Fragen zu Netzwerk-/Serverlösung für kleines Ingenieurbüro

jof

Lt. Junior Grade
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Guten Tag,

ich hoffe, ich bin im richtigen Unterforum gelandet. Ich betreibe ein kleines Ingenieurbüro mit 2...3 (vernetzten) Arbeitsplätzen in einem einzigen Raum und ziehe demnächst in größere Räumlichkeiten (3 Räume).

Die neuen Räumlichkeiten weisen noch keine Verkabelung für Netzwerk und Telefonanlage auf. W-LAN möchte ich nicht einrichten, sondern eine "klassische" Netzwerkverkabelung.

Gleichzeitig mit dem Umzug soll auch die Infrastruktur "aufgepeppt" werden. Bisher nutzen wir einen jetzt 8 Jahre alten Windows-2000 Server (Pentium 866) mit ca. 130 GB-Festplatte. An diesem Server hängen 3...5 Arbeitsgruppencomputer, meistens aber nur 2 gleichzeitig. Ins Netzwerk sind auch ein Plotter (mit Netzwerkkarte) eingebunden. 2 weitere Drucker hängen mittels USB-Anschluß direkt am Server.

Die 130GB-Festplatte war bisher ausreichend, jedoch kommen in den letzten Monaten viele Digitalfotos hinzu, so daß eine Kapazitätserweiterung auf ca. 400…500GB angestrebt wird. Mit der Geschwindigkeit des alten Servers waren wir zufrieden. Die Datensicherung erfolgt täglich (nachts) auf eine externe Festplatte, die mittels USB am Server hängt.

Prinzipiell könnte ich den 8 Jahre alten Server mitnehmen und mit einer größeren Festplatte ausstatten. Für mich stellt sich die Frage, ob es bei einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis nicht bessere/sinnvollere Möglichkeiten gibt.

Gelesen habe ich von NAS-Festplatten bzw. NAS-Servern, welche ggf. besser geeignet sind als der alte Server (in Form eines PC). Vielleicht ist es auch besser, einen neuen Rechner zu kaufen und den als Server zu nutzen?

Oder es reicht bei 2...3 Arbeitsplätzen sogar aus, wenn ein Arbeitscomputer „im Hintergrund“ auch die Serveraufgaben übernimmt? Oder ist/wird der dann zu langsam zum Arbeiten?

Folgende Aufgaben soll die „neue Lösung“ bewältigen können: Zentraler Datenspeicher mit Zugriff von verschiedenen PCs sowie Anschluß von im Netzwerk benutzten Peripheriegeräten (Drucker, Plotter, Scanner, Fax, usw.) möglichst über USB-Anschluß. Praktisch wäre auch der Zugriff auf die Daten mittels Internet (DSL) von außerhalb (z.B. sonntags von zu Hause).

Um die notwendige Verkabelung (Anzahl Strippen, Lage der Dosen, usw.) festzulegen stellt sich ferner die Standortfrage für den Server (NAS oder PC). Im Hauptarbeitszimmer (wo auch die USB-Drucker „griffbereit“ neben dem Schreibtisch stehen), oder in einem Nebenraum (in dem auch die Telefonanlage installiert wird)?

Platz ist im Hauptarbeitszimmer vorhanden, wichtiger ist eine geringe Lautstärke. Wie verhält es sich mit den USB-Druckern, wenn der Server im Nebenzimmer steht? Müssen dann lange USB-Kabel in entsprechender Anzahl ins Nebenzimmer gelegt werden?

Können die USB-Geräte auch an einen Arbeits-PC angeschlossen werden? Das hat doch den Nachteil, daß dann dieser Arbeits-PC ständig an sein muß, richtig?

Vielen Dank fürs Lesen und schon im voraus besten Dank für einen Tipp, welche „Serverlösung“ für mich geeignet ist.

Viele Grüße,

jof
 
Also bei einem so kleinen Netzwerk ist es vllt gar nicht verkehrt, einen kleinen Atom-Nettop z.b.: *klick* als server zu benutzen. Der ist nahezu lautlos, sehr stromsparend, kann alle deine usbgerät ansteuern und hat für die von dir angeforderten aufgaben allemal genug leistung. Backup dann weiterhin per USB. Du kannst dem Atom natürlich auch noch ein kleines NAS mit RAID (missionskritische datensicherheit?) zur Unterstützung beistellen.

Bei der kleinen Größe kann der dann ohne lärmbelästigung im Arbeitsraum stehen. optimalerweise könntest du so NAS/USB-Platten, atom-server, router/switch und Drucker auf einem Tisch/In einem Regal unterbringen.


