Tja, dann werd ich auch mal etwas dazu sagen.
Ich besitze ein MBP 13", was ich mir hauptsächlich aufgrund der guten Verarbeitung zu einem guten Preis gekauft habe. Ich bin damit auch ziemlich zufrieden, ebenso mit OSX.
Aber ich kann mich nach mehrmonatiger Nutzung nicht wirklich der gängigen Meinung, das OSX stabiler, einfacher usw als Windows ist anschließen.
Generell muss ich einmal anmerken, dass beinahe alle Tätigkeiten unter OSX auf dem gleichen System unter Windows7 (BootCamp) schneller laufen.
Das beginnt mit den Browsern (bei schnellem Scrolling ist unter OSX egal ob mit Firefox oder Safari immer ein ruckeln. Minimal aber eben vorhanden. Auf dem gleichen System unter Windows7 läuft es butterweich.
Auch die Prozessorlast ist unter OSX höher (vorallem wenn man Flash nutzt). Weiters ist die Videowiedergabe unter OSX ebenfalls weit ressourcenfressender (gibt nur wenige hardwarebeschleunigte Codecs)
Das Fenstermanagement kann man mögen oder nicht. Ich persönlich mag Exposè, aber ich finde es extrem ärgerlich, dass man die Fenster nicht an allen Seiten anpassen kann. Weiters ist Multimonitoring durch die Unified Menubar extrem beeinträchtigt (das System funktioniert bei mehreren Monitoren einfach nicht brauchbar vom Konzept her, Menüleiste ist immer nur am Hauptbildschirm).
Generell kann ich sagen, dass absolute Basic Tasks einfach von der Hand gehen, aber sobald man etwas komplexere Dinge tun möchte, wird die Bedienung ungleich komplizierter (es gibt zwar für viele versteckte Optionen Tools, bzw. Terminalkommandos, aber hier muss man im Gegensatz zu Windows welches einfach von Haus aus mehr Optionen bietet, im Internet nachforschen.
Ein Beispiel der User Bevormundung, welche dann auch noch einen Fehler produziert, ist Mail mit meinem GMX IMAP Account. Gebe ich standardmäßig meine Zugangsdaten ein, so wird automatisch der POP Zugang gewählt, welchen ich auch nicht nachträglich ändern kann. Ich muss meinen Benutzernamen mit @imap.gmx.at beenden damit Mail automatisch den IMAP Zugang wählt, anschließend muss ich in den Kontoeinstellungen den Benutzernamen wieder zurückändern, da ein login so ja nicht möglich ist.
Weiters ist die Performance von Java Applikationen, weit hinter Windows zurück.
Der Finder kann dem Windows Explorer lange nicht das Wasser reichen. (Versuche mal die Größe von mehreren Dateien oder Ordnern gleichzeitig zu bestimmen, was z.B. beim Kopieren auf USB Sticks ziemlich wichtig ist, Versuche mal die versteckten Dateien anzuzeigen, welche auf jedem Stick, in jedem Ordner erstellt werden, ich brauche keinen Papierkorb auf dem Stick, ebenso keinen Index, versuch das mal mit Spotlight zu bewerkstelligen)
Kopiervorgänge sind ebenfalls weit schlechter gelöst als unter Windows. (Wenn sie mal unterbrochen werden, z.B. im Netzwerk, die fehlende Ordner-Integrationsmöglichkeit, keine Möglichkeit (z.B. Überschreiben auf alle Dateien auf einmal anzuwenden).
Viele kleine Usability Dinge fehlen in OSX einfach, welche unter Windows Zeit und Nerven sparen.
Es gibt, wie im Thread schon erwähnt, auch zahlreiche Vorteile von OSX, wie die Programmverwaltung (obwohl doch einige Programme, ähnlich der Registry in Windows, ziemliche Spuren in der Library, bzw. unter Applikation Support hinterlassen), die bereits ab Werk integrierten Funktionen usw.
Ich persönlich bin wie gesagt dennoch zufrieden mit dem Kauf, vorallem aufgrund der Hardwarequalität, aber OSX ist insgesamt höchstens ähnlich gut, anders als Windows aber keinesfalls besser.
Vorallem wenn du in der Vergangenheit Probleme hattest, dich auf andere Systeme (Ubuntu) umzugewöhnen, wird der Schritt zu OSX sicher kein leichter. Ich könnte OSX derzeit nicht als mein einziges System nutzen (höchstens mit Parallels).