber zum Zeitpunkt des Gegenschlags haben die Angreifer das Gebiet längst wieder verlassen. Auch dann sind nicht selten zivile Opfer die Folge.

Hinzu kommt die Problematik, zwischen Kämpfern und Zivilisten zu unterscheiden. Wer weiß schon, ob der Jugendliche, der irgendwo tot gefunden wird, zuvor eine Waffe trug oder nicht?

Es gibt folglich zahlreiche Gründe für zivile Opfer, die oftmals allein aus der Art der Kriegsführung resultieren. Und die Art der Kriegsführung geben in erster Linie die Guerillas vor, nicht so sehr die Amerikaner.

Wenn man das alles berücksichtigt hat, kann man meinetwegen eine konkrete Opferzahl nennen.
 
Mudschaheddin sind nicht Taliban!

Nein! Die Mudschaheddin sind keine Taliban.
Die Taliban kamen aus dem angrenzenden Ausland.
Die Mudschaheddin waren aus den einheimischen Stämmen.
Darunter gab es sehr zivilisierte, europäisch orientierte Kommandanten.
Man darf sie nicht in den gleichen Topf werfen.
Der Islam der Mudschadeddin ist auch nicht meine Sache, aber bei weitem gemässigter.

Du stellst es ja gerade so hin, als ob die Amerikaner willkürlich Zivilisten erschießen.
Das habe ich zwar vso niemals angedeutet. Aber das haben die Amerikaner in viel zu vielen Fällen tatsächlich gemacht. Zumindest haben sie es in Kauf genommen.

Diese verteidigen ihren Machtanspruch schon gegen die Taliban und diese hatten dort prinzipiell nie eine größere Anhängerschaft. Weiterhin sind die Rückzugsgebiete der Taliban im Süden und in Pakistan.
Nur so nebenbei: Die pakistanische Grenze, von wo die Taliban kommen, ist im Norden.
Und wenn die Deutschen sich auch nur den Anschein geben die Methoden im Süden zu teilen, ist es auch mit dem Frieden mit den Stämmen vorbei.
 
Mudschaheddin und Mudschaheddin

@keshkau: Jetzt bist du aber auf die Propaganda der Taliban hereingefallen!!!
Natürlich wollen diese sich mit dem Mythos der Mudschaheddin schmücken und so Anhänger gewinnen. Deshalb nennen sie sich auch so.

Die Mudschaheddin waren die GEGNER der Taliban, bei ihren Einmarsch.
 
eigerhar schrieb:
Nur so nebenbei: Die pakistanische Grenze, von wo die Taliban kommen, ist im Norden.

Nein. Wenn wir von Afghanistan ausgehen, dann ist die Grenze zu Pakistan im Süden und Südosten. Und sowohl Mudschaheddin, als auch Taliban rekrutieren sich aus den Gotteskämpfern die man im Kampf gegen die Russen ausgebildet hat. Das sich danach ein Machtkampf der Mudschaheddin um die Beute, zur Entstehung der Taliban führten, ist historisch auch nicht umstritten. So ist es also zwar richtig das man beide heute auseinander halten kann, aber die Wurzeln und die Gründe sind ähnlich. Die Taliban handeln vielleicht im Namen eines noch radikaleren Islams, aber darf man die Führung nicht für derart verblendet halten, dass sie nicht auch wie die Mudschaheddin vorallem eigene Macht und Land anstreben. Und das geht den Mudschaheddin-Anführern nicht anders. Deswegen arbeiten diese mit den Amerikanern zusammen.

Und wenn wir uns mal die Ethnien in Afghanistan anschauen, dann wird auch deutlich warum im Norden eher Ruhe herrscht als an der Grenze zu Pakistan: http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Map_of_Ethnic_Groups_(in_Districts)_in_Afghanistan.jpg
 
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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,534170,00.html

Wie Spiegel Online berichtet denkt die Bundesregierung offenbar über eine massive Aufstockung der Truppen im Norden nach. Ausserdem werden auch nach dem NATO Treffen in Vilnius wieder die Foderungen der USA laut so wörtlich ""Soldat für Soldat, Euro für Dollar" gleichzuziehen mit den USA. Die Forderungen werden auch die Münchner Sicherheitskonferenz überschatten.

Verteidigungsminister Jung sagt in einem Interview: wenn alle NATO Mitglieder in Afghanistan soviel leisten würden wie die Bundeswehr dann hätten wir diese Debatte und Probleme gar nicht. Also sollten die FOrderungen mehr gegen andere Bündnispartner gerichtet werden und nicht so massiv Deutschland unter Druck setzen.
 