Gruß.m.
 
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Guten Morgen,

danke für die Antwort. Wie gesagt, die jetzige Serverlösung (Pentium 866 mit Windows 2000 Server, 130 GB Festplatte) ist prinzipiell völlig ausreichend.

Unsere Daten bestehen derzeit aus ca. 80 GB Projektdateien und ca. 40 GB Digitalfotos. Davon sind vieles "Altlasten" bis zurück ins Jahr 1994, die aktuell nicht mehr benötigt werden. Auch die älteren Digitalfotos werden nicht gebraucht sondern nur archiviert, so daß eine Auslagerung von bestimmt 40...50 GB Daten auf eine externe Festplatte o.ä. möglich sind.

Unsere Datensicherung ist für unsere zwecke völlig ausreichend. Die Büroarbeit besteht aus 90% Arbeit mit Office-Programmen und 10% CAD. Die tägliche (bzw. nächtliche Datensicherung) erfolgt auf eine externen Festplatte, die alle paar Wochen gegen ein baugleiches Exemplar ausgetauscht wird. Die andere Festplatte wird in einem anderen Gebäude aufbewahrt. Das ist in punkto Feuer/Brand noch nicht optimal, künftig wird die Platte täglich gewechselt.

RAID ist nicht notwendig (aber natürlich "nice to have" im Zuge einer Neuanschaffung). Selbst bei einem Totalausfall der Server-Festplatte kann auf die Datensicherung des Vortags zurückgegriffen werden. Der Datenverlust des jeweils aktuellen Arbeitstages ist verschmerzbar, da die (aufwendigen) CAD-Arbeiten ohnehin vom CAD-Programm als automatische Sicherheitskopie während der Bearbeitung auf der lokalen Festplatte des Arbeitsplatzrechners abgelegt werden.


Als interessierter Laie war ich der Auffassung, die NAS-Lösung "kann alles besser", und jetzt wäre die Gelegenheit zum Umstieg günstig.

Da aber insbesondere die (für uns sehr wichtige) Ansteuerung von diversen Druckern, Plottern, usw. über USB wichtig ist (weil eben die Geräte schon vorhanden sind), scheint die Vorzugslösung zu sein, das vorhandene System in die neuen Räumlichkeiten mitzunehmen.

Der Hinweis auf den Atom-Nettop ist gut, aber wahrscheinlich ist die optimale Lösung, so lange zu warten, bis die vorhandene Serverlösung nicht mehr praktikabel ist, und dann auf ein aktuelles, neues System umzurüsten.

Danke nochmals für die Hilfe und viele Grüße

jof
 
Hallo,

ich bin mit meinen Überlegungen jetzt etwas weiter.

Prinzipiell habe ich 3 Lösungen:

1.) bestehendes System (8 Jahre alter WIN 2000 Server) beibehalten

2.) NAS als Serverersatz plus ggf. Printserver für USB-Geräte

3.) neuer Server


Lösung 1 funktioniert (Geschwindigkeit und Speicherplatz reichen aus), jedoch bekomme ich mittelfristig wohl Probleme bezüglich Supporteinstellung von Windows 2000 Server.

Lösung 3 ist absolut unproblematisch, dürfte aber die teuerste Lösung (Hard- und Software bzw. Lizenzen für SBS 2008, usw.) sein, richtig? Es geht wirklich nur um ein kleines 2-Mann-Büro (mit Option auf einen 3. Arbeitsplatz - dann soll aber Schluß sein).

Lösung 2 hat den Nachteil daß es mit den USB-Druckern im Netzwerk Probleme geben könnte.

Allerdings soll im Rahmen des Umzugs auch noch ein neues Gerät angeschafft werden, ein "4:1" Farblaser mit Faxfunktion und Scannerfunktion mit Originaleinzug, z.B. der Brother MFC-9450CDN. Der hätte wohl eine Netzwerkkarte und ist dann in bezug auf NAS unproblematisch, richtig?

Auch der A0-Plotter hat eine Netzwerkkarte.

Dann wird der (vorhandene) USB-Farblaser entfallen, und der Kyocera-schwarz-weiß-Laser tatsächlich mittels USB an einem Arbeitsplatzrechner verbleiben.


Wie verhalten sich Lösung 2 und 3 kostenmäßig? Was kostet ein "kleiner neuer Server der unteren Preiskategorie einschließlich Software und Lizenzen" im Vergleich zu einer NAS-Lösung?

