Frage an die Experten hier wegen Gehäuse selbst bauen

D0m1n4t0r

Rear Admiral
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Da ein Gehäuse wie es mir vorschwebt leider nicht erhältlich ist, muss ich das selber bauen.
Daher ein paar Fragen an die Leute die das schonmal gemacht haben.

Ich brauche eine dafür geeignete CAD Software. Sollte optimalerweise natürlich kostenlos sein. Gibt es hier Erfahrungswerte welche Software sich empfiehlt ? Gibt es irgendwo vorgefertigte Bauteile die man verwenden kann ? Z.b. fürs Mainboard wegen den Abständen.
Testweise werde ich die Teile erstmal für den Prototyp aus Holz fertigen, aber später brauche ich eine Firma die die Gehäuseteile aus Metall zuschneidet und beschichtet. Welches Materiel empfiehlt sich hier ? SEC oder Aluminium ?
 
wieviel geld willst du dafür ausgeben? ich glaube nämlich nicht, dass du da weit unter 1000€ rauskommst.

gewisse gehäuseteile kannst du dir vielleicht aus ersatzteilen zusammensuchen - lian li bietet hier viel an.

zu cad software kann ich nichts sagen.

beim lasern / schneiden / fräsen von den metallstücken wirds interessant - du musst erstmal einen metallverarbeiter finden, der zeit und lust für so ein einzelstück aufbringen kann / will. dazu ist das ganze ja noch recht komplex. das wird die größte herausforderung.

ich habe schon einen recht aufwendigen umbau eines alten gehäuses hinter mir, und war mit dem ergebnis und der stabilität (schrauben statt nieten) nicht sonderlich zufrieden.

du musst auch mit dem risiko leben können, dass du in das projekt ziemlich viel geld versenkst, und hinterher beim ersten versuch möglicherweise etwas kaum brauchbares herauskommt.
 
Hallo,
vor 2,5 Jahren habe ich mir mal ein komplettes Gehäuse aus Holz gebaut.

Zur CAD Software:
Wenn du Student bist bekommst du AutoCAD kostenlos als Studentenversion.
Ansosten kannst du dir mal Google SketchUp anschauen. Ist zwar sehr beschränkt, doch für einfache Sachen reicht das.

Zu den Vorgefertigten Teilen:
Da kannst du mal bei GrabCAD vorbeischauen. Da gibt es allerhand CAD Teile von der Community angefertigt.
Allerdings sind da die Dateien nicht immer zu jeder CAD Software kompatibel. Und Teilweise auch zu Detailliert (Welches die Auslastung des PC's hochtreibt und somit die Bearbeitung etwas schwieriger)

Ein paar einfache vorgefertige mit den notwendigen Schraubenbilder habe ich mir mal in AutoCAD gemacht.
Also vom Mainboard, SSD, Festplatte und ich glaub auch vom DVD Laufwerk.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Ich brauche eine dafür geeignete CAD Software. Sollte optimalerweise natürlich kostenlos sein. Gibt es hier Erfahrungswerte welche Software sich empfiehlt ?
FreeCAD 0.17, bedarf zwar einer gewissen Einarbeitungszeit, vor allem Änderungen kann man damit aber viel besser als mit dem häufig empfohlenen/verwendeten SketchUp Make 2017 machen:
https://www.freecadweb.org/
D0m1n4t0r schrieb:
Gibt es irgendwo vorgefertigte Bauteile die man verwenden kann ? Z.b. fürs Mainboard wegen den Abständen.
Motherboard Trays und I/O Panels von Mountain Mods kannst Du hier fertig kaufen:
https://www.highflow.nl/mountain-mods.html
 
Also vom wirklichen selbst Bau würde ich dir abraten. Das ist ne ganz eigene Geschichte du solltest dich unbedingt auskennen mit Fertigungstechnik sonst Konstruierst du etwas das man nicht Herstellen kann. Sowas reißt man auch nicht eben mal in nen paar Tagen runter. Ich selber (habe Maschinenbau studiert) würde, je nachdem wie komplex das Gehäuse wird, für die Konstruktion mehrere Arbeitswochen (a 40 Stunden) einplanen. Gehe hierbei davon aus das du was spezielles haben möchtest alles andere gibts ja von der Stange.
 