Ich bin für einen sofortigen Abzug der (deutschen) Truppen aus dem Irak und Afghanistan.
Es ist zwar nicht hundertprozentig sicher, ob die KSK wirklich im Irak sind/waren, aber welche Entscheidungen die Bundesregierung über den Köpfen des Volkes beschließt, halte ich für bedenklich.
Zuerst vermittelt man dem Volke man sei ja nur im Norden als Sicherungstruppe und das bleibt auch so. Danach geht immer einen Schritt weiter, schickt Tornados nach Afghanistan und jetzt sollen wir aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen.
Warum? Der deutschen Regierung kann es doch egal sein, was dort passiert.
Unser Verteidigungsminister ist doch lediglich darauf fixiert seine "Macht" zu demonstrieren und damit vermehrt in den Medien präsent zu sein.
Der Afghanistaneinsatz hat, egal ob als "Sicherung" oder mit einem anderen Ziel gekennzeichnet, überhaupt keinen Sinn, außer dem sinnlosen Sterben zahlreicher Soldaten. Der Einsatz wird sich zu einem erneuten Somalia entwickeln.
Erst kämpft man mit der Hoffnung etwas bewegen zu können, dann zieht man die Truppen auf Grund der fehlenden Ergebnisse und zu hoher Verluste ab und überlässt das Land am Ende doch seinem eigenen Schicksal.
 
Im Krieg gibt es keine Gewinner und keine Verlierer. Das hat uns die Vergangenheit immer wieder bestätigt. Wann lernen wir endlich mal daraus. Afghanistan ist so sinnlos wie ein Kropf und verschwendet Milliarden, die besser hätten investiert werden können. Ich bin auch gegen deutsche Truppen am Hindukusch. Was nützt es uns? Wer profitiert davon? Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung spricht sich gegen eine Truppenerweiterung aus. Der Bundestag macht genau das Gegenteil. Wenn weiter so gegen das Volk regiert wird, bekommen sie 2009 ihre entsprechende Quittung auf dem Wahlzettel. :(
 
@Combine
Zuerst vermittelt man dem Volke man sei ja nur im Norden als Sicherungstruppe und das bleibt auch so. Danach geht immer einen Schritt weiter, schickt Tornados nach Afghanistan und jetzt sollen wir aktiv an Kampfhandlungen teilnehmen.
Die deutsche Beteiligung an ISAF stützt sich auf ein UN-Mandat. Hierbei handelt es sich in der Theorie um eine reine Schutztruppe, die den Wiederaufbau absichern soll. Aber natürlich kommt es dort auch zu Kämpfen im Zuge von Verteidigungsmaßnahmen.

Was die Amerikaner auf eigene Faust im Süden des Landes machen, ist etwas anderes. Wobei man sagen muss, dass die deutschen Tornados dort mitmischen. Die Deutschen lehnen bekanntlich eine Teilnahme mit Kampftruppen an dieser „Operation Enduring Freedom“ ab. Ich wüsste auch nicht, wie das ohne Weiteres mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen wäre. Deshalb wird jetzt lediglich die Ausdehnung der Schutztruppe angeboten.

Der deutschen Regierung kann es doch egal sein, was dort passiert. … Der Afghanistaneinsatz hat, egal ob als "Sicherung" oder mit einem anderen Ziel gekennzeichnet, überhaupt keinen Sinn, außer dem sinnlosen Sterben zahlreicher Soldaten.
Das ist die spannende Frage. Ich weiß nicht, ob wir besser schlafen könnten, wenn man den Taliban von Anfang an das Feld in Afghanistan überlassen hätte. Wobei man ebenso gut anmerken muss, dass die bisherigen Bemühungen um eine Befriedung des Landes erfolglos blieben. Entweder ist dieser Krieg gegen den Terror aufgrund der laufend nachwachsenden Guerilla nicht zu gewinnen oder man hat es bisher nicht so vehement versucht, wie es notwendig gewesen wäre.

Erst kämpft man mit der Hoffnung etwas bewegen zu können, dann zieht man die Truppen auf Grund der fehlenden Ergebnisse und zu hoher Verluste ab und überlässt das Land am Ende doch seinem eigenen Schicksal.
Das könnte gut sein. Bisher bin ich auch eher skeptisch. Aber es bleibt auf jeden Fall spannend. – Ich kann die Amerikaner durchaus verstehen. Wenn man die Extremisten erst einmal gewähren lässt und sie ihr Rückzugsgebiet haben, so wie es bei den Taliban in Afghanistan der Fall war, dann droht die allmähliche Ausbreitung über die Landesgrenzen hinweg. Dann hätte man ein Krebsgeschwür des radikalen Islamismus, das nicht mehr einzudämmen wäre.
 