Nächste Frage: um Zugriff auf den Firmenserver von zu Hause aus zu haben wurde mir eine "OpenVPN-Lösung" vorgeschlagen. Verstehe ich das richtig, daß "softwaremäßig" hierfür alles vorhanden ist, und ich über eine entsprechend leistungsfähige häusliche Internetverbindung problemlos ins Firmennetzwerk komme?


Danke für die Hilfe!

Gruß jof
 
Und wie schauts aus, wenn du die Drucker an nen Router hängst und du dir für den Speicher ein NAS holst?
Und wenn dein Router keine USB-Devices verwalten kann (z.B. keinen Anschluss), dann tuts auch so eine Printserver-Box...damit kannst du im Netzwerk auf angeschlossene Drucker zugreifen.

(Außerdem bilde ich mir ein, es gibt auch NAS`s mit Printserverfunktion...)

Diese Kombi NAS+Printserver erspart dir nämlich jegliche Server-Lizenzen ;)
Sollte damit also das billigste sein...
 
Hi,

ich habe den Thread verfolgt und wollte ein paar Überlegungen loswerden. Ich habe selbst neulich in einem kleinen Büro (4 Arbeitsplätze, Plotter, OpenVPN etc.) vor fast genau dem selben Problem gestanden.
Ich gehe grundlegend davon aus, dass die neue Lösung kostengünstig und robust sein soll.

Zur Software:
Beim Server würde ich mich zunächst einmal fragen, ob es überhaupt weiterhin ein Server Betriebssystem sein muss. Um Drucker über das Netzwerk freizugeben, Sicherungen zu machen und einen Fileserver bereitzustellen sowie OpenVPN zu nutzen braucht man keineswegs einen Server-OS. Ein Server-OS ist in deinem Fall nur bei der Benutzung von Exchange und/oder einer Domäne sinnvoll. Andere Serverfunktionalitäten wie DNS, DHCP usw. kann auch ein Router übernehmen. Meiner Meinung nach wird ein Server-OS mit Domäne ab ca. 10 Mitarbeitern sinnvoll. Solltest du darunter bleiben kann man die Benutzerverwaltung auch von „Hand“ erledigen. Die Einsparung ist enorm. Statt ca. 600 € für Server-OS wie Windows 2008 sind nur ca. 120€ für ein Win7 bzw. WinXP Professional fällig.

OpenVPN ist komplett betriebssystemunabhängig. Als OS kann ein WinXP/2000 über ein Win7 bis hin zu Win2008 zum Einsatz kommen. OpenVPN ist komplett softwarebasiert. Für OpenVPN kann man über jede normale Internetverbindung nutzen. Die Geschwindigkeit bei OpenVPN bestimmt meist der Upload des Firmennetzwerkes. Unter DSL6000 auf der Seite der Firma ist zu Hause Geduld gefragt wenn man über VPN arbeitet. Das gilt besonders wenn mehrere Leute gleichzeitig über OpenVPN auf das Firmennetz zugreifen.

Zur Hardware:
Das Netzwerk klassisch mit „Kabeln“ aufzubauen ist in jedem Fall kostengünstiger und deutlich unanfälliger für Störungen.

Von separaten Printservern würde ich abraten wenn am Server genug USB-Ports vorhanden sind, da ein Server läuft sowieso 24/7 läuft. Printserver verursachen in diesem Fall einfach nur Kosten ohne einen Mehrwert zu bringen. Für manche Drucker lassen sich auch Printserver in Form von Einsteckkarten nachrüsten. In diesem Fall muss man mit Investitionskosten von 100-200€ pro Drucker rechnen. Vorhandene Printersever kann man selbstverständlich nutzen. Plotter sind z.B. in fast allen Fälle von Haus aus mit Printservern ausgestattet.

Die alte Hardware kann man weiterhin benutzen. Sie wird aber für Win7 oder Win2008 zu langsam sein. Man muss immer abwägen, ob es sich noch lohnt so alte Systeme aufzurüsten. In vielen Fällen sind neue Systeme nicht nur leistungsfähiger sondern sie setzten auch auf neue Technikstandards auf. IDE-Festplatten kosten mehr als neue SATA2 Festplatten. Alter DDR1 Arbeitsspeicher kostet inzwischen doppelt soviel wie DDR2 Speicher.
Aber wie gesagt: durchrechnen und abwägen. Manchmal ist es auch billiger ein altes System aufzurüsten.