Ich habe beim ersten Mal auch viel mit Software und Zeichnungen experimentiert und nach mehreren (teilweise verschwendeten) Stunden kam ich zum Ergebnis, dass eine Software gar nicht nötig bzw. nur unnötige Spielerei war. (habe es mit Blender und SketchUp gemacht)

Deshalb mein Tipp:
Lass die Zeitverschwendung mit der Software und mach dir lieber eine (grobe) 2D-Zeichnung.
Ich habe wesentliche Komponenten wie Netzteil, Mainboard, HDD, Laufwerk, Grafikkarte und CPU-Kühler aus 1-3 Perspektiven gedruckt, ausgeschnitten und laminiert.
Anschließend habe ich die Ausschnitte auf mehrere Konzeptzeichnungen gelegt und konnte damit sehr schnell und einfach Teile verschieben.
Außerdem konnte man damit direkt sehen, wie die reale Größe in der realen Umgebung aussehen würde.

Auf einem PC schätzt man es oft zu klein oder zu groß ein.
Beim Kauf eines Fernsehers, Tisches, etc. ist es auch zweckmäßig die Maße zu nehmen, ein Stück Karton entsprechend auszuschneiden und es einfach an die Wand kleben, auf den Tisch zu legen/stellen, etc.

Mit dieser Höhlenmensch-Methode habe ich nur ein paar Stunden an einem einzigen Tag verbracht. Mit Blender und SketchUp habe ich davor über zwei Wochen und täglich 1-2 Stunden herumgebastelt.

Für die Bohrungen etc. kann man sich entweder Daten aus dem Internet nehmen oder ganz praktisch die vorhandenen Teile nehmen und direkt einzeichnen...
Also Mainboard auf ein Stück Holz/Metall/etc. legen, mit Bleistift die Löcher für die Abstandhalter/Schrauben einzeichnen, bohren... oder eben direkt in die laminierten Komponenten einfügen, falls man die Originalteile nicht verwenden will.

Es gibt eben viele Ideen... ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Highspeed Opi schrieb:
Mit dieser Höhlenmensch-Methode habe ich nur ein paar Stunden an einem einzigen Tag verbracht. Mit Blender und SketchUp habe ich davor über zwei Wochen und täglich 1-2 Stunden herumgebastelt.
Blender und SketchUp sind aber auch eher "3D-Malprogramme". ;)
FreeCAD basiert auf Open CASCADE und verwendet deshalb parametrische 3D-Modellierung - ideal für die Entwurfsphase, wenn man die Geometrie immer wieder anpassen muss. Nutze es für die WaKü-Planung und wenn ich mich immer mal wieder als (Innen-)Architekt betätige. STEP-Export und Blechabwicklung (per Makro) werden auch geboten, falls man etwas fertigen lassen muss.
Spätestens ab dem zweiten Projekt ist man damit schneller und präziser als mit Deiner "Höhlenmensch-Methode". Für ein Projekt lohnt sich der Einarbeitungsaufwand aber sicher nicht.
 
@lanse
Ja, weshalb ich es bereue, wie ich geschrieben habe und damit nur Zeit verwendete. Das muss aber nicht auf jeden zutreffen, vor allem wenn man grundsätzlich solche Programme aus Spaß an der Arbeit verwendet und nicht um in erster Linie sein Ziel zu erreichen.
EVE Online (als Großhändler) gehörte viele Jahre zu meinen Lieblingsspiel, weil ich Spaß an Wirtschaft und Excel habe. Wer Excel aber hasst, spielt auch keine Wirtschaftsspiele oder eben nur sehr viel ineffizienter. ;)
 
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