Ich kann die Amerikaner durchaus verstehen. Wenn man die Extremisten erst einmal gewähren lässt und sie ihr Rückzugsgebiet haben, so wie es bei den Taliban in Afghanistan der Fall war, dann droht die allmähliche Ausbreitung über die Landesgrenzen hinweg. Dann hätte man ein Krebsgeschwür des radikalen Islamismus, das nicht mehr einzudämmen wäre.
In wieweit wirklich eine Gefahr von den "Extremisten" ausgeht, ist doch die Frage.
Der 11.09. war ein Weckruf, aber ob uns so etwas noch einmal wiederfährt, hängt doch auch davon ab, ob wir in Afghanistan stationiert sind.
Die westliche Welt ist in Afghanistan einmarschiert und führt dort Krieg.
Wären wir nicht dort einmarschiert, hätten sich "Extremisten" breit gemacht, aber in wieweit wäre die Afghanische Bevölkerung dagegen vorgegangen? Selbst wenn Afghanistan von sogenannten Extremisten unterwandert wäre, denke ich nicht, dass diese uns einen erneuten 11.09.2001 bescheren würden. Dann wären wir doch erst recht bereit dort Kampfhandlungen vorzunehmen und entschlossen sein gegen die Islamisten vorzugehen.
Zur Anzahl der gefallenen Soldaten seit dem ersten Golfkrieg gibt es erschreckend hohe Zahlen: http://www.yigg.de/962333_Tod_von_3...urch_USWaffeneinsaetze_im_Irak_prognostiziert
Ob nun Afghanische , Irakische oder Amerikanische Soldaten oder Zivilisten fallen, ist doch egal. Menschen sind sie alle und es sind eindeutig zu viel.
Ob die Anzahl der Toten in Afghanistan und im Irak in einer Relation zu dem Fall stehen, dass die Islamisten nun im Irak und Afghanistan an der Macht wären, bezweifle ich.
 
keshkau schrieb:
Entweder ist dieser Krieg gegen den Terror aufgrund der laufend nachwachsenden Guerilla nicht zu gewinnen oder man hat es bisher nicht so vehement versucht, wie es notwendig gewesen wäre.

Oder es dauert einfach länger als hier einige denken. Ich mein was erwartet ihr? In Afganistan gibt es noch immer einen extrem großen Prozentsatz an Menschen die weder schreiben noch lesen können. Der Bildungsstand der Bevölkerung ist meist recht gering.
Und wir alle sollten wissen wie wichtig Bildung bei der Aufklärung der Bevölkerung ist. Und nur eine aufgeklärte Bevölkerung ist in der Lage sich gegen Fundamentalismus zur Wehr zu setzen.

Hinzu kommen die vielen Jahrzehnte in denen in Afganistan Krieg und Terror herrschte. Kaum ein Afgane hat jemals in einer Demokratie gelebt. Und Jahrzehnte lang wurde man von radiaklen Fundamentalisten dominiert.

All dies wieder "gerade zu biegen" braucht lange Zeit. Es wäre vollkommen Utopisch anzunehmen, dass man ein Land wie Afganistan nach 6 Jahren "befrieden" könnte.
 
In wieweit wirklich eine Gefahr von den "Extremisten" ausgeht, ist doch die Frage.
Du bist ja witzig. Ich habe noch in Erinnerung, wie das unter den Taliban ablief: Internetverbot, Musikverbot, Tanzverbot, Burkapflicht usw. - Und wer aufmuckte, baumelte mit einem Strick um den Hals an der Torlatte des Fußballstadions.

Das war keine Form der Unterwanderung bestimmter Bereiche durch ein paar Extremisten. Das war eine Poltik mit Kalashnikov und Religionspolizei, die spielten in der Champions League der Menschenverachtung.

http://www.zeit.de/1998/36/199836.afghanistan_.xml

Zum einen war das unerträglich für die Bevölkerung in Afghanistan. Allein deswegen lohnte es sich schon, die Taliban aus dem Amt zu jagen. Wie hätten sich die Menschen vor Ort auch wehren sollen? Der Bürgerkrieg der rivalisierenden Mudschaheddin-Clans war ja bereits zu Gunsten der Taliban entschieden.

Zum anderen wäre das ein idealer Rückzugsort für Leute wie Osama bin Laden gewesen. Wenn er sich versteckem muss, dann ist er in seiner Handlungsfähigkeit eingechränkt. Aber wenn er in Kabul seinen eigenen Fernsehsender unterhalten könnte und offiziell geduldete oder sogar geförderte Ausbildungscamps für seine Gotteskrieger betreiben könnte, dann wäre es doch ein Leichtes, den Kampf gegen die USA fortzuführen und auch Europa zu terrorisieren. Darin sieht der Westen die eigentliche Gefahr.