Ein NAS System stellt eine Alternative dar, die aber nicht billiger als ein kleiner neuer Server ist. Alle mir bekannten NAS-Systeme basieren auf einem Linux. Mit Samba kann man auch eine Domäne aufsetzten. Dies verlangt aber nach guten Linux-Kenntnissen. Manche bieten neben FTP auch einen Druckserver oder einen Webserver an. Bei Problemen ist schwer an Softwareupdates zu kommen, da die Hersteller diese meist nur so „nebenbei“ programmieren. Von der Rechenleistung dürften sie nicht über deinem bisherigen System liegen. Erst sehr teure NAS-Systeme nutzen den Atom Prozessor und sind dadurch auch schneller (doppelt so schnell wie deine 800Mhz CPU). Meistens bieten sie auch nur einen USB Anschluss für weitere Geräte. Der Vorteil eines NAS ist die gute Erweiterbarkeit mit Festplatten und die Möglichkeit schnell Festplatten tauschen zu können. Fast alle NAS bieten darüber hinaus RAID1 Funktionen zu Spiegelung von Festplatten.
Preislich gehen sie ohne Festplatten bei 250€ los und enden bei ca. 1000€ für schnelle Geräte mit größerem Funktionsumfang.

Ein neuer kleiner Server (Athlon II X2 CPU, 2GB RAM, 2x500GB Festplatte, Mainboard mit Grafik und Netzwerk, RAID1 onboard) kostet ca. 500€ + 120€ für Windows. Vorteile sind die freie Betriebssystemwahl und die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten. Nachteile außer dem Preis gibt es nicht. Mit einem neuen Server hat man allerdings auch die größte Zukunftssicherheit.

Einen Atom-Nettop bekommt man ab ca. 350€ (incl. Windows). Er ist deutlich langsamer als ein neuer Server aber auch schneller als ein NAS-System. RAID1 und ein Aufrüsten ist unmöglich. Nettops enthalten max. eine 160GB Festplatte.Weitere Festplatten (verbunden mit weiteren Kosten) müssten also über USB angeschlossen werden. Ansonsten ergeben sich keine Einschränkungen.
 
Hallo Raynfire,

nein, es "muß" gar nichts sein. Die Software ist mir eigentlich piepegal, es soll nur "laufen" und benutzerfreundlich sein.

Ich erwarte, daß alle Nutzer auf die Daten zugreifen können. Zugrifssrechte bzw. Beschränkungen sind aktuell kein Thema (alle beiden Angestellten dürfen auf alles zugreifen), könnte aber zukünftig wichtig sein (bei einer Neueinstellung).

Die USB-Geschichte habe ich geklärt, ich brauche keinen Printserver, wenn alle Netzwerkgeräte mit Netzwerkkarte uneingeschränkt von jedem Arbeitsplatzrechner ansprechbar sind.

Die alte Hardware (den Server) kann/werde ich aufgeben.

Die Neuanschaffung sollte eine Plattengröße von ca. 200...250 GB haben, das reicht für die nächsten 3 Jahre bestimmt. Eine Platte ist ausreichend, der Datenverlust eines Tages ist zu verschmerzen, die Datensicherung möchte ich wie bisher auf eine externe USB-Festplatte mit 1:1 Verzeichnisstruktur machen.

Die Geschwindigkeit dürfte für mich nicht ausschalggebend sein, da ich mit dem bisherigen System zufrieden bin. Trotzdem sollte die Option Gigabit-Netzwerk vorhanden sein.

Robust und kostengünstig, in der Reihenfolge paßt es...

Ich kann und will nicht alle paar Wochen an den Einstellungen feilen müssen (weil ich das fachlich nicht kann sondern auf externe Hilfe zurückgreifen muß). Einmal richtig einrichten, dann soll das störungsfrei laufen.

Zugriffsmöglichkeit von zu Hause auf die Firmendaten via Internet wäre prima!

Was brauche ich jetzt an Soft- und Hardware?

Gruß jof
 
Das ist eine klare Ansage.

Software:
WinXP oder Win7 Professional 32-Bit
OpenVPN (kostenlos)
Falls noch keine Backupsoftware vorhanden ist empfiehlt sich Syncback. Je nach Anforderung gibt es eine kostenlose als auch 2 kostenpflichtige Versionen (ca. 30-40€).

Freigaben mit Zugriffsrechten für bestimmte Nutzer sind auch mit WinXP / Win7 möglich.

Hardware:
Einfach und schnell geht es mit einem Fertigsystem wie einem Dell Vostro 220. Dieses System gibt es mit einer 250GB Festplatte, Win7 Professional, Gigabit LAN und einem
Pentium Dual-Core-E5400 Prozessor sowie 2GB Ram für 385€ zuzüglich Versandkosten.

Alternativ nach ähnlich dimensionierten Produkten anderer Hersteller Ausschau halten oder selbst einen PC zusammenbauen.

Für die Internetverbindung empfiehlt sich ein Router.
 
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