Der Gottesstaat könnte zum Vorbild werden und radikal-islamische Kräfte in den benachbarten Ländern würden um Unterstützung bitten, um auch ihr Land umzukrempeln. Ein Domino-Effekt.
 
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Combine schrieb:
Der 11.09. war ein Weckruf,...
Ein Weckruf war es in meinen Augen nicht.
Es war nur eine Folge einer Politik, die bis in die 1980er zurück reicht.

Wären wir nicht dort einmarschiert, hätten sich "Extremisten" breit gemacht...
Die waren schon dort und sind es immer noch.
Bisher kam jede Besatzungsmacht schnell in Afghanistan rein.
Aber sie kam so schnell und vorallem nicht "ungeschoren" wieder raus.
Die Briten zogen ab, die Russen zogen ab und die jetzigen werden es früher oder später auch tun.
Viel ändern wird sich in diesem Land dadurch nicht.
Die Demokratie endet vor den Stufen der Ministerien und die War-Lords, die Clan-Chefs etc. werden ihre Authorität und Macht behalten.
Nur die Anzahl der Toten und Kriegsopfer wird in die Höhe getrieben.


In diesem Sinne sollte sich die Bundesregierung auf keine Kampfeinsätze für die Bundeswehr einlassen.
Das Mandat sollte nicht um diesen Punkt erweitert werden.
Die NATO, viel mehr die Amerikaner, haben auf dortigem Boden diesen Krieg begonnen.
Wenn sie einen weiteren im Irak anzetteln, ist das deren Sache.
Haben sie nicht genug Ressourcen, dann ist das deren Problem.
Andere sollten deren begonnenen Dinge nicht beenden und auch kein Blut lassen.
Denn das wird jedem blühen, der einen fremden Krieg fortführt.


keshkau schrieb:
Der Gottesstaat könnte zum Vorbild werden und radikal-islamische Kräfte in den benachbarten Ländern würden um Unterstützung bitten, um auch ihr Land umzukrempeln. Ein Domino-Effekt.
Vorsicht mit dieser Äusserung.
Die wurde schon mal verwendet.
Und ganz Südost-Asien ist bis heute nicht kommunistisch.
 
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Ich habe mir jetzt nicht alle Meinungen durchgelesen, da es eigentlich auch keine Frage der Meinung ist.
Ich hoffe dass ich nicht zuviel wiederhole.
Wir sind in einem Bündniss mit der Nato.
Wir selber wissen wie wichtig Bündnisse sind, aus der Vergangenheit sollten wir es gelernt haben.
Wir können uns nicht immer, da muss man den Bündnispartnern recht geben, nur die schönen Aufgaben aussuchen und hinter Finanzleistungen verstecken.
Wir müssen anerkennen, dass in den USA Wahlen anstehen, ist nunmal einer unserer Bündnispartner.
Wir dürfen uns nicht ewig hinter der Nazi - Zeit verstecken.
Wenn wir so weiter machen werden wir in Zukunft auch wirtschaftlich einen negativen Einfluss der Bündnispartnern zu spüren bekommen (man denke nur an die 9/11 - Zeit zurück).
Krieg ist immer scheisse, aber wenn es dazu kommt, muss man auch seinen Freunden gegenüber Charakter zeigen.
Wir müssen eigentlich schon weitere Panzer schicken, auch in den Süden von Afghanistan, schliesslich haben wir die modernsten und besten Waffen in diesem Bereich und haben uns vertraglich schon vor langer Zeit verpflichtet.
Ausserdem kann man dies auch Verhandeln, sodass dadurch Soldaten aus dem Norden abgezogen werden können, Finanzleistungen gekürtzt werden u.s.w..
Zudem macht es einen schlechten Eindruck nach aussen hin, wenn ein Land, das im letzten Jahr, bezogen auf den Landeshaushalt, die höchsten Rüstungsausgaben in der Welt hatte, sich scheinheilig zurückhält.
 
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Naja aber wie gesagt kann man da mit dem Finger besser noch auf andere Länder zeigen. (Spanien, etc..)

Ich bleibe dabei, dass "Soft-Power", wie es auf der Münchner Sicherheitskonferenz so schön gesagt wurde, der "Hard-Power" der USA vorzuziehen ist und mehr Erfolg verspricht.
Auch wenn das einige Bündnispartner verärgert sollte die Bundesregierung ihre imo guten aussenpolitischen Standpunkte die auf der heutigen Konferenz grob umrissen wurden weiter vertreten und sich in solchen Fragen nicht einfach von den USA führen lassen.
 